E wie Entertainment

Advent und Weihnachten

E-Cello der Band von Anne Clark, Christuskirche Bochum 2014 | (c) Sabine Michalak

E-Cel­lo der Band von Anne Clark, Chris­tus­kir­che Bochum 2014 | © Sabi­ne Mich­a­lak

„Grand Musi­cal Enter­tain­ment“ nann­te Charles Jen­nens den „Mes­si­as“, er hat­te den Text für Hän­dels gro­ßes Werk geformt, 275 Jah­re ist das her, man wun­dert sich noch immer: klas­si­sche Musik? Enter­tain­ment? Nicht mehr E wie ern­s­te Musik, son­dern U wie unter­halt­sam? In der Chris­tus­kir­che kommt die­ses Prin­zip  —  auf der Unter­schei­dung von „U“- und „E“ baut die Gema ihr Geschäfts­mo­dell auf, der Kul­tur­för­der­staat tut das sowie­so  —  hier kommt es an sein Ende, weil es auf einen Raum trifft, der sich dage­gen sperrt, das, was in ihm spielt, in „E“ oder „U“ zu schla­gen. Ent­we­der Oder, sol­che Wahl ist vor­ge­schrie­ben, sie wird von jeder Musik, die gut ist, unter­lau­fen, hier unser Advents- und Weih­nachts­pro­gramm.

s/w in s/w out

Fotos und ihre Übersetzungen

Christuskirche Bochum: Nik Bärtsch by Heinrich-Brinkmoeller-Becker

Chris­tus­kir­che Bochum: Nik Bärts­ch by Hein­rich-Brink­mo­el­ler-Becker

Schwarz-Weiß-Den­ken ist in, Schwarz-Weiß-Fotos sind out, das passt. Weil s/w-Fotos gar nicht erst so tun, als zeig­ten sie, wie es ist, sie zei­gen, dass schwarz nicht schwarz sein muss und weiß nicht weiß. Sie zu lesen heißt, sie zu über­set­zen, „jede Über­set­zung schei­tert bis zu einem gewis­sen Grad, das gen­au ist das Inter­es­san­te an ihr.“ Wei­ter­le­sen

Identitäre Musik? Bloß nicht

Grand Pianoramax, Girls in Airports et all

urban urtyp #49: Grand Pianoramax by Martin Holtkamp

urban urtyp #49: Grand Pia­n­ora­max by Mar­tin Holt­kamp

Muss man in die­sen Tagen viel­leicht doch noch­mal beto­nen: dass es in KIRCHE DER KULTUREN kein Rein­heits­ge­bot gibt. Was Musik angeht, wird hier gemixt, gerührt und geschüt­telt. Grand Pia­n­ora­max bei­spiels­wei­se, die urban urty­pen #49: „Mit all den ver­schie­de­nen Kul­tu­ren, denen wir aus­ge­setzt sind, taucht die gro­ße Ver­mi­schung zwangs­läu­fig in der Musik auf.“ Die gro­ße Ver­mi­schung stellt vor eine sehr ein­fa­che, sehr kom­pli­zier­te Fra­ge. Es ist nicht mehr die von Kant: „Was soll ich tun? Was darf ich hof­fen?“, son­dern: Was soll ich mögen? Wel­che Mix­tur schmeckt, wel­che nicht? Auf den ers­ten Bli­ck geht es dabei um den per­sön­li­chen Geschmack, tat­säch­li­ch geht es um Wahr­heit.  Wei­ter­le­sen

Hineni

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Leo­nard Cohen (cc) by Rama

„You got me sin­ging / Even tho’ it all went wrong / You got me sin­ging / The Hal­le­lu­jah song.“ | Leo­nard Cohen, 1934 — 2016.

Ist Techno das neue Klassik?

Coma // Numinos | urban urtyp

urban urtyp #32 - DJ Dash und Dietmar Korthals

urban urtyp #32 — DJ Dash und Diet­mar Kort­hals | © Marc Eden

Coma kennt, wer Tech­no kennt, sie haben den „new Tech­no sound of Colo­gne“ geschaf­fen. Einen Sound, für den sie über­all gefei­ert wer­den, wo man Tech­no-Musik nicht zer­stampft, son­dern zuhört und ver­steht wie man andern­orts, sagen wir: Klas­sik zuhört und ver­steht. Wei­ter­le­sen

Ein Dogma gegen alle Dogmen

Peter Murphy | Solo

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Peter Mur­phy ©

Tür­kei? Islam? Nicht eben gut beleu­mun­det der­zeit. Anders Peter Mur­phy, „God­fa­ther of Goth“, Ant­litz des Dark Wave, Stim­me von BAUHAUS und einer Musik, von der man den­ken könn­te, sie beschal­le den Nihi­lis­mus: Mur­phy ist seit lan­gem mit einer Tür­kin ver­hei­ra­tet (ich auch!), lebt in Istan­bul (ich nicht) und ist vom katho­li­schen zum isla­mi­schen Glau­ben kon­ver­tiert (ich weder noch): „I was brought up Catho­lic, and a strong belie­ver. I always had faith in God. When I moved into a Mus­lim envi­ron­ment I reco­gni­zed the same mes­sa­ge. The­re was no con­ver­si­on, just a reco­gni­ti­on that it was the same mes­sa­ge, only clea­rer. You don’t con­vert, you dis­co­ver an aspect of sur­ren­der, which is what Islam means.“  —  Ist das naiv? Wei­ter­le­sen

11. September

Die Opfer des Terrors erinnern

11-09 BO Passantin by Ayla 1 - Kopie

11. Sep­tem­ber 2014 , 14:46 Uhr | Foto Ayla Wes­sel, Kul­tur­agen­tüer

Wohl nie zuvor hat es ein sol­ches welt­wei­tes Füh­len gege­ben und nicht mehr dana­ch. Als hät­te die Mensch­heit für einen Moment die Augen auf­ge­schla­gen.  //  Wir erin­nern an 9/11, den Jah­res­tag des Ter­rors. Mehr Infos hier und hier.

