Friede den Eisdielen

Katatonia | Unplugged & Reworked

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Cas­par David Fried­rich, das Eis­meer | Öl auf Lein­wand, 126,9 x 97,6 cm | Bild­ar­chiv Foto Mar­burg, Commons

Katatonia-Konzert fast aus­ver­kauft, gibt nicht mehr viele Kar­ten. Was wie­derum Gele­gen­heit gibt, über das zu schrei­ben, was sie nicht machen: Sie phan­ta­sie­ren sich in kein Ewi­ges Eis hin­ein. In der Dunkel-Musik ist die Eis-Metapher  -  Eis­meere, Eis­wel­ten, Eis­frauen, Eis­feen  -  schwer beliebt, da wer­den Eis­pa­läste wie Rei­hen­häu­ser ent­wor­fen. Und zwar nicht, je wei­ter nörd­lich sol­che Lyrics auf­ge­reimt wer­den, son­dern je ger­ma­ni­scher sie sich geben. Mich hat das immer gewun­dert: War Eis nicht das, was die 6. Armee ein­ge­dampft hat? Wei­ter­le­sen

Ich-Form

Vonda Shepard | solo

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Vonda She­pard | Promo

16 Jahre her, dass das TIME MAGAZIN mit Ally McBeal auf­ge­macht hat: Ihr Por­trät  -  also das von Calista Flock­hart  -  war ans Ende einer Ahnen­ga­le­rie mon­tiert, die im 19. Jahr­hun­dert mit Susan Brow­nell Anthony begann, Head­line: „Is Femi­nism Dead?“ Inter­es­san­tes Cover, weil es an irgend­wie glück­li­che Jahre erin­nert, als man ganz selbst­ver­ständ­lich glau­ben konnte, TV-Serien wür­den  -  pri­vat pro­du­ziert  -  gesell­schaft­li­che Bedeu­tung ent­wi­ckeln. Oder gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen andeu­ten. Als seien sie „Flag­gen­si­gnale der kom­men­den Dinge“, wie Wal­ter Ben­ja­min über Moden gesagt hat, die vor­weg­neh­men, was kommt. Von der Musik hat man das auch einige Zeit glau­ben kön­nen, dass sie kom­mende Dinge anklin­gen lasse, auch das hat sich ver­flüch­tigt. Und Vonda She­pard? Die Sän­ge­rin aus Ally McBeal? Wei­ter­le­sen

Scudetto

Ben Redelings, Frank Goosen, Oli Hilbring

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Ben Rede­lings, Frank Goo­sen by Sabine Michalak

Gibt wei­ter­hin Leute, die glau­ben, dass Fuß­ball eine Reli­gion sei: der Pokal ein Abend­mahls­kelch, das Sta­dion eine Pil­ger­stätte, der Schiri ein Pfar­rer. Ver­mut­lich muss man in Bochum leben, um zu wis­sen, wie absei­tig das ist. Nie­mand geht zum VfL, weil er Lebens­sinn sucht, ab und an ein Heim­sieg wäre was. Fuß­ball ist Fuß­ball, das Sta­dion Ruhr­sta­dion und Scu­detto eine Fußball-Show. Ein reli­gi­ons­freies Revier, wenn man so will, genauer: Kult.

Ästhetik des Widerstands

Projekt 20 | Bochumer Menschenrechtspreis

20 - Ein Projekt für Jafar Panahi und die Freiheit
20 — Ein Pro­jekt für Jafar Panahi und die Freiheit

Was man nicht sehen darf, kann man hören. Nicht gese­hen, nicht ein­mal gedreht wer­den dür­fen die Filme, die Jafar Panahi macht. Panahi, inter­na­tio­nal ver­ehrt [Gold in Can­nes und Vene­dig, Sil­ber in Ber­lin usw.], ist Teil der Grü­nen Bewe­gung, er wurde Ende 2010 zu 6 Jah­ren Haft ver­ur­teilt und zu 20 Jah­ren Berufs­ver­bot. Im Iran wer­den Filme ver­bo­ten, bevor sie gedreht wer­den. Moham­mad Reza Morta­zavi hat sie den­noch auf­ge­führt: Er hat Panahi gebe­ten, sei­nen Herz­schlag auf­zu­neh­men, auf die­sen Rhyth­mus hat er dann seine Kunst gelegt. 20 Minu­ten lang, jede Minute für eines der Jahre, in denen ver­bo­ten sein soll, sich eine eigene Vor­stel­lung zu machen. Groß­ar­tige Musik. Bochum ver­leiht einen Peter-Weiss-Preis, der ist in „Spar­ten“ unter­teilt, Morta­zavi fiele unter Film. // Hören. Unbe­dingt.

