Ein Dogma gegen alle Dogmen

Peter Murphy | 28. Oktober

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Peter Mur­phy ©

Tür­kei? Islam? Nicht eben gut beleu­mun­det der­zeit. Anders Peter Mur­phy, „God­fa­ther of Goth“, Ant­litz des Dark Wave, Stimme von BAUHAUS und einer Musik, von der man den­ken könnte, sie beschalle den Nihi­lis­mus: Mur­phy ist seit lan­gem mit einer Tür­kin ver­hei­ra­tet (ich auch!), lebt in Istan­bul (ich nicht) und ist vom katho­li­schen zum isla­mi­schen Glau­ben kon­ver­tiert (ich weder noch): „I was brought up Catho­lic, and a strong belie­ver. I always had faith in God. When I moved into a Mus­lim environ­ment I reco­gnized the same mes­sage. There was no con­ver­sion, just a reco­gni­tion that it was the same mes­sage, only clea­rer. You don’t con­vert, you dis­co­ver an aspect of sur­ren­der, which is what Islam means.“  -  Ist das naiv? Wei­ter­le­sen

Meret Becker

"Deins And Done" | 24. September

Prod./Motiv: Meret Becker Prod.dat. 09.11.2012 Fotograf: Kerstin Groh
Meret Becker by Kers­tin Groh ©

Schau­spie­le­rin Sän­ge­rin Kom­po­nis­tin, ja, TV-Kommissarin, das auch. Eigent­lich aber ist sie ein Typus, ihr eige­ner. Meret Becker über die Liebe, die geglückte, die geschei­terte, „Deins and Done“. // Infos zum Konzert

Ist Techno das neue Klassik?

Coma // Numinos | urban urtyp

urban urtyp #32 - DJ Dash und Dietmar Korthals
urban urtyp #32 — DJ Dash und Diet­mar Kort­hals | © Marc Eden

Coma kennt, wer Techno kennt, sie haben den „new Techno sound of Colo­gne“ geschaf­fen. Einen Sound, für den sie über­all gefei­ert wer­den, wo man Techno-Musik nicht zer­stampft, son­dern zuhört und ver­steht wie man andern­orts, sagen wir: Klas­sik zuhört und ver­steht. Etwas Old­school, etwas New Rave, dazwi­schen Italo-Disco und 80er Pop  -  nur dass es bei denen nie nach Rezept klingt, es klingt bru­tal nach Gegen­wart, Coma ist Sound der Jetzt­zeit. Die bei­den Köl­ner zäh­len zur ers­ten Gene­ra­tion, die Techno nicht ent­deckt hat, son­dern auf­ge­wach­sen ist darin, das Inter­es­sante an ihnen ist: ihre Wach­heit, ihre Auf­merk­sam­keit, sie hören in alle Rich­tun­gen. Und emp­fan­gen aus allen Rich­tun­gen, die Welt als Sound­welt, ein Uni­ver­sum aus Ähnlich­keit und Dif­fe­renz. Es ist eine, sage ich sehr vor­sich­tig, eine reli­giöse Art, sich in der Welt zu bewe­gen. In der Bedeu­tung gewinnt und Sinn, was andere als Geräusch wahr­neh­men. Eigent­lich ist Techno, falls gut, eine Ver­zau­be­rung von Welt. Ein Anti–Weber–Sound, der sich aus der ent­zau­ber­ten Welt her­aus schält. [Coma wurde vom Goethe-Institut in just jene Welt geschickt, in der man, seit es Pop gibt, Erleuch­tung wähnt, nach Indien …] Egal, sie sind zurück, jetzt Bochum. Kein Goe­the, keine Roman­tik, „this side of para­dise“. Das der Titel von Comas jüngs­tem Werk, er passt per­fekt hier­her in die KIRCHE DER KULTUREN, die Regel hier war immer:

„Die zweite Hälfte des Him­mels könnt ihr haben / das Hier und das Jetzt, das behalte ich.“

[Hatte Fehl­far­ben for­mu­liert, als sie noch hier und jetzt waren. Jetzt sind Fehl­far­ben Klassik.]


urban urtyp #47 

» Coma // Numinos
» 25. September
» wie immer sonn­tags, wie immer 19 Uhr, wie immer nur 10 Euro

11. September

Die Opfer des Terrors erinnern

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11. Sep­tem­ber 2014 , 14:46 Uhr | Foto Ayla Wes­sel, Kulturagentüer

Wohl nie zuvor hat es ein sol­ches welt­wei­tes Füh­len gege­ben und nicht mehr danach. Als hätte die Mensch­heit für einen Moment die Augen auf­ge­schla­gen.  //  Wir erin­nern an 9/11, den Jah­res­tag des Ter­rors. Mehr Infos hier und hier.

