Multikulturelles Stammesbewusstsein

Juli 2011 | Fassade der Christuskirche beschmiert

"Rasse wird, wer verfolgt": Aufruf "Tötet die Deutschen" an der Außenmauer der Christuskirche

Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

„Wir stel­len bei den Gewalt­tä­tern seit eini­ger Zeit eine unver­blümte Deut­schen­feind­lich­keit fest.“ Der Satz ist bald fünf Jahre alt, er stammt aus einem Inter­view, das Kirs­ten Hei­sig, Ber­li­ner Jugend­rich­te­rin, zusam­men mit ihrem Kol­le­gen Gün­ter Räcke dem TAGESSPIEGEL gege­ben hat­ten: „Scheiß-Christ, Schweinefleisch-Fresser – das sind Begriffe, die rich­tig in Mode sind.“ Ist der Satz Tötet die Deut­schen, vor kur­zem auf die Außen­mauer der Chris­tus­kir­che geschmiert, deut­schen­feind­lich? Ist das Rassismus?

Nein, würde die Publi­zis­tin Andrea Dern­bach ver­mut­lich sagen. Ras­sis­mus, schrieb sie kürz­lich, sei das „fal­sche Wort“, denn:

Ras­sis­mus war immer der Vor­wurf der Unter­drück­ten an die Adresse der Unter­drü­cker, der Opfer gesell­schaft­li­cher Ver­hält­nisse gegen deren Nutz­nie­ßer. Er erzählt von Macht. […] Alles, was wir inzwi­schen über struk­tu­relle Dis­kri­mi­nie­rung von Migran­ten allein auf dem Arbeits­markt und im Bil­dungs­sys­tem wis­sen, spricht eine andere Sprache.

Ja, würde die Bun­des­mi­nis­te­rin Kris­tina Schrö­der sicher­lich sagen, der Satz Tötet die Deut­schen ist

Deut­schen­feind­lich­keit ist Frem­den­feind­lich­keit, ja Ras­sis­mus. Denn hier wird jemand dis­kri­mi­niert, weil er einer bestimm­ten Eth­nie angehört.

Recht hät­ten sie beide nicht, finde ich. Dern­bach behaup­tet vor­weg, dass nur, wer Macht habe, ras­sis­tisch sei und darum, wer keine habe, kein Ras­sist sein könne  -  eine kuriose Logik, mit der sich auch Neo-Nazis solange frei­spre­chen lie­ßen, bis sie die Macht erneut über­näh­men. Dern­bach braucht aber die­sen Unfug, um die Welt zu sor­tie­ren: Migran­ten, sagt sie, seien ohne Macht, darum Opfer, weil „struk­tu­rell“ dis­kri­mi­niert, wäh­rend Deut­sche von Geburt wegen „Nutz­nie­ßer“ seien.

In der Redak­tion ihrer Zei­tung mag das auch durch­aus so sein, ist es aber sicher nicht, wenn man die Namen der Abitur­jahr­gänge liest, die in der Zei­tung ste­hen. Letzte Woche hat­ten wir hier in der Chris­tus­kir­che zwei Abitur-Entlassungsfeiern, das war eine poly­glotte Meis­ter­leis­tung, das Auf­ru­fen der Namen. Men­schen sind nie Opfer oder Täter, son­dern immer beides:

simul ius­tus et peccator

hieß das bei Mar­tin Luther, gerecht und sün­dig zugleich. Es gibt kein Schwarz­weiß und keine Wei­ßen oder Schwar­zen  -  ent­schei­dend ist, wie sich das Grau schattiert.

Aber auch die Minis­te­rin Schrö­der liegt falsch, wenn sie glaubt, Ras­sis­mus sei dann der Fall, wenn eine „bestimmte Eth­nie“ dis­kri­mi­niert werde. Was soll das sein, die deut­sche Eth­nie? Das Wort eth­nisch ist bes­ten­falls eine Ver­le­gen­heit, es wan­derte Anfang der 90er in den Sprach­ge­brauch ein, als man anfing, wie­der in Völ­kern zu den­ken anstatt in Natio­nen, es aber nicht völ­kisch sagen konnte: Völ­kisch hat­ten die Nazis ihre Bewe­gung genannt,

Volk und Rasse

heißt das Kon­zept in Hit­lers Mein Kampf. Wes­halb die Fami­li­en­mi­nis­te­rin glück­li­cher­weise unrecht hat: Den Völ­ki­schen ging es darum, aus Volk eine Rasse zu for­men. Und genau das ist der ent­schei­dende Punkt, wenn man ver­ste­hen will, was Ras­sis­mus über­haupt ist:

Zur Rasse wird, wer ver­folgt, und nicht, wer ver­folgt wird.

Rasse wird immer die Rotte, die egal wen zu Tode tritt. Tötet die Deut­schen ist also lupen­rein ras­sis­tisch, dies aber nicht des­halb, weil der Appell gegen die Deut­schen gerich­tet ist, son­dern an die eigene Horde.

Die aller­dings, wenn sie ent­steht, so bunt gewür­felt sein wird wie die Gesell­schaft, in der sie ent­steht. So etwa die Vier, die jetzt in Ber­lin wegen Mord­ver­suchs aus „Ras­sen­hass gegen Deut­sche“ ange­klagt werden: Ihre Fami­lien stam­men aus Bos­nien, Nige­ria, dem Kosovo und dem Irak, gemein­sam aber scheint ihnen zu sein, über alles hin­weg zu sehen, was man so lie­be­voll eth­nisch nennt.

Die Horde, die heute ent­steht, ist mul­ti­kul­tu­rell, sie ist dabei, ihr Stam­mes­be­wusst­sein zu entwickeln.

Update_1 | An die­sem Punkt erst, an dem es ums Bewusst­sein geht, kommt die Reli­gion ins Spiel: Der Auf­ruf, Deut­sche zu töten, wurde schließ­lich an die Chris­tus­kir­che geschmiert und nicht ans Sym­bol­ge­bäude nebenan, das Rat­haus. Ob das jetzt spe­zi­fisch „chris­ten­feind­lich“ sei, ist ein eige­nes Thema.

Artikel am 10. Juli 2011 um 19:08 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Debatte, PeV 2010 | Trackbacks sind nicht möglich, aber Sie könneneinen Kommentar verfassen..


84 Kommentare

  1. Kommentar #84
    Thomas Wessel | Geschrieben am 19. August 2011 um 20:20 | Permalink

    @Olaf | Bestrei­tet ja nie­mand. In den aller­meis­ten Fäl­len geht Deut­schen­feind­lich­keit aller­dings von Deut­schen aus.

  2. Kommentar #83
    Olaf | Geschrieben am 19. August 2011 um 20:16 | Permalink

    Wer Deut­schen­feind­lich­keit in unse­rem Mul­ti­kri­mi­nel­len Land bestrei­tet, ist ein Lüg­ner oder ein Spinner.

  3. Kommentar #82
    Bernd | Geschrieben am 22. Juli 2011 um 10:36 | Permalink

    Was für eine lang­at­mige Dis­kus­sion für so ein ein­fa­ches Thema. Sol­che Dinge pas­sie­ren und zwar tag­täg­lich im Ruhr­ge­biet. Wenn Du im rich­ti­gen Vier­tel lebst, bist Du halt der „Sche**deutsche, und?

