He Died At Home

Neal Morse | 15. Juni


War­um bringt einer, der aus dem Krieg zurück­ge­kehrt ist, sich zu Hau­se um? „Post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung“ lau­tet die Diga­no­se, ein per­fi­des Wort. In den USA ster­ben inzwi­schen mehr Sol­da­ten at home als in der com­bat zone, sie ster­ben weni­ge Wochen spä­ter oder Jahr­zehn­te danach, auch in der Bun­des­wehr ist das Phä­no­men akut. Neal Mor­se hat einen Song dazu gemacht, er erschüt­tert. Wei­ter­le­sen

Pressefreiheit, Königstochter

Der Impuls beim Pulse of Europe

„Königs­toch­ter Euro­pa“: Mul­ti­me­dia­les Ruhr­ge­biet im Jahr 2018 | thw (cc)

„Die Pres­se­frei­heit hat in der EU weni­ge Anhän­ger.“ Ste­fan Lau­rin von den Ruhr­ba­ro­nen hat beim Pul­se of Euro­pe gespro­chen. Kein eupho­ri­scher, ein nüch­ter­ner Blick auf ein Pro­jekt, das Frie­dens­pro­jekt blei­ben und Frei­heits­pro­jekt wer­den muss: „Es gab mal eine Zeit, in der ich ein begeis­ter­ter Euro­pä­er war. Das fiel mir nicht schwer: Mein Vater ist Kre­ter, stammt also von der Insel, auf der die Königs­toch­ter Euro­pa, die dem west­li­chen Zip­fel der gro­ßen, asia­ti­schen Land­mas­se ihren Namen gab, die­se erst­mals betrat. Mein Groß­va­ter müt­ter­li­cher­seits war Jugo­sla­we, mit einer natio­na­len Iden­ti­tät konn­te ich also nie viel anfan­gen und da kam Euro­pa gera­de recht. Frü­her ver­schaff­te Euro­pa, ver­schaff­ten sei­ne Insti­tu­tio­nen mir neue Frei­räu­me: Modems, in Deutsch­land lan­ge ille­gal, waren auf ein­mal zu kau­fen, weil Euro­pa den Markt öff­ne­te. Wei­ter­le­sen

Hip = antisemitisch?

Ruhrtriennale hat ein Problem, wir haben es auch.

Jahr­hun­dert­hal­le Bochum by Jonak Loch­mann, Ruhr2010 | © Jonak Loch­mann

Im letz­ten Jahr waren sie die Head­li­ner unter den Anti­se­mi­ten, die das Pop-Kul­tur Fes­ti­val in Ber­lin „boy­kot­tiert“ haben. In die­sem Jahr sind sie Head­li­ner der Ruhr­tri­en­na­le. Zitat: „Young Fathers – das erfolg­rei­che schot­ti­sche Trio – sind zurück!“ Eine Gedan­ken­lo­sig­keit? Absicht? Ein Pro­blem.  //  Die Ruhr­tri­en­na­le, das öffent­lich finan­zier­te „Fes­ti­val der Küns­te“, hat jetzt ein Pro­gramm vor­ge­legt, das hohe Ansprü­che an die poli­ti­sche Moral  —  die eige­ne und nicht nur die des Publi­kums  —  for­mu­liert. Für Ste­fa­nie Carp, die neue Inten­dan­tin, geht es dar­um,

„die Ver­än­de­rung aller sozia­len und kul­tu­rel­len Ver­hält­nis­se krea­tiv mit­zu­ge­stal­ten … Wir wol­len in offe­nen Gesell­schaf­ten leben …“

Also: kein Kol­le­gah, kein Farid Bang, kein Echo ver­gan­ge­ner Echos, son­dern:

„Wir ent­wi­ckeln neue Auf­merk­sam­kei­ten.“

Und dann eine Band rel­oa­ded, die  —  das berich­ten heu­te zeit­gleich die Ruhr­ba­ro­ne  —  sehr viel Auf­merk­sam­keit ent­wi­ckelt hat dafür, dass sie sich expli­zit zu BDS bekennt? BDS ist über­setzt „Boy­cott, Dive­st­ment and Sanc­tions“ und ist

