„… dass Erinnerung befreit“

27. Januar | Gedenkstunde in der Synagoge Bochum

Edwin Scharff: Bild­nis der Schau­spie­le­rin Anni Mewes, 1917/1921, gebor­gen 2010 | © Staat­li­che Muse­en zu Brlin SMB

Vor 74 Jah­ren, in den Mit­tags­stun­den des 27. Janu­ars 1945, wur­de das Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz befreit. Der Tag steht für Hun­der­te ande­re, an denen das Mor­den been­det wur­de. Die Nazis und ihre Ver­bün­de­ten hat­ten Euro­pa mit einem dich­ten Netz von Lagern über­zo­gen. Sie hat­ten die Men­schen, die sie ermor­den woll­ten — Juden, Sin­ti und Roma, auch Men­schen mit Han­di­caps oder mit einer für Faschis­ten uner­träg­li­chen Mei­nung, Reli­gi­on, Sexua­li­tät — aus allen Enden Euro­pas depor­tiert oder sie gleich an Ort und Stel­le nie­der­ge­schos­sen. Das Mor­den war ein staat­li­ches, heu­te ist der 27. Janu­ar ein staat­li­cher Gedenk­tag, aber das Mor­den erin­nern und den Gedenk­tag bege­hen die, die dem Ter­ror­staat ent­kom­men sind. Wei­ter­le­sen

Ist das böse? Es ist Indie.

Ella Endlich: "Endlich Ella" | 25. Januar

Zell-Kul­tur unterm Mikro­skop | (cc) Alci­bia­des

„Wenn du Sän­ge­rin bist, auf Deutsch singst und dazu noch blond, ver­sucht eine Plat­ten­fir­ma auto­ma­tisch, dich in die Hele­ne-Fischer-Erfolgs-Schub­la­de zu ste­cken. Aber das hat mich nicht glück­lich gemacht.“ Coo­ler Satz von Ella End­lich, die „end­lich Ella“ ist und kein Hele­ne-Klon. Der­art „coo­les Wis­sen“ hat auch immer die SPEX für sich rekla­miert, für das legen­dä­re Pop-Maga­zin waren die Unter­schie­de ent­schei­dend, die Dif­fe­renz in der Wie­der­ho­lung. Soll hei­ßen: Die Kul­tur­in­dus­trie wur­de wei­ter­hin kri­tisch beäugt, in Spex aber rück­ten auch die Kon­su­men­ten in den Blick, und da zeig­te sich, dass Wei­ter­le­sen

Europa vor Europa

Ludwig Güttler, Friedrich Kircheis

Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens | Sab­i­tha Saul ©

Sein „noma­den­haf­tes Musi­zie­ren“ hat Lud­wig Gütt­ler kreuz und quer durch Euro­pa geführt und ihm gezeigt, „wie die Musi­ker vor meh­re­ren hun­dert Jah­ren die Musik in Euro­pa aus­brei­te­ten und die Eini­gung Euro­pas vor­weg genom­men haben.“ Und eben­so, „dass die heu­ti­gen in unse­rem Bewusst­sein vor­han­de­nen natio­na­len Gren­zen über­haupt nicht exis­tiert haben“ (hier zum Nach­hö­ren).

Charlotte Brandi

Solo mit Band | urban urtyp edition am 3. Mai

Char­lot­te Bran­di by Helen Sobi­ral­ski ©

Zwei­mal war sie mit Me And My Drum­mer bei uns, zwei­mal hat ihr poe­ti­scher Pop ver­zau­bert, jetzt ist es wie­der soweit, aber anders: Char­lot­te Bran­di gibt ihr Solo-Debüt, der VVK hat just begon­nen. Hier alle Infos und Tickets für den 3. Mai