Meret Becker

"Deins And Done"

Prod./Motiv: Meret Becker Prod.dat. 09.11.2012 Fotograf: Kerstin Groh

Meret Becker by Kerstin Groh ©

Schau­spie­le­rin Sän­ge­rin Kom­po­nis­tin, ja, TV-Kom­mis­sa­rin, das auch. Eigent­li­ch aber ist sie ein Typus, ihr eige­ner. Meret Becker über die Lie­be, die geglück­te, die geschei­ter­te, „Deins and Done“. // Infos zum Kon­zert

Visionen des Diesseits (gemäß VStättVO)

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links: Hier­ony­mus Bosch, Visio­nen des Jen­seits: Der Auf­stieg der Geseg­ne­ten, 1505–1515 (Aus­schnitt); Venice, Gal­le­rie dell’Accademia

Wir bau­en um. 501 Jah­re nach Hier­ony­mus Bosch, er hat­te sich „Visio­nen des Jen­seits“ gemacht, da stei­gen die Men­schen, geseg­net und geflü­gelt, durch einen beton-ähn­li­chen Tun­nel zur himm­li­schen Ver­samm­lungs­stät­te empor. Wir bau­en die Chris­tus­kir­che zur irdi­schen Ver­samm­lungs­stät­te um. Nach allen Regeln der Kunst, der Theo­lo­gie und der VStätt­VO. // Wei­ter­le­sen

Spieleröffnung

Nik Bärtsch's Mobile

2016-06 BLUE MARBLE 4x4 bes by NASA. Photo taken by either Harrison Schmitt or Ron Evans (of the Apollo 17 crew 1972)

The Blue Marble by NASA. Pho­to taken by eit­her Har­ri­son Schmitt or Ron Evans, Apol­lo 17 crew 1972

Sich vor­zu­stel­len, dass alles, was wir tun, vor­her­be­stimmt sei  —  die meis­ten den­ken, dies sei, wenn ande­re so den­ken, das Ende ihrer Frei­heit, ich den­ke, jetzt geht das Spiel erst los: Könn­te schließ­li­ch sein, dass der ande­re recht hat, weil er Recht bekom­men könn­te am Ende aller Tage, was weiß denn ich. Nik Bärtsch’s Musik funk­tio­niert so, sie eröff­net das Spiel. Wei­ter­le­sen

Nils!

Christmas With My Friends | 17. Dezember

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Nils Land­gren by Sebas­ti­an Schmidt

Glück hat man nicht, Glück hört man. Kei­ne blan­ken Taler, die her­ab pras­sel­ten, es wird Luft durch Blech gepres­st, Glück sucht sich eige­ne Wege, die füh­ren zu uns … AUSVERKAUFT!  //  Mehr Infos

„Mehr davon!“

Laibach über Europa | Interview mit K.West

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Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens | © Patrick Skryp­cz­ak

„Euro­pa hat eine selbst­zer­stö­re­ri­sche Natur, es fällt immer wie­der aus­ein­an­der, aber das Aus­ein­an­der­fal­len ist eigent­lich Euro­pas Weg, sich zu kon­sti­tu­ie­ren. Jedes Mal ver­sucht es sich wie­der auf­zu­bauen, ver­sagt bes­ser und kommt stär­ker zurück. Des­halb sind wir über­zeugt von Euro­pa, wir wol­len mehr davon.“ LAIBACH im Inter­view mit K.West. Lai­bach spielt am Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens.

Terror ächten!

Bochumer Erklärung

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»Ras­sem­ble­ment Pray for Paris — Metz« by Richard Bur­ger, 14. Nov. 2015 | (cc) licen­se

Im Novem­ber, zwei Tage nach den Ter­ror-Atta­cken in Paris, haben Reprä­sen­tan­ten des öffent­li­chen Lebens die­ser Stadt die BOCHUMER ERKLÄRUNG auf den Weg gebracht: Bochu­mer und Bochu­me­rin­nen erklä­ren öffent­li­ch, dass sie dem Ter­ror „jede Recht­fer­ti­gung, jede Soli­da­ri­tät, jede Unter­stüt­zung“ ver­wei­gern. Wir laden Sie ein und bit­ten Sie, die BOCHUMER ERKLÄRUNG eben­falls zu unter­zeich­nen und in das Leben unse­rer Stadt hin­ein zu tra­gen. Hier der Link terror-aechten.de, jede/r kann unter­zeich­nen.

Feinde … Freunde

Europa als Heimat der Imagination

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Gedenk­hal­le im Turm der Chris­tus­kir­che

Schwer vor­stell­bar, dass  —  wäh­rend aus Brüs­sel eine immer grö­ße­re Zahl an Opfern gemel­det wird  —  aus Fein­den Freun­de wer­den kön­nen. Und dass Bel­gier und Bochu­mer eben die­se Erfah­rung ver­bin­det: Bel­gi­en ist einer von 28 Staa­ten, die in der Gedenk­hal­le im Turm der Chris­tus­kir­che als „Feind­staa­ten“ erin­nert wer­den. Was so schwer vor­zu­stel­len ist: wie weit der Weg in ein gemein­sa­mes Euro­pa gewe­sen ist, und dass dies nur eine ers­te Etap­pe gewe­sen sein könn­te. Euro­pa  —  das war die eigent­li­che Idee von Jochen Gerz für den Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens  —  als „Hei­mat der Ima­gi­na­ti­on“.