avenidas y flores y mujeres

Lee Ritenour y Robin Beck y Nik Kershaw ...

West-Ber­lin 1985 by thw

Ein Wochen­en­de bei uns: Nik Kers­haw kommt (Infos hier) und Lee Ritenour (Infos hier) und Dave Grusin (Infos hier) und Robin Beck (Infos hier). Klingt retro, hat einen wun­der­ba­ren Effekt: Alle vier erin­nern dar­an, dass es eine Zeit gab, in der die Zei­chen eben­falls auf Sturm stan­den und die Welt vorm Abgrund, in der es aber Men­schen gab, die an so krau­se Din­ge glaub­ten wie die macht­lo­se Macht des Pop. An das Recht to par­ty und den zwang­lo­sen Zwang, etwas zu mögen, weil es ist, was es ist, anstatt empört zu sein, weil es nicht ist, was man lie­ber hät­te. Das Schö­ne an die­ser Erin­ne­rung ist, dass die­je­ni­gen, die damals dar­an geglaubt haben, die­sel­ben sind, die wir heu­te sind, ave­n­i­das y flo­res y muje­res. Viel­leicht liegt das Pro­blem dar­in, dass wir alle nur noch beob­ach­ten.

„Wenn wir anfingen, auf BDS zu schielen“

Offener Brief an Kulturministerin + Kulturausschuss NRW

 


Sehr geehr­te Frau Minis­te­rin,
sehr geehr­ter Herr Vor­sit­zen­der,

die Kam­pa­gne „Boy­cott, Dive­st­ment and Sanc­tions“  —  Sie haben sich deut­lich gegen sie gestellt, dafür möch­te ich Ihnen dan­ken  —  ver­übt  kul­tu­rel­len Ter­ror. Damit ist die allein ent­schei­den­de Gren­ze benannt: die zwi­schen Ter­ror und Demo­kra­tie. Es ist kei­ne Gren­ze zwi­schen „Nar­ra­ti­ven“ oder „Per­spek­ti­ven“: BDS boy­kot­tiert nicht Isra­el, son­dern demo­kra­ti­sche Kul­tur. Wei­ter­le­sen

Kershaw by Kühlem

„Wouldn’t It Be Good“? | Interview in RN


Mit­te der 1980er-Jah­re war der Bri­te Nik Kers­haw der Größ­te in der Pop­mu­sik: „Wouldn’t It Be Good“ oder „I Won’t Let The Sun Go Down On Me“ oder  „The Ridd­le“  —  hier mit René-Mag­rit­te-geschul­tem Video  —   lie­fen auf allen Radio­sta­tio­nen. Die­ses Jahr ist er 60 Jah­re alt gewor­den und geht im Som­mer wie­der auf Tour. Am 27. Juli spielt er mit Band in der Chris­tus­kir­che Bochum, spe­cial guest: Robin Beck. Mit Max Flo­ri­an Küh­lem / RUHR NACHRICHTEN sprach er über den über­ra­schen­den Erfolg, über das Älter­wer­den und über die Weis­heit von Spi­der­man. Wei­ter­le­sen

Carp und wie sie die Welt sah

Wie treten wir Antisemitismus heute entgegen?

Geblä­se­hal­le, Land­schafts­park Duis­burg Nord by Mat­thi­as Baus ©, Ruhrrri­en­na­le 2008

Dass eine Band, die sich als BDS-Band erweist, ins Pro­gramm rut­schen kann, hät­te auch uns pas­sie­ren kön­nen: Die Fra­ge ist, wie pri­va­te und staat­li­che Ver­an­stal­ter  —  wir hier finan­zie­ren uns weit­ge­hend am Markt  —  damit umge­hen, wenn es pas­siert. Die Ant­wort der Ruhr­tri­en­na­le wird ein Maß­stab sein für alle Ver­an­stal­ter in NRW. Ein Plä­doy­er, von der res publi­ca her zu den­ken, der öffent­li­chen Sache: Wei­ter­le­sen

Pressefreiheit, Königstochter

Der Impuls beim Pulse of Europe

„Königs­toch­ter Euro­pa“: Mul­ti­me­dia­les Ruhr­ge­biet im Jahr 2018 | thw (cc)

