Kind des Lichts? Des Feuers? Des Staubs.

Staubkinds Weihnachtsabend | 14. Dezember

Staub­kind im April 2018 in der Chris­tus­kir­che by Olaf Rauch ©

Staub ist auf hebrä­isch afar und ist ein Wort, das schil­lert: In der Bibel steht afar für den Tod, den „Staub des Todes“, aber eben­so für den frucht­ba­ren Boden, den „Staub vom Acker­bo­den“. Alle Men­schen sind aus Staub gemacht, alle keh­ren wir zum Staub zurück. Und die­se bibli­sche Ein­sicht dürf­te etwas tro­cken sein für alle, die den­ken sie sei­en etwas Bes­se­res als ande­re: ich? kein Kind des Lichts, des Feu­ers, der schöns­ten Göt­ter­toch­ter weit und breit? Des Staubs. Lou­is Man­ke hat sich einen biblisch nüch­ter­nen Künst­ler­na­men gewählt. Der Weih­nachts­abend mit ihm wird … anders. Staub­kind ernüch­tert, bevor er uns ver­zau­bert.  //  Gibt noch Tickets, alle Infos hier!

Lyambiko: My Favourite Christmas Songs

Samstag 15. Dezember 20 Uhr

Lyam­bi­ko by Uwe Ahrens

Die­se Stim­me. Kaum fass­ba­re Fein­hei­ten, kaum hör­ba­re Nuan­cen, und alles so leicht und ele­gant, die Tie­fe, der Glau­be, das Glück. Wenn Lyam­bi­ko Weih­nachts­lie­der singt, könn­te man glau­ben, G’tt habe das alles des­halb erdacht, damit Lyam­bi­ko Weih­nachts­lie­der singt. War viel­leicht auch so, was wir wis­sen, ist ers­tens, dass Maria gesun­gen hat, kaum dass die Weih­nachts­ge­schich­te in Gang gekom­men war, und dass es jetzt Lyam­bi­ko ist, die Weih­nachts­lie­der singt: „My Favou­rite Christ­mas Songs“, alle Infos und Tickets hier!

Nils & Friends

Alle Konzerte ausverkauft. Hoffen auf 2020.

Nils & Fri­ends 2014 in der Chris­tus­kir­che | © Sabi­ne Hahn­e­feld

2006, da war Mer­kel noch neu und der Bun­des­prä­si­dent hieß Köh­ler und das ist alles lan­ge her und war alles ande­re als nor­mal, ein Weih­nachtsal­bum ein­zu­spie­len. Seriö­se Leu­te, beruf­lich erfolg­reich, ästhe­tisch hoch gebil­det, gehen auf die Büh­ne und geben Sehn­sucht preis: „May­be this Christ­mas …“ Seit­dem  —  die Chris­tus­kir­che war 2006 allen­falls zur Hälf­te gefüllt  —  ist die Sehn­sucht nicht erfüllt, es gibt nur immer mehr Men­schen, die das kön­nen: sehn­süch­tig sein. Seh­nen, sagt das Wör­ter­buch, ist ein „Vb. refl.“ und bedeu­tet „‚innig, schmerz­lich nach etw. oder jmdm ver­lan­gen, lie­ben­des oder schmerz­li­ches Ver­lan­gen tra­gen‘. Her­kunft unge­wiss.“ 

Marshall und Alexander

Stra­ßen­schild in Schwe­den (cc)

An dem Tag, an dem es pas­sie­ren könn­te, dass Niko­laus die Stra­ße kreuzt, kreu­zen sich die Wege von Mar­shall, Alex­an­der und uns. Wird gut besucht wer­den, der Abend, gibt aber noch ein paar Dut­zend Tickets. Alle Infos hier!

The Dublin Legends

Samstag 1. Dezember 20 Uhr

Dub­li­ner in Euro­pa | Foto Sabi­ne Hahn­e­feld, Chris­tus­kir­che Bochum 2017 ©

Rund um Dub­lin spie­len die Iren eine groß­ar­ti­ge Rol­le dabei, dass es mit Euro­pa wei­ter­geht, sie wer­den gera­de zur Legen­de. Den Dub­lin Legends geben wir hier­mit ein Spiel­recht bei uns, solan­ge es Euro­pa gibt. Hier alle Infos zum Kon­zert. Gibt noch Kar­ten an der Abend­kas­se ab 19:00 Uhr!

Follow you follow me

Ray Wilson & Band kommen 2019 wieder

Mar­cin Kajper, Saxo­pho­nist in Ray Wil­sons Band | Foto Adam C. Glag­la

In die­sem Jahr ist es wie im letz­ten, Ray Wil­son aus­ver­kauft, es ging schnell. Des­halb schon ein­mal der Hin­weis, er wird wie­der kom­men. Und zwar  —  sie­he Foto  —  mit sei­ner Band, und wann? Wenn auch der Niko­laus kommt. VVK läuft.

