Big Beautiful Buildings

Baukultur der 50er | 30. - 31. Oktober

Chris­tus­kir­che Bochum by Die­ter Oes­tern | foto thw (cc)

Nach dem Krieg, nach Ausch­witz, nach dem Zer­fall von Zivi­li­sa­ti­on, lässt sich da „Zukunft bau­en“? Eine Schu­le, ein Thea­ter, eine Kir­che? Müss­ten sol­che Bau­ten  —  jetzt, wo die Men­schen, die sie bewohnt hat­ten, ermor­det waren oder gemor­det haben  —  müss­ten ihre Häu­ser nicht anders aus­se­hen, nicht mehr mons­trös und nicht pus­se­lig, auch nicht mehr for­mal, son­dern big and … beau­ti­ful? Ein Pro­jekt, eine Tagung, eine Aus­zeich­nung, alle wei­te­ren Infos dazu hier.

Eldorado musikalischen Eigensinns

Ätna sind urban urtyp #66

urban urtyp Kubus mit Hausch­ka | Ayla Wes­sel ©

So nann­te der TRAILER unse­re Indie-Rei­he urban urtyp, in ihr spie­len jetzt Ätna und dann Textor + Renz. Blei­bend schön, was Mela­nie Redlber­ger im TRAILER über uu schrieb: „Es ist einer die­ser magi­schen Momen­te: auf You­Tube ent­deckst du in der Mar­gi­nal­spal­te rechts eine Band, die dein Herz höher schla­gen lässt. Du spielst sie ande­ren musik­be­geis­ter­ten Men­schen vor, die­se nicken. Dann kriegst du mit, dass die Band auf Tour in Deutsch­land ist und zwi­schen­drin einen Abend frei hat – dei­ne Freun­de nicken immer noch – und du buchst die Band für ein Kon­zert in dei­ner Hei­mat­stadt. Unge­fähr so kam es zu dem Auf­tritt von Ciga­ret­tes after Sex in der Bochu­mer Chris­tus­kir­che, als die Band noch ein Geheim­tipp war. Natür­lich ist es nicht immer so ein­fach, aber was die Kon­zert­rei­he Urban Urtyp seit 2010 aus­zeich­net, ist die DIY-Men­ta­li­tät: Musik ist am bes­ten, wenn sie gera­de pas­siert. Her­zens­din­ge zäh­len mehr als kom­mer­zi­el­le Erfol­ge, die per­sön­li­che Über­zeu­gung der lose zum Boo­king-Kol­lek­tiv ver­ban­del­ten Musik­fans fließt in die demo­kra­ti­sche Abstim­mung ein. Gemein­sam wird ver­ein­bart, was urban genug ist, um für ein Kon­zert ange­fragt zu wer­den, ohne dass die­ses Kri­te­ri­um jemals tot­de­fi­niert wird. Und alle packen beim Büh­nen­auf­bau eben­so an wie beim Bestim­men des musi­ka­li­schen Pro­gramms. Immer sonn­tags, immer 19 Uhr, immer 10 Euro, ein­mal im Monat, jedes Mal mit der Opti­on, bis­he­ri­ges Den­ken und Füh­len über Musik durch­ein­an­der­zu­wir­beln. Wei­ter­le­sen

„The Making of the Nazi“

Disney, Mendelssohn, Stadtkantorei | 20. Okt.


Ein klei­ner Dis­ney Film, er ist 75 Jah­re alt: „Edu­ca­ti­on for Death, The Making of the Nazi“ erzählt die Geschich­te von Hans, der, in die frü­hen Hit­ler­jah­re hin­ein gebo­ren, zu einem from­men Nazi erzo­gen wird: „mar­ching and hei­ling“, mar­schie­ren und heil­hit­ler­brül­len. Ab Min 8:10 fol­gen­der Sze­nen­ab­lauf: Fackel­marsch, eine Bücher­ver­bren­nung, ein christ­li­ches Kreuz wird abge­räumt, eine Kir­che nie­der­ge­brannt. His­to­risch ist das nicht, zer­stört wur­den die Syn­ago­gen, inter­es­sant aber, wel­che Bücher der Film zeigt, die ver­brannt wor­den sind: Vol­taire, Spi­no­za und Men­dels­sohn. Auf­klä­rung, Reli­gi­ons­kri­tik und Bür­ger­tum. Noch­mal anders: ratio­na­le Reli­gi­on, jüdi­sche Reli­gi­ons­kri­tik, eman­zi­pier­te Kul­tur. Wer­den sie aus dem Den­ken ver­bannt, ver­schwin­det das Kreuz und die Kir­che geht zugrun­de. Das ein­mal als Adres­se ans eige­ne Unter­neh­men, der Film ist von 1943. Und um Dis­neys Ein­sicht nun auf den „Eli­as“ anzu­wen­den, den die Stadt­kan­to­rei jetzt am Sams­tag singt: Wei­ter­le­sen

Die Happy!

