Chogori

urban urtyp #36 | 26. Oktober

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Die Ber­linka, Auto­bahn von Ber­lin nach Polen, by RalfR-3

Berge sind beschwer­lich, konnte ich nie ab. Cho­gori haben sich nach dem zweit­höchs­ten Berg der Welt benannt, K2. Sind aber in Düs­sel­dorf anstt auf den Berg in die Schule gegan­gen. Immer die Kraftwerk-Autobahn ent­lang, sie spie­len mehr A1 als K2, näm­lich  -  auf rein akus­ti­sche Art  -  mini­mal Elek­tro­ni­sche Musik. Eine Mischung aus tie­fen­ent­spann­ter Höchst-Anstrengung  -  der K2 liegt nun­malja im Hima­laya  -  expe­ri­men­tel­lem Art­work und dem Innen­le­ben eines Steu­er­ge­räts. Ihre Stu­dios haben sie in den Räu­men eines alten Klos­ters. Wei­ter­le­sen

Der Ukraine gewidmet

Elena Chekanova & Ensemble | 27. September

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Babi Jar | (cc) Mark Voo­rendt 2003

Ein unge­heu­rer Ver­gleich, Putin hat ihn ange­strengt: Die ukrai­ni­sche Armee erin­nere ihn an die Wehr­macht. Wir erin­nern uns an Babi Jar: Am 27. Sep­tem­ber 1941  -  Elena Che­ka­nova hat ihr Kon­zert bei uns auf eben die­sen Tag gelegt  -  tra­fen sich höhere Wehrmachts-, SS– und Poli­zei­funk­tio­näre in Kiew und beschlos­sen, alle Juden der Stadt zu „eva­ku­ie­ren“. Der fol­gende Tag war ein Sonn­tag, den Mon­tag und Diens­tag über wur­den 33.771 Men­schen nach Babi Jar gebracht, einer idyl­lisch bewal­de­ten Schlucht vor der Stadt, und ermor­det. Per Hand und wie im Akkord. „Aber ich riss mich los und ent­kam.“ Wei­ter­le­sen

Farbe!

Tag des offenen Denkmals | 14. September

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Detail der Fens­ter von Hel­mut Lan­der, 1959 | Foto thw

Schwarz war die Farbe der Exis­ten­zia­lis­ten, die Farbe der Punks, ist die man­cher Dienst­klei­dung und ande­rer Leute Dienst­wa­gen. Der­zeit ist schwarz: die Fahne der ISIS, die Uni­form der ISIS, die Burka der ISIS. Gro­ßer Dank an die Deut­sche Stif­tung Denk­mal­schutz für das Thema des Tages: Farbe. | Infos zu unse­ren Füh­run­gen.

Marlon Brando und die Pick-Up-Kohorten

Die Bilderwelt der ISIS | Gastbeitrag Ruhrbarone

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Black rai­lings fini­als by (cc) Les Chatfield

Die Pro­pa­ganda der ISIS besteht in dem Ver­spre­chen, Gewalt zu ent­gren­zen, soll man deren Bil­der zei­gen oder nicht? Genauer: Soll man sie zei­gen, damit wir sie lesen ler­nen, oder nicht zei­gen, weil wir sie lesen kön­nen. Ein Ver­such: „Ein jun­ger Mann posiert vor einem Zaun mit spit­zen Ele­men­ten, wie er hier­zu­lande in gut­bür­ger­li­chen Gegen­den als Zierde und Grenz­mar­kie­rung vor gepfleg­ten Vor­gär­ten gut vor­stell­bar wäre. Auf den Zaun­spit­zen in jenem Foto aber ste­cken abge­schla­gene Köpfe.“ So beschreibt Caro­line Uhl auf welt.de ein Foto, mit dem sich der ISIS beim WDR vor­ge­stellt hat,  Wei­ter­le­sen

Sonne, Freibad, Advent

Vorschau aufs Programm

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© Ayla Wes­sel | KULTURAGENTUER