    Wie wir dem begeg­nen? Mit Liebe, wie sonst? Zitat: „Der Auf­ruf, Deut­sche zu töten, wurde schließ­lich an die Chris­tus­kir­che geschmiert und nicht ans Sym­bol­ge­bäude nebenan, das Rat­haus. Ob das jetzt spe­zi­fisch ‚chris­ten­feind­lich‘ sei, ist ein eige­nes Thema“

    Oh, das gibt es ganz sicher auch, Sie wer­den aber kei­nen fin­den, der „öffent­lich“ dar­über redet, das ist nicht „schick“ und das Schaaf wird gegen­über dem Wolf immer ver­lie­ren.

    „Wer seine Worte zurück­hält, der besitzt Erkennt­nis, und wer küh­len Geis­tes ist, der ist ein wei­ser Mann“.

    Gruß
    B.

  4. Kommentar #81
    Thomas Wessel | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 20:41 | Permalink

    @ Heinz-Otto Rohde | Nach drei Kom­men­ta­ren fällt Ihnen auf, was eigent­lich die Frage war? In der Tat ist Tötet die Deut­schen „zu wenig prä­zise“, um die­sem Auf­ruf genü­gen zu kön­nen. Die — nen­nen wir es so — „Opfer-Beschreibung“ taugt für sich genom­men zu nichts. Die Spe­ku­la­tion dar­über, wer der „Täter“ die­ses Auf­rufs gewe­sen sein möchte, taugt für sich genom­men ebenso wenig: die übli­chen Ver­däch­ti­gen, die übli­chen Debat­ten. Wer aber bei­des — unprä­zi­ses Opfer­pro­fil und unprä­zi­ses Täter­pro­fil — unter einen Hut brin­gen muss, das sind die­je­ni­gen, die sich vom Auf­ruf auf­ge­ru­fen fühlen.

    Mit wem ich dann bete oder nicht, ent­scheide ich, wenn ich weiß, mit wem ich es tue oder nicht.

  5. Kommentar #80
    Heinz-Otto Rohde | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 18:46 | Permalink

    >Tho­mas Wes­sel | Geschrie­ben am 11. Juli 2011 um 16:29 : „@ M. | Gibt zwei Unter­schiede zu „Tötet Hel­mut Kohl“: „Tötet die Deut­schen“ steht an einer denk­mal­ge­schütz­ten Kir­che, es da wie­der weg­zu­krie­gen, kos­tet reich­lich Geld. Und: Schlin­gen­sief wurde festgenommen.“

    Tja, Herr Wes­sel, dann neh­men Sie jetzt mal schnell reich­lich Geld in die Hand und las­sen diese Volks­ver­het­zung ent­fer­nen! Das darf da nicht län­ger ste­hen bleiben.

  6. Kommentar #79
    Karl-W. Krähling | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 18:29 | Permalink

    Klar, dass es DIE Deut­schen, DIE Migran­ten usw. nicht gibt — aber gerade dann stellt sich die Frage, woher das Inter­esse daran kommt, die Welt in so über­sicht­li­che Kol­lek­tive zu sortieren.“

    Sehr geehr­ter Herr Wes­sel, sofern o.a. keine „rhe­to­ri­sche“ Fra­ge­stel­lung sein soll, die nur das „Unver­ständ­nis“ des Fra­gen­den zum Aus­druck brin­gen soll, einige Anmer­kun­gen. Die Ant­wort scheint zunächst in der Logik der Not­wen­dig­keit zur Selbst­er­kennt­nis zu lie­gen, die im „Ich“ und im „Du“ wie auch im „Wir“ und im „Ihr“ fest in jeder Spra­che – und damit im Den­ken und Emp­fin­den aller Men­schen ver­an­kert ist.

    Zunächst erfor­dert Selbst­er­kennt­nis eine wert­freie Unter­schei­dung (Dis­kri­mi­nie­rung) zwi­schen dem „Ich“ und dem „Du“, in dem sich das „Ich“ und das „Du“ gegen­sei­tig bedin­gen und för­dern (M. Buber).

    Im wei­te­ren Ver­lauf des Mensch­seins – man kann dies sowohl auf die per­so­nale Ebene redu­zie­ren wie auch in geschicht­li­chen Ereig­nis­sen wie­der­er­ken­nen — gewinnt das „Wir“ und das „Ihr“ an dra­ma­ti­scher Bedeu­tung. Ein­drucks­voll zu beob­ach­ten im Kin­der­gar­ten, tra­gisch, wenn es darum geht, dass Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten („wir“ gegen die ande­ren = „ihr“) auf­ein­an­der ein­dre­schen, „wir“ uns von „den ande­ren“ exis­ten­ti­ell bedroht sehen (vergl. Ama­lek), unse­ren Lebens­raum gemein­sam erwei­tern müs­sen, wol­len wir nicht unter­ge­hen oder die Ober­ho­heit einer frem­den Kultur/Macht abwenden.

    Da im „wir“ auch sofort Hier­ar­chien ent­ste­hen, im Kin­der­gar­ten wie im rich­ti­gen Leben, bedarf es nur der rech­ten Füh­rer, die das „wir“ durch die Auf­stel­lung ent­spre­chen­der Werte als gemein­same Iden­ti­tät ver­mit­teln. Zum „wir“, wie es sich bei Völ­kern oder Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten aus­ge­bil­det hat, gehö­ren ent­spre­chen­den Feind­bil­der ebenso wie Hel­den­ge­schich­ten, Mär­ty­rer usw. und das Gefühl, bes­ser zu sein, die bes­sere Lehre zu haben als „ihr“.

    Dass zur Beschrei­bung des „wir“ von Fran­zo­sen der Begriff Rasse ver­wen­det und idea­li­siert wurde, gewann tra­gi­sche Bedeu­tung zunächst zwi­schen Europa und Afrika und spä­ter auch innereuropäisch.

    Das „wir“ Gefühl von Hit­lers NS-Bewegung war davon über­zeugt, dass Juden das Böse an sich ver­kör­pern. Er/sie war(en) auch der Mei­nung, Deutsch­land vor sei­nen Fein­den und Europa vor dem Kom­mu­nis­mus ret­ten zu müs­sen — wobei sie auf die Unter­stüt­zung der stamm­ver­wand­ten eng­li­schen Bluts­brü­der hoff­ten. Dass nach dem Ver­lust der Kolo­nien Deutsch­land zum Volk ohne Raum wurde, die Nah­rungs­mit­tel­er­zeu­gung sich kaum erhöhte, dafür aber die Bevöl­ke­rung umso stär­ker wuchs, ließ die alten Pläne der Ost­erwei­te­rung Deutsch­lands blu­tige Wirk­lich­keit wer­den, sol­len nicht wie­der ‚wert­volle’ Deut­sche in Kri­sen oder Kriegs­zei­ten ver­hun­gern. Die Leh­ren von Pfar­rer T.R. Mal­t­hus waren wirk­mäch­ti­ger als die von Pfar­rer A. Damaschke. Es war zudem selbst­ver­ständ­lich, dass die ‚Vor­se­hung’ mit dem Füh­rer war. Es war eine Zeit, in der es ver­brei­tet war, sei­nen deut­schen Stamm­baum auf Mannu zurück­zu­füh­ren. Die sys­te­ma­ti­sche Züch­tung von Pflan­zen und Tie­ren auf wis­sen­schaft­li­cher Grund­lage begann sich im Kampf gegen den Hun­ger erfolg­reich zu eta­blie­ren, auch über Euge­nik wurde in Wis­sen­schaft und Poli­tik nachgedacht..

