Elektro Guzzi

urban urtyp #38 | 28. Dezember

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© Elek­tro Guzzi

Was ist ein Coup? Elek­tro Guzzi ins Ruhr­ge­biet zu holen. Was sind zwei Coup? Ihr Kon­zert in Bochum für 10 Euro zu ver­schen­ken. Viel­leicht muss man das ein­fach mal hin­schrei­ben: Das gibt es nur bei urban urtyp. Ohne Kul­tur­för­der­mit­tel, die Wäh­rung, in der wir rech­nen, lau­tet: urban oder nicht. Was Elek­tro Guzzi machen, ist  -  und womög­lich ist das der Grund, warum sie noch nie im Ruhr­ge­biet gespielt haben  -  es ist aus­ge­spro­chen urban. Wei­ter­le­sen

Bugge Wesseltoft

It's Snowing On My Piano | 18. Dezember

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Bugge Wes­seltoft | © Tarand Krogvold

Defi­ni­tive Emp­feh­lung! Gibt kei­nen ande­ren, der in der Lage wäre, ein sol­ches Gefühl zu wecken, so atmo­sphä­risch dicht. Und das mit einer Musik, von der man den­ken möchte, sie sei aus­ge­deu­tet: Wes­seltofts Solo, sagen man­che, sei die ein­zige Weih­nachts­mu­sik, die sie über­haupt noch hören könn­ten. Mit dem Risiko aller­dings, sich darin zu ver­lie­ren. Wei­ter­le­sen

Was Pop kann

Gregorian | Winter Chants | 17. Dezember

"Sieht gregorianisch aus": Die Gregorian live in der Christuskirche
Gre­go­rian in der Chris­tuis­kir­che 2012 | Foto © Ayla Wes­sel, Kulturagentüer

Hat das noch was mit Gott zu tun? Pop-Songs, Light-Show, nach­ge­machte Kut­ten? Und das in einer Kir­che? Gibt Leute, die sagen, nein, mit Gott habe das nichts zu schaf­fen, wohl aber mit Pro­dukt­pi­ra­te­rie: Wer Gre­go­ria­nik nach­ahme anstatt sie nach­zu­sin­gen, der spiele nicht, was Gott gerne höre.  -  Möchte sein, möchte nicht, möchte man da sagen, wer es gerne hört, sind wir. Wei­ter­le­sen

Rays Referendum

Ray Wilson & Genesis Classic | 21. Nov.

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Ray Wil­son 2013 in der Chris­tus­kir­che; Foto: Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

Vor dem Scot­tish inde­pen­dence refe­ren­dum sah es so aus, als wolle das Land unbe­dingt Aus­land wer­den, jetzt ist Schott­land zurück und Wil­son auch. Als er  -  die schot­ti­sche Stimme, die Phil Collins bei GENESIS beerbt hat  -  zum ers­ten Mal bei uns war, hatte hie­sige Presse erstaunt bemerkt, das Publi­kum sei, ver­gli­chen mit Genesis-Songs, meis­ten­teils jün­ger. Erstaun­lich? Mehr als alles ist Wil­son die Stimme von STILTSKIN, deren Grunge-Song „Inside“ ist iko­nisch, er hat  -  ein alt­mo­di­sches Wort  -  Aus­druck. Wei­ter­le­sen

Das Paradies und die Peri

Stadtkantorei Bochum | 28. November

Stara_vrata_-_Old_door_by cc Gorupka from Slovenia
(cc) Gorupka; Slovenia

Die Idee, dass es ein Para­dies geben könnte, hat in letz­ter Zeit gelit­ten: Statt Urlaubs­fo­tos vom Feri­en­pa­ra­dies drän­gen sich durch­ge­knallte Schläch­ter auf, die glau­ben, sie wür­den dafür belohnt, sich sel­ber und andere aus der Welt zu bom­ben. Schu­mann hat sein Ora­to­rium, 1843 kom­po­niert, ein „welt­li­ches“ genannt: ein „Ora­to­rium für hei­tere Men­schen“. Wei­ter­le­sen

Weiterhin kühl, weiterhin romantisch

Anne Clark | 14. November

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Anne Clark in der Chris­tus­kir­che 2012 by Vol­ker Wiciok, Lichtblick

Mit Punk fing sie an, mit Post­punk ging es wei­ter, hat kein Inter­esse an kei­ner Zukunft gezeigt, keine Kar­riere geplant und keine gemacht. Und dann: 30 Jahre lang Musik, ohne sich zu wie­der­ho­len. Das hat Stil. Wei­ter­le­sen

Shakespeare über Opel

ChorWerk Ruhr | CWR 76 | 8. November

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Adam Opel AG Bochum 2014 [Aus­schnitt] | (cc) Tuxyso

