… die Leere in ihr …

Kirche Kultur und Politik nach der Katastrophe

Ayla Wes­sel Kulturagentüer

Wäre die Kata­stro­phe nicht im Tun­nel von Duis­burg pas­siert, son­dern im Bochu­mer Schau­spiel­haus, ob es dann auch gehei­ßen hätte, man habe die­ses Thea­ter nur „ide­ell unter­stützt“? Und was, wäre die Kata­stro­phe in einer Kir­che pas­siert, hätte man dann gesagt, die Kir­che und das Thea­ter seien nur des­halb ins Pro­gramm gekom­men, um alte Men­schen zu errei­chen und das Abo-Publikum? „Wir haben den Anspruch, dass wir auch junge Men­schen errei­chen, nicht nur das Abo-Publikum. Des­we­gen haben wir die Love­pa­rade für eine gute Ergän­zung unse­res Pro­gramms gehal­ten“, sagte Fritz Pleit­gen nach der Kata­stro­phe. Vor­her hatte er den Anspruch, den die Kul­tur­haupt­stadt erhebt, ein­mal anders for­mu­liert, ein sehr inter­es­san­tes Zitat: „Kul­tur­haupt­städte, Welt­aus­stel­lun­gen und Fuß­ball­welt­meis­ter­schaf­ten hat­ten bis­her alle eines gemein­sam: Sie waren Leistungsschauen …“

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Artikel am 02. September 2010 um 15:22 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Kultur Politik | Kommentare (0)

„… Unvereinbares vereinbaren …“

Kirche Kultur und Politik nach der Katastrophe

"aussichten 2005-1945" -  Installation von Marcus Kiel am Turm der Christuskirche

Mar­cus Kiel | aus­sich­ten 2005 — 1945

Eigent­lich ist es ja so, dass man inzwi­schen gelernt hat, die Jahre ’33 bis ’45 irgend­wie ein­zu­bauen in sei­nen Nar­ra­tiv, und sei er noch so kon­stru­iert. Ein blin­der Fleck macht sich nicht gut in einer Gesell­schaft, in der die Bewer­bungs­phase ein Dau­er­zu­stand ist für alle. Am ehes­ten sieht man ihn noch, wo man sich eh einen Reim machen kann, bei Unter­neh­men aus der Rüs­tungs­bran­che etwa. Und aller­dings auch in der Bewer­bung, mit der das Ruhr­ge­biet zur euro­päi­schen Kul­tur­haupt­stadt gewor­den ist. Es gibt eine poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung für die Kata­stro­phe von Duis­burg und eine kul­tur­po­li­ti­sche, es ist unsere, um sie geht es hier. |  Teil (4)

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Artikel am 18. August 2010 um 21:22 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Kultur Politik | Kommentare (0)

„… den Mythos begreifen …“

Kirche Kultur und Politik nach der Katastrophe

Pres­se­foto | RUHR.2010

Toni ist ein Fuß­ball­gott, Grö­ne­meyer Kult und Ruhr ein Mythos. Höhere Wei­hen wer­den hier schnell ver­lie­hen, und allen ist klar, dass sie unei­gent­lich sind. Eigent­lich näm­lich sei es so, wie Grö­ne­meyer tex­tet, dass „dich hier kein Schaum erschlägt“. Besu­cher­zah­len, sagte Duis­burgs OB zur WAZ, „wur­den immer um den Fak­tor drei oder vier über­trie­ben“. Zum „Mythos Ruhr“ zählt nun auch der Mythos von Mil­lio­nen, die Love­pa­ra­den bil­den: „Hier das Leben, da der Mensch, dicht an dicht“. Man wird Grö­ne­mey­ers „Komm zur Ruhr“, aus der auch diese Zeile stammt, nie wie­der unschul­dig hören. Es gibt eine kul­tur­po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung für die Kata­stro­phe von Duis­burg, um sie geht es hier.  |  Teil (3)

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Artikel am 08. August 2010 um 20:33 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Kultur Politik | Kommentare (0)

„… ein lange ermatteter Riese …“

Kirche Kultur und Politik nach der Katastrophe

Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

Was RUHR.2010 den „Metro­po­len­blick“ genannt hat, ist blind gewor­den gegen das, was vor Augen steht. Zugangs­ram­pen pas­sen nicht zum Welt­raum und Tun­nel nicht zum Welt­raum­blick. Heute, zwölf Tage nach der Kata­stro­phe von Duis­burg, ist auch die WAZ her­ab­ge­stie­gen, sie spricht vom „Tanz ums Metropolen-Kalb“ und hat im Ruhr­ge­biet gleich „einen gewis­sen Kleinstadt-Charme“ ent­deckt. Ist das Umden­ken oder Irr­lich­tern? Für eine Klein­stadt haben ent­schie­den zu viele um die­ses Kalb getanzt, auch Leute der Kir­che. Es gibt eine kul­tur­po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung für die Kata­stro­phe, um sie geht es hier.  |  Teil (2)