    Ist nun Ras­sis­mus als „wir“-Gefühl in Deutsch­land, Europa, der Welt nicht mehr hof­fä­hig? Es bleibt ein Traum. Die Debat­ten im „Kampf der Kul­tu­ren“ zei­gen, dass sich die Pro­ble­ma­tik auf eine andere Ebene ver­la­gert hat – die Aus­ein­an­der­set­zung mit „den“ Mos­lems hat bereits die Fron­ten (hie „Hass­pre­di­ger“, dort „Islam­ver­ste­her“) verhärtet.

    Da das im Gege­satz zum „wir“ ste­hende und an die Eigen­ver­ant­wor­tung des Indi­vi­du­ums, an das „Ich“ appel­lie­rende „sapere aude“ nur lang­sam in unsere ehe­mals christ­lich geprägte Welt Ein­gang gefun­den hat steht zu erwar­ten, dass bei vie­len Mit­glie­dern von Moschee­ge­mein­den es ver­mut­lich noch sehr lange dau­ern wird, bis aus dem „wir“ ein „ich“ gewor­den ist, wie die Erfah­rung mit ande­ren Gemein­schaf­ten, die als Dias­spora in einer ver­meint­lich oder tat­säch­lich feind­lich ein­ge­stell­ten Umwelt leben, zei­gen. Wie­der erle­ben wir Aus­gren­zung und Selbst­aus­gren­zung von Grup­pen mit dem gefähr­li­chen Potential.

    Heute sind nicht mehr Ras­sen das „wir“ Pro­blem, es sind wie­der — wie im Mit­tel­al­ter und zu Beginn der Neu­zeit — Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten mit ihren Pre­di­gern und gläu­bi­gen Mit­läu­fern, zu denen heute auch noch die Glau­ben­ge­mein­schaf­ten mit welt­li­chen Göt­tern wie Marx gehören.

  7. Kommentar #78
    Heinz-Otto Rohde | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 16:40 | Permalink

    »Tho­mas Wes­sel wünscht sich eine öffent­li­chen Dis­kus­sion dar­über, wie eine sol­che Tat zu bewer­ten sei. Er äußert sich dazu auf der Inter­net­seite der Kir­che. Dort kön­nen Leser ihrer­seits Kom­men­tare hin­ter­las­sen. Einen Punkt fin­det Tho­mas Wes­sel wesent­lich inter­es­san­ter als die Frage, wer die Opfer der Parole sein sol­len. „Ich frage mich, wer sich von die­sem Tötungs­fan­ta­sien ange­spro­chen fühlt, sagt er.«

    Nur mal ange­nom­men, das hät­ten Sie tat­säch­lich so gesagt (ich kann das gar nicht glau­ben): wenn es dann tat­säch­lich die ers­ten Opfer geben sollte, wäre denn dann Ihr Inter­esse an ihnen geweckt? Wür­den Sie dann (nach dem Vor­bild Ihrer ehe­ma­li­gen Kol­le­gin, Mar­got Käß­mann) zum Gebet für die und mit den Tätern auf­ru­fen, weil die ja für Sie „wesent­lich inter­es­san­ter“ wären?

    Und wes­halb stellt sich Ihnen über­haupt die Frage, wer die Opfer sein sol­len? Ist Ihnen die Aus­sage „Tötet die Deut­schen“ zu wenig präzise?

  8. Kommentar #77
    Thomas Wessel | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 15:50 | Permalink

    Dis­ku­tie­ren.

  9. Kommentar #76
    Heinz-Otto Rohde | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 15:34 | Permalink

    @ Tho­mas Wes­sel | All­mäh­lich kommt bei mir der Ein­druck auf, dass Sie ganz bewusst an mir vor­bei argu­men­tie­ren wol­len. Mein Vor­schlag, ein (klei­nes) Schild mit der ers­ten Stro­phe des Luther­lie­des „Ein‘ feste Burg“ anzu­brin­gen, stellt doch nicht die Auf­for­de­rung zu einer „wei­te­ren Beschrif­tung“ dar. Das wird allein durch die wesent­lich gerin­gere Größe gewähr­leis­tet. Mit „reprä­sen­ta­tiv“ meinte ich eine Aus­füh­rung in Mes­sing o.ä. und nicht, eine Tafel in den Aus­ma­ßen des Graf­fi­tis. Ich hatte vor­aus­ge­setzt, dass mein Ver­weis auf die in Museen ange­brach­ten Beschil­de­run­gen all­ge­mein ver­ständ­lich war.

    Nun bin ich aber nicht dar­über betrof­fen, dass meine Idee nicht auf Gegen­liebe stößt, son­dern über Ihre dage­gen vor­ge­tra­ge­nen Argu­mente. Ihre Schluss­fol­ge­rung, dass dadurch Deut­sche über „alt­böse Feind­staa­ten“ erho­ben wür­den, ent­behrt näm­lich nicht eines gewis­sen zeit­geis­ti­gen Zynis­mus. Das fünfte Gebot sollte Ihnen geläu­fig sein. Nun steht an Ihrer Kir­chen­wand die Parole, die­ses Gebot Deut­schen gegen­über zu bre­chen. Die­ser Auf­for­de­rung selbst­be­wusst mit dem Luther-Zitat zu begeg­nen und nicht etwa mit einer Aus­sage wie: „Na, dann mach mal und du wirst schon sehen, was dann pas­siert“, ent­spricht nach mei­ner Auf­fas­sung sehr wohl fried­li­chen, mit dem christ­li­chen Glau­ben zu ver­ein­ba­ren­den, Grundsätzen.

    Gegen wel­chen „Staat“ würde dadurch ein „Feind­bild“ auf­ge­baut? Auch nach lan­gem Über­le­gen will mir dazu keine plau­si­ble Ant­wort in den Sinn kom­men. Statt­des­sen scheint es Sie nicht im Gerings­ten zu stö­ren, dass die Parole „Tötet die Deut­schen“ ja auch expli­zit gegen den deut­schen Staat, der durch die Gesamt­heit der deut­schen Bevöl­ke­rung gebil­det wird, gerich­tet ist. Ganz offen­sicht­lich hat da wohl jemand von Deutsch­land das Bild eines „alt­bö­sen Feind­staa­tes“. Dass dahin­ter eine Orga­ni­sa­tion eines Dritt­lan­des steht, ist reich­lich unwahr­schein­lich. Auch von daher ist Ihr Ver­weis auf „Feind­staa­ten“, die zu „Freund­staa­ten“ wur­den in die­sem Zusam­men­hang abso­lut fehl am Platz. Sie fra­gen mich: „Keine sehr sou­ve­räne Deu­tung, oder?“ Dar­auf kann ich nur Ant­wor­ten: „Rich­tig! Ihre Deu­tung ist alles andere als souverän.“