Staatsreligion

Konzert zum Karfreitag

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© Theo Oberheitmann

„Es stand die Mut­ter vol­ler Schmer­zen bei dem Kreuz“. Das die erste Zeile des Gedichts „Sta­bat Mater“, das Dvořák ver­tont hat, das Bild einer trau­ern­den Mut­ter. Dafür, dass sich so etwas wie Empa­thie ent­wi­ckeln konnte, die Fähig­keit, sich in das Füh­len ande­rer zu ver­set­zen, war die­ses Bild, über Jahr­hun­derte tra­diert, von unschätz­ba­rer Bedeu­tung. Jeman­den ans Kreuz zu schla­gen und über Tage ver­re­cken zu las­sen, war eine in der Antike  -  und vor allem bei den Zivi­li­sa­to­ren Euro­pas, den Römern  -  beliebte Methode, staat­li­che Auto­ri­tät auf­zu­rich­ten. Wei­ter­le­sen

Gefühl für Sinn

UNMAP | urban urtyp #35

Erst hören, es ist fast nichts, aus dem die 4 so vie­les machen. // Tat­säch­lich, erzählt Marie­chen Danz, Irin aus Ber­lin und inter­na­tio­nal aner­kannte Perfomance-Künstlerin, „waren die ers­ten Per­for­man­ces, die ich gemacht habe, vocal based, da habe ich vor mei­nen Zeich­nun­gen gestan­den und ver­sucht, die Stim­men zu arti­ku­lie­ren für die Figu­ren, die ich gezeich­net hatte  -  ohne Wör­ter, mit Lau­ten, mit Geräu­schen, die die Funk­tion der Organe arti­ku­lie­ren soll­ten.“ Ein Schöp­fungs­akt mit­hin, die Besee­lung einer Form, ihre Besin­gung [oder wegen mir: ihre Bestimmung]. „War ein lan­ger Weg bis zur Spra­che und zur Pop-Sprache …“ Wei­ter­le­sen

This is not Wheaton

Stephanie Nilles | American Songbirds

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Ste­pha­nie Nil­les by Indira Chatterjee

Wer in Whea­ton gebo­ren wird, einem 55 Tsd See­len­dorf im See­len­gür­tel von Chi­cago, hat keine schlech­te­ren Start­be­din­gun­gen als alle, die ins Ruhr­ge­biet gewor­fen wer­den. Hier wie da spielt Musik eine Rolle, das Sel­ber­spie­len wird geför­dert, vor Mozart ist die Ehr­furcht nicht viel grö­ßer als die vor Guns N Roses. Ste­pha­nie Nil­les aus Wheaton/Illinois wird am Kla­vier geschult, dann am Cello, macht ein Examen an einem Insti­tut und übt in ihrem Überaum jeden Tag wie unter­tage: „Ich fühlte immer mehr, dass die Musik, die ich spielte, kei­nen Bezug zur Welt um mich herum hatte.“ Sie steigt aus, es war ihr Ein­stieg. Wei­ter­le­sen

„Swamp-Boogie-Queen“

Kyrie Kristmanson | American Songbirds

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Sas­kat­che­wan Sky by Hob­vias Sudon­eighm | commons