„Man ist total frei“

Ströme | urban urtyp am 3. Februar

Pla­ti­ne eines DSL-Rou­ters | (cc) Order­cra­zy 2013

Com­pu­ter kön­nen kom­po­nie­ren, Algo­rith­men kön­nen das Wer­ke­ver­zeich­nis von Bach oder Mozart fort­schrei­ben, ohne dass Leu­te, von denen man denkt, sie kenn­ten sich aus, einen Unter­schied bemer­ken wür­den. Und ob es dann ein leib­haf­ti­ges Orches­ter ist, das ech­te oder fal­sche Mozart­wer­ke spielt, oder wie­der­um nur ein Com­pu­ter, auch das kann nie­mand mehr ver­läss­lich aus­ein­an­der­hal­ten. Eine Erfah­rung, die krän­ken könn­te, sie pus­tet das Pathos hin­weg von Aura und Authen­tiz­tät, den Glau­ben dar­an, dass, was krea­ti­ve Men­schen schaf­fen, ein­ma­lig sei. Hier jetzt die Reak­ti­on von zwei­en, die Musik von Klein­auf stu­diert haben, der eine Bass, der ande­re Schlag­werk, heu­te bedie­nen sie einen Modu­lar-Synth  —  das sind ana­lo­ge Syn­the­ziser, schrank­groß  —  und sagen: „Die Gefahr an einem Instru­ment, das man schon lan­ge gespielt und geübt hat, ist, dass man sich in bestimm­ten Licks und Pat­terns ger­ne wie­der­holt. Beim Modu­lar-Synth pas­siert dir das nicht so leicht. Es ist nichts, wo ich als Jugend­li­cher schon ewig drauf geübt habe. Man ist total frei.“ // So sind STRÖME, alle Infos zu ihrem urban urtyp-Kon­zert hier. Wei­ter­le­sen

Julias Traum

urban urtyp mit Julia Kadel Trio | 13. Januar

Julia Kadel by Tho­mas Schlor­ke ©

Ers­tes Album: bei Blue Note. Die haben Miles Davis ver­öf­fent­licht und The­lo­nious Monk und Chick Corea und Son­ny Rol­lins … Zwei­tes Album, wie­der Blue Note, „eine Offen­ba­rung“. Das Julia Kadel Trio  —  Pia­no, Bass, Drums  —  spielt aus dem Stand auf dem Level, das e.s.t. in die Höhe geschraubt haben und Micha­el Woll­ny und Mar­tin Ting­vall … ein urban urtyp Abend, alle Infos hier.

Ein poetischer Assisi? Ein meditativer Marx?

Rainer Maria Rilke | 11. Januar

Rai­ner Maria Ril­ke by Pau­la Moder­sohn-Becker (cc)

Einer, der in der Lage war, Trost zu fin­den noch in einem wel­ken Blatt und hin­ter jeder Mau­er fer­ne Gär­ten ahn­te, er macht sich auf, in all dem Elend die Schön­heit zu suchen, den Glanz in der Armut, das Leuch­ten in der Dun­kel­heit. Ein poe­ti­scher Assi­si? Ein medi­ta­ti­ver Marx? Zum Ende sei­nes Lebens flir­te­te Ril­ke mit dem ita­lie­ni­schen Faschis­mus, dem „Schmied eines neu­en Bewußt­seins, des­sen Flam­me sich an einem alten Feu­er ent­zün­det“. Wir müs­sen Ril­ke, gera­de den reli­gi­ös emp­find­sa­men, immer auch als War­nung lesen. // Hier die Infos zum Ril­ke-Abend.

Anzenhofer aka Cash aka Kruske

Krimi Konzert Lesung | urban urtyp #68

4BoysNamedSue: Rüdi­ger Scheip­ner, Tarik Dos­do­gru, Tho­mas Anzen­ho­fer, Chris­toph Kam­mer

Vie­le Rol­len, vie­le Songs, 1 Kri­mi: Tho­mas Anzen­ho­fer aka John­ny Cash hat „Solo für Krus­ke“ geschrie­ben, Krus­ke ist Bochu­mer. Ist aber nicht das, was man einen Sym­pa­then nen­nen wür­de, und so einer soll ein Sujet städ­ti­schen Stol­zes ret­ten? Davor, pul­ve­ri­siert zu wer­den? Anzen­ho­fer arran­giert, was in die Luft flie­gen könn­te, auf sei­nem Küchen­tisch und hält eine Kame­ra dar­auf, er führt den ers­ten Video­be­weis in der Geschich­te der Kunst. Er führt ihn mit­leids­los und mit Musik, sie wird live gespielt, die ers­ten Böl­ler kra­chen. Und dann … fliegt uns etwas um die Ohren, ist es Musik oder das Musik­fo­rum, es ist: die PREMIERE! Alle Ermitt­lungs­er­geb­nis­se hier