    In dem von Ihnen ver­link­ten Text fand ich den Hin­weis, dass die Chris­tus­kir­che heute keine Kul­tur­kir­che, son­dern Kir­che der Kul­tu­ren ist. Momen­tan ist sie aber defi­ni­tiv auch der Trä­ger einer extrem volks­ver­het­zen­den Hass­pa­role, der es an jeg­li­chem sicht­ba­ren Wider­spruch fehlt. Was geden­ken Sie, als ver­ant­wort­li­cher Ver­tre­ter des Gebäu­de­ei­gen­tü­mers, zeit­nah zu unter­neh­men, die­sen Straf­tat­be­stand (130 StGB) aus der Welt zu schaf­fen? Mit jedem Tag, an dem die­ser unüber­seh­bare volks­ver­het­zende Mord­auf­ruf an Ihrer Kir­chen­wand prangt, wird der Ver­dacht der fahr­läs­si­gen Bil­li­gung die­ser Aus­sage grö­ßer. Denn, wie Sie o. aus­führ­ten „Da steht ‚Tötet die Deut­schen‘, da steht nicht ‚Tötet die Chris­ten‘ — sind ja längst nicht alle Deut­sche Chris­ten““ . Viel­leicht über­le­gen Sie mal, wel­chen Schluss man aus die­ser Aus­sage zie­hen kann, wenn man daran die Grund­sätze Ihrer — für mich recht selt­sa­men — Logik anlegt.

    Als (nicht-christlicher) Deut­scher fühle ich mich jeden­falls von die­ser unge­setz­li­chen pla­ka­ti­ven Tötungs­auf­for­de­rung (an einer Kir­chen­wand) zutiefst betrof­fen. Daher man­gelt es mir an jeg­li­chem Ver­ständ­nis dafür, dass sie auch nur eine ein­zige Stunde nach ihrem Ent­de­cken bzw. nach Abschluss der poli­zei­li­chen Unter­su­chun­gen noch im öffent­li­chen Raum deut­lich für jeder­mann sicht­bar bleibt, ohne dass an glei­cher Stelle zumin­dest ein deut­li­cher Wider­spruch erho­ben wird.

    Des­we­gen noch mal: Was wol­len Sie wann unter­neh­men, um die nun seit Tagen fort­wäh­rende öffent­li­che straf­bare Auf­for­de­rung auf Ihrer Kir­chen­wand, das ist aus­schließ­lich Ihr Ver­fü­gungs­be­reich, zu ent­fer­nen bzw. sinn­voll zu entschärfen?

  10. Kommentar #75
    Thomas Wessel | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 13:35 | Permalink

    @ Bernd Dah­len­burg | Wenn es einen Zusam­men­hang gibt zwi­schen dem Islam und dem Satz „Tötet die Deut­schen“, dann den, dass auch Mus­lime getö­tet wer­den sol­len. Das ist der Punkt, alles andere, was Sie schrei­ben, ist ein ande­res Thema. Nur kurz, um abzu­ste­cken, wie es hier bei ande­rer Gele­gen­heit dis­ku­tiert wer­den kann:

    Die Feier 2006 hatte nichts mit Syn­kre­tis­mus usw. zu tun, son­dern mit unse­ren Nach­barn, dem Kari­ka­tu­ren­streit und der Tat­sa­che, dass der Geburts– wie Ster­be­ort Moham­meds in die­ser Kir­che ver­ewigt sind: Beide lie­gen in Hed­schas, das Land war einer der „Feind­staa­ten Deutsch­lands“: http://www.christuskirche-bochum.de/christuskirche/geschichte/ Keine Texte ohne Kontext.

    Und keine Tole­ranz ohne Schmerz. Was aller­dings allen so geht und vie­len, wenn sie zu uns kom­men: Nicht jeder sieht im Kreuz, was Sie darin erken­nen, nicht jeder erkennt in Moham­med, was Sie in ihm sehen. Islam­kri­tik ist so wenig ver­bo­ten wie die Kri­tik des Chris­ten­tums, es gib kein Kopf­tuch– und kein Kri­tik­ver­bot. Auch Niveau ist dabei nicht ver­bo­ten, was Schirr­ma­cher von Benz genauso unter­schei­det wie DiTiB vom Islam­rat. Nur:

    Mich inter­es­siert nicht son­der­lich, was „der Islam“ sei und wie zu kri­ti­sie­ren usw., mich inter­es­sie­ren Mus­lime, die für sich sel­ber sprechen.

  11. Kommentar #74
    Thomas Wessel | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 12:32 | Permalink

    @ Heinz-Otto Rohde | Doch doch, ist uns auf­ge­fal­len, dass nicht irgend­eine Mauer beschrift wor­den ist. Ihr Vor­schlag zur wei­te­ren Beschrif­tung ergäbe aller­dings, dass hier „die Deut­schen“ und dort „der alt­böse Feind“ stünde. Keine sehr sou­ve­räne Deu­tung, oder? Es gibt in eben die­ser Kir­che, der Bür­ger­kir­che Bochums, bereits „Feind­staa­ten“ die Menge, aus denen aber „Freund­staa­ten“ gewor­den sind. Geschichte ist eben nicht „alt­böse“: http://www.christuskirche-bochum.de/christuskirche/geschichte/

  12. Kommentar #73
    Heinz-Otto Rohde | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 09:47 | Permalink

    Wer­ter Herr Wes­sel, was da steht, habe ich ver­stan­den. Bei nur drei Wor­ten fällt das ja auch nicht son­der­lich schwer. Sie schei­nen jedoch nur mar­gi­nal zu rea­li­sie­ren, dass es an eine Kir­che gesprüht wurde und dass das Teil der Bot­schaft sein soll. Die­ser Kon­text spielt — auch bei der Außen­wahr­neh­mung — eine her­aus­ra­gende Rolle.

    In Ihrer Kir­che soll­ten aber doch auch Nicht-Lutheraner, wie Refor­mierte, Frei­kirch­li­che, „sogar“ Katho­li­ken und natür­lich auch (nicht­deut­sche) Nicht­chris­ten Schutz vor Todes­dro­hun­gen fin­den. Quasi als Gebot christ­li­cher Nächs­ten­liebe. Oder gilt die­ser Grund­satz im 21. Jahr­hun­dert nicht mehr und wir befin­den uns plötz­lich wie­der in der Zeit der Refor­ma­ti­ons­kriege, in der „fein säu­ber­lich“ zwi­schen Katho­li­ken, Anhän­gern div. pro­tes­tan­ti­scher Strö­mun­gen, sons­ti­gen Ket­zern und Hei­den getrennt wurde?