„eine zutiefst anti­se­mi­ti­sche Bewe­gung“

so etwa Frank­furts Bür­ger­meis­ter Uwe Becker. Die Stadt Frank­furt hat  Wei­ter­le­sen

urbEXPO und die Selbstverbesserung der Stadt

Über die Ästhetik des Verfalls | Foto-Ausstellung 9. - 24. Juni

Andrea Bie­nert: »Pre­s­idio Mode­lo 2«, Kuba 2015

Das Ruhr­ge­biet ist kei­ne Schön­heit, mit der Ästhe­tik des Ver­falls kennt man sich hier aus. Und was ver­fällt, das soll man sto­ßen. Was wie­der­um den Vor­teil hat, dass man hier nicht auf die Idee kommt, dem Städ­te­bau einen uto­pi­schen Gehalt anzu­dich­ten. Die uto­pi­sche Stadt ist die ver­las­se­ne. Und umge­kehrt, jeder Lost Place ist eine gebau­te Uto­pie. Klei­ner Streif­zug durch die Bau­ge­schich­te, er führt aus dem Para­dies hin­aus in die geträum­te Stadt hin­ein in das Pan­op­ti­cum, vor­bei an dem „Pre­s­idio Mode­lo“, dem kuba­ni­schen Modell­ge­fäng­nis, wei­ter in die Tru­man Show und schließ­lich in die Schle­gel-Kel­ler neben­an. Zuerst also: Wei­ter­le­sen

Pfingstfest der akustischen Gitarre

Rafael Cortés, André Krengel, Richard Smith

Rafa­el Cor­tés by Chris­toph Gie­se

Am Beginn des Pfingst­fests steht was? Ein Drei­kö­nigs­tref­fen. Der ers­te: Rafa­el Cor­tés. Muss man nicht vor­stel­len, an der Fla­men­co-Gitar­re  —  die sel­ber als „Königs­dis­zi­plin“ der Akus­tik­gi­tar­re gilt  —  zählt er zur abso­lu­ten Welt­spit­ze. Spielt sei­ne Kon­zer­te schon mal zusam­men mit Paco de Lucia, Al di Meo­la und Tom­my Emma­nu­el. Ein begna­de­ter Kom­po­nist, ein stil­si­che­rer Arran­geur, eine anda­lu­si­sche Fami­li­en­tra­di­ti­on: Cor­tés stammt aus dem Ruhr­ge­biet. In der Kunst der Fin­gerstyle-Gitar­re wie­der­um ist Richard Smith eine Legen­de. Wei­ter­le­sen

Nie wieder Auschwitz? Nie gehört.

Über Robert Menasses „Die Hauptstadt“ | Lesung am 8. Mai

(cc)

Tol­ler Roman, Men­as­ses „Die Haupt­stadt“. Viel­stim­mig, viel­schich­tig, viel­deu­tig. Unter­halt­sam und wit­zig, oft bit­ters­weet. Eine Ode an Euro­pa, das ver­läss­lich und mit gro­ßer Effi­zi­enz beweist, dass es nicht noch ein­mal unter­ge­hen will: „Nie wie­der Krieg“. Zugleich ein Nach­ruf auf eben die­ses Euro­pa, das kei­ne Ahnung haben will, war­um es Euro­pa eigent­lich gibt: Nie wie­der Ausch­witz? Men­as­se stellt die Fra­ge in einer Zeit, in der Tau­sen­de Juden die­ses Euro­pa in Rich­tung Isra­el ver­las­sen  —  die wenigs­ten von ihnen tun es frei­wil­lig  —  und er ent­wi­ckelt die Fra­ge anhand der Figur des Mar­tin Sus­man, eines Refe­ren­ten in der EU-Gene­ral­di­rek­ti­on für Kul­tur, der den Auf­trag erhält, eine Fei­er zum 50. Geburts­tag der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on zu orga­ni­sie­ren, die Kom­mis­si­on ist die Exe­ku­ti­ve der EU, eine Art Regie­rung. Ziel des „Big Jubi­lee Pro­jects“: Image polie­ren. Nur wie? Noch hat Sus­mann kei­ne Idee, als er Wei­ter­le­sen

