Nie wieder Auschwitz? Nie gehört.

Über Robert Menasses „Die Hauptstadt“ | Lesung am 8. Mai

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Tol­ler Roman, Men­as­ses „Die Haupt­stadt“. Viel­stim­mig, viel­schich­tig, viel­deu­tig. Unter­halt­sam und wit­zig, oft bit­ters­weet. Eine Ode an Euro­pa, das ver­läss­lich und mit gro­ßer Effi­zi­enz beweist, dass es nicht noch ein­mal unter­ge­hen will: „Nie wie­der Krieg“. Zugleich ein Nach­ruf auf eben die­ses Euro­pa, das kei­ne Ahnung hat, war­um es Euro­pa eigent­lich gibt: Nie wie­der Ausch­witz? Men­as­se stellt die Fra­ge in einer Zeit, in der Tau­sen­de Juden die­ses Euro­pa in Rich­tung Isra­el ver­las­sen  —  die wenigs­ten von ihnen tun es frei­wil­lig  —  und er ent­wi­ckelt die Fra­ge anhand der Figur des Mar­tin Sus­man, eines Refe­ren­ten in der EU-Gene­ral­di­rek­ti­on für Kul­tur, der den Auf­trag erhält, eine Fei­er zum 50. Geburts­tag der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on zu orga­ni­sie­ren, die Kom­mis­si­on ist die Exe­ku­ti­ve der EU, eine Art Regie­rung. Ziel des „Big Jubi­lee Pro­jects“: Image polie­ren. Nur wie? Noch hat Sus­mann kei­ne Idee, als er Wei­ter­le­sen

Böhmermann für Dumme

Kollegah und Echo-Preis, Tröten und Pop

Chris­tus­kir­che? Arma­ged­don? Gehei­me Mäch­te? Roman Zeschky, Foto­graph aus Dort­mund, auf der urb­EX­PO 2017

Leu­te vom Schla­ge eines Kol­le­gah und Farid Bang, auch Nai­doo, sind Anti­se­mi­ten, darf man sie so nen­nen? „Völ­lig egal“, sagt Dani­el Neu­mann in der WDR-Doku „Die dunk­le Sei­te des Rap“: Es sei „völ­lig irrele­vant“, ob einer Anti­se­mit sei oder nicht und „völ­lig egal, was er denkt, weil es dar­auf ankommt, was er tut, was er singt und wel­che Text­zei­len er ver­brei­tet.“ Neu­mann, Direk­tor des Lan­des­ver­ban­des der Jüdi­schen Gemein­de in Hes­sen, erzählt in der abso­lut sehens­wer­ten WDR-Doku die schrä­ge Geschich­te, dass Kol­le­gah, Big­boss der Sze­ne, ihn ange­ru­fen habe um mit­zu­tei­len, er sei kein Anti­se­mit. Falls sei­ne Songs mal anti­se­mi­tisch klän­gen, dann, erzählt Neu­mann, habe Kol­le­gah dar­auf bestan­den, dass das „nur eine Geschich­te“ sei, „nur ein Bild, da sei­en kei­ne Sym­bo­li­ken, die er tat­säch­lich ernst gemeint habe oder die irgend­wel­che Hin­ter­ge­dan­ken hät­ten“.  —  Kommt einem bekannt vor? Ja, klingt wie Böh­mer­mann. Der hat, mit auf­klä­re­ri­scher Atti­tü­de, die Form geba­cken, in die Kol­le­gah nun  —  mit ähn­li­cher Atti­tü­de, imi­tie­ren kann er ja  —  sei­ne Inhal­te gießt. Die Böh­mer­mann-Geschich­te aus 2016 ist eine Para­de dafür, dass links gepflanzt wird und rechts geern­tet. Dass For­men links erfun­den und rechts erobert wer­den, die Frei­heit links erkämpft und dann von rechts besetzt. Sie ist eine Para­de dafür, dass die Form des unei­gent­li­chen Spre­chens zu einer Kunst­form gewor­den ist, die einen Schirm spannt über was auch immer, Juden­hass und „Zie­gen­fi­cker“  —  und sie erin­nert dar­an, dass Böh­mer­manns Zie­gen­fi­cke­rei bereits 2016 ver­langt hät­te, was jetzt alle for­dern: „Hal­tung!“ Wei­ter­le­sen

Fredrik Vahle singt

urban urtyp kids: Vorverkauf läuft

Kin­der­kon­zert in der Chris­tus­kir­che

Das 11:30-Uhr-Konzert ist rap­pel­voll, jetzt geben uns Anne Kaf­fee­kan­ne und Lilo Lausch ein Zusatz­kon­zert! Infos hier, VVK läuft!