    Außer­dem habe ich nicht gesagt, dass ich eine Kunst­ak­tion initi­ie­ren wollte. Son­dern ich wollte nur anschau­lich machen, wie das Schild mit dem State­ment pla­ziert wer­den könnte. Mir geht es um die Chance, die Gele­gen­heit zu einer sou­ve­rä­nen(?) Dar­stel­lung des christ­li­chen Selbst­ver­ständ­nis­ses (nicht nur) der Gemeinde der Chris­tus­kir­che nach außen zu nut­zen. Nach mei­ner Auf­fas­sung würde man damit den augen­blick­li­chen Sta­tus Quo — näm­lich den der „jetzt aber doch schon ein Stück weit betrof­fe­nen“ Rat– und Hilf­lo­sig­keit — ver­las­sen und den Schmie­rern recht selbst­be­wusst den Wind aus den Segeln neh­men. Eigent­lich schade, dass ich so miss­ver­stan­den wurde und das kuchen­breit erklä­ren muss. Ich wün­sche mit freund­li­chen Grü­ßen einen fried­vol­len Sonn­tag. H.-O. Rohde

  13. Kommentar #72
    Bernd Dahlenburg | Geschrieben am 17. Juli 2011 um 03:11 | Permalink

    @Thomas Wes­sel Ich bin ein wenig rat­los: Wenn Sie an einer Ampel ste­hen, die Rot anzeigt, und eine Ihnen nicht genehme Per­son weist Sie dar­auf hin, dass man dar­auf rea­gie­ren sollte, auch wenn Ihnen die Begrün­dung dafür nicht gefal­len sollte: Sagen Sie dann „Es ist Grün und ich igno­riere dies?“

    Dan­kens­wer­ter­weise haben Sie mich ja auf zwei pdf-Dateien hin­ge­wie­sen, die von Moham­meds Geburts­tags­feier in Ihrer Kir­che am 9. April 2006 berich­ten: http://www.christuskirche-bochum.de/presse/ Schon der Tea­ser des Jour­na­lis­ten Michael Weeke (WAZ Bochum) reicht eigent­lich, um sich ein Bild des syn­kre­tis­ti­schen Cha­rak­ters der Feier damals in Ihrer Kir­che zu machen: “Mus­lime gedach­ten erst­mals in einer Kir­che der Geburt des Pro­phe­ten Mohammeds“

    Da bleibt mir echt die Spu­cke weg. Ein Juden– und Chris­ten­mör­der wird hofiert. Außer­dem wim­melt es in dem Arti­kel nur so von Halb­wahr­hei­ten, his­to­ri­schen Fäl­schun­gen und gut gemein­ten, aber irre­füh­ren­den Weich­zeich­nun­gen wie „Vor dem Hin­ter­grund der Debatte um die rich­tige Inte­gra­ti­ons­po­li­tik und die Rolle des Islam müsse daran erin­nert wer­den, dass der Islam reli­giöse und poli­ti­sche Tole­ranz frei­setze. Im poli­ti­schen Dia­log seien Mus­lime kein Gegen­über, son­dern Part­ner.“ Das stimmt schlicht und ein­fach nicht, wenn Sie die sun­ni­ti­sche oder schii­ti­sche Vari­ante des Islam betrach­ten (Die alevitisch-schiitische ist ein ande­res Thema). Sun­ni­ti­sche Theo­lo­gen (Juris­ten) haben seit je her immer die Evang. His­to­risch Kri­ti­sche Methode her­an­ge­zo­gen (!), um die Evan­ge­lien und pau­li­ni­schen Schrif­ten zu „wider­le­gen“. In der Isla­mi­schen Apo­lo­ge­tik gibt es aber kei­nen ein­zi­gen eige­nen und ernst zu neh­men­den (ori­gi­nä­ren) Bei­trag oder wis­sen­schaft­li­chen Ansatz zur His­to­risch Kri­ti­schen Methode. Man greift also ins Bücher­real der Chris­ten, um sie an deren Aus­sa­gen zu „mes­sen“. Ich habe dazu hier einen klei­nen Bei­trag für Laien geschrie­ben, der bewusst auf eine wis­sen­schaft­li­che Ver­tie­fung ver­zich­tet und rela­tiv all­ge­mein bleibt (Ich hoffe, Sie ver­zei­hen mir ;-) ): http://castollux.blogspot.com/2007/10/islamische-apologetik.html Der Bei­trag von Frau Dr. Schirr­ma­cher (für Sie viel­leicht zu kon­ser­va­tiv?) geht das Thema aus einer ande­ren Per­spek­tive an: http://www.islaminstitut.de/Artikelanzeige.41+M5fff2d8c174.0.html

    Kurze Anmer­kung noch zu Andreas Reh­nolts Bei­trag in der „West­deut­sche Zei­tung“, der bei mir auch mas­si­ves Stirn­run­zel aus­ge­löst hat: Es stimmt befremd­lich, dass Sie, Herr Wes­sel, kei­ner­lei Bezug auf die Rolle neh­men, die die DITIB inner­halb der isla­mi­schen Ver­bände spielt: kein Hin­weis dar­auf, dass sie ein rück­wärts­ge­rich­te­tes Koran­ver­ständ­nis und mas­sive Abgren­zung von westlichen/säkularen Lebens­for­men pro­pa­giert; kein Hin­weis auf deren Ver­bin­dung zur tür­ki­schen Reli­gi­ons­be­hörde Diya­net und rechts­ge­rich­te­ten Isla­mis­ten wie denen von der IHH, die als (Terror-) Orga­ni­sa­tion maß­geb­lich an der ers­ten Gaza-Flottille gegen Israel betei­ligt war.

    „Der tür­ki­sche Dach­ver­band DiTiB steht für eine kon­se­quente Tren­nung von Reli­gion und Staat und darum auch für die Frei­heit der Reli­gio­nen“; so wer­den Sie von Andreas Reh­nolt zitiert.Unglaublich. Sehen Sie das heute auch noch so? Und wie ist es mit der von Aiman Mazyek und Wolf­gang Benz, (Eme­ri­tus) des Zen­trums für Anti­se­mi­tis­mus­for­schung (ZfA), ver­tre­te­nen These, dass (kon­struk­tive) Islam­kritík a) isla­mo­phob sei und b) man den Mus­li­men heute eine ähnli­che Opfer­rolle zuweise wie den Juden in der ers­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts? Fin­den Sie nicht auch, dass das eine unge­heu­er­li­che Ver­suchs­an­or­dung ist?

    Zum Schluss noch eine per­sön­li­che Anmer­kung: Als Christ bin ich davon über­zeugt, dass jeder Mensch von Gott bejaht, geliebt und ange­nom­men ist — und das schon vor sei­ner Geburt, wie uns die Bibel sagt. Die tür­ki­schen Fami­lien, die in den 1990er-Jahren Opfer rech­ten Frem­den­has­ses gewor­den waren, ver­die­nen stets unsere Unter­stüt­zung und Soli­da­ri­tät. Das muss aber nicht zwangs­läu­fig zu dem Schluss füh­ren, dass Islam­kri­tik tabu sei.

    In Reh­nolts Bei­trag war von Tole­ranz die Rede. Da Sie an ande­rer Stelle H.M. Bro­der zitiert haben, mache ich dies jetzt auch. Er sagt sinn­ge­mäß — und ich finde, er hat hier Recht: Tole­ranz ist eigent­lich ein Begriff, der sich aus einem „von Oben nach Unten“ ver­gan­ge­ner Zei­ten der aris­to­kra­ti­schen und feu­da­len Gesell­schaft ablei­tet — eine ver­ti­kale Ange­le­gen­heit also. Das ist aber heute (!) eine Her­an­ge­hens­weise, die dem Frem­den oder Zugewanderten/Asylsuchenden das Prä­di­kat des „Edlen Wil­den“ zuschreibt, der gedul­det wird.

