Terror ächten!

Bochumer Erklärung

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»Ras­sem­ble­ment Pray for Paris — Metz« by Richard Bur­ger, 14. Nov. 2015 | (cc) license

Im Novem­ber, zwei Tage nach den Terror-Attacken in Paris, haben Reprä­sen­tan­ten des öffent­li­chen Lebens die­ser Stadt die BOCHUMER ERKLÄRUNG auf den Weg gebracht: Bochu­mer und Bochu­me­rin­nen erklä­ren öffent­lich, dass sie dem Ter­ror „jede Recht­fer­ti­gung, jede Soli­da­ri­tät, jede Unter­stüt­zung“ ver­wei­gern. Wir laden Sie ein und bit­ten Sie, die BOCHUMER ERKLÄRUNG eben­falls zu unter­zeich­nen und in das Leben unse­rer Stadt hin­ein zu tra­gen. Hier der Link terror-aechten.de, jede/r kann unterzeichnen.

Visionen des Diesseits (gemäß VStättVO)

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links: Hie­rony­mus Bosch, Visio­nen des Jen­seits: Der Auf­stieg der Geseg­ne­ten, 1505–1515 (Aus­schnitt); Venice, Gal­le­rie dell’Accademia

Wir bauen um. 501 Jahre nach Hie­rony­mus Bosch, er hatte sich „Visio­nen des Jen­seits“ gemacht, da stei­gen die Men­schen, geseg­net und geflü­gelt, durch einen beton-ähnlichen Tun­nel zur himm­li­schen Ver­samm­lungs­stätte empor. Wir bauen die Chris­tus­kir­che zur irdi­schen Ver­samm­lungs­stätte um. Nach allen Regeln der Kunst, der Theo­lo­gie und der VStättVO. // Wei­ter­le­sen

Nils!

Christmas With My Friends | 17. Dezember

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Nils Land­gren by Sebas­tian Schmidt

Glück hat man nicht, Glück hört man. Keine blan­ken Taler, die herab pras­sel­ten, es wird Luft durch Blech gepresst, Glück sucht sich eigene Wege, die füh­ren zu uns, VVK läuft.  //  Mehr Infos

Spieleröffnung

Nik Bärtsch's Mobile | 21. Oktober 2016

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The Blue Marble by NASA. Photo taken by eit­her Har­ri­son Schmitt or Ron Evans, Apollo 17 crew 1972

Sich vor­zu­stel­len, dass alles, was wir tun, vor­her­be­stimmt sei  -  die meis­ten den­ken, dies sei, wenn andere so den­ken, das Ende ihrer Frei­heit, ich denke, jetzt geht das Spiel erst los: Könnte immer sein, dass der andere recht hat, weil er Recht bekom­men könnte am Ende aller Tage, was weiß denn ich. Nik Bärtsch’s Musik funk­tio­niert so, sie eröff­net das Spiel. Wei­ter­le­sen

„Mehr davon!“

Laibach über Europa | Interview mit K.West

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Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens | © Patrick Skrypczak

„Europa hat eine selbst­zer­stö­re­ri­sche Natur, es fällt immer wie­der aus­ein­an­der, aber das Aus­ein­an­der­fal­len ist eigent­lich Euro­pas Weg, sich zu kon­sti­tu­ie­ren. Jedes Mal ver­sucht es sich wie­der auf­zu­bauen, ver­sagt bes­ser und kommt stär­ker zurück. Des­halb sind wir über­zeugt von Europa, wir wol­len mehr davon.“ LAIBACH im Inter­view mit K.West. Lai­bach spielt am Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens.

Feinde … Freunde

Europa als Heimat der Imagination

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Gedenk­halle im Turm der Christuskirche

Schwer vor­stell­bar, dass  -  wäh­rend aus Brüs­sel eine immer grö­ßere Zahl an Opfern gemel­det wird  -  aus Fein­den Freunde wer­den kön­nen. Und dass Bel­gier und Bochu­mer eben diese Erfah­rung ver­bin­det: Bel­gien ist einer von 28 Staa­ten, die in der Gedenk­halle im Turm der Chris­tus­kir­che als „Feind­staa­ten“ erin­nert wer­den. Was so schwer vor­zu­stel­len ist: wie weit der Weg in ein gemein­sa­mes Europa gewe­sen ist, und dass dies nur eine erste Etappe gewe­sen sein könnte. Europa  -  das war die eigent­li­che Idee von Jochen Gerz für den Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens  -  als „Hei­mat der Imagination“.