Kaum dass ein Opel aus Bochum kam, kam Shake­speare in die Stadt. This is not Detroit, auch nicht Wei­mar [wo die Shakespeare-Gesellschaft her kam], this is eine Stadt, die Ambi­tion ent­wi­ckelt hat: 1918  -  die euro­päi­sche Kul­tur hatte sich soeben selbst zer­mör­sert  -  wurde hier, in der Malo­cher­stadt, ein Symphonie-Orchester gegrün­det und gleich dar­auf ein Schau­spiel­haus. 1962  -  die Bergbau-Krise hatte begon­nen  -  kamen Opel und die Ruhr Uni, kurz dar­auf die Shakespeare-Leute. Jetzt ver­schwin­det Opel wie­der, was würde Shake­speare dazu sagen? „No loun­ger mourn for me.“ Wei­ter­le­sen

„Hooray For Love“

Curtis Stigers | 12. November

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Curtis-Stigers by Andy Lawless

Der Croo­ner. Viel­leicht der letzte sei­ner Art. Der Mann hat, was er ist, von der Pike auf gelernt, hat sich durch Stile und Gen­res gespielt, mit Gro­ßen und Größ­ten zusam­men, hat Welt­hits gelan­det [„I Won­der Why“], bevor er selbst gelan­det ist. Im Jazz. „A Rockin‘ Jazz­man“, hat ihn die NEW YORK TIMES genannt, „an artist of genuine class and laco­nic charm“ der THE GUARDIAN. Wei­ter­le­sen

Klassik aber Indie

urban urtyp #37 | 9. November

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HANNAH aka Han­nah Thiem

Klas­si­sche Musik in Deutsch­land ächzt schwer unter einer mas­si­ven För­de­rung, die sie in dem Maße ertra­gen muss, wie sie von ihr getra­gen wird. In den USA ist das anders, ohne zent­ner­schwere För­der­last las­sen sich auch beschwer­li­che Wege gehen. Jener etwa, der in eine „elec­tro­nic ambi­ent indie pop direc­tion“ führt.  Wei­ter­le­sen

„… der beste Gitarrist …“

Tommy Emmanuel | 2. November

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Tommy Emma­nuel by Allan Clarke

AUSVERKAUFT !

Eric Clap­ton ist, wenn es um Gitarre geht, kein schlech­ter Leu­mund. Von Clap­ton wird gesagt, er habe gesagt, Tommy Emma­nuel sei „der beste Gitar­rist, den ich je gese­hen habe“. Wei­ter­le­sen

Bar

urban urtyp #36 | 26. Oktober

Etwas New-Wave, etwas Balea­ric, etwas Sho­egaze. Auch etwas Dream-Pop und Noir-Songwriting, viel Noblesse und Kühle, Soul und gefro­rene Magie. BAR sind Chris­tina Irr­gang und Lucas Croon, der von Sta­bil Elite. Wei­ter­le­sen

Chogori

urban urtyp #36 | 26. Oktober

A40_Essen by (cc) Christian Demski
A40 bei Essen | (cc) Chris­tian Demski

Berge sind beschwer­lich, konnte ich nie ab. Cho­gori haben sich nach dem zweit­höchs­ten Berg der Welt benannt, K2. Sind in Düs­sel­dorf aber auf die Schule gegan­gen anstatt auf den Berg. Immer die Kraftwerk-Autobahn ent­lang, mehr A1 als K2, sie spie­len  -  auf rein akus­ti­sche Art  -  mini­mal Elek­tro­ni­sche Musik. Eine Mischung aus tie­fen­ent­spann­ter Höchst-Anstrengung, expe­ri­men­tel­lem Art­work und dem Innen­le­ben eines Steu­er­ge­räts. Ihre Stu­dios haben sie in den Räu­men eines alten Klos­ters. Wei­ter­le­sen

Der Ukraine gewidmet

Elena Chekanova & Ensemble | 27. September

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Babi Jar | (cc) Mark Voo­rendt 2003

Ein unge­heu­rer Ver­gleich, Putin hat ihn ange­strengt: Die ukrai­ni­sche Armee erin­nere ihn an die Wehr­macht. Wir erin­nern uns an Babi Jar: Am 27. Sep­tem­ber 1941  -  Elena Che­ka­nova hat ihr Kon­zert bei uns auf eben die­sen Tag gelegt  -  tra­fen sich höhere Wehrmachts-, SS– und Poli­zei­funk­tio­näre in Kiew und beschlos­sen, alle Juden der Stadt zu „eva­ku­ie­ren“. Der fol­gende Tag war ein Sonn­tag, den Mon­tag und Diens­tag über wur­den 33.771 Men­schen nach Babi Jar gebracht, einer idyl­lisch bewal­de­ten Schlucht vor der Stadt, und ermor­det. Per Hand und wie im Akkord. „Aber ich riss mich los und ent­kam.“ Wei­ter­le­sen

Farbe!

Tag des offenen Denkmals | 14. September

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Detail der Fens­ter von Hel­mut Lan­der, 1959 | Foto thw

Schwarz war die Farbe der Exis­ten­zia­lis­ten, die Farbe der Punks, ist die man­cher Dienst­klei­dung und ande­rer Leute Dienst­wa­gen. Der­zeit ist schwarz: die Fahne der ISIS, die Uni­form der ISIS, die Burka der ISIS. Gro­ßer Dank an die Deut­sche Stif­tung Denk­mal­schutz für das Thema des Tages: Farbe. | Infos zu unse­ren Füh­run­gen.