    Ich frage mich also, wer hier der Ras­sist ist: der­je­nige, der nach die­sem Mus­ter ver­fährt oder der­je­nige, der sich inten­siv mit kul­tu­rel­len Dis­so­nan­zen aus­ein­an­der­setzt und auf die­sem Wege nach Lösun­gen sucht. Die Nie­der­lande haben uns 30 Jahre lang vor­ge­macht, wie es nicht gehen soll. Jetzt steu­ern sie um.

    Damit Sie nicht ange­säu­ert in die neue Woche gehen (ich bin kein Mons­ter), hier ein Rei­se­be­richt aus mei­nem Kom­men­tarb­log Cas­tol­lux: http://castollux.blogspot.com/2010/09/meien-prag-meien-augsburg-radtour-2010.html

  14. Kommentar #71
    Thomas Wessel | Geschrieben am 16. Juli 2011 um 20:04 | Permalink

    @ Heinz-Otto Rohde | Da steht „Tötet die Deut­schen“, da steht nicht „Tötet die Chris­ten“ — sind ja längst nicht alle Deut­sche Chris­ten — und auch nicht „Tötet die Luthe­ra­ner“ — sind ja längst nicht alle Chris­ten protestantisch.

    Wenn es Kunst wer­den soll, geht es nur ohne Text, ginge aber viel­leicht mit Rah­men. Wenn man den Spruch ein­rah­men würde …

  15. Kommentar #70
    Heinz-Otto Rohde | Geschrieben am 16. Juli 2011 um 19:43 | Permalink

    Warum denn die­sen däm­li­chen Spruch für viel Geld ent­fer­nen? Damit bald danach der nächste dahin geschmiert wird? In der Gemeinde gibt es doch ganz sicher jeman­den, der ein reprä­sen­ta­ti­ves Schild (kos­ten­güns­tig) her­stel­len kann, das dann — wie im Museum — rechts oder links unter dem „Kunst­werk“ fest ange­bracht wird. Text:

    Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waf­fen. / Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betrof­fen. / Der alt­böse Feind mit Ernst er’s jetzt meint; / groß Macht und viel List sein grau­sam Rüs­tung ist, / auf Erd ist nicht seins­glei­chen. (Mar­tin Luther)

  16. Kommentar #69
    Thomas Wessel | Geschrieben am 15. Juli 2011 um 08:01 | Permalink

    @ Johann | Wel­che Dinge mei­nen Sie, die offen­sicht­lich seien?

  17. Kommentar #68
    Johann | Geschrieben am 15. Juli 2011 um 00:10 | Permalink

    Sehr geehr­ter Herr Wes­sel, Ihre Denk­weise ist mir voll­kom­men fremd. Es gibt Dinge, die lie­gen so offen­sicht­lich auf dem Tisch, und Sie zitie­ren Ein­zel­fälle. Die Kir­che sollte sich übri­gens über­haupt nicht in Poli­tik ein­mi­schen, sage ich als Katholik.

  18. Kommentar #67
    Dr. Fritz Baur | Geschrieben am 14. Juli 2011 um 22:32 | Permalink

    Mein lie­ber R.! Sie bemü­hen sich wirk­lich sehr — aber warum ver­ges­sen Sie die Brand­stif­te­rIN­NEN, die Hel­dIN­NEN, die Sol­da­tIN­NEN und schließ­lich sogar noch die Ras­sen­theo­re­ti­ke­rIN­NEN (Schrei­ben vom 12.7., 20.58h). Viele Grüß_Innen, Ihr F. Baur

  19. Kommentar #66
    Thomas Wessel | Geschrieben am 14. Juli 2011 um 21:17 | Permalink

    @ Hart­mut Schrö­ter | Auf ihre Weise zynisch schlau sind dum­mer­weise Nazis. Ste­fan Lau­rin weist auf sei­nem Blog Ruhrbarone.de dar­auf hin, dass — in Bochum — ein NPD-Aktivist kleine Brand­an­schläge began­gen und dazu Flug­blät­ter ver­fasst hat, unter­schrie­ben mit „Anti­fa­schis­ti­sche Jugend Bochum“. Noch eine Spi­rale wei­ter, sozu­sa­gen. Hier der WAZ-Bericht zum Pro­zess­auf­takt: http://www.derwesten.de/staedte/bochum/gericht/NPD-Aktivist-schweigt-zu-den-Anklagevorwuerfen-id4687751.html

    Wurde übri­gens kürz­lich ver­ur­teilt, der Mann, der kanns nicht gewe­sen sein.

  20. Kommentar #65
    Hartmut Schröter | Geschrieben am 14. Juli 2011 um 20:38 | Permalink

    Man könnte auch annehmen,es handle sich um eine „Kunst­ak­tion“, mit der alle aufs Glatt­eis geführt wer­den sol­len, die sich gerne erei­fern. Das wäre noch eine Spi­rale wei­ter und man müßte einen Anti­ras­sis­ten dahin­ter ver­mu­ten. Aber so zynisch schlau wird wohl noch nie­mand sein.

  21. Kommentar #64
    Thomas Wessel | Geschrieben am 14. Juli 2011 um 15:12 | Permalink

    @ aktiv­pos­ten | Ken­nen Sie Ser­dar Somuncu? Oder Bülent Cey­lan? Fatih Cevik­kolu? Sind alles Kaba­ret­tis­ten, und sind nicht wenig wirk­lich böse Witze, die sie machen. Über deut­sche Deut­sche und tür­ki­sche Tür­ken und deut­sche Tür­ken und tür­ki­sche Deut­sche usw. Aber wie gesagt, wenn der Witz gut ist … Um mal Hen­ryk Bro­der zu vari­ie­ren: Für eine gute Pointe würde ich auch an Ras­sen glauben.

    Ansons­ten aber: Wen inter­es­siert das noch mit die­sen „ver­schie­de­nen Men­schen­ras­sen“. Was liegt dran? Aus „gene­ti­schen Unter­schie­den“ kann man Medi­ka­mente ent­wi­ckeln, das hat Sinn, aber was wol­len Sie aus „Men­schen­ras­sen“ ent­wi­ckeln? Es ist ein­fach banal. Guter Stoff für Witze.

  22. Kommentar #63
    aktivposten | Geschrieben am 14. Juli 2011 um 14:35 | Permalink

    @ Tho­mas Wes­sel | Aber ein Ita­lie­ner könnte sich dadurch belei­digt füh­len, daß seine Ver­wal­tungs­ar­beit die „Hölle“ sei. Und machen wir uns nicht sogar inner­halb Deutsch­lands über Ost­frie­sen, Bay­ern, Schwa­ben oder Blon­di­nen lus­tig? Ist das etwa in Ord­nung ?? Wenn aber die bespöt­telte Ziel­gruppe keine Ost­frie­sen, son­dern Tür­ken sind, ist das rassistisch ?

    Und jetzt mal But­ter bei die Fische, wieso bestrei­ten Sie so ernst­haft und vehe­ment, daß es tat­säch­lich ver­schie­dene Men­schen­ras­sen mit den enspre­chen­den gene­ti­schen Unter­schie­den gibt?