Sas­kat­che­wan. Kana­di­sche Pro­vinz, etwa dop­pelt so groß wie Deutsch­land. Tro­ckene Som­mer, kalte Win­ter, je Qua­drat­ki­lo­me­ter 1,6 Men­schen [Bochum: 2486,7]. „Ich habe mich immer gefragt, warum Men­schen hier frei­wil­lig leben“, hat Kyrie Krist­man­son erzählt, „es dau­erte lange, bis ich ver­stand: Oft ist man sel­ber das ein­zig Ver­ti­kale in einer sonst völ­lig hori­zon­ta­len Land­schaft. Man fühlt sich nackt und ver­wund­bar. Aber auch unbe­ob­ach­tet und frei, ein unge­mein inspi­rie­ren­der Ort.“ Die Songs, die so ent­ste­hen, dau­ern eher 2 als 3 Minu­ten und klin­gen „wie Björk klin­gen würde, wenn sie eine Swamp-Boogie-Queen mit Jazz-Ausbildung wäre”. Wei­ter­le­sen

“A female Tom Waits”

Rachelle Garniez | American Songbirds

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Rachelle Gar­niez

Man kann alle mit allen ver­glei­chen außer mit Tom Waits. Der Ver­gleich ist unziem­lich (Tom Waits gegen­über), unfair (allen Nicht-Waits gegen­über) und unlau­ter (den Hörern gegen­über). Über Rachelle Gar­niez schrieb die NEW YORK TIMES, sie sei „a female Tom Waits“. Uner­klär­lich ist, dass es stimmt. Sie singt nicht wie Tom Waits, son­dern eigen­sin­nig wie er, dreht die Wör­ter durch den Mund, formt sie zu Gegen­stän­den und lässt sie wie Töne in die Welt, jeder eine Story. „Diva with a dif­fe­rence“, schrieb THE NEW YORKER. Wei­ter­le­sen

1 Maahn, 1 Gitarre

solo & acoustic | 28. März

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© Wolf Maahn

Ray Charles habe seine Mut­ter gehört, hat er mal erzählt, und die Beat­les. Und „als die Beat­les 1966, da war ich elf, ihre erste und ein­zige Tour durch Deutsch­land star­te­ten, hat sich meine Mut­ter mor­gens um 6 Uhr ange­stellt und Kar­ten für mich und meine Brü­der ergat­tert.“ So kam Wolf Maahn zur Musik, ging dann mit Fleet­wood Mac auf Tour, spielte den Sup­por­ter für Bob Mar­ley, für Roxy Music, für Bob Dylan. Unfass­bar, so ein Wer­de­gang.  Wei­ter­le­sen

Einfühlung ins Menschenrecht

ChorWerk Ruhr singt Heinrich Schütz

Andrea Hörentrupp | LDA Halle
Blei­ku­geln ver­schie­de­nen Kali­bers — 7 bis 19 mm — vom Schlacht­feld Lüt­zen. | Foto Andrea Hören­trupp, Lan­des­amt für Denk­mal­pflege und Archäo­lo­gie LDA, Halle

Als er 33 war, brach der Krieg aus, und als der Krieg zu Ende war, war Hein­rich Schütz 63. Schwer vor­stell­bar, was es bedeu­tet, 30 Jahre lang im Krieg zu leben, nahe bei oder mit­ten­drin. Ringsum star­ben sie auf vie­hi­sche Weise  -  Blei­ku­geln wie oben im Bild lie­ßen lange lei­den  -  Schütz sel­ber lebte in Dres­den, die Stadt war bewehrt, sie blieb ver­schont. Der Hun­ger kam, die Seu­chen, die Pest. Seine Fami­lie starb ihm weg, seine Frau, seine Brü­der, seine Toch­ter, seine Mut­ter. Wel­cher Tod ist natür­lich, wel­cher unna­tür­lich, Schütz wusste, was mensch­lich ist, er hat getrau­ert: 140 Jahre, bevor die Men­schen­rechte dekla­riert wur­den, hat er sie ver­tont. Wei­ter­le­sen

Cabaret Chamber Chanson

Ashia & The Bison Rouge | American Songbirds

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Ashia & The Bison Rouge by Ben Z. Mund

Klas­sik, Folk, Punk? Ashia Grzesik aus Port­land, in Polen gebo­ren, „hält einen ganz eige­nen Platz besetzt“, sprach der BR: den Platz „zwi­schen Caba­ret und Chan­son, zwi­schen sla­wi­scher Gefühls-Seeligkeit und rotzig-ironischem Indie-Pop, zwi­schen klas­si­schem Song­wri­t­ing und famo­sen Klassik-Anklängen“. In die, wenn es ihr an der Zeit erscheint, der Punk ein­bricht. Schwer zu fas­sen, diese Musik, welch ein Eigen­sinn, welch ein Glück. Wei­ter­le­sen