14:46 / 15:03

9/11 | Gedenken an die Opfer des Terrors

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Opfer der Ter­ror­at­ta­cke von 9/11 | Foto (cc)

Wer den Tag erlebt hat, kann sich erin­nern, wie es war, als ihn die Nach­richt erreichte: Der 11. Sep­tem­ber 2001, die Bil­der der bren­nen­den Türme in New York haben sich nicht nur ins kol­lek­tive Gedächt­nis gebrannt, son­dern in jedes ein­zelne. Es ist der Grund, warum in den Tagen danach, wohl erst­mals in der Geschichte, ein welt­wei­tes Gefühl ent­stand, ein Mit­füh­len. Wei­ter­le­sen

Marlon Brando und die Pick-Up-Kohorten

Die Bilderwelt der ISIS | Gastbeitrag Ruhrbarone

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Black rai­lings fini­als by (cc) Les Chatfield

Die Pro­pa­ganda der ISIS besteht in dem Ver­spre­chen, Gewalt zu ent­gren­zen, soll man deren Bil­der zei­gen oder nicht? Genauer: Soll man sie zei­gen, damit wir sie lesen ler­nen, oder nicht zei­gen, weil wir sie lesen kön­nen. Ein Ver­such: „Ein jun­ger Mann posiert vor einem Zaun mit spit­zen Ele­men­ten, wie er hier­zu­lande in gut­bür­ger­li­chen Gegen­den als Zierde und Grenz­mar­kie­rung vor gepfleg­ten Vor­gär­ten gut vor­stell­bar wäre. Auf den Zaun­spit­zen in jenem Foto aber ste­cken abge­schla­gene Köpfe.“ So beschreibt Caro­line Uhl auf welt.de ein Foto, mit dem sich der ISIS beim WDR vor­ge­stellt hat,  Wei­ter­le­sen

Wenn die Kommissarin für Kultur auf die Toilette muss

Diskussion ueber TTIP Freihandelsabkommen

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Ber­li­ner Mauer drei Jahre vorm Frei­han­dels­ab­kom­men | Foto ThW

Staat­lich gelenkte Auto­in­dus­trie? Staat­lich regu­lierte Presse? Staat­lich arran­gierte Reli­gion? Es bedarf schon der Begrün­dung, wenn aus­ge­rech­net die Kul­tur sich noch immer im Schoß des Staa­tes wiegt. Das ist in den USA anders, da läuft die Kul­tur auf eige­nen Bei­nen durchs Leben, und das ist das Pro­blem mit die­sem Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP: Wenn ame­ri­ka­ni­sche Ver­hält­nisse in die euro­päi­sche Kul­tur ein­drin­gen, so die viel­stim­mige War­nung, drohte dies und das, in jedem Fall ein Nie­der­gang. Wei­ter­le­sen

It’s the religion, stupid

Gastbeitrag für Ruhrbarone.de

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Bag­dad 2007 | Foto (cc) Jim Gordon

„Dschi­ha­dist aus Dins­la­ken“, vor kur­zem noch hätte man so eine Zeile für einen Funny-van-Dannen-Song gehal­ten, jetzt liest man, es seien ein paar Tau­send Euro­päer, die ein paar Tau­send Kilo­me­ter rei­sen, um an gott­ver­las­se­nen Orten einen „Mär­ty­rer­tod“ zu suchen. Und die Reli­gi­ons­kri­tik? Sor­tiert sich die Welt ent­lang just jener Göt­ter, von denen sie eben noch dachte, dass es sie nicht gibt. Weit hin­ter der Tür­kei schla­gen sie auf­ein­an­der ein? It’s the reli­gion, stu­pid. Im Ori­ent schlach­ten sie ein­an­der ab? Steht so im Koran. In Afrika toben Kämpfe? Auch irgend­wie reli­giös gestimmt, das Gemet­zel. Unterm Strich: Nir­gends kein Schöp­fer, aber die Kriege, die hat er gemacht. Hier eine andere These: Was die Gewalt befeu­ert, ist nicht der Glaube, son­dern der Zwei­fel an ihm. Wei­ter­le­sen

„12 Saiten für die Ewigkeit“

Roger McGuinn by Jürgen Böbers-Süßmann

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Ricken­ba­cker 360–12 | (cc) Greg Field

So wahr und so schön geschrie­ben, Jür­gen Böbers-Süßmann über Roger McGuinn: » 12 Sai­ten für die Ewig­keit: Roger McGuinn ist Mas­ter­mind der legen­dä­ren Rock­band The Byrds und am 13. Sep­tem­ber in Bochum zu Gast, wenn der inzwi­schen 72-Jährige ein Solo­kon­zert in der Chris­tus­kir­che gibt. Gewiss wer­den dann auch all die guten, alten Hits nicht feh­len, deren Auf­zäh­lung Wei­ter­le­sen