Böhmermann für Dumme

Kollegah und Echo-Preis, Tröten und Pop

Chris­tus­kir­che? Arma­ged­don? Gehei­me Mäch­te? Roman Zeschky, Foto­graph aus Dort­mund, auf der urb­EX­PO 2017

Leu­te vom Schla­ge eines Kol­le­gah und Farid Bang, auch Nai­doo, sind Anti­se­mi­ten, darf man sie so nen­nen? „Völ­lig egal“, sagt Dani­el Neu­mann in der WDR-Doku „Die dunk­le Sei­te des Rap“: Es sei „völ­lig irrele­vant“, ob einer Anti­se­mit sei oder nicht und „völ­lig egal, was er denkt, weil es dar­auf ankommt, was er tut, was er singt und wel­che Text­zei­len er ver­brei­tet.“ Neu­mann, Direk­tor des Lan­des­ver­ban­des der Jüdi­schen Gemein­de in Hes­sen, erzählt in der abso­lut sehens­wer­ten WDR-Doku die schrä­ge Geschich­te, dass Kol­le­gah, Big­boss der Sze­ne, ihn ange­ru­fen habe um mit­zu­tei­len, er sei kein Anti­se­mit. Falls sei­ne Songs mal anti­se­mi­tisch klän­gen, dann, erzählt Neu­mann, habe Kol­le­gah dar­auf bestan­den, dass das „nur eine Geschich­te“ sei, „nur ein Bild, da sei­en kei­ne Sym­bo­li­ken, die er tat­säch­lich ernst gemeint habe oder die irgend­wel­che Hin­ter­ge­dan­ken hät­ten“.  —  Kommt einem bekannt vor? Ja, klingt wie Böh­mer­mann. Wei­ter­le­sen

Fredrik Vahle singt

urban urtyp kids: Vorverkauf läuft

Kin­der­kon­zert in der Chris­tus­kir­che

Das 11:30-Uhr-Konzert ist rap­pel­voll, jetzt geben uns Anne Kaf­fee­kan­ne und Lilo Lausch ein Zusatz­kon­zert! Infos hier, VVK läuft!

„Schönste Stimme des Ruhrgebiets“

Chorwerk Ruhr + Christuskirche + Stadt

Chor­Werk Ruhr 2015 in der Chris­tus­kir­che | © Sabi­ne Mich­a­lak

Groß­ar­ti­ger Chor, groß­ar­ti­ger Raum, groß­ar­ti­ges Publi­kum: Chor­werk Ruhr, das Kul­tur­bü­ro der Stadt und wir ver­län­gern unse­re Koope­ra­ti­on. Nächs­tes Kon­zert: „ein Lob­ge­sang der Demo­kra­tie“.  Wei­ter­le­sen

Robert Menasse liest

Vorverkauf hat begonnen

Robert Men­as­se by Ema­nue­la Danie­le­wicz ©

Mit „Die Haupt­stadt“ hat er den Roman des Jah­res 2017 vor­ge­legt, aus­ge­zeich­net mit dem Deut­schen Buch­preis: „Ein gro­ßer Wurf“, so die Kri­tik, „ele­gant geschrie­ben, fabel­haft gebaut, poin­ten- und gedan­ken­reich“. Am Diens­tag, 8. Mai, 18 Uhr liest Robert Men­as­se bei uns, der VVK hat jetzt begon­nen: Tickets kos­ten 10 €, je Ticket geht ein Frei­ti­cket an sozi­al Bedürf­ti­ge. Wei­te­re Infos hier.