Wer Putte ist und auf sich hält, bringt sich schon mal in Form. Tol­les Motiv von Ayla, sie lässt das Engel­ken baden, fut­tern und war­ten: auf NILS LANDGREN, er kommt With My Fri­ends und zwei Kon­zer­ten, die bald aus­ver­kauft sind. Auf BUGGE WESSELTOFT, er medi­tiert allein mit uns am Flü­gel. War­ten auf CHRIS HOPKINS, die STADTKANTOREI, die GREGORIAN. Im Novem­ber bereits auf CURTIS STIGERS, den smoo­then Croo­ner und letz­ten sei­ner Art, auf ANNE CLARK, die coolste Lite­ra­tur­sen­dung ever, auf TOMMY EMMANUEL, den Wun­der­mann, RAY WILSON von Gene­sis, PETER HEPPNER akus­tisch .… Leben heißt: Freude auf mehr

14:46 / 15:03

9/11 | Gedenken an die Opfer des Terrors

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Opfer der Ter­ror­at­ta­cke von 9/11 | Foto (cc)

Wer den Tag erlebt hat, kann sich erin­nern, wie es war, als ihn die Nach­richt erreichte: Der 11. Sep­tem­ber 2001, die Bil­der der bren­nen­den Türme in New York haben sich nicht nur ins kol­lek­tive Gedächt­nis gebrannt, son­dern in jedes ein­zelne. Es ist der Grund, warum in den Tagen danach, wohl erst­mals in der Geschichte, ein welt­wei­tes Gefühl ent­stand, ein Mit­füh­len. Wei­ter­le­sen

„12 Saiten für die Ewigkeit“

Roger McGuinn by Jürgen Böbers-Süßmann

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1967 Ricken­ba­cker 360–12 12 string elec­tric gui­tar owned and pho­to­gra­phed [cc] by Greg Field

So wahr und so schön geschrie­ben, Jür­gen Böbers-Süßmann über Roger McGuinn: » 12 Sai­ten für die Ewig­keit: Roger McGuinn ist Mas­ter­mind der legen­dä­ren Rock­band The Byrds und am 13. Sep­tem­ber in Bochum zu Gast, wenn der inzwi­schen 72-Jährige ein Solo­kon­zert in der Chris­tus­kir­che gibt. Gewiss wer­den dann auch all die guten, alten Hits nicht feh­len, deren Auf­zäh­lung Wei­ter­le­sen

Wenn die Kommissarin für Kultur auf die Toilette muss

Diskussion ueber TTIP Freihandelsabkommen

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Ber­li­ner Mauer drei Jahre vorm Frei­han­dels­ab­kom­men | Foto ThW

Staat­lich gelenkte Auto­in­dus­trie? Staat­lich regu­lierte Presse? Staat­lich arran­gierte Reli­gion? Es bedarf schon der Begrün­dung, wenn aus­ge­rech­net die Kul­tur sich noch immer im Schoß des Staa­tes wiegt. Das ist in den USA anders, da läuft die Kul­tur auf eige­nen Bei­nen durchs Leben, und das ist das Pro­blem mit die­sem Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP: Wenn ame­ri­ka­ni­sche Ver­hält­nisse in die euro­päi­sche Kul­tur ein­drin­gen, so die viel­stim­mige War­nung, drohte dies und das, in jedem Fall ein Nie­der­gang. Wei­ter­le­sen

It’s the religion, stupid

Gastbeitrag für Ruhrbarone.de

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Bag­dad 2007 | Foto (cc) Jim Gordon

„Dschi­ha­dist aus Dins­la­ken“, vor kur­zem noch hätte man so eine Zeile für einen Funny-van-Dannen-Song gehal­ten, jetzt liest man, es seien ein paar Tau­send Euro­päer, die ein paar Tau­send Kilo­me­ter rei­sen, um an gott­ver­las­se­nen Orten einen „Mär­ty­rer­tod“ zu suchen. Und die Reli­gi­ons­kri­tik? Sor­tiert sich die Welt ent­lang just jener Göt­ter, von denen sie eben noch dachte, dass es sie nicht gibt. Weit hin­ter der Tür­kei schla­gen sie auf­ein­an­der ein? It’s the reli­gion, stu­pid. Im Ori­ent schlach­ten sie ein­an­der ab? Steht so im Koran. In Afrika toben Kämpfe? Auch irgend­wie reli­giös gestimmt, das Gemet­zel. Unterm Strich: Nir­gends kein Schöp­fer, aber die Kriege, die hat er gemacht. Hier eine andere These: Was die Gewalt befeu­ert, ist nicht der Glaube, son­dern der Zwei­fel an ihm. Wei­ter­le­sen