Electric Light

E.L.O. by Phil Bates | 29. Dezember

Licht­kunst Unna | © Ralph Lue­ger

Die Geschich­te des künst­li­chen Lichts ist lang: 50 000 vC die ers­ten offe­nen Feu­er­stel­len, 200 nC Ker­zen, Osram 1919, E.L.O. 1970, E.L.O Part II 1993, ihr Kon­zert in Bochum jetzt. Andre­as Pos­myk hat die­se lan­ge Geschich­te kurz erklärt (hier kli­cken), seit­dem sind fast alle Tickets weg. Die Sil­ves­ter­par­ty beginnt in die­sem Jahr am 29., das Licht­kunst-Muse­um in Unna lohnt immer.

„Der feierliche Durchbruch eines Verbots“

New York Gospel Stars | 2. Weihnachtstag

New York Gos­pel Stars 2016 in der Chris­tus­kir­che | © Sabi­ne Hahn­e­feld

Weih­nach­ten ist ein Fest. Ein Fest ist  —  nach Sig­mund Freud  —  „ein gebo­te­ner Exzess“. Ein Exzess ist  —  immer noch Freud  —  der „fei­er­li­che Durch­bruch eines Ver­bots“. Die New York Gos­pel Stars laden zum Weih­nachts­fest, wel­ches Ver­bot wird durch­bro­chen? Dass man in der Kir­che nicht klat­schen dür­fe? Dass gute Lau­ne hier nichts zu suchen habe? Weil das Leben hier & jetzt weni­ger wert sei als das ewi­ge? Die New Yor­ker sind bes­tens gelaunt, sie fei­ern das Leben jetzt, und das biss­chen Ver­bot, das Sinn hat bei uns, lau­tet: Feie­re dein Leben, aber klat­sche, wenn du es fei­erst, nicht immer auf die 1 und auf die 3, es gibt auch die 2 und auch die 4, es gibt sie in jedem Takt, und dann gibt es da noch den Off­beat. Der Off­beat ist beim Mit­klat­schen das, was Freud „die Frei­ge­bung des sonst Ver­bo­te­nen“ genannt hat. Zwei­ter Weih­nachts­tag, 20 Uhr.

… würde sich etwas ändern.

Messiah | Stadtkantorei am Vierten Advent

Blaue Tür by Sascha Gros­ser (cc)

Der Mes­si­as wur­de, als er erschien, ver­bo­ten. Und zwar von einem Bischof. So gesche­hen 1741 in Lon­don, es könn­te wie­der pas­sie­ren: Trä­te der Mes­si­as durch die Tür, wür­de sich etwas ändern. Das ist die Weih­nachts­bot­schaft in nuce, von Hän­del nicht als Dro­hung ver­stan­den, son­dern als gro­ßes Ver­gnü­gen. // Alle Infos zum Kon­zert von Stadt­kan­to­rei Bochum und Har­mo­nie Uni­ver­sel­le hier kli­cken

Lyambiko: My Favourite Christmas Songs

Samstag 15. Dezember 20 Uhr

Lyam­bi­ko by Uwe Ahrens

Die­se Stim­me. Kaum fass­ba­re Fein­hei­ten, kaum hör­ba­re Nuan­cen, und alles so leicht und ele­gant, die Tie­fe, der Glau­be, das Glück. Wenn Lyam­bi­ko Weih­nachts­lie­der singt, könn­te man glau­ben, G’tt habe das alles des­halb erdacht, damit Lyam­bi­ko Weih­nachts­lie­der singt. War viel­leicht auch so, was wir wis­sen, ist ers­tens, dass Maria gesun­gen hat, kaum dass die Weih­nachts­ge­schich­te in Gang gekom­men war, und dass es jetzt Lyam­bi­ko ist, die Weih­nachts­lie­der singt: „My Favou­rite Christ­mas Songs“, alle Infos und Tickets hier!