Antwort auf ein Staatsverbrechen

Oster-Oratorium von J.S. Bach

Bochum-Wer­ne by thw

So schön und so sel­ten gesun­gen. Bach an Bach gemes­sen, hält sein Oster-Ora­to­ri­um mit sei­nen Pas­sio­nen Stand. Schön­heit, von höhe­ren Mäch­ten durch­wirkt. Bach sel­ber hat sein Werk mehr­fach auf­ge­führt, spä­ter wur­de es von denen, die Bach ver­ehr­ten, ver­senkt. War­um? Wei­ter­le­sen

„Vergessen, schlafen, sterben“

Jürgen Domian | "Dämonen"

„Er mie­tet sich ein Block­haus im Wald und lebt die letz­ten Mona­te sei­nes Lebens dort … “ | Rau­ma, Fin­land by Mika­el Voge­lai­nen (cc)

Hat jeder Mensch das Recht, sich zwi­schen Tod und Leben zu ent­schei­den? Wei­ter­le­sen

„So wild hasst man sich nur in der Familie“

"Universal Soldier" | Donovan live am 7.3.

Dono­van: Cover von Gift_From_A_Flower_To_A_Garden, Box­set 1968, Karl Fer­ris (cc)

„He’s the Uni­ver­sal Sol­dier and he real­ly is to bla­me / His orders come from far away no more / They come from here and the­re and you and me / And bro­thers can’t you see / This is not the way we put the end to war.“ Dono­van hat schon damals, als Ver­schwö­rungs­theo­ri­en eher von links kamen als von rechts, den Ball zurück gespielt in die Demo­kra­tie: Der Uni­ver­sal Sol­dier, eben noch von Cäsar und Hit­ler befeh­ligt, erhält sei­ne Auf­trä­ge inzwi­schen von you and me. Und das macht die Sache womög­lich schlim­mer: „Ein Krieg zwi­schen Pazi­fis­ten“, hat­te Max Scheler 1917 bemerkt, als der I. WK tob­te, „er wäre der Idee nach der unrit­ter­lichs­te, furcht­bars­te, der hass­erfüll­tes­te und grau­sams­te Krieg, der sich den­ken lässt.“ War­um? Weil der Hass der ein­zi­ge Antrieb ist, der einen dazu bringt, bei­des zu ver­ra­ten, die eige­ne Über­zeu­gung und das eige­ne Inter­es­se. Der Gedan­ke von Scheler  —  sei­ne Schrift ins­ge­samt ist ent­schie­den pro­ble­ma­tisch, „Ursa­chen des Deut­schen­has­ses“ heißt sie  —  die­ser Gedan­ke dar­in irri­tiert noch heu­te: „Das unge­heu­re Hass­quan­tum, mit dem Ter­ror und Krieg gela­den sind, ist ein Zei­chen von zwei­er­lei: wie eng die­se Welt schon zusam­men­ge­wach­sen ist und wie unkrie­ge­risch der fort­schrei­ten­de Kapi­ta­lis­mus die Men­schen gemacht hat. So wild hasst man sich nur in der Fami­lie.“ Wei­ter­le­sen

Grand Female Piano

Julia Hülsmann | urban urtyp | 11. Februar

Julia Hüls­mann by Vol­ker Beus­hau­sen

Hero­en an den Tas­ten gibt es vie­le, Leu­te, die ein Kla­vier nicht spie­len, son­dern zurei­ten. Anders Julia Hüls­mann, sie flüs­tert dem Flü­gel gehei­me Wor­te ein, und lei­se gibt er Din­ge von sich preis, von denen man nicht wuss­te, dass sie zwi­schen Tas­ten woh­nen, die Tau­send Far­ben zwi­schen schwarz und weiß. Wun­dert es wen, dass Julia es war, die Rebek­ka ent­deckt hat, Rebek­ka Bak­ken? Mehr Infos zum Kon­zert

„Mit ihre kleine Kappe aufm Kopp“

O-Ton Waltraud Ehlert aka Esther Münch

Rei­ni­gungs­fach­frau Wal­traud Ehlert aka Esther Münch

„Wis­sen­se eigent­lich, dass die Men­schen mit den jüdi­schen Glau­ben nicht mehr mit ihre klei­ne Kap­pe aufm Kopp rum­ren­nen kön­nen, ohne dass sich damit irgends­wel­che Knall­köp­pe pro­vo­ziert füh­len? Wenn es jetzt schon wie­da so weit ist, dass die Leu­te qua­si inko­gni­to lau­fen müs­sen, damit nix pas­siert, ehr­lich gesagt, da bin ich aufm Baum.“ Wal­traud Ehlert, Rei­ni­gungs­fach­frau. Muss man hören, näm­lich hier:  Wei­ter­le­sen