Laibach

The Sound Of Music | 6. April

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Logo von Lai­bach | (cc)

Von HONKE RAMBOW | Das Pla­kat zum ers­ten öffent­li­chen Auf­tritt von LAIBACH 1980 in der slo­we­ni­schen Berg­ar­bei­ter­stadt Trbovlje zeigte den Band­na­men und dar­über das dicke, leicht in der Sym­me­trie ver­zerrte schwarze Kreuz. Allein diese Kom­bi­na­tion reichte den dama­li­gen jugo­sla­wi­schen Macht­ha­bern, um den Auf­tritt zu ver­bie­ten. Es war nicht nur die ver­pönte deut­sche Bezeich­nung für Ljubl­jana, die den Unwil­len erregte, son­dern die Kom­bi­na­tion mit dem wohl als christ­lich ver­stan­de­nen Sym­bol. Frei­lich ent­lehn­ten LAIBACH das Kreuz nicht so sehr der christ­li­chen Tra­di­tion, son­dern bei dem rus­si­schen Avant­gar­dis­ten Kasi­mir Male­witsch. Das macht die Sache noch etwas kom­pli­zier­ter, denn sein ers­tes supre­ma­tis­ti­sches Gemälde  –  das schwarze Qua­drat, heute eine Inku­na­bel der moder­nen Male­rei  -  lud Male­witsch sel­ber reli­giös auf, indem er es bei der ers­ten öffent­li­chen Prä­sen­ta­tion schräg in die obere Ecke des Rau­mes hängte; an jenen Ort im Haus, der tra­di­tio­nell der christ­li­chen Ikone vor­be­hal­ten ist. Indem sich LAIBACH das Malewitsch-Kreuz zu eigen machen, ver­wei­sen sie einer­seits gezielt auf den Beginn einer spe­zi­fisch sla­wi­schen Avant­garde, neh­men die christ­li­che Asso­zia­tion aber gerne in Kauf. Wei­ter­le­sen

Götterlachen

Das Vollplaybacktheater | 18. April

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Natio­nal Museum of Anthro­po­logy in Mexico City: Sacri­fice of child­ren from Tlatelolco. | (cc) Wolf­gang Sau­ber 2008

Die Göt­ter der Grie­chen, so wird erzählt, hät­ten gelacht. Auch Krishna habe viel gelacht und Bud­dha ohne Unter­lass gelä­chelt, der Gott der Bibel aber nie. Wie denn auch, ließe sich sagen, er kannte das Voll­play­back­thea­ter ja nicht. Und wie das so ist, es führt ein Weg von den grie­chi­schen Göt­tern zu den drei ??? in der Kir­che: Wei­ter­le­sen

Ich, Judas

Ben Becker | Amos Oz, Walter Jens | 18. März

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Ben Becker | © Fritz Brinckmann

Im August 1960 strengt Bert­hold B., Fran­zis­ka­ner, ein Ver­fah­ren an mit dem Ziel, der Papst möge Judas selig spre­chen. Judas Ischa­riot, Urbild des Ver­rä­ters, best-gehasst durch zwei Jahr­tau­sende  -  dem Mann, von dem die Bibel berich­tet, er habe Jesus ver­ra­ten, wird nun der Pro­zess gemacht: War er Täter oder Opfer, Ver­rä­ter oder wil­len­lo­ses Werk­zeug? Han­delte er, ein Jün­ger Jesu wie Petrus einer war, aus freiem Wil­len oder musste er tun, was er tat? Das Frage-Karussell nimmt Fahrt auf, was ist mit Jesus, hat er gewusst, wem er sich ange­freun­det hat oder hat er, der Sohn des Höchs­ten, sich in Judas geirrt? War Jesus Täter? Opfer?  -  Das die lite­ra­ri­sche Fik­tion, von Wal­ter Jens erdacht, Ergeb­nis: Gewiss­hei­ten fäl­len kein Urteil, sie stür­zen nur ein. Wei­ter­le­sen

Kriege, Pop, Erinnerung

Songbirds Collective | 6. März

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„Feind­staat Eng­land“: Mosaik von 1931 im Turm der Christuskirche

Was Europa zusam­men hält? Dies: Ein Brite kämpft in Frank­reich gegen Deut­sche, der Brite  -  Pri­vate James Brian  -  wird ver­wun­det, Liz­zie, seine Frau, erhält einen Brief und kurz dar­auf einen zwei­ten, darin steht, ihr Mann sei tot. Wenig spä­ter stirbt Liz­zie Brian, ihr Herz ist gebro­chen, 100 Jahre spä­ter liest Daisy Chap­man die bei­den Briefe, sie schreibt ein Lie­bes­lied, man kann Europa in ihm hören. Wei­ter­le­sen

Jitterbugs

Pasadena Roof Orchestra | 8. März

Jitterbugs_(II) Artist William H. Johnson ca. 1941
Jit­ter­bugs by Wil­liam H. John­son, ca 1941

Swing ist das Gegen­teil von Pegida und PRO das Gegen­teil vom Brexit: Diese Bri­ten brin­gen zurück, was Europa ein­mal gemein­sam war, ein Lebens­ge­fühl. Gershwin, Ber­lin, Por­ter, die Lust, zu tän­zeln bis in den Mor­gen hin­ein und nicht zu mar­schie­ren, bis alles in Scher­ben fällt. // Zum Kon­zert

Unschuldig schön?