Robert Menasse liest

Vorverkauf hat begonnen

Robert Men­as­se by Ema­nue­la Danie­le­wicz ©

Mit „Die Haupt­stadt“ hat er den Roman des Jah­res 2017 vor­ge­legt, aus­ge­zeich­net mit dem Deut­schen Buch­preis: „Ein gro­ßer Wurf“, so die Kri­tik, „ele­gant geschrie­ben, fabel­haft gebaut, poin­ten- und gedan­ken­reich“. Am Diens­tag, 8. Mai, 18 Uhr liest Robert Men­as­se bei uns, der VVK hat jetzt begon­nen: Tickets kos­ten 10 €, je Ticket geht ein Frei­ti­cket an sozi­al Bedürf­ti­ge. Wei­te­re Infos hier.

„Schönste Stimme des Ruhrgebiets“

Chorwerk Ruhr + Christuskirche + Stadt

Chor­Werk Ruhr 2015 in der Chris­tus­kir­che | © Sabi­ne Mich­a­lak

Groß­ar­ti­ger Chor, groß­ar­ti­ger Raum, groß­ar­ti­ges Publi­kum: Chor­werk Ruhr, das Kul­tur­bü­ro der Stadt und wir ver­län­gern unse­re Koope­ra­ti­on. Nächs­tes Kon­zert: „ein Lob­ge­sang der Demo­kra­tie“.  //  Könn­te man einem sol­chen Chor die Freund­schaft kün­di­gen?  —  „Chor­werk Ruhr, ein Chor von jun­gen Pro­fi­sän­ge­rin­nen und –sän­gern, die sich an die inter­na­tio­na­le Spit­ze gesun­gen haben, phä­no­me­nal sicher in Into­na­ti­on und Rhyth­mus und dabei spiel­freu­dig bis zur Wag­hal­sig­keit.“  —  Kann man nicht, sol­che Freund­schaft hält. — „Der Klang ist edel, warm und dicht, die Stim­men sind makel­los geführt, gesun­gen wird wie mit einer Stim­me.“  —  Seit 2000 singt Chor­werk Ruhr die gro­ßen Pro­duk­tio­nen der Ruhr­tri­en­na­le, seit 2003 singt das Ensem­ble in der Chris­tus­kir­che Bochum, und heu­te ist die­ser Chor  —  „ein atem­be­rau­ben­des Erleb­nis höchs­ter Chor­kul­tur: bewe­gen­der Aus­druck, per­fek­te Homo­ge­ni­tät der Stim­men, peni­ble Arti­ku­la­ti­on, rei­che Dyna­mik“  —  heu­te ist die­ser Chor einer der bedeu­tends­ten Kam­mer­chö­re in Deutsch­land: die schöns­te Stim­me des Ruhr­ge­biets, das mögen die zitier­ten Kri­ti­ken bezeu­gen. Ver­steht sich, dass Bochum die­sem Chor ver­bun­den bleibt und die­ser Chor Bochum: „Wir wol­len Chor­werk Ruhr als Spit­zen­chor in Deutsch­land eta­blie­ren“, sagt Jür­gen Wag­ner, Pro­jekt­lei­ter bei der Kul­tur Ruhr GmbH: „Dafür brau­chen wir das, was im Fuß­ball Heim­spie­le sind.“ Mit der Chris­tus­kir­che Bochum steht das „Heim­sta­di­on“ jetzt gleich­sam neben­an, seit­dem die Kul­tur Ruhr GmbH, Trä­ge­rin des Chor­werk Ruhr, ihre neu­en Räu­me im West­park bezo­gen hat. Ent­schei­dend aber ist dabei: Die Chris­tus­kir­che bie­tet eine dem Spit­zen­chor adäqua­te Akus­tik. Wei­ter­le­sen

Antwort auf ein Staatsverbrechen

Oster-Oratorium von J.S. Bach

Bochum-Wer­ne by thw

So schön und so sel­ten gesun­gen. Bach an Bach gemes­sen, hält sein Oster-Ora­to­ri­um mit sei­nen Pas­sio­nen Stand. Schön­heit, von höhe­ren Mäch­ten durch­wirkt. Bach sel­ber hat sein Werk mehr­fach auf­ge­führt, spä­ter wur­de es von denen, die Bach ver­ehr­ten, ver­senkt. War­um? Wei­ter­le­sen