Visionen des Diesseits (gemäß VStättVO)

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links: Hie­rony­mus Bosch, Visio­nen des Jen­seits: Der Auf­stieg der Geseg­ne­ten, 1505–1515 (Aus­schnitt); Venice, Gal­le­rie dell’Accademia

Wir bauen um. 501 Jahre nach Hie­rony­mus Bosch, er hatte sich „Visio­nen des Jen­seits“ gemacht, da stei­gen die Men­schen, geseg­net und geflü­gelt, durch einen beton-ähnlichen Tun­nel zur himm­li­schen Ver­samm­lungs­stätte empor. Wir bauen die Chris­tus­kir­che zur irdi­schen Ver­samm­lungs­stätte um. Nach allen Regeln der Kunst, der Theo­lo­gie und der VStättVO. // Wei­ter­le­sen

Spieleröffnung

Nik Bärtsch's Mobile | 21. Oktober 2016

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The Blue Marble by NASA. Photo taken by eit­her Har­ri­son Schmitt or Ron Evans, Apollo 17 crew 1972

Sich vor­zu­stel­len, dass alles, was wir tun, vor­her­be­stimmt sei  -  die meis­ten den­ken, dies sei, wenn andere so den­ken, das Ende ihrer Frei­heit, ich denke, jetzt geht das Spiel erst los: Könnte immer sein, dass der andere recht hat, weil er Recht bekom­men könnte am Ende aller Tage, was weiß denn ich. Nik Bärtsch’s Musik funk­tio­niert so, sie eröff­net das Spiel. Wei­ter­le­sen

Nils!

Christmas With My Friends | 17. Dezember

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Nils Land­gren by Sebas­tian Schmidt

Glück hat man nicht, Glück hört man. Keine blan­ken Taler, die herab pras­sel­ten, es wird Luft durch Blech gepresst, Glück sucht sich eigene Wege, die füh­ren zu uns … AUSVERKAUFT!  //  Mehr Infos

„Mehr davon!“

Laibach über Europa | Interview mit K.West

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Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens | © Patrick Skrypczak

„Europa hat eine selbst­zer­stö­re­ri­sche Natur, es fällt immer wie­der aus­ein­an­der, aber das Aus­ein­an­der­fal­len ist eigent­lich Euro­pas Weg, sich zu kon­sti­tu­ie­ren. Jedes Mal ver­sucht es sich wie­der auf­zu­bauen, ver­sagt bes­ser und kommt stär­ker zurück. Des­halb sind wir über­zeugt von Europa, wir wol­len mehr davon.“ LAIBACH im Inter­view mit K.West. Lai­bach spielt am Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens.

Terror ächten!

Bochumer Erklärung

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»Ras­sem­ble­ment Pray for Paris — Metz« by Richard Bur­ger, 14. Nov. 2015 | (cc) license

Im Novem­ber, zwei Tage nach den Terror-Attacken in Paris, haben Reprä­sen­tan­ten des öffent­li­chen Lebens die­ser Stadt die BOCHUMER ERKLÄRUNG auf den Weg gebracht: Bochu­mer und Bochu­me­rin­nen erklä­ren öffent­lich, dass sie dem Ter­ror „jede Recht­fer­ti­gung, jede Soli­da­ri­tät, jede Unter­stüt­zung“ ver­wei­gern. Wir laden Sie ein und bit­ten Sie, die BOCHUMER ERKLÄRUNG eben­falls zu unter­zeich­nen und in das Leben unse­rer Stadt hin­ein zu tra­gen. Hier der Link terror-aechten.de, jede/r kann unterzeichnen.

Feinde … Freunde

Europa als Heimat der Imagination

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Gedenk­halle im Turm der Christuskirche

Schwer vor­stell­bar, dass  -  wäh­rend aus Brüs­sel eine immer grö­ßere Zahl an Opfern gemel­det wird  -  aus Fein­den Freunde wer­den kön­nen. Und dass Bel­gier und Bochu­mer eben diese Erfah­rung ver­bin­det: Bel­gien ist einer von 28 Staa­ten, die in der Gedenk­halle im Turm der Chris­tus­kir­che als „Feind­staa­ten“ erin­nert wer­den. Was so schwer vor­zu­stel­len ist: wie weit der Weg in ein gemein­sa­mes Europa gewe­sen ist, und dass dies nur eine erste Etappe gewe­sen sein könnte. Europa  -  das war die eigent­li­che Idee von Jochen Gerz für den Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens  -  als „Hei­mat der Imagination“.