Dem Blau entgegen

Jan Roth | urban urtyp #34 | 2. März

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Gra­ham Crumb | com­mons 2011

Er skiz­ziere „Augen­bli­cke, die er auf ihren poe­ti­schen Gehalt hin unter­sucht“, schrieb smash-mag über Jan Roth. Momente des Noch-nicht, wenn etwas unauf­halt­sam wird, aber noch fest­steckt in der Zeit. Von irgend­wo­her strömt Roman­tik ein, unauf­dring­lich dem Blau ent­ge­gen, und dann ist der Moment vor­über, wie hat er das gemacht? So wie Jan Roth die Tas­ten drückt, hät­ten das nicht auch Robo­ter machen kön­nen? Ja bzw. nein bzw. 3 Videos:  Wei­ter­le­sen

Fado, Freude, Freiheit

Cristina Branco | Alegria | 26. März

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© Cris­tina Branco

Zwei Stu­den­ten in einer Kneipe, sie sto­ßen auf die Frei­heit an, wer­den ver­haf­tet und zu sie­ben Jah­ren Zucht­haus ver­ur­teilt. Die Geschichte spielt 1960 in Lis­sa­bon, Sala­zar, der Dik­ta­tor, sitzt fest im Sat­tel [ein paar Jahre spä­ter fällt er im Wort­sinn vom Stuhl, das hätte Chap­lin nicht bes­ser erfin­den kön­nen], und in Lon­don liest ein jun­ger Anwalt von dem Urteil gegen die bei­den Stu­den­ten: Peter Benen­son ver­öf­fent­licht einen Auf­ruf im OBSERVER  -  „Open your news­pa­per any day of the week and you will find a report from some­where in the world of someone being impri­soned, tor­tu­red or exe­cu­ted because his opi­ni­ons or reli­gion are unac­cep­ta­ble to his govern­ment“  -  30 Zei­tun­gen welt­weit dru­cken den Auf­ruf nach, so wurde AMNESTY INTERNATIONAL gegrün­det. Wozu Por­tu­gals Knei­pen gut sind. Wei­ter­le­sen

4 Frauen, 4 Konzerte, 1 Festival

American Songbirds | 30. März

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Ste­pha­nie Nilles

„Wir müs­sen mit einer Stimme spre­chen, um da unten raus­zu­kom­men.“ Fuß­ball­sprech. Nur dass das nie erfolg­reich war, das mit der einen Stimme, schön schon gar nicht. Singer/Songwriting ist anders und geht so: 1 Stimme, 1 Instru­ment, 1 Welt. In die­sem Fall: 4 Frauen, 4 Kon­zerte, 1 Fes­ti­val. Eine von ihnen: Ste­pha­nie Nil­les aus New Orleans, Jazz­frau mit Punk-Attitüde und Klassik-Examen. „Wird mit­un­ter in einem Atem­zug mit Tom Waits genannt“, schrieb San Fran­cisco Chro­ni­cle. Wei­ter­le­sen

Helden außer uns

Christian Alexander Müller | "Heroes"

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Tra­fal­gar Square, Lon­don 2012/13: Power­less Struc­tures by Elm­green & Dragset. | Foto by muf­finn | commons

Schwie­ri­ges Thema, das Chris­tian Alex­an­der Mül­ler sich aus­ge­sucht hat, der Musical-Star singt über Hel­den. „Wer Held sagt, sagt auto­ma­tisch Tod, genauer: Mord.“ Sagt Chris­tian Schnei­der: „Der klas­si­sche Heros setzt das Tötungs­ver­bot außer Kraft.“ Darum geht es Mül­ler natür­lich nicht, nicht um Gestal­ten wie Hek­tor oder Achill,  er besingt Hel­den, die unsere Kind­heit in Glanz und Glück getaucht haben. Auch da wur­den Blut­bä­der ein­ge­las­sen, sicher, aber Wei­ter­le­sen

Cats & Breakkies

urban urtyp #33 | 9. Februar 19 Uhr

Ist schon die Frage, wieso ein elek­tri­sches Gerät so klin­gen soll wie eine Gitarre, wenn die Gitarre schon so klingt. Bei Cats & Bre­ak­kies klin­gen elek­tri­sche Geräte wie elek­tri­sche Geräte und die Musik wie aus den 70ern. Das aber nur solange, wie sich ihre Geräte vor­stel­len, bevor es los­geht … wie immer sonn­tags, wie immer 19 Uhr, wie immer nur 10 Euro.