12. Oktober | Rest-Tickets an der AK!

Die Hap­py ©

Die Momen­te im Leben, in denen einem klar wird, wie schön das Leben ist und wie rund­her­aus man dies ab und an fest­stel­len kann. Pro­ble­me? Gibt es. Sor­gen? Dito. Zukunft? Unge­wiss. Und doch, trink dei­nen Wein mit guten Mut, lebe in Freu­den and die hap­py. // Nur noch ein paar Dut­zend Tickets an der AK.

Fehlfarben

Donnerstag 12. Oktober | 20 Uhr

Fehl­far­ben 1980 ©

„Und plötz­lich über­fie­len die mich da mit 5 Wochen Ter­mi­nen, so unge­fähr. Hab ich gesagt, nö, geht glaub ich nich, kann ich nich machen. War mir dann auch zu lan­ge weg von zu Hau­se.“ Peter Hein auf die Fra­ge, war­um er aus­stieg, als Fehl­far­ben auf die gro­ßen Büh­nen kom­men soll­te. Jetzt kom­men sie mit ihm zu uns, „Mon­ar­chie und All­tag“ ist ein Jahr­hun­dert­werk, eines der best-getex­te­ten Alben ever. Infos von Peter Hes­se auf den Ruhr­ba­ro­nen und hier bei uns.

The Mystery Of The Bulgarian Voices

Samstag 13. Oktober | 20 Uhr

The Myste­ry Of The Bul­ga­ri­an Voices feat. Lisa Ger­r­ard

Die­ser Chor hat Welt­mu­sik gemacht, als es den Begriff noch gar nicht gab. Hat mit einem medi­ta­tiv-folk­lo­ris­ti­schen Sound erst ver­blüfft, dann ver­zau­bert und dann einen Gram­my erobert. Es war die Zeit, in der Glo­ba­li­sie­rung als das gehört wur­de, was sie bis heu­te ist: ein Ver­spre­chen auf Welt­frie­den und eben Welt­mu­sik. Lan­ge her. Und jetzt, wo es dring­li­cher ist als je, an die­ser Idee fest­zu­hal­ten, jetzt kom­men sie  —  mit Lisa Ger­r­ard —  für 4 Kon­zer­te nach Deutsch­land. Alle Infos hier

Seebrücke Bochum: Demo am Samstag

Screen­shot from NASA’s glo­be soft­ware World Wind (cc)

„Stoppt das Ster­ben!“ Auf­ruf von Pro Asyl, zehn Jah­re her: „Wenn jemand vor unse­ren Augen zu ertrin­ken droht, müs­sen wir hel­fen.“ Mora­lisch gese­hen ist das Dilem­ma heu­te, zehn Jah­re spä­ter, nicht auf­zu­lö­sen: Je mehr Men­schen aus Lebens­ge­fahr geret­tet wer­den, umso mehr bege­ben sich in sie hin­ein, umso mehr kom­men in ihr um. Moral aller­dings ist kurz­sich­tig, sie ist zu dicht dran und muss es sein, um uns die Augen zu öff­nen. Aus der Distanz betrach­tet sieht das Gan­ze völ­lig anders aus und genau­so so: Im distan­zier­ten Blick wird klar, wie kurz der Weg ist, wie unschein­bar die Distanz, wie nah wir uns sel­ber sind. // Demons­tra­ti­on gegen das Ster­ben im Mit­tel­meer und in der Wüs­te am Sams­tag, 11:30 Uhr, HbF. Alle Infos hier.