Die Stadt als Text

70. Jahrestag des Warschauer Aufstands

2014-08-01 Warsaw_Old_Town_1945 Urheber_Anonymous_employee_of_the_Polish_Press_Agency Quelle_Warszawa stolica Polski, Społeczny Fundusz Odbudowy Stolicy, wyd. II, Warszawa 1949, p. 101 - Kopie
War­schau 1945 | (cc) Polish Press Agency

Im April starb Tade­usz Róze­wicz. Mit den Kos­mo­po­len zusam­men haben wir ihm einen Abschied berei­tet, seine Gedichte las­sen nicht los. Er hat, nach­dem alles erschla­gen war und ver­gast, die Trüm­mer einer Spra­che auf­ge­le­sen, die kei­nen Sinn mehr barg. Wör­ter wie Bruch­stü­cke, die sich zu kei­ner Erfah­rung zusam­men set­zen lie­ßen, Sätze wie Stra­ßen­züge in War­schau. War­schau 1945: eine Anrei­hung lee­rer Fens­ter, lee­rer Höh­len, abwe­gi­ger Wege. „das ist ein fens­ter sagte ich / das ist ein fens­ter“, die Stadt als Text. Róze­wicz hatte am War­schauer Auf­stand teil­ge­nom­men, der heute vor 70 Jah­ren, am 1. August 1944 begon­nen hatte.  Wei­ter­le­sen

Der Ab– & Aufwiegler

Wolfgang Benz über antisemitischen Hass

Pro-Israel-Demo_in_Berlin_2009 cc by Dana Bondarenko and Sergey Gavrilov - Kopie
Demons­tra­tion in Ber­lin 2009 vor unse­rer Schwester-, der Gedächt­nis­kir­che | (cc) by Dana Bon­da­renko and Ser­gey Gavrilov

Wolf­gang Benz, bis 2012 Lei­ter des Zen­trums für Anti­se­mi­tis­mus­for­schung an der TU Ber­lin, wurde von der WAZ gefragt, wie er die anti­se­mi­ti­schen Aus­schrei­tun­gen der letz­ten Wochen  -  de Mai­zière eine „rote Linie über­schrit­ten“, Kom­men­ta­to­ren fast aller Coleur eine Gefahr  -  wie Benz das sehe? „Darf man nicht über­be­wer­ten“, sagt er, das sei nur „Radau“ und Juden­hass eine „in Deutsch­land kon­stante Größe“. So klingt es also, wenn einer gelas­sen über­schlägt, was die Sta­tis­tik so alles abdeckt in Deutsch­land,  Wei­ter­le­sen

Demokratie statt Staatsreligion

Internationaler Iran-Kongress

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Paras­tou Foro­u­har: Schrift Raum | Stadt­ga­le­rie Saar­brü­cken 2011

Wer die Hamas unter­stützt, die alle Juden abschlach­ten will, und wer der His­bol­lah zu einem der größ­ten Raketen-Arsenale welt­weit ver­hilft, gilt in Deutsch­land als „mode­rat“: Has­san Rohani, Prä­si­dent des Iran, rech­net man hier hoch an, dass andere noch bar­ba­ri­scher sind als er. Wäh­rend das Mullah-Regime, dem er dient, kei­nen Zwei­fel daran lässt, wohin die Reise geht: Auch der sanf­t­äu­gige Rohani hat bereits Hun­derte Demo­kra­ten hin­rich­ten las­sen. Das sind die Gründe, warum, wer die ira­ni­sche Staats­re­li­gion kri­ti­siert, Raum fin­det bei uns, in einer evan­ge­li­schen Kir­che. Wei­ter­le­sen

Tue was du willst

Hypnose und der freie Wille

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Innen­an­sicht eines Huhns: kein Wille, nir­gends. | (cc) STEMkids