Chorwerk Ruhr

"Balladen und andere Geschichten"

Chor­werk Ruhr by Pedro Mali­now­ski

Was ande­re schrie­ben: „Impo­sant und stimm­ge­wal­tig“ sei die­ser Chor, „wun­der­schön und betö­rend“, „wie ein Lot­to­ge­winn“ sei er und „eine Sen­sa­ti­on“, sei „erst­klas­sig“ und „gran­di­os“ und „prä­zi­se aus­ba­lan­ciert“ und sei bei alle­dem „extrem anspruchs­voll“, sei „klar und homo­gen, prä­zi­se und fein­ner­vig, stil­be­wusst und dif­fe­ren­ziert“, sei „an Prä­zi­si­on, Into­na­ti­on und schö­nen Stim­men auch bei schwie­rigs­ten Stü­cken kaum zu über­tref­fen“, sei ein­fach „Welt­klas­se“ und „sin­gu­lär: Solch eine Denk- und Klang­land­schaft sucht in ihrer kon­tem­pla­ti­ven Kraft ihres­glei­chen“. Wei­ter? Wei­ter: Wei­ter­le­sen

Textor + Renz

urban urtyp #68

Textor (links) und Renz by Tri­kont ©

Song­wri­ting ohne Gelän­der, man stol­pert sehr ein­sam durch die­se Songs. Und? Fühlt sich wohl. Wie nachts allein am Tre­sen, ein dicker Kon­tra­bass steht rum, die dün­ne E-Gitar­re, von irgend­wo­her kom­men Stim­men. Gehen sie vor­über, gehen sie was an, „The Days Of Never Com­ing Back And Never Get­ting Nowhe­re“ heißt das Album. Trüb­se­lig sei der Novem­ber, ja, und wir schau­en uns um und wis­sen: seli­ger war kei­ner, seit Tom Waits das betrun­ke­ne Kla­vier besun­gen hat. | Alle Infos zu Textor + Renz hier!

Die europäische Republik wird ausgerufen!

Platz des europäischen Versprechens

„Es ist Zeit, das Ver­spre­chen urio­pas zu ver­wirk­li­chen.“ Euro­pean Bal­co­ny Pro­ject | Foto thw

„Heu­te, am 10. Novem­ber 2018 um 16 Uhr, neh­men wir unse­re Zukunft selbst in die Hand. Es ist Zeit, das Ver­spre­chen Euro­pas zu ver­wirk­li­chen.“ So wird es in eben die­sem Moment  —  am 10. Novem­ber um 16 Uhr, 100 Jah­re nach dem Ende des I. Welt­krie­ges  —  an Hun­der­ten Orten in Euro­pa gesche­hen. Das Ver­spre­chen Euro­pas ist das, was nicht ver­ord­net, nur aus­ge­ru­fen wer­den kann: „eine gemein­sa­me euro­päi­sche Demo­ka­tie“. Kunst kann sie vor­weg­neh­men, so wie Jochen Gerz es ab 2005 mit der Idee für einen Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens getan hat: Wei­ter­le­sen

„Architektur der Freiheit“

Christuskirche Bochum ausgezeichnet

Prof. Chris­ta Rei­cher, Dr. Gerald Hag­mann, Dr. Han­na Hin­richs | Foto Sabi­ne Hahn­e­feld

Als der Krieg zu Ende war, lag Euro­pa zer­stört, die Innen­stadt Bochums war eine Land­schaft aus Trüm­mern. Aus ihr rag­te ein­sam der Turm der Chris­tus­kir­che empor. Was dann begann, nennt sich auch heu­te noch „Wie­der­auf­bau“, gebaut wur­de aber oft­mals neu und, was wich­ti­ger, in einer neu­en archi­tek­to­ni­schen Spra­che. Der Geist der 50er und 60er und dann hin­ein in die 70er Jah­re war geprägt vom dem Bewusst­sein, in eine bes­se­re Zukunft auf­zu­bre­chen. Die Archi­tek­tur und der Städ­te­bau der „Wirt­schafts­wun­der­jah­re“ erzäh­len von poli­ti­schem Wan­del und von sozia­len Uto­pi­en, von Expe­ri­men­tier­freu­de und inno­va­ti­vem Geist. Wei­ter­le­sen

„Sehnsucht nach Härte“?

Henry Rollins' Travel Light Show | 29. Nov.

Hen­ry Rol­lins graf­fi­ti in Asbu­ry Park, New Jer­sey by She­phard Fai­rey | Foto Dan Cen­tu­ry (cc)

„… eine Musik, um Gewalt­er­fah­run­gen gleich­zei­tig zu erdul­den und aus­zu­le­ben als Opfer und Täter in einer Per­son“: Kai Mül­ler im Tages­spie­gel über die „Sehn­sucht nach Här­te“ in der Musik. Lesens­wer­ter Streif­zug, er führt von Achil­les über „Achil­les Last Stand“ auch an Hen­ry Rol­lins vor­bei, „einem Kraft­pa­ket mit gro­ßen Ängs­ten“. Dann die­ser Satz: „Die Nach­kriegs­ge­ne­ra­ti­on muss ein­se­hen, dass Lie­be eine schlech­te Über­le­bens­stra­te­gie ist und sie sich inner­lich stäh­len muss, um ihre Frei­heit zu erhal­ten.“ Stimmt das? Oder stimmt nicht eher das Gegen­teil? Dass man, um „Här­te“ zu erfah­ren, sie insze­nie­ren muss? Wei­ter­le­sen