Nadine Khouri

Support für Low | Mittwoch 20 Uhr

Nadi­ne Khou­ri by Ste­ve Gullick ©

Als Sup­port ange­kün­digt, tat­säch­lich ein Act für sich. Die bri­ti­sche Pres­se: “Medi­ta­ti­ve, spec­tral dream­s­capes … extra­or­di­na­ry voice: a fra­gi­le, sen­suous instru­ment”, schrieb MOJO. “Lush, drea­my song­wri­ting with a gil­ded edge… Deli­cious­ly moo­dy”, so CLASH. “Khouri’s voice is bre­a­thy, sen­su­al, begui­ling, medi­ta­ti­ve and  Wei­ter­le­sen

Low

Mittwoch 10. Oktober | 20 Uhr

Low by Shel­ly Mos­man ©

SPEX lesen, es bil­det. Und Ruhr­ba­ro­ne eben­so. Über Low schreibt CHRISTOPH JACKE in der aktu­el­len Spex: „Trip-Hop-Beats gekreuzt mit Indie, Folk, Ambi­ent und Indus­tri­al krie­gen kurz vorm digi­ta­len Stör­ge­räusch gera­de noch die Kur­ve zurück zum Song.“ Lows luzi­der Zau­ber wir­ke wie „durch den dunk­len III-Hop-Fleisch­wolf gedreht“. Heißt was? „Dan­cing Blood hören und ster­ben. Zumin­dest den klei­nen Tod.“ Auf den Ruhr­ba­ro­nen wie­der­um schreibt Peter Andre­as Hes­se: „Elfen­ar­ti­ge Melo­di­en, maschi­nel­le Käl­te, kri­sen­haf­tes Gerat­ter, gro­ße Hym­nen und ganz viel Magie. (…) So wird ein musi­ka­li­scher Koloss erschaf­fen, der das gro­ße Kräch­zen unse­rer Zeit per­fekt in eine mor­bi­de Sound­land­schaft ummünzt.“ Und dann zitiert er Alan Spar­hawk: „Ich bin zwi­schen der Kir­che und einem sehr musi­ka­li­schen Eltern­haus groß gewor­den.“ Von sowas kommt sowas. Wei­ter­le­sen

11. September 14:46

11. Sep­tem­ber 2018, 14:46 Uhr

Die Glo­cken der Chris­tus­kir­che läu­ten nur ein­mal im Jahr, immer am 11. Sep­tem­ber von 14:46 h bis 15:03 h. Sie erin­nern dar­an, dass es an die­sem Tag vor 17 Jah­ren etwas gege­ben hat, das es nie zuvor gege­ben hat: ein welt­wei­tes Mit­füh­len und Mit­lei­den, ein Emp­fin­den, das alle Men­schen, die ein Herz in sich tra­gen, mit­ein­an­der ver­band, wo auch immer sie auf dem Erd­ball leben. Als hät­te die Mensch­heit für einen kur­zen Moment die Augen auf­ge­schla­gen. Mehr

Mammal Hands

urban urtyp edition

Mam­m­al Hands by Tom Bar­rett

Ihre Kon­zer­te, heißt es, haben hyp­no­ti­sche Wir­kung. Sphä­risch, dyna­misch, mit majes­tä­ti­schen Bögen. Klingt nach GoGo Pen­gu­in? Nach Por­ti­co Quar­tet? Ja, klingt anders: Mam­m­al Hands sind Nick Smart am Pia­no, Jes­se Bar­rett an Tab­las und Drums, Jor­dan Smart am Saxo­phon. Kein Bass, kei­ne Vocals, mehr als ein Trio braucht es nicht für die Musik des 21. Jahr­hun­derts.  //  Eine urban urtyp edi­ti­on, Tickets am bes­ten bei uns reser­vie­ren: ticket@urbanurtyp.de

Stoppt den Terror, stoppt BDS!

Thomas Wessel | Rede auf der Kundgebung "Kein Support für BDS auf der Ruhrtriennale"

Adam Jones, Ph.D. 2013 (cc)

Guten Tag aller­seits, die Chris­tus­kir­che kann man von hier aus sehen, es ist eine Kul­tur­kir­che, wir haben so vie­le Besu­cher im Jahr wie die Ruhr­tri­en­na­le. Der Weg dahin ist kurz, es sind viel­leicht 800 Meter, so unmit­tel­bar ist das Inter­es­se, das ich habe, näm­lich kei­ne Lust, dass die­se Leu­te vom BDS dem­nächst vor mei­ner Kir­che ste­hen. Ich will sie nicht in mei­nem Pro­gramm, ich möch­te nicht, dass wir erpress­bar wer­den, so wie die Ruhr­tri­en­na­le erpress­bar gewor­den ist. Dazu 5 + 1 Punk­te: Wei­ter­le­sen