Ästhetische Romantik & ChorWerk Ruhr

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Wil­liam Tur­ner: The Burning of the Hou­ses of Lords and Com­mons, Octo­ber 16, 1834 [Aus­schnitt] | (cc) Google Art Pro­ject
„Der Geist des Juden­tums ist der ewige Feind der poli­ti­schen Roman­tik.“ Den Satz sollte man im Ohr behal­ten, wenn Chor­Werk Ruhr jetzt mit uns in die ästhe­ti­sche Roman­tik reist, er stammt von Paul Til­lich, pro­tes­tan­ti­scher Theo­loge, sein nächs­ter Satz: „Der Anti­se­mi­tis­mus ist wesent­lich mit ihr (der poli­ti­schen Roman­tik) gesetzt.“ Kaum ver­öf­fent­licht, wurde Til­lichs Buch Anfang 1933 von den Nazis beschlag­nahmt und  -  eine tief roman­ti­sche Aktion  -  öffent­lich ver­brannt. Das Chris­ten­tum, so Til­lich, gehöre „radi­kal und ein­deu­tig auf die Seite des Juden­tums.“ Kann Roman­tik heute, ein mör­de­ri­sches Jahr­hun­dert nach ihrem Ende, unschul­dig sein und schön? Wei­ter­le­sen

Tingvall, Brandqvist und …

Wesseltoft.Schwarz.Berglund.

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Bugge Wes­seltoft, Hen­rik Schwarz, Dan Berg­lund | © ohsotrue.de

Hät­ten wir drei Wün­sche frei gehabt für die­ses Jahr, wir hät­ten uns gewünscht: das TINGVALL TRIO im Sep­tem­ber, das EMIL BRANDQVIST TRIO im Mai und im Januar das Mega-Trio schlecht­hin: BUGGE WESSELTOFT + HENRIK SCHWARZ + DAN BERGLUND. Da kam auch schon die Fee, und leise wünsch­ten wir uns  -  das Ting­vall Trio? im Sep­tem­ber? Siehe, es kommt, sprach die Fee. Und Emil, flüs­ter­ten wir und setz­ten uns erst ein­mal hin, das Emil Brand­qvist Trio im Mai? Siehe, sprach sie, es kommt. Beglückt blick­ten wir auf zu der famo­sen Fee: Bugge? Sie lächelte. Hen­rik? Sie lächelte. Und Dan? Siehe, lächelte sie, auch Dan soll sei­nen Flie­ger nicht ver­pas­sen. Die Fee flog davon, hier das Pro­gramm  -  kein Haus in Europa, das nicht auf die Knie ginge vor Glück, diese drei Trios im Tria­log zu haben:  Wei­ter­le­sen

Pop und so

Johanna Borchert |urban urtyp #43

Oder was mit Jazz? „Die Musik, die ich jetzt mache, hat mit Jazz nichts mehr zu tun“, sagt die Frau, die den Echo Jazz 2015 gewon­nen hat, die Sän­ge­rin des Jah­res: „Jeder Jaz­zer fühlt sich auf den Schlips getre­ten, wenn man es Jazz nennt. Die Pop-Leute fin­den, es ist kein Pop. Ich finde, es ist … “ urban urtyp.

Tag der Befreiung

Synagoge Bochum | 27. Januar, 16:30 Uhr

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Mari­anne Rosen­berg | CHoppe, List-Verlag

Dass die Ermor­dung der euro­päi­schen Juden, der Sinti und der Roma gestoppt wer­den konnte, liegt ein Men­schen­le­ben zurück. Der Tag, an dem das Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz befreit wor­den ist  -  am 27. Januar 1945  —   steht stell­ver­tre­tend für die Befrei­ung von Zehn­tau­sen­den Lagern, Ghet­tos, Fol­ter­kel­lern, es gab sie über­all in Europa. 71 Jahre nach ihrer Befrei­ung aber gibt es immer weni­ger Men­schen, die davon berich­ten kön­nen. Die Zeit­zeu­gen ster­ben  -  gleich­zei­tig bricht in Europa ein neuer Anti­se­mi­tis­mus auf. Wei­ter­le­sen

Platz des europäischen Versprechens

Ein öffentlicher Platz wird eröffnet

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Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens | Foto Patrick Skrypczak

Im Zen­trum der euro­päi­schen Stadt lag immer der Raum, den alle bewoh­nen, der öffent­li­che Raum. Sein Kenn­zei­chen: ein Turm, sein Bau­prin­zip: ein Teil über­dacht, der andere nicht. Kir­che und Kirch­platz. Spä­ter dann: Rat­haus und Rat­haus­platz, dann Thea­ter und Thea­ter­platz usw. Was jetzt im Zen­trum von Bochum ent­steht, ist neu: ein öffent­li­cher Raum unter den Bedin­gun­gen von Plu­ra­li­tät: Wei­ter­le­sen