Ätna

urban urtyp #66

Ätna by Anna Rues­tig + Kani Marouf ©

Mini­ma­lis­tisch, aber maxi­mal durch­dacht. Elec­tro-Pop ohne post­mo­der­nes Bei­werk, am Sonn­tag kom­men die bei­den von ihrer Hüt­te mit See­blick her­ab in den urban urtyp-Kubus. Alle Infos hier!<

Eldorado musikalischen Eigensinns

Ätna sind urban urtyp #66

urban urtyp Kubus mit Hausch­ka | Ayla Wes­sel ©

So nann­te der TRAILER unse­re Indie-Rei­he urban urtyp, jetzt spie­len hier Ätna und dann Textor + Renz. Blei­bend schön, was Mela­nie Redlber­ger im TRAILER über uu schrieb: „Es ist einer die­ser magi­schen Momen­te: auf You­Tube ent­deckst du in der Mar­gi­nal­spal­te rechts eine Band, die dein Herz höher schla­gen lässt. Du spielst sie ande­ren musik­be­geis­ter­ten Men­schen vor, die­se nicken. Dann  Wei­ter­le­sen

Big Beautiful Buildings

Baukultur der 50er: eine Auszeichnung

Chris­tus­kir­che Bochum by Die­ter Oes­tern | foto thw (cc)

Nach dem Krieg, nach Ausch­witz, nach dem Zer­fall von Zivi­li­sa­ti­on, lässt sich da „Zukunft bau­en“? Eine Schu­le, ein Thea­ter, eine Kir­che? Müss­ten sol­che Bau­ten  —  jetzt, wo die Men­schen, die sie bewohnt hat­ten, ermor­det waren oder gemor­det haben  —  müss­ten ihre Häu­ser nicht anders aus­se­hen, nicht mehr mons­trös und nicht mehr pus­se­lig, auch nicht mehr for­mal, son­dern big and … beau­ti­ful? Ein Pro­jekt, eine Tagung, eine Aus­zeich­nung, alle Infos dazu hier.

Stefanie Carp und Jimi Hendrix und der BDS

Nächstes CWR-Konzert am 18. November


Seit 16 Jah­ren arbei­ten wir mit CHORWERK RUHR zusam­men, nächs­tes Kon­zert ist im Novem­ber. Das Ensem­ble  —  Teil der Kul­tur Ruhr, zu der auch Ste­fa­nie Carps Ruhr­tri­en­na­le zählt  —  hat sich an die inter­na­tio­na­le Spit­ze gesun­gen. 2016 etwa wähl­te die US-ame­ri­ka­ni­sche Pres­se gleich zwei Ruhr­tri­en­na­le-Pro­duk­tio­nen mit CHORWERK RUHR zu „The Best Clas­si­cal Music of 2016″. Erhiel­te die­ser Chor dem­nächst eine Ein­la­dung aus, sagen wir, Isra­el, wür­de sich nie­mand wun­dern. Wei­ter­le­sen

„The Making of the Nazi“

Disney, Mendelssohn, Stadtkantorei


Ein klei­ner Dis­ney Film, er ist 75 Jah­re alt: „Edu­ca­ti­on for Death, The Making of the Nazi“ erzählt die Geschich­te von Hans, der, in die frü­hen Hit­ler­jah­re hin­ein gebo­ren, zu einem from­men Nazi erzo­gen wird: „mar­ching and hei­ling“, mar­schie­ren und heil­hit­ler­brül­len. Ab Min 8:10 fol­gen­der Sze­nen­ab­lauf: Fackel­marsch, eine Bücher­ver­bren­nung, ein christ­li­ches Kreuz wird abge­räumt, eine Kir­che nie­der­ge­brannt. His­to­risch ist das nicht, zer­stört wur­den die Syn­ago­gen, inter­es­sant aber, wel­che Bücher der Film zeigt, die ver­brannt wor­den sind: Vol­taire, Spi­no­za und Men­dels­sohn. Auf­klä­rung, Reli­gi­ons­kri­tik und Bür­ger­tum. Noch­mal anders: ratio­na­le Reli­gi­on, jüdi­sche Reli­gi­ons­kri­tik, eman­zi­pier­te Kul­tur. Wer­den sie aus dem Den­ken ver­bannt, ver­schwin­det das Kreuz und die Kir­che geht zugrun­de. Das ein­mal als Adres­se ans eige­ne Unter­neh­men, der Film ist von 1943. Und um Dis­neys Ein­sicht nun auf den „Eli­as“ anzu­wen­den, den die Stadt­kan­to­rei jetzt am Sams­tag singt: Wei­ter­le­sen