Roter Teppich für BDS ist wie der ECHO für Kollegah

Ruhrtriennale retten, Podium abblasen

Kloos vor der Jahr­hun­dert­hal­le by thw

Stand der Din­ge: Ste­fa­nie Carp, Inten­dan­tin der Ruhr­tri­en­na­le, hat­te dem Land­tag im Juli ange­kün­digt, sie berei­te anstel­le des Auf­tritts einer BDS-Band eine Ver­an­stal­tung mit Nor­bert Lam­mert vor. Die­ser Tage hat sie das Ergeb­nis ihrer Pla­nung vor­ge­stellt: Lässt sich eine poli­ti­sche Ver­nunft dar­in erken­nen, eine poli­ti­sche Ethik? Das Set­ting ein­mal durch dekli­niert: The­ma des Podi­ums sei, so der offi­zi­el­le Text, „das Span­nungs­ver­hält­nis von Mei­nungs­frei­heit und Frei­heit der Kunst mit per­sön­li­cher und gesell­schaft­li­cher Ver­ant­wor­tung im Kon­text der deut­schen Geschich­te“. Ein weit gespann­tes Pan­ora­ma, man wür­de  —  schon weil Nor­bert Lam­mert mode­riert, neben ihm Kul­tur­mi­nis­te­rin und Ex-Kul­tur­mi­nis­ter  —  einen renom­mier­ten Ver­fas­sungs­recht­ler an ihrer Sei­te erwar­ten oder Groß­his­to­ri­ker wie Hein­rich August Wink­ler und schaut sich die Beset­zungs­lis­te an: Alain Platel und Elliott Sharp, die bei­den expe­ri­men­tel­len Künst­ler, konn­ten ihr Berufs­le­ben lang tun und sagen, was immer sie tun und sagen woll­ten. Anders Ste­fa­nie Carp: Die „Span­nung“ zwi­schen „Mei­nung“ und „Ver­ant­wor­tung“ ist ihr aku­tes und sehr per­sön­li­ches Pro­blem. Carp ist das The­ma des Podi­ums, das sie arran­giert, nur dass sie den „Dis­kurs“ ver­ti­kal ver­scho­ben hat: Wo es um sie geht, geht es um „Frei­heit Ver­ant­wor­tung Geschich­te“. Theo­lo­gisch müss­te man von einer Ver­klä­rung spre­chen. Wei­ter­le­sen

avenidas y flores y mujeres

Lee Ritenour y Robin Beck y Nik Kershaw ...

West-Ber­lin 1985 by thw

Ein Wochen­en­de bei uns: Nik Kers­haw kommt (Infos hier) und Lee Ritenour (Infos hier) und Dave Grusin (Infos hier) und Robin Beck (Infos hier). Klingt retro, hat einen wun­der­ba­ren Effekt: Alle vier erin­nern dar­an, dass es eine Zeit gab, in der die Zei­chen eben­falls auf Sturm stan­den und die Welt vorm Abgrund, in der es aber Men­schen gab, die an so krau­se Din­ge glaub­ten wie die macht­lo­se Macht des Pop. An das Recht to par­ty und den zwang­lo­sen Zwang, etwas zu mögen, weil es ist, was es ist, anstatt empört zu sein, weil es nicht ist, was man lie­ber hät­te. Das Schö­ne an die­ser Erin­ne­rung ist, dass die­je­ni­gen, die damals dar­an geglaubt haben, die­sel­ben sind, die wir heu­te sind, ave­n­i­das y flo­res y muje­res. Viel­leicht liegt das Pro­blem dar­in, dass wir alle nur noch beob­ach­ten.

„Wenn wir anfingen, auf BDS zu schielen“

Offener Brief an Kulturministerin + Kulturausschuss NRW

 


Sehr geehr­te Frau Minis­te­rin,
sehr geehr­ter Herr Vor­sit­zen­der,

die Kam­pa­gne „Boy­cott, Dive­st­ment and Sanc­tions“  —  Sie haben sich deut­lich gegen sie gestellt, dafür möch­te ich Ihnen dan­ken  —  ver­übt  kul­tu­rel­len Ter­ror. Damit ist die allein ent­schei­den­de Gren­ze benannt: die zwi­schen Ter­ror und Demo­kra­tie. Es ist kei­ne Gren­ze zwi­schen „Nar­ra­ti­ven“ oder „Per­spek­ti­ven“: BDS boy­kot­tiert nicht Isra­el, son­dern demo­kra­ti­sche Kul­tur. Wei­ter­le­sen