Coco z“l

Coco Schu­mann 2002 in der Chris­tus­kir­che | Foto Olaf Zieg­ler

„Immer, wenn ich übe, besie­ge ich Adolf Hit­ler.“ Das müs­sen wir jetzt sel­ber üben, Coco Schu­mann ist ges­tern gestor­ben. Ges­tern, als wir ihn und sei­ne Art, das Leben zu lie­ben, gefei­ert haben. Eine Legen­de des Swing, Über­le­ben­der von The­re­si­en­stadt und Ausch­witz und Dach­au: 2002 hat­te Coco sel­ber mit sei­nem Quar­tett zum Tag der Befrei­ung bei uns gespielt, ges­tern haben Chris Hop­kins, Joscho Ste­phan und Chris­ti­an Ramond sein Spiel auf­ge­nom­men und … ja, Coco stirbt, aber er tritt nicht ein­fach ab, son­dern so, wie Tho­mas Anzen­ho­fer es ges­tern las: „Ich stell­te mein Glas ab, dreh­te mich um, ging fort, bum­mel­te durch die nächt­li­che Stadt und pfiff mir mei­nen Teil: I got rhythm, I got music, I got my girl, who could ask for any­thing more …“ Zichro­no liv­racha, möge sein Geden­ken ein Segen wer­den.

Wer Juden hasst, muss uns alle hassen

Tho­mas Eis­kirch, ers­ter Bür­ger der Stadt, am Tag der Befrei­ung | Foto Sabi­ne Mich­a­lak

Der Tag der Befrei­ung war ein State­ment, es lau­tet: Wer Juden hasst, muss uns alle has­sen, uns sind Chris Hop­kins und Esther Münch und Joscho Ste­phan und Tho­mas Anzen­ho­fer und Janet Boram Lee und Ursu­la Hrdi­no­va und Loui­sa Spahn und Chris­ti­an Ramond und Tho­mas Eis­kirch und Gerald Hag­mann und Cari­na Göde­cke und Xime­na León und Astrid Platz­mann und Issam Al Najm und Lothar Grä­fingholt und Lena Beh­ling und Heinz-Wer­ner Busold und die vie­len ande­ren, die gekom­men sind, es ist ein State­ment.  //  Fotos hier

„Wir müssen uns um die Stimmung in unserer Stadt kümmern“

Bochums Kultur gegen antisemitischen Hass | Sonntag 28. Januar

Otto Freund­lich — Kopf — 1925/2010 | © Staat­li­che Muse­en zu Ber­lin 2010

Chris Hop­kins, Tho­mas Eis­kirch, Esther Münch, Tho­mas Anzen­ho­fer, Gerald Hag­mann, das art­To­ne Trio der Sym­pho­ni­ker: Bochu­mer Bürger/innen erin­nern an den Tag der Befrei­ung von Ausch­witz. Und dar­an, dass die ein­zel­ne Stim­me die öffent­li­che Stim­mung prägt.  //  Ein unge­heu­er­li­cher Gedan­ke: dass es mög­lich sei, alle Juden die­ser Welt zu ermor­den, alle Roma, alle Sin­ti. Und doch ist es nur ein Men­schen­le­ben her, dass dies gedacht wur­de und bere­det und ins Werk gesetzt: Der deut­sche Name einer klei­nen Stadt in Euro­pa  —  Ausch­witz  —  zeigt an, dass mög­lich wer­den kann, was undenk­bar scheint. Mög­lich aber auch, dem ent­ge­gen zu tre­ten: Am 27. Janu­ar 1945 wur­de das Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz befreit, allein hier sind mehr als 1 Mil­li­on Men­schen ermor­det wor­den. Der Tag der Befrei­ung steht heu­te stell­ver­tre­tend für die Befrei­ung von Tau­sen­den Lagern, Ghet­tos und Fol­ter­kel­lern, es gab sie über­all in Euro­pa. Und über­all in Euro­pa bricht heu­te, ein Men­schen­le­ben spä­ter, der Hass neu auf. Wei­ter­le­sen