  23. Kommentar #62
    Thomas Wessel | Geschrieben am 14. Juli 2011 um 12:26 | Permalink

    @ aktiv­pos­ten | Wenn Unter­schiede gut sind für gute Witze, finde ich bei­des gut, soweit völ­lig d’accord.

  24. Kommentar #61
    aktivposten | Geschrieben am 14. Juli 2011 um 12:10 | Permalink

    @ tho­mas wes­sel | Sorry, ich bestreite immer noch daß aus mir ein Chi­nese wer­den kann, da nützt ihre Behaup­tung nüscht, das ist fak­tisch unmög­lich und auch nicht gottgewollt.

    Und zu Ihrer Behaup­tung, es gäbe keine Unter­schiede, mal ein schö­ner Witz zum Thema Him­mel und Hölle:

    Him­mel:
    Eng­län­der: Poli­zis­ten
    Deut­sche: Inge­nieure
    Fran­zo­sen: Köche
    Schwei­zer: Ver­wal­ter
    Ita­lie­ner: Liebhaber

    Hölle:
    Eng­län­der: Köche
    Deut­sche: Poli­zis­ten
    Fran­zo­sen: Inge­nieure
    Schwei­zer: Lieb­ha­ber
    Ita­lie­ner: Verwalter

  25. Kommentar #60
    aktivposten | Geschrieben am 14. Juli 2011 um 12:04 | Permalink

    @R | Sie schrie­ben im sel­ben Kom­men­tar vom 12.07 01:25: „Diese beste­hen­den Aus­gren­zungs­me­cha­nis­men hal­ten nach wie vor zum Bei­spiel Mil­lio­nen in Deutsch­land Lebende davon ab, wäh­len zu dür­fen, eine Arbeit auf­neh­men zu dürfen.“

    „Und jenes Herr­schafts­ver­hält­nis, das dafür sorgt, dass zehn­tau­sen­den in Deutsch­land leben­den Flücht­lin­gen ver­bo­ten wird, einen Job anzunehmen.“

    Noch Fra­gen? Ach ja, der allzu eil­fer­tige Gebrauch der Nazi­keule sagt etwas über den Nut­zer und nicht über den Gegner.

  26. Kommentar #59
    Thomas Wessel | Geschrieben am 14. Juli 2011 um 00:10 | Permalink

    @ all | Bis heute etwa 22 Uhr gin­gen alle Kom­men­tare schnur­ge­rade online, raus­neh­men musste ich fünf, aber jetzt wird doch gefil­tert. Es gibt hier ein Thema.

    Für alle, die das Thema ver­fol­gen und nicht andere Men­schen: Eure & Ihre Kom­men­tare gehen natür­lich nicht ver­lo­ren (womit hier sowohl die Natur wie das ü recht behalten).

  27. Kommentar #58
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 23:07 | Permalink

    @ Kath­rin | Was zeich­net sich ab? Wenn ich die Presse ver­folge, stelle ich fest, dass Deutsch­feind­lich­keit meis­tens von Deut­schen ausgeht.

  28. Kommentar #57
    Kathrin | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 22:48 | Permalink

    Das alles zeich­net sich doch schon seit Jah­ren ab. Wer mal in der Poli­zei­presse liest und mit offe­nen Augen durch die Straße geht, der weiß was uns in den nächs­ten Jah­ren noch blüht.

  29. Kommentar #56
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 22:40 | Permalink

    @ Cha­yal | Die eine Frage ist, ob es „den“ Islam gibt. Aber wenn es ihn gibt, „den“ Islam, ginge es doch gerade darum, dass ein biss­chen Plu­ral ent­steht. Gibt schließ­lich auch nicht „die“ Kir­che, son­dern Kir­chen, und vor allem — das ist pro­tes­tan­tisch gedacht — gibt es Chris­ten und Chris­tin­nen, die sel­ber den­ken kön­nen. Und wenn mans denn tut, ist das eine pas­sa­ble Vor­aus­set­zung für Toleranz.

    Übri­gens ist kei­nes­wegs klar, wer „Tötet die Deut­schen“ geschrie­ben hat.

  30. Kommentar #55
    Chayal | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 22:19 | Permalink

    Herr Pfar­rer, was ich damit sagen wollte, hat mit Islam zu tun, nicht mit Erdo­gan oder Fatah, Hamas und wie sie alle heis­sen, es ist der Islam, der dort aus­ge­lebt wird. Und ich bin wirk­lich keine Ras­sist, aber wenn sich die christ­li­che Kir­che an die Seite des Islams stellt, hat sie ihre Lehre vergessen.

    Mul­ti­kulti geht nur, wenn es ALLE tole­rie­ren, aber wo Into­le­ranz herrscht, ist Tole­ranz falsch am Platze, das wollte ich damit sagen, wenn dort steht „Tötet die Deut­schen“ hat Tole­ranz kei­nen Platz mehr, genau so wenig, wenn an einer Syn­agoge „Tod den Juden“ geschmiert würde, und ich möchte nicht wis­sen, welch media­len Auf­schrei Deutsch­land erlebt hätte, wenn an einer Moschee „Tod den Mus­li­men“ gestan­den hätte.

    Ja, es ist Ras­sis­mus und zwar von der wider­wär­tigs­ten Art.….

  31. Kommentar #54
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 22:01 | Permalink

    @ Bernd Dah­len­burg | „Geht gar nicht“, die­ser Link, hieß, hier würde auf eine Seite ver­linkt, die ganz und gar nicht geht. Darum mein Ver­weis auf echte Presse. Mit Recher­che und so, ken­nen Sie ja. — Den Hör­bei­trag von Hart­wich, auf den Sie ver­lin­ken, kann ich so schnell nicht hören, der Link ist natür­lich okay.

  32. Kommentar #53
    Bernd Dahlenburg | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 21:48 | Permalink

    @Thomas Wes­sel: der Link funk­tio­niert. Sie kön­nen ihn ja in einen Edi­tor über­tra­gen und dann in die URL-zeile reinkopieren.

    Sie wür­den also Moham­meds Geburts­tag fei­ern? Kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Und zum Ter­mi­nus „muli­ti­kul­tu­rell“ ein Nach­trag hier. Der Autor ist alles andere als rechts­las­tig:
    http://castollux.blogspot.com/2010/10/multiethnisch-statt-multikulturell.html

  33. Kommentar #52
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 21:48 | Permalink

    @ Bernd Dah­len­burg | Hier zwei Pres­se­be­richte [ste­hen direkt unter dem Foto unter „AKTUELL“, dann die bei­den pdf-Dateien „WAZ BO“ und „West­deut­sche Zei­tung“.]. Die Sachen ste­hen nicht mehr im Netz. Aber die Moschee nebenan, die steht noch, es sind unsere Nachbarn.

  34. Kommentar #51
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 21:34 | Permalink

    @ Bernd Dah­len­burg | Klar, würde ich. [Sorry, dass ich Ihren Link raus­ge­nom­men habe, aber die Adresse ging gar nicht. Suche gerade nach einer anderen.]