„Vergessen, schlafen, sterben“

Jürgen Domian | "Dämonen"

„Er mie­tet sich ein Block­haus im Wald und lebt die letz­ten Mona­te sei­nes Lebens dort … “ | Rau­ma, Fin­land by Mika­el Voge­lai­nen (cc)

Hat jeder Mensch das Recht, sich zwi­schen Tod und Leben zu ent­schei­den? Wei­ter­le­sen

„So wild hasst man sich nur in der Familie“

"Universal Soldier" | Donovan live am 7.3.

Dono­van: Cover von Gift_From_A_Flower_To_A_Garden, Box­set 1968, Karl Fer­ris (cc)

„He’s the Uni­ver­sal Sol­dier and he real­ly is to bla­me / His orders come from far away no more / They come from here and the­re and you and me / And bro­thers can’t you see / This is not the way we put the end to war.“ Dono­van hat schon damals, als Ver­schwö­rungs­theo­ri­en eher von links kamen als von rechts, den Ball zurück gespielt in die Demo­kra­tie: Der Uni­ver­sal Sol­dier, eben noch von Cäsar und Hit­ler befeh­ligt, erhält sei­ne Auf­trä­ge inzwi­schen von you and me. Und das macht die Sache womög­lich schlim­mer: „Ein Krieg zwi­schen Pazi­fis­ten“, hat­te Max Scheler 1917 bemerkt, als der I. WK tob­te, „er wäre der Idee nach der unrit­ter­lichs­te, furcht­bars­te, der hass­erfüll­tes­te und grau­sams­te Krieg, der sich den­ken lässt.“ War­um? Weil der Hass der ein­zi­ge Antrieb ist, der einen dazu bringt, bei­des zu ver­ra­ten, die eige­ne Über­zeu­gung und das eige­ne Inter­es­se. Der Gedan­ke von Scheler  —  sei­ne Schrift ins­ge­samt ist ent­schie­den pro­ble­ma­tisch, „Ursa­chen des Deut­schen­has­ses“ heißt sie  —  die­ser Gedan­ke dar­in irri­tiert noch heu­te: „Das unge­heu­re Hass­quan­tum, mit dem Ter­ror und Krieg gela­den sind, ist ein Zei­chen von zwei­er­lei: wie eng die­se Welt schon zusam­men­ge­wach­sen ist und wie unkrie­ge­risch der fort­schrei­ten­de Kapi­ta­lis­mus die Men­schen gemacht hat. So wild hasst man sich nur in der Fami­lie.“ Wei­ter­le­sen

Grand Female Piano

Julia Hülsmann | urban urtyp | 11. Februar

Julia Hüls­mann by Vol­ker Beus­hau­sen

Hero­en an den Tas­ten gibt es vie­le, Leu­te, die ein Kla­vier nicht spie­len, son­dern zurei­ten. Anders Julia Hüls­mann, sie flüs­tert dem Flü­gel gehei­me Wor­te ein, und lei­se gibt er Din­ge von sich preis, von denen man nicht wuss­te, dass sie zwi­schen Tas­ten woh­nen, die Tau­send Far­ben zwi­schen schwarz und weiß. Wun­dert es wen, dass Julia es war, die Rebek­ka ent­deckt hat, Rebek­ka Bak­ken? Mehr Infos zum Kon­zert

„Mit ihre kleine Kappe aufm Kopp“

O-Ton Waltraud Ehlert aka Esther Münch

Rei­ni­gungs­fach­frau Wal­traud Ehlert aka Esther Münch

„Wis­sen­se eigent­lich, dass die Men­schen mit den jüdi­schen Glau­ben nicht mehr mit ihre klei­ne Kap­pe aufm Kopp rum­ren­nen kön­nen, ohne dass sich damit irgends­wel­che Knall­köp­pe pro­vo­ziert füh­len? Wenn es jetzt schon wie­da so weit ist, dass die Leu­te qua­si inko­gni­to lau­fen müs­sen, damit nix pas­siert, ehr­lich gesagt, da bin ich aufm Baum.“ Wal­traud Ehlert, Rei­ni­gungs­fach­frau. Muss man hören, näm­lich hier:  Wei­ter­le­sen