Kershaw by Kühlem

„Wouldn’t It Be Good“? | Interview in RN


Mit­te der 1980er-Jah­re war der Bri­te Nik Kers­haw der Größ­te in der Pop­mu­sik: „Wouldn’t It Be Good“ oder „I Won’t Let The Sun Go Down On Me“ oder  „The Ridd­le“  —  hier mit René-Mag­rit­te-geschul­tem Video  —   lie­fen auf allen Radio­sta­tio­nen. Die­ses Jahr ist er 60 Jah­re alt gewor­den und geht im Som­mer wie­der auf Tour. Am 27. Juli spielt er mit Band in der Chris­tus­kir­che Bochum, spe­cial guest: Robin Beck. Mit Max Flo­ri­an Küh­lem / RUHR NACHRICHTEN sprach er über den über­ra­schen­den Erfolg, über das Älter­wer­den und über die Weis­heit von Spi­der­man. Wei­ter­le­sen

Carp und wie sie die Welt sah

Wie treten wir Antisemitismus heute entgegen?

Geblä­se­hal­le, Land­schafts­park Duis­burg Nord by Mat­thi­as Baus ©, Ruhrrri­en­na­le 2008

Dass eine Band, die sich als BDS-Band erweist, ins Pro­gramm rut­schen kann, hät­te auch uns pas­sie­ren kön­nen: Die Fra­ge ist, wie pri­va­te und staat­li­che Ver­an­stal­ter  —  wir hier finan­zie­ren uns weit­ge­hend am Markt  —  damit umge­hen, wenn es pas­siert. Die Ant­wort der Ruhr­tri­en­na­le wird ein Maß­stab sein für alle Ver­an­stal­ter in NRW. Ein Plä­doy­er, von der res publi­ca her zu den­ken, der öffent­li­chen Sache: Wei­ter­le­sen

Pressefreiheit, Königstochter

Der Impuls beim Pulse of Europe

„Königs­toch­ter Euro­pa“: Mul­ti­me­dia­les Ruhr­ge­biet im Jahr 2018 | thw (cc)

„Die Pres­se­frei­heit hat in der EU weni­ge Anhän­ger.“ Ste­fan Lau­rin von den Ruhr­ba­ro­nen hat beim Pul­se of Euro­pe gespro­chen. Kein eupho­ri­scher, ein nüch­ter­ner Blick auf ein Pro­jekt, das Frie­dens­pro­jekt blei­ben und Frei­heits­pro­jekt wer­den muss: „Es gab mal eine Zeit, in der ich ein begeis­ter­ter Euro­pä­er war. Das fiel mir nicht schwer: Mein Vater ist Kre­ter, stammt also von der Insel, auf der die Königs­toch­ter Euro­pa, die dem west­li­chen Zip­fel der gro­ßen, asia­ti­schen Land­mas­se ihren Namen gab, die­se erst­mals betrat. Mein Groß­va­ter müt­ter­li­cher­seits war Jugo­sla­we, mit einer natio­na­len Iden­ti­tät konn­te ich also nie viel anfan­gen und da kam Euro­pa gera­de recht. Frü­her ver­schaff­te Euro­pa, ver­schaff­ten sei­ne Insti­tu­tio­nen mir neue Frei­räu­me: Modems, in Deutsch­land lan­ge ille­gal, waren auf ein­mal zu kau­fen, weil Euro­pa den Markt öff­ne­te. Wei­ter­le­sen

Hip = antisemitisch?

Ruhrtriennale hat ein Problem, wir haben es auch.

Jahr­hun­dert­hal­le Bochum by Jonak Loch­mann, Ruhr2010 | © Jonak Loch­mann

Im letz­ten Jahr waren sie die Head­li­ner unter den Anti­se­mi­ten, die das Pop-Kul­tur Fes­ti­val in Ber­lin „boy­kot­tiert“ haben. In die­sem Jahr sind sie Head­li­ner der Ruhr­tri­en­na­le. Zitat: „Young Fathers – das erfolg­rei­che schot­ti­sche Trio – sind zurück!“ Eine Gedan­ken­lo­sig­keit? Absicht? Ein Pro­blem. Ein mas­si­ves. Wei­ter­le­sen