Die Presse ist frei, die Reli­gion, die eigene Mei­nung  -  aber ist auch frei, was allem vor­aus­geht, ein mensch­li­cher Wille? Es gibt Neuro-Biologen, die sagen: Nein, der Mensch sei nur ein Fir­men­sitz von neu­ro­na­len Pro­zes­sen und mensch­li­cher Wille nicht Chef im Haus, son­dern wie Chap­lin am Band  -  die Neu­ro­nen rat­tern vor­über, der Wille zieht zwei Schrau­ben nach. Ganz so wie Cipolla es beschrie­ben hat: „Die Frei­heit exis­tiert, und auch der Wille exis­tiert, aber die Wil­lens­frei­heit exis­tiert nicht“. Wei­ter­le­sen

iGall & iPod

ChorWerk Ruhr 73 | Öffentliche Generalprobe

FOTO: PEDRO MALINOWSKIChorwerk RuhrKONTAKTKultur Ruhr GmbHLeithestraße 3545886 GelsenkirchenTelefon 0209. 60 50 7 - 100Telefax 0209. 60 50 7 - 109Facebook: www.facebook.com/chorwerkruhrPROJEKTLEITUNGJürgen WagnerDurchwahl 0209. 60 507 - 114E-Mail an j.wagner@chorwerkruhr.dePROJEKTKOORDINATIONMartina OssobleDurchwahl 0209. 60 507 - 115E-Mail an m.ossoble@chorwerkruhr.dePROJEKTASSISTENZKevin JagelkiDurchwahl 0209. 60 507 - 116E-Mail an k.jagelki@chorwerkruhr.de
Chor­Werk Ruhr by Pedro Malinowski

„Ich habe dei­nen Augen Trä­nen ent­lockt, als ich das erste Mal sang: Das sind Juwe­len, die ein Sän­ger­herz erfreuen!“ Ander­sens Mär­chen von der Nach­ti­gall, die in der Lage ist, den Tod zu bezir­zen, hat eine gewisse Plau­si­bi­li­tät in Zei­ten, in denen der iPod klei­ner ist und fle­xi­bler als ein beseel­ter Vogel: Der künst­li­che, der im Mär­chen die echte Nach­ti­gall ver­drängt, singt die kom­pli­zier­tes­ten Dinge, bis alle alles kann­ten, was die­ser Kunst­vo­gel sang, „gerade des­halb gefiel er ihnen jetzt am aller­bes­ten“. Und dann Wei­ter­le­sen

Pixel, Punkt und Gott

Kurt Rade, Sinikka Airaksinen

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Ashia von den Ame­ri­can Songbirds by Kurt Rade

Noch mal zurück zu den Songbirds. Kurt Rade hat uns von dem Fes­ti­val eine Reihe Fotos über­las­sen, unge­wöhn­lich gute, aber noch unge­wöhn­li­cher ist: Noch bevor er sie gemacht hat, hatte Sin­ikka Airaksi­nen sie bereits auf ihre gra­phi­sche Sub­stanz zurück geführt. Beide hör­ten sie den Songbirds zu, er mit Kamera, sie mit Stift, bei­der Bil­der machen die Musik hör­bar, ein­mal in digi­ta­ler Opu­lenz, das andere mal auf Punkt und Linie redu­ziert. „Ein guter Maler“, um Dürer zu zitie­ren, „ist inwen­dig vol­ler Form“, ein guter Foto­graph ist es auch. Hier bei­der Gale­rie: Wei­ter­le­sen

New Polish Tunes

Kosmopolen mit Kusiolek & Chekanova | 1. Juni

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Georgi & Vitak Music Co. Pearl Queen | © Joe Mabel

„Das Ban­do­neon gehörte zur Kul­tur des Reviers wie Schre­ber­gar­ten und Tau­ben­schlag“, heißt es in Der letzte Tango im Revier, einem wun­der­ba­ren Arti­kel über das letzte Bandoneon-Orchester weit und breit: „Als die För­der­türme noch das Stadt­bild präg­ten, gab es in jeder Stadt des Ruhr­ge­biets ein gutes Dut­zend.“ Was ein­fach damit zu tun hat, dass sich das Ban­do­neon und sein grö­ße­rer Bru­der, das Akkor­deon, tra­gen lässt: Wer aus Polen hier­her kam, um unter Tage zu arbei­ten, nahm Polen in der Kom­mode mit, den Klang, den Geschmack, das Gefühl. Jetzt errei­chen Bochum New Polish Tunes, der kos­mo­pol­ni­sche Klang von Akkor­deon plus Elec­tro­nics. Wei­ter­le­sen

Der Dieb, der deepe Soul

New York Gospel Stars | singen Pop

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New York Gos­pel Stars in der Chris­tus­kir­che 2013 by Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