Coco z“l

Coco Schu­mann 2002 in der Chris­tus­kir­che | Foto Olaf Zieg­ler

„Immer, wenn ich übe, besie­ge ich Adolf Hit­ler.“ Das müs­sen wir jetzt sel­ber üben, Coco Schu­mann ist ges­tern gestor­ben. Ges­tern, als wir ihn und sei­ne Art, das Leben zu lie­ben, gefei­ert haben. Eine Legen­de des Swing, Über­le­ben­der von The­re­si­en­stadt und Ausch­witz und Dach­au: 2002 hat­te Coco sel­ber mit sei­nem Quar­tett zum Tag der Befrei­ung bei uns gespielt, ges­tern haben Chris Hop­kins, Joscho Ste­phan und Chris­ti­an Ramond sein Spiel auf­ge­nom­men und … ja, Coco stirbt, aber er tritt nicht ein­fach ab, son­dern so, wie Tho­mas Anzen­ho­fer es ges­tern las: „Ich stell­te mein Glas ab, dreh­te mich um, ging fort, bum­mel­te durch die nächt­li­che Stadt und pfiff mir mei­nen Teil: I got rhythm, I got music, I got my girl, who could ask for any­thing more …“ Zichro­no liv­racha, möge sein Geden­ken ein Segen wer­den.

Wer Juden hasst, muss uns alle hassen

Tho­mas Eis­kirch, ers­ter Bür­ger der Stadt, am Tag der Befrei­ung | Foto Sabi­ne Mich­a­lak

Der Tag der Befrei­ung war ein State­ment, es lau­tet: Wer Juden hasst, muss uns alle has­sen, uns sind Chris Hop­kins und Esther Münch und Joscho Ste­phan und Tho­mas Anzen­ho­fer und Janet Boram Lee und Ursu­la Hrdi­no­va und Loui­sa Spahn und Chris­ti­an Ramond und Tho­mas Eis­kirch und Gerald Hag­mann und Cari­na Göde­cke und Xime­na León und Astrid Platz­mann und Issam Al Najm und Lothar Grä­fingholt und Lena Beh­ling und Heinz-Wer­ner Busold und die vie­len ande­ren, die gekom­men sind, es ist ein State­ment.  //  Fotos hier

„Wir müssen uns um die Stimmung in unserer Stadt kümmern“

Bochums Kultur gegen antisemitischen Hass | Sonntag 28. Januar

Otto Freund­lich — Kopf — 1925/2010 | © Staat­li­che Muse­en zu Ber­lin 2010

Chris Hop­kins, Tho­mas Eis­kirch, Esther Münch, Tho­mas Anzen­ho­fer, Gerald Hag­mann, das art­To­ne Trio der Sym­pho­ni­ker: Bochu­mer Bürger/innen erin­nern an den Tag der Befrei­ung von Ausch­witz. Und dar­an, dass die ein­zel­ne Stim­me die öffent­li­che Stim­mung prägt.  //  Ein unge­heu­er­li­cher Gedan­ke: dass es mög­lich sei, alle Juden die­ser Welt zu ermor­den, alle Roma, alle Sin­ti. Und doch ist es nur ein Men­schen­le­ben her, dass dies gedacht wur­de und bere­det und ins Werk gesetzt: Der deut­sche Name einer klei­nen Stadt in Euro­pa  —  Ausch­witz  —  zeigt an, dass mög­lich wer­den kann, was undenk­bar scheint. Mög­lich aber auch, dem ent­ge­gen zu tre­ten: Am 27. Janu­ar 1945 wur­de das Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz befreit, allein hier sind mehr als 1 Mil­li­on Men­schen ermor­det wor­den. Der Tag der Befrei­ung steht heu­te stell­ver­tre­tend für die Befrei­ung von Tau­sen­den Lagern, Ghet­tos und Fol­ter­kel­lern, es gab sie über­all in Euro­pa. Und über­all in Euro­pa bricht heu­te, ein Men­schen­le­ben spä­ter, der Hass neu auf. Wei­ter­le­sen