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Artikel am 05. August 2010 um 22:03 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Kultur Politik | Kommentare (4)

„… eine richtige Metropole …“

Kirche Kultur und Politik nach der Katastrophe

Pres­se­foto | RUHR.2010

Man habe die Love­pa­rade „nur ide­ell unter­stützt“, heißt es bei RUHR.2010, man sei „nicht ver­ant­wort­lich“. Als sei es selbst­ver­ständ­lich, dass man mit dem, was man „nur ide­ell“ tut, nichts zu tun hat. Als seien Ideen belie­big, weil unwirk­lich, und unwirk­lich, weil wir­kungs­los. Reine Glau­bens­sa­che eben: „Jede Vision braucht Men­schen, die an sie glau­ben“, heißt es bei RUHR.2010. Wirk­lich jede? Es gibt eine poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung für die Kata­stro­phe von Duis­burg und eine kul­tur­po­li­ti­sche, um sie geht es hier.  | Teil (1)

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Artikel am 04. August 2010 um 20:12 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Kultur Politik | Kommentare (0)

Nun also: Eine „Erklärung“.

RUHR.2010 und die Katastrophe von Duisburg

Screen­shot | ruhr2010.de

Soeben hat die Ruhr.2010-GmbH auf ihre Home­page eine „Erklä­rung von RUHR.2010 zur Love­pa­rade“ gestellt und 49 Stun­den nach der Kata­stro­phe fest­ge­stellt: „Die Love­pa­rade trägt das Label der Kul­tur­haupt­stadt. Ver­an­stal­tet wurde sie aller­dings in allei­ni­ger Ver­ant­wor­tung der Lopa­vent in Duisburg.“

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Artikel am 28. Juli 2010 um 21:55 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Kultur Politik | Kommentare (0)

Die Kultur der Kulturhauptstadt

RUHR.2010 und die Katastrophe von Duisburg

Sek­to­ren­karte | Wikileaks

„Wir sind der kom­mende Hot­spot in Europa, das hat die Love­pa­rade beein­dru­ckend gezeigt. Wir sind auf dem rich­ti­gen Weg.“ Die­ter Gorny am 21. Juni 2007.

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Artikel am 28. Juli 2010 um 21:23 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Kultur Politik | Kommentare (0)

„Pyrotechnische Glanzlichter“

RUHR.2010 und die Katastrophe von Duisburg

Logo | RUHR.2010

Er fühle sich mit­ver­ant­wort­lich, hat Fritz Pleit­gen in der Nacht der Kata­stro­phe gesagt. 19 Men­schen star­ben, Hun­derte wur­den ver­letzt, und die Ver­an­stal­ter, Stadt und Lopa­vent, haben das Wort Ver­ant­wor­tung auf ihrer Pres­se­kon­fe­renz heute nicht bemüht. Fast möchte man Pleit­gen dank­bar sein, dass zumin­dest er von „Ver­ant­wor­tung“ spricht, „aber eher im mora­li­schen Sinn“. Auf der Home­page sei­ner Ruhr-GmbH steht davon bis jetzt  -  knapp 24 Stun­den nach der Kata­stro­phe  -  nichts.

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Artikel am 28. Juli 2010 um 20:45 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Kultur Politik | Kommentare (0)

Tortenprozess: Bomberman & Poesie

Foto: Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

Wer Kari­ka­tu­ren zeich­net oder ver­öf­fent­licht, für den kön­nen sie gefähr­lich sein. Sie kön­nen ver­let­zend sein, sie kön­nen sogar auf­ru­fen, aber kön­nen sie zur gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung auf­ru­fen? Der Betrei­ber von bo-alternativ.de, Mar­tin Budich, wurde jetzt des­we­gen verurteilt.

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Artikel am 28. Juli 2010 um 19:21 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Allgemeines | Kommentare (0)

„Bauplatz unserer Vorstellungen“

ThW | Chris­tus­kir­che Bochum

13.625 Namen, 13.625 Ver­spre­chen. Die Namen sicht­bar, Ver­spre­chen unsicht­bar. Das sei „belie­big“, wurde uns oft vor­ge­wor­fen, unsicht­bare Ver­spre­chen seien „unver­bind­lich“. Selt­sa­mer Vorwurf.

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Artikel am 15. Juli 2010 um 09:39 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: PeV 2010 | Kommentare (0)

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