Laibach

The Sound Of Music | 6. April

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Logo von Lai­bach | (cc)

Von HONKE RAMBOW | Das Pla­kat zum ers­ten öffent­li­chen Auf­tritt von LAIBACH 1980 in der slo­we­ni­schen Berg­ar­bei­ter­stadt Trbovlje zeigte den Band­na­men und dar­über das dicke, leicht in der Sym­me­trie ver­zerrte schwarze Kreuz. Allein diese Kom­bi­na­tion reichte den dama­li­gen jugo­sla­wi­schen Macht­ha­bern, um den Auf­tritt zu ver­bie­ten. Es war nicht nur die ver­pönte deut­sche Bezeich­nung für Ljubl­jana, die den Unwil­len erregte, son­dern die Kom­bi­na­tion mit dem wohl als christ­lich ver­stan­de­nen Sym­bol. Frei­lich ent­lehn­ten LAIBACH das Kreuz nicht so sehr der christ­li­chen Tra­di­tion, son­dern bei dem rus­si­schen Avant­gar­dis­ten Kasi­mir Male­witsch. Das macht die Sache noch etwas kom­pli­zier­ter, denn sein ers­tes supre­ma­tis­ti­sches Gemälde  –  das schwarze Qua­drat, heute eine Inku­na­bel der moder­nen Male­rei  -  lud Male­witsch sel­ber reli­giös auf, indem er es bei der ers­ten öffent­li­chen Prä­sen­ta­tion schräg in die obere Ecke des Rau­mes hängte; an jenen Ort im Haus, der tra­di­tio­nell der christ­li­chen Ikone vor­be­hal­ten ist. Indem sich LAIBACH das Malewitsch-Kreuz zu eigen machen, ver­wei­sen sie einer­seits gezielt auf den Beginn einer spe­zi­fisch sla­wi­schen Avant­garde, neh­men die christ­li­che Asso­zia­tion aber gerne in Kauf. Wei­ter­le­sen

Götterlachen

Das Vollplaybacktheater | 18. April

2016-02 Kinderopfer - Wolfgang Sauber (cc) - National Museum of Anthropology in Mexico City. Sacrifice of children from Tlatelolco.
Natio­nal Museum of Anthro­po­logy in Mexico City: Sacri­fice of child­ren from Tlatelolco. | (cc) Wolf­gang Sau­ber 2008

Die Göt­ter der Grie­chen, so wird erzählt, hät­ten gelacht. Auch Krishna habe viel gelacht und Bud­dha ohne Unter­lass gelä­chelt, der Gott der Bibel aber nie. Wie denn auch, ließe sich sagen, er kannte das Voll­play­back­thea­ter ja nicht. Und wie das so ist, es führt ein Weg von den grie­chi­schen Göt­tern zu den drei ??? in der Kir­che: Wei­ter­le­sen

Ich, Judas

Ben Becker | Amos Oz, Walter Jens | 18. März

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Ben Becker | © Fritz Brinckmann

Im August 1960 strengt Bert­hold B., Fran­zis­ka­ner, ein Ver­fah­ren an mit dem Ziel, der Papst möge Judas selig spre­chen. Judas Ischa­riot, Urbild des Ver­rä­ters, best-gehasst durch zwei Jahr­tau­sende  -  dem Mann, von dem die Bibel berich­tet, er habe Jesus ver­ra­ten, wird nun der Pro­zess gemacht: War er Täter oder Opfer, Ver­rä­ter oder wil­len­lo­ses Werk­zeug? Han­delte er, ein Jün­ger Jesu wie Petrus einer war, aus freiem Wil­len oder musste er tun, was er tat? Das Frage-Karussell nimmt Fahrt auf, was ist mit Jesus, hat er gewusst, wem er sich ange­freun­det hat oder hat er, der Sohn des Höchs­ten, sich in Judas geirrt? War Jesus Täter? Opfer?  -  Das die lite­ra­ri­sche Fik­tion, von Wal­ter Jens erdacht, Ergeb­nis: Gewiss­hei­ten fäl­len kein Urteil, sie stür­zen nur ein. Wei­ter­le­sen

Kriege, Pop, Erinnerung

Songbirds Collective | 6. März

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„Feind­staat Eng­land“: Mosaik von 1931 im Turm der Christuskirche

Was Europa zusam­men hält? Dies: Ein Brite kämpft in Frank­reich gegen Deut­sche, der Brite  -  Pri­vate James Brian  -  wird ver­wun­det, Liz­zie, seine Frau, erhält einen Brief und kurz dar­auf einen zwei­ten, darin steht, ihr Mann sei tot. Wenig spä­ter stirbt Liz­zie Brian, ihr Herz ist gebro­chen, 100 Jahre spä­ter liest Daisy Chap­man die bei­den Briefe, sie schreibt ein Lie­bes­lied, man kann Europa in ihm hören. Wei­ter­le­sen

Jitterbugs

Pasadena Roof Orchestra | 8. März

Jitterbugs_(II) Artist William H. Johnson ca. 1941
Jit­ter­bugs by Wil­liam H. John­son, ca 1941

Swing ist das Gegen­teil von Pegida und PRO das Gegen­teil vom Brexit: Diese Bri­ten brin­gen zurück, was Europa ein­mal gemein­sam war, ein Lebens­ge­fühl. Gershwin, Ber­lin, Por­ter, die Lust, zu tän­zeln bis in den Mor­gen hin­ein und nicht zu mar­schie­ren, bis alles in Scher­ben fällt. // Zum Kon­zert