Am Beginn ein Ver­bre­chen, so beginnt auch die Geschichte des Pop, mit einem Eigen­tums­de­likt. Gestoh­len wurde geis­ti­ges Eigen­tum, der Dieb hieß Ray Charles, der Bestoh­lene Rudolph King. King war Kom­po­nist und Lead­sän­ger der Sou­thern Tones, einem Vokal­en­sem­ble, das durch die Gegend tourte wie Ray Charles und froh war, ab und an einen Song im Radio zu haben. Bob King gelingt dies mit „It Must Be Jesus“, Ray Charles hört den Song, die pas­sion, den soul, nimmt den Gos­pel, dreht am Tempo, dreht am Text, und aus „It Must Be Jesus“ wurde „I’ve Got A Woman“, sein ers­ter Nr.1-Hit. Wei­ter­le­sen

„Wir sind die Dazugekommenen“

INTERVIEW ZU EUROPA | TRAILER 05/14

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Der PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS von Jochen Gerz, wie er Ende 2014 aus­se­hen soll. | Simu­la­tion von Lau­rent Fachard

Europa ist Thema in TRAILERRUHR 05/14. Unter den Bei­trä­gen auch ein Inter­view, das Lutz Debus mit mir geführt hat: Herr Wes­sel, denk ich an Europa in der Nacht, dann …  Bitte ergän­zen Sie.  -  Nein, nachts schlafe ich. Oje, wie sol­len wir jetzt den Ein­stieg fin­den? Ging mir genauso, als wir damals mit dem Thema Kul­tur­haupt­stadt anfin­gen; das Erste, was alle fest­stell­ten, war diese große Sprach­lo­sig­keit. Eigent­lich gab es nur zwei Reak­tio­nen, wenn man wen auf Europa ansprach: Das Eine waren roman­ti­sche Bil­der, da wurde Europa zu einer Blu­men­wiese mit Schmet­ter­lin­gen, die wie bunte Fähn­chen flat­ter­ten. Das Andere war schwe­res Europa-Pathos, Wei­ter­le­sen

Friede den Eisdielen

Katatonia | Unplugged & Reworked

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Cas­par David Fried­rich, das Eis­meer | Öl auf Lein­wand, 126,9 x 97,6 cm | Bild­ar­chiv Foto Mar­burg, Commons

Katatonia-Konzert fast aus­ver­kauft, gibt nicht mehr viele Kar­ten. Was wie­derum Gele­gen­heit gibt, über das zu schrei­ben, was sie nicht machen: Sie phan­ta­sie­ren sich in kein Ewi­ges Eis hin­ein. In der Dunkel-Musik ist die Eis-Metapher  -  Eis­meere, Eis­wel­ten, Eis­frauen, Eis­feen  -  schwer beliebt, da wer­den Eis­pa­läste wie Rei­hen­häu­ser ent­wor­fen. Und zwar nicht, je wei­ter nörd­lich sol­che Lyrics auf­ge­reimt wer­den, son­dern je ger­ma­ni­scher sie sich geben. Mich hat das immer gewun­dert: Eis? War das nicht, was die 6. Armee ein­ge­dampft hat? Wei­ter­le­sen

Ich-Form

Vonda Shepard | solo

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Vonda She­pard | Promo

16 Jahre her, dass das TIME MAGAZIN mit Ally McBeal auf­ge­macht hat: Ihr Por­trät  -  also das von Calista Flock­hart  -  war ans Ende einer Ahnen­ga­le­rie mon­tiert, die im 19. Jahr­hun­dert mit Susan Brow­nell Anthony begann, Head­line: „Is Femi­nism Dead?“ Inter­es­san­tes Cover, weil es an irgend­wie glück­li­che Jahre erin­nert, als man ganz selbst­ver­ständ­lich glau­ben konnte, TV-Serien wür­den  -  pri­vat pro­du­ziert  -  gesell­schaft­li­che Bedeu­tung ent­wi­ckeln. Oder gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen andeu­ten. Als seien sie „Flag­gen­si­gnale der kom­men­den Dinge“, wie Wal­ter Ben­ja­min über Moden gesagt hat, die vor­weg­neh­men, was kommt. Von der Musik hat man das auch einige Zeit glau­ben kön­nen, dass sie kom­mende Dinge anklin­gen lasse, auch das hat sich ver­flüch­tigt. Und Vonda She­pard? Die Sän­ge­rin aus Ally McBeal? Wei­ter­le­sen