„Die Pres­se­frei­heit hat in der EU weni­ge Anhän­ger.“ Ste­fan Lau­rin von den Ruhr­ba­ro­nen hat beim Pul­se of Euro­pe gespro­chen. Kein eupho­ri­scher, ein nüch­ter­ner Blick auf ein Pro­jekt, das Frie­dens­pro­jekt blei­ben und Frei­heits­pro­jekt wer­den muss: „Es gab mal eine Zeit, in der ich ein begeis­ter­ter Euro­pä­er war. Das fiel mir nicht schwer: Mein Vater ist Kre­ter, stammt also von der Insel, auf der die Königs­toch­ter Euro­pa, die dem west­li­chen Zip­fel der gro­ßen, asia­ti­schen Land­mas­se ihren Namen gab, die­se erst­mals betrat. Mein Groß­va­ter müt­ter­li­cher­seits war Jugo­sla­we, mit einer natio­na­len Iden­ti­tät konn­te ich also nie viel anfan­gen und da kam Euro­pa gera­de recht. Frü­her ver­schaff­te Euro­pa, ver­schaff­ten sei­ne Insti­tu­tio­nen mir neue Frei­räu­me: Modems, in Deutsch­land lan­ge ille­gal, waren auf ein­mal zu kau­fen, weil Euro­pa den Markt öff­ne­te. Wei­ter­le­sen

Hip = antisemitisch?

Ruhrtriennale hat ein Problem, wir haben es auch.

Jahr­hun­dert­hal­le Bochum by Jonak Loch­mann, Ruhr2010 | © Jonak Loch­mann

Im letz­ten Jahr waren sie die Head­li­ner unter den Anti­se­mi­ten, die das Pop-Kul­tur Fes­ti­val in Ber­lin „boy­kot­tiert“ haben. In die­sem Jahr sind sie Head­li­ner der Ruhr­tri­en­na­le. Zitat: „Young Fathers – das erfolg­rei­che schot­ti­sche Trio – sind zurück!“ Eine Gedan­ken­lo­sig­keit? Absicht? Ein Pro­blem. Ein mas­si­ves. Wei­ter­le­sen

He Died At Home

Neal Morse | 15. Juni


War­um bringt einer, der aus dem Krieg zurück­ge­kehrt ist, sich zu Hau­se um? „Post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung“ lau­tet die Diga­no­se, ein per­fi­des Wort. In den USA ster­ben inzwi­schen mehr Sol­da­ten at home als in der com­bat zone, sie ster­ben weni­ge Wochen spä­ter oder Jahr­zehn­te danach, auch in der Bun­des­wehr ist das Phä­no­men akut. Neal Mor­se hat einen Song dazu gemacht, er erschüt­tert. Wei­ter­le­sen

urbEXPO und die Selbstverbesserung der Stadt

Über die Ästhetik des Verfalls | Foto-Ausstellung 9. - 24. Juni

Andrea Bie­nert: »Pre­s­idio Mode­lo 2«, Kuba 2015

Das Ruhr­ge­biet ist kei­ne Schön­heit, mit der Ästhe­tik des Ver­falls kennt man sich hier aus. Und was ver­fällt, das soll man sto­ßen. Was wie­der­um den Vor­teil hat, dass man hier nicht auf die Idee kommt, dem Städ­te­bau einen uto­pi­schen Gehalt anzu­dich­ten. Die uto­pi­sche Stadt ist die ver­las­se­ne. Und umge­kehrt, jeder Lost Place ist eine gebau­te Uto­pie. Klei­ner Streif­zug durch die Bau­ge­schich­te, er führt aus dem Para­dies hin­aus in die geträum­te Stadt hin­ein in das Pan­op­ti­cum, vor­bei an dem „Pre­s­idio Mode­lo“, dem kuba­ni­schen Modell­ge­fäng­nis, wei­ter in die Tru­man Show und schließ­lich in die Schle­gel-Kel­ler neben­an. Zuerst also: Wei­ter­le­sen

Pfingstfest der akustischen Gitarre

Rafael Cortés, André Krengel, Richard Smith

Rafa­el Cor­tés by Chris­toph Gie­se

Am Beginn des Pfingst­fests steht was? Ein Drei­kö­nigs­tref­fen. Der ers­te: Rafa­el Cor­tés. Muss man nicht vor­stel­len, an der Fla­men­co-Gitar­re  —  die sel­ber als „Königs­dis­zi­plin“ der Akus­tik­gi­tar­re gilt  —  zählt er zur abso­lu­ten Welt­spit­ze. Spielt sei­ne Kon­zer­te schon mal zusam­men mit Paco de Lucia, Al di Meo­la und Tom­my Emma­nu­el. Ein begna­de­ter Kom­po­nist, ein stil­si­che­rer Arran­geur, eine anda­lu­si­sche Fami­li­en­tra­di­ti­on: Cor­tés stammt aus dem Ruhr­ge­biet. In der Kunst der Fin­gerstyle-Gitar­re wie­der­um ist Richard Smith eine Legen­de. Wei­ter­le­sen

Nie wieder Auschwitz? Nie gehört.