Dasein & Mehr

Cats & Breakkies | urban urtyp #33

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Cats & Bre­ak­kies im Urban-Krankenhaus | by Anne-Sophie Malessa

Neues von der Ener­gie­wende: Nach­hal­tige Ver­sor­gung heißt nicht nur Depo­nie– & Klär­gas, jetzt auch Cats & Bre­ak­kies. Ihre Orga­nic Elec­tro kommt ohne Fos­sile aus, keine Atome, allen­falls Tom­toms und ein Repower­ing, das sich aus sechs Kraft­zen­tren speist, Wei­ter­le­sen

Deutsch sein und schwarz dazu

Theodor Michael liest | 26. Januar 17 uhr

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Theo­dor Wonja Michael | © Marc Leon­hart, Bonn

1935 erlas­sen die Nazis das „Gesetz zum Schutz des deut­schen Blu­tes und der deut­schen Ehre“, ihr „Ras­se­ge­setz“, da ist Theo­dor Michael zehn Jahre alt. Sein Vater stammt aus Kame­run, der ehe­mals deut­schen Kolo­nie, seine Mut­ter aus dem preu­ßi­schen Posen, jetzt gilt der Ber­li­ner als „art­fremd“. Sei­nen Pass zie­hen die Nazis ein, „staa­ten­los“ zu sein bedeu­tet, völ­lig recht­los zu sein  -  und Theo­dor Michael hat nicht ein­mal die Chance unter­zu­tau­chen: „Wohin hätte ich schon flüch­ten kön­nen mit mei­nem Gesicht?“ Er über­lebt die Ver­fol­gung, Wei­ter­le­sen

Carl Peters Wünsche

"Deutsch sein und schwarz dazu" | Teil 3

2014-01-26 Hererowars German troops fight the Herero, circa 1904. Painting by Richard Knötel (1857-1914), published in a 1936 book.
Richard Knö­tel (1857–1914): Ger­man tro­ops fight the Herero, circa 1904, publis­hed 1936.

Hagen­beck war sicher­lich, was wir heute einen Ras­sis­ten nen­nen, auch Fabri war einer  -  Zitat: „Alle Kolo­ni­al­po­li­tik hat zur Vor­aus­set­zung, dass eine höher ent­wi­ckelte Rasse über nied­ri­ger ste­hende Völ­ker­schaf­ten die Herr­schaft sich aneig­net“  -  aber selbst diese Art Salon-Rassismus blieb, um Han­nah Arendt zu zitie­ren, „im Rah­men der zahl­lo­sen freien und unver­ant­wort­li­chen Mei­nun­gen, die sich bekämpf­ten und mit­ein­an­der argu­men­tier­ten, um die Zustim­mung immer grö­ße­rer Teile der öffent­li­chen Mei­nung an sich zu rei­ßen. Diese Mei­nun­gen sind noch keine Ideo­lo­gien … Wei­ter­le­sen

Fabris Hoffnungsbild

"Deutsch sein und schwarz dazu" | Teil 2

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Cecil Rho­des Memo­rial by Bataa­vian | commons

Sechs Jahre nach Hagen­becks ers­ter „Völ­ker­schau“ erschien eine „politisch-ökonomische Betrach­tung“, ver­fasst hatte sie ein Pfar­rer: Fried­rich Fabri, Lei­ter der Rhei­ni­schen Mis­sion in Wup­per­tal, rea­gierte wie Hagen­beck auf den Bör­sen­crash 1873 und die zer­platz­ten Träume, auch er malte ein „neues Hoff­nungs­bild“ vor Augen: „Bedarf Deutsch­land der Colo­nien?“  Wei­ter­le­sen