Pari San

urban urtyp #60 | 21. Januar

Pari San: Fro­zen Time. Art­work 2018

Er: zer­schun­den, zer­kratzt, ent­blößt, ein hei­li­ger Sebas­ti­an. Sie die hei­li­ge Ire­ne, die den halb­to­ten Sebas­ti­an zurück ins Leben pflegt, nur dass das Rot sei­ner Strie­men das ihrer Fin­ger­nä­gel ist. Tol­les Art­work von Pari San, das pie­tà-ähn­li­che Motiv  —   sie, Paris­sa, hat Kunst­ge­schich­te in Düs­sel­dorf stu­diert  —  scheint wie für urban urtyp kom­po­niert. Fast: Gedenk­tag für den Hei­li­gen Sebas­ti­an ist der 20. Janu­ar, Pari San spie­len am Tag dar­auf. // Mehr Infos zum Kon­zert

Ella elle l’a

France Gall | 1947 - 2018

Fran­ce Gall by A. Ven­te und F. van Geelen, Dutch TV pro­gram­me Fen­k­lup. Recor­ded 9 Febru­ary 1968, broad­cast 15 March 1968 (cc)

„Schlag auf Fäs­ser oder hau in die Tas­ten / Ein­fach auf alles, was Gott dir in die Hän­de gera­ten lässt / Zeig’ dein Lachen oder dei­nen Kum­mer / Auch wenn du nichts hast, bist du ein König / Solan­ge du nach den ver­bor­ge­nen Fähig­kei­ten suchst / Die in dir schlum­mern.“ Fran­ce Gall † 7.1. 2018, Ella elle l’a, Hom­mage à Ella Fitz­ge­rald

„… verlockende Schlichtheit …“

Roedelius & Kasar | 20. Januar

Hans-Joa­chim Roede­li­us | © Sebas­ti­an Böcking, Deut­sche Gram­mo­phon

Hans-Joa­chim Roede­li­us ist eine Legen­de, sei­ne Kunst hat für die elek­tro­ni­sche Musik etwa die Bedeu­tung, die Klas­sik für den Kon­zert­be­trieb hat. „Klas­si­sche Musik gilt gemein­hin als ur-kom­pli­ziert“, so Rita Argau­er in der SPEX, was aber Roede­li­us jetzt  —  zusam­men mit dem 38 Jah­re jün­ge­ren Arnold Kasar  —  geschaf­fen hat, „besticht durch eine ähn­lich ver­lo­cken­de Schlicht­heit wie die­je­ni­ge, die Schu­manns Kin­der­sze­nen in eine so edle, ent­rück­te Sphä­re stellt“, auch die­se Musik sei „immer ein­fach, immer beru­higt, immer im bes­ten Sin­ne unam­bi­tio­niert“. In den Ohren der INTRO bil­den Roede­li­us & Kasar „die frucht­bars­te und wun­der­volls­te Koope­ra­ti­on des Jah­res“. Wei­ter­le­sen

Warum Kirche der Kulturen?

Fri­da Gold in der Chris­tus­kir­che, April 2017 | Foto Olaf Rauch

„Was einer ißt und trinkt, wen er liebt, was er in sei­ner Frei­zeit tut, mit wem er sich unter­hält, ob er lächelt oder fins­ter aus­sieht, was er liest und was er sich für Bil­der an die Wän­de hängt  —  das ist heu­te die Form, in der in Deutsch­land poli­tisch gekämpft wird. Das ist das Feld, wo im Vor­aus die Schlach­ten des künf­ti­gen Welt­krie­ges ent­schie­den wer­den. Es mag gro­tesk klin­gen, aber es ist so.“ | Sebas­ti­an Haff­ner, 1939.

Welchen Gott er auch besingt

Albert Mai­gn­an, Hom­mage à Clo­vis II, 1883 (cc) | Chlod­wig, Mero­win­ger-Kai­ser 650 Jah­re nach der Geburt Jesu im Stall, trug den Bei­na­men „der Fau­le“.

Tren­nung von Kir­che und Staat? Lai­zis­ten den­ken ger­ne, die Kir­chen sei­en dage­gen, dabei ist das Gegen­teil genau­so wahr. Wir hier fra­gen uns zum Bei­spiel, war­um es Auf­ga­be des Staa­tes sein möch­te, das Weih­nachts­ora­to­ri­um auf­zu­füh­ren. Und wun­dern uns, dass sich nie­mand wun­dert, wenn der Staat beginnt, Kir­chen­mu­sik zu fabri­zie­ren, wel­chen Gott besingt er denn da?  //  Wir sin­gen sel­ber, Infos zum Kon­zert der Evang. Stadt­kan­to­rei.