Über Robert Menasses „Die Hauptstadt“

(cc)

Tol­ler Roman, Men­as­ses „Die Haupt­stadt“. Viel­stim­mig, viel­schich­tig, viel­deu­tig. Unter­halt­sam und wit­zig, oft bit­ters­weet. Eine Ode an Euro­pa, das ver­läss­lich und mit gro­ßer Effi­zi­enz beweist, dass es nicht noch ein­mal unter­ge­hen will: „Nie wie­der Krieg“. Zugleich ein Nach­ruf auf eben die­ses Euro­pa, das kei­ne Ahnung haben will, war­um es Euro­pa eigent­lich gibt: Nie wie­der Ausch­witz? Men­as­se stellt die Fra­ge in einer Zeit, in der Tau­sen­de Juden die­ses Euro­pa in Rich­tung Isra­el ver­las­sen  —  die wenigs­ten von ihnen tun es frei­wil­lig  —  und er ent­wi­ckelt die Fra­ge anhand der Figur des Mar­tin Sus­man, eines Refe­ren­ten in der EU-Gene­ral­di­rek­ti­on für Kul­tur, der den Auf­trag erhält, eine Fei­er zum 50. Geburts­tag der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on zu orga­ni­sie­ren, die Kom­mis­si­on ist die Exe­ku­ti­ve der EU, eine Art Regie­rung. Ziel des „Big Jubi­lee Pro­jects“: Image polie­ren. Nur wie? Noch hat Sus­mann kei­ne Idee, als er Wei­ter­le­sen

Böhmermann für Dumme

Kollegah und Echo-Preis, Tröten und Pop

Chris­tus­kir­che? Arma­ged­don? Gehei­me Mäch­te? Roman Zeschky, Foto­graph aus Dort­mund, auf der urb­EX­PO 2017

Leu­te vom Schla­ge eines Kol­le­gah und Farid Bang, auch Nai­doo, sind Anti­se­mi­ten, darf man sie so nen­nen? „Völ­lig egal“, sagt Dani­el Neu­mann in der WDR-Doku „Die dunk­le Sei­te des Rap“: Es sei „völ­lig irrele­vant“, ob einer Anti­se­mit sei oder nicht und „völ­lig egal, was er denkt, weil es dar­auf ankommt, was er tut, was er singt und wel­che Text­zei­len er ver­brei­tet.“ Neu­mann, Direk­tor des Lan­des­ver­ban­des der Jüdi­schen Gemein­de in Hes­sen, erzählt in der abso­lut sehens­wer­ten WDR-Doku die schrä­ge Geschich­te, dass Kol­le­gah, Big­boss der Sze­ne, ihn ange­ru­fen habe um mit­zu­tei­len, er sei kein Anti­se­mit. Falls sei­ne Songs mal anti­se­mi­tisch klän­gen, dann, erzählt Neu­mann, habe Kol­le­gah dar­auf bestan­den, dass das „nur eine Geschich­te“ sei, „nur ein Bild, da sei­en kei­ne Sym­bo­li­ken, die er tat­säch­lich ernst gemeint habe oder die irgend­wel­che Hin­ter­ge­dan­ken hät­ten“.  —  Kommt einem bekannt vor? Ja, klingt wie Böh­mer­mann. Wei­ter­le­sen

Fredrik Vahle singt

urban urtyp kids: Vorverkauf läuft

Kin­der­kon­zert in der Chris­tus­kir­che

Das 11:30-Uhr-Konzert ist rap­pel­voll, jetzt geben uns Anne Kaf­fee­kan­ne und Lilo Lausch ein Zusatz­kon­zert! Infos hier, VVK läuft!

„Schönste Stimme des Ruhrgebiets“

Chorwerk Ruhr + Christuskirche + Stadt

Chor­Werk Ruhr 2015 in der Chris­tus­kir­che | © Sabi­ne Mich­a­lak

Groß­ar­ti­ger Chor, groß­ar­ti­ger Raum, groß­ar­ti­ges Publi­kum: Chor­werk Ruhr, das Kul­tur­bü­ro der Stadt und wir ver­län­gern unse­re Koope­ra­ti­on. Nächs­tes Kon­zert: „ein Lob­ge­sang der Demo­kra­tie“.  Wei­ter­le­sen

Robert Menasse liest

Vorverkauf hat begonnen

Robert Men­as­se by Ema­nue­la Danie­le­wicz ©

Mit „Die Haupt­stadt“ hat er den Roman des Jah­res 2017 vor­ge­legt, aus­ge­zeich­net mit dem Deut­schen Buch­preis: „Ein gro­ßer Wurf“, so die Kri­tik, „ele­gant geschrie­ben, fabel­haft gebaut, poin­ten- und gedan­ken­reich“. Am Diens­tag, 8. Mai, 18 Uhr liest Robert Men­as­se bei uns, der VVK hat jetzt begon­nen: Tickets kos­ten 10 €, je Ticket geht ein Frei­ti­cket an sozi­al Bedürf­ti­ge. Wei­te­re Infos hier.