Nils & Friends

Alle Konzerte ausverkauft. Hoffen auf 2020.

Nils & Fri­ends 2014 in der Chris­tus­kir­che | © Sabi­ne Hahn­e­feld

2006, da war Mer­kel noch neu und der Bun­des­prä­si­dent hieß Köh­ler und das ist alles lan­ge her und war alles ande­re als nor­mal, ein Weih­nachtsal­bum ein­zu­spie­len. Seriö­se Leu­te, beruf­lich erfolg­reich, ästhe­tisch hoch gebil­det, gehen auf die Büh­ne und geben Sehn­sucht preis: „May­be this Christ­mas …“ Seit­dem  —  die Chris­tus­kir­che war 2006 allen­falls zur Hälf­te gefüllt  —  ist die Sehn­sucht nicht erfüllt, es gibt nur immer mehr Men­schen, die das kön­nen: sehn­süch­tig sein. Seh­nen, sagt das Wör­ter­buch, ist ein „Vb. refl.“ und bedeu­tet „‚innig, schmerz­lich nach etw. oder jmdm ver­lan­gen, lie­ben­des oder schmerz­li­ches Ver­lan­gen tra­gen‘. Her­kunft unge­wiss.“ 

Kind des Lichts? Des Feuers? Des Staubs.

Staubkinds Weihnachtsabend | 14. Dezember

Staub­kind im April 2018 in der Chris­tus­kir­che by Olaf Rauch ©

Staub ist auf hebrä­isch afar und ist ein Wort, das schil­lert: In der Bibel steht afar für den Tod, den „Staub des Todes“, aber eben­so für den frucht­ba­ren Boden, den „Staub vom Acker­bo­den“. Alle Men­schen sind aus Staub gemacht, alle keh­ren wir zum Staub zurück. Und die­se bibli­sche Ein­sicht dürf­te etwas tro­cken sein für alle, die den­ken sie sei­en etwas Bes­se­res als ande­re: ich? kein Kind des Lichts, des Feu­ers, der schöns­ten Göt­ter­toch­ter weit und breit? Des Staubs. Lou­is Man­ke hat sich einen biblisch nüch­ter­nen Künst­ler­na­men gewählt. Der Weih­nachts­abend mit ihm wird … anders. Staub­kind ernüch­tert, bevor er uns ver­zau­bert.  //  Gibt noch Tickets, alle Infos hier!

Marshall und Alexander

Stra­ßen­schild in Schwe­den (cc)

An dem Tag, an dem es pas­sie­ren könn­te, dass Niko­laus die Stra­ße kreuzt, kreu­zen sich die Wege von Mar­shall, Alex­an­der und uns. Wird gut besucht wer­den, der Abend, gibt aber noch ein paar Dut­zend Tickets. Alle Infos hier!

The Dublin Legends

Samstag 1. Dezember 20 Uhr

Dub­li­ner in Euro­pa | Foto Sabi­ne Hahn­e­feld, Chris­tus­kir­che Bochum 2017 ©

Rund um Dub­lin spie­len die Iren eine groß­ar­ti­ge Rol­le dabei, dass es mit Euro­pa wei­ter­geht, sie wer­den gera­de zur Legen­de. Den Dub­lin Legends geben wir hier­mit ein Spiel­recht bei uns, solan­ge es Euro­pa gibt. Hier alle Infos zum Kon­zert. Gibt noch Kar­ten an der Abend­kas­se ab 19:00 Uhr!

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Ray Wilson & Band kommen 2019 wieder

Mar­cin Kajper, Saxo­pho­nist in Ray Wil­sons Band | Foto Adam C. Glag­la

In die­sem Jahr ist es wie im letz­ten, Ray Wil­son aus­ver­kauft, es ging schnell. Des­halb schon ein­mal der Hin­weis, er wird wie­der kom­men. Und zwar  —  sie­he Foto  —  mit sei­ner Band, und wann? Wenn auch der Niko­laus kommt. VVK läuft.