Antwort auf ein Staatsverbrechen

Oster-Oratorium von J.S. Bach

Bochum-Wer­ne by thw

So schön und so sel­ten gesun­gen. Bach an Bach gemes­sen, hält sein Oster-Ora­to­ri­um mit sei­nen Pas­sio­nen Stand. Schön­heit, von höhe­ren Mäch­ten durch­wirkt. Bach sel­ber hat sein Werk mehr­fach auf­ge­führt, spä­ter wur­de es von denen, die Bach ver­ehr­ten, ver­senkt. War­um? Wei­ter­le­sen

„Vergessen, schlafen, sterben“

Jürgen Domian | "Dämonen"

„Er mie­tet sich ein Block­haus im Wald und lebt die letz­ten Mona­te sei­nes Lebens dort … “ | Rau­ma, Fin­land by Mika­el Voge­lai­nen (cc)

Hat jeder Mensch das Recht, sich zwi­schen Tod und Leben zu ent­schei­den? Wei­ter­le­sen

„So wild hasst man sich nur in der Familie“

"Universal Soldier" | Donovan live am 7.3.

Dono­van: Cover von Gift_From_A_Flower_To_A_Garden, Box­set 1968, Karl Fer­ris (cc)

„He’s the Uni­ver­sal Sol­dier and he real­ly is to bla­me / His orders come from far away no more / They come from here and the­re and you and me / And bro­thers can’t you see / This is not the way we put the end to war.“ Dono­van hat schon damals, als Ver­schwö­rungs­theo­ri­en eher von links kamen als von rechts, den Ball zurück gespielt in die Demo­kra­tie: Der Uni­ver­sal Sol­dier, eben noch von Cäsar und Hit­ler befeh­ligt, erhält sei­ne Auf­trä­ge inzwi­schen von you and me. Und das macht die Sache womög­lich schlim­mer: „Ein Krieg zwi­schen Pazi­fis­ten“, hat­te Max Scheler 1917 bemerkt, als der I. WK tob­te, „er wäre der Idee nach der unrit­ter­lichs­te, furcht­bars­te, der hass­erfüll­tes­te und grau­sams­te Krieg, der sich den­ken lässt.“ War­um? Weil der Hass der ein­zi­ge Antrieb ist, der einen dazu bringt, bei­des zu ver­ra­ten, die eige­ne Über­zeu­gung und das eige­ne Inter­es­se. Der Gedan­ke von Scheler  —  sei­ne Schrift ins­ge­samt ist ent­schie­den pro­ble­ma­tisch, „Ursa­chen des Deut­schen­has­ses“ heißt sie  —  die­ser Gedan­ke dar­in irri­tiert noch heu­te: „Das unge­heu­re Hass­quan­tum, mit dem Ter­ror und Krieg gela­den sind, ist ein Zei­chen von zwei­er­lei: wie eng die­se Welt schon zusam­men­ge­wach­sen ist und wie unkrie­ge­risch der fort­schrei­ten­de Kapi­ta­lis­mus die Men­schen gemacht hat. So wild hasst man sich nur in der Fami­lie.“ Wei­ter­le­sen

Grand Female Piano

Julia Hülsmann | urban urtyp | 11. Februar

Julia Hüls­mann by Vol­ker Beus­hau­sen

Hero­en an den Tas­ten gibt es vie­le, Leu­te, die ein Kla­vier nicht spie­len, son­dern zurei­ten. Anders Julia Hüls­mann, sie flüs­tert dem Flü­gel gehei­me Wor­te ein, und lei­se gibt er Din­ge von sich preis, von denen man nicht wuss­te, dass sie zwi­schen Tas­ten woh­nen, die Tau­send Far­ben zwi­schen schwarz und weiß. Wun­dert es wen, dass Julia es war, die Rebek­ka ent­deckt hat, Rebek­ka Bak­ken? Mehr Infos zum Kon­zert