  35. Kommentar #50
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 21:28 | Permalink

    @ Cha­yal | Weiß ich. Käme mir auch nie in den Sinn, Erdo­gan zu ver­tei­di­gen oder die Fatah, von Hamas zu schwei­gen. Aber was hat das mit der Chris­tus­kir­che in Bochum zu tun?

  36. Kommentar #49
    Bernd Dahlenburg | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 21:24 | Permalink

    Sehr geehr­ter Herr Wes­sel, wür­den Sie auch heute wie­der — wie schon am 9. April 2006, in ihrer Chris­tus­kir­che den Geburts­tag Moham­meds feiern?

    Und wür­den Sie heute Sätze wie diese von Super­in­ten­dent Fred Sobiech gut­hei­ßen? „„Heute erin­nern wir an die Geburt und das Leben Moham­meds, und mit dem heu­ti­gen Tage beginnt zugleich die Woche, die uns Chris­ten zum Kar­frei­tag füh­ren wird, dem Tag an dem Jesus von Naza­reth gekreu­zigt wurde.“

    Gruß Bernd D. | Evang. Theo­loge | Freier Redak­teur | Augsburg

  37. Kommentar #48
    Chayal | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 21:21 | Permalink

    Hallo Herr Pfar­rer, soll­ten Sie sich ein­fach ein­mal anschauen: So sehen Kir­chen im tür­kisch besetz­ten Nord-Zypern heute aus:

    http://aconservativemind.blogspot.com/2006/11/lislam-e-le-chiese-cristiane-dossier.html

    Und wie es den Chris­ten in Gaza und Sama­ria und Judäa geht, brau­che ich wohl nicht wei­ter zu erläu­tern. Wie blind sind eigent­lich unsere Kir­chen heute?

  38. Kommentar #47
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 21:16 | Permalink

    @ Iris | „Deutsch­land gehört den Deut­schen und den Immi­gran­ten“, das ist ein schö­ner Satz, an den müs­sen sich tat­säch­lich alle anpassen.

  39. Kommentar #46
    Iris | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 21:04 | Permalink

    Ich als Deut­sche finde es sehr trau­rig, was man an Kir­chen lesen muss. Wenn die Deut­schen getö­tet wer­den sol­len in Deutsch­land, dann Frage ich mich, warum leben Aus­län­der in unse­rem Land. Wenn es ihnen nicht gefällt, sol­len Sie wie­der in ihr soge­nann­tes Hei­mat­land zurück keh­ren. Warum wollt Ihr in unse­rem Land leben und hasst uns Deut­sche??? Wenn es so ist, müßt Ihr wie­der gehen. Nicht nur von Vater Staat Geld bezie­hen, auch mal ein „biß­chen Anpas­sen“. Ich bin der Mei­nung in unse­rer Poli­tik läuft alles seid Jah­ren dane­ben. „Hallo Poli­ti­ker, Hallo nicht Deut­sche, wacht lang­sam auf oder liegt Ihr im Dau­er­schlaf??? Deutsch­land gehört den Deut­schen und den Immi­gran­ten. Wir müs­sen uns alle anpas­sen. Und der Rest sollte es auch …

  40. Kommentar #45
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 20:41 | Permalink

    @ Kim Lau­renz | Was hat ein Satz, der mit „ich“ beginnt, mit einem Über­we­sen zu tun? Ich bin kein Baum im Wald, auch alle­go­risch nicht, weil ich ein­fach keine Lust habe, als Exem­plar herum zu ste­hen. Men­schen sind unter­schied­lich, sagen Sie ja selber.

    Darum finde ich auch den Ver­gleich mit Syn­agoge / Moschee völ­lig berech­tigt. Ver­glei­chen heißt, Gemein­sa­mes und Unter­schied­li­ches her­aus­zu­ar­bei­ten, das tun Sie aber nicht. Machen Sie doch mal, ich finde, es ist nicht so einfach.

    Und machen Sie es halb­wegs höflich.

  41. Kommentar #44
    Kim Laurenz | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 20:12 | Permalink

    @Mike | Ich gehe sogar noch wei­ter: Ich stelle fest, es gibt unter­schied­li­che Geschlechter.

    Bin ich jetzt auch noch Sexist? Mea Culpa, mea Culpa, mea maxima Culpa!

  42. Kommentar #43
    Kim Laurenz | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 20:09 | Permalink

    @Maria | Nein, Gott sei Dank! Alle Men­schen sind unterschiedlich!

  43. Kommentar #42
    Kim Laurenz | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 20:06 | Permalink

    @Thomas Wes­sel: Kla­rer Fall von äthe­ri­schem Über­we­sen: Kein Ökosys­tem? Dis­ku­tie­ren Sie das bitte mit Ihrer Darm­flora. Ansons­ten soll­ten Sie als Pas­tor mit alle­go­ri­scher Sprech­weise etwas anfan­gen kön­nen. Wenn Sie mei­nen, durch wort­wört­li­che Aus­le­gung Argu­mente in die Hand zu bekom­men, bewe­gen Sie sich im Bereich der Eris­tik, die schon Scho­pen­hauer verachtete.

    Übri­gens: Es gibt Schwarz und Weiß. Allein dass wir dar­über spre­chen und jeder genau weiß, was gemeint ist, dürfte als Beleg genü­gen. Wel­che Got­tes­gna­den­schaft ermäch­tigt Sie eigent­lich, diese Unter­schei­dung abschaf­fen zu dürfen.

    Was Herr Kro­gull wollte und was er getan hat, dürfte zwei­er­lei sein. Jeden­fall gibt es auch ras­sis­tisch motierte Ver­bre­chen gegen Juden und Schmie­re­reien an Syn­ago­gen, und kaum ein Mensch in die­sem Land hat Pro­bleme, diese Taten in einen inhalt­li­chen Zusam­men­hang ein­zu­ord­nen. Jeder der Schmie­re­reien an Syn­ago­gen her­un­ter­spielt, muss sich zurecht der geis­ti­gen Brand­stif­tung und der Ver­höh­nung der Opfer bezich­ti­gen las­sen. Es bleibt dabei, Ihre Äuße­run­gen sind Zynis­mus reins­ten Was­sers. Die­ses Salon­chris­ten­tum ist zum Abge­wöh­nen. ich jeden­falls habe Freunde, die hier als Asyl­be­wer­ber leben und kop­ti­sche Chris­ten sind. Und das erste was sie in unse­rem wun­der­ba­ren Land erle­ben durf­ten, waren mas­sive Angriffe durch Mos­lems. Aber blei­ben Sie ruhig in Ihrer rosa­ro­ten Har­mo­nie­welt und lügen Sie sich das Got­tes­reich her­bei, wäh­rend Men­schen, die weni­ger Feig­heit vor der häss­li­chen Rea­li­tät haben, sich für ver­folgte Men­schen ein­set­zen. Und dazu gehö­ren in die­sem Land zuneh­mend auch Deutsche.

    Aber wei­ter so, schüt­zen Sie die Ras­sis­ten, indem Sie (impli­zit) behaup­ten, die gebe es ja gar nicht.

  44. Kommentar #41
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 19:23 | Permalink

    @ Mhh | „Deutsch­land ist doof“. In Kreide, nicht gesprüht.

  45. Kommentar #40
    Mhh | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 19:16 | Permalink

    Was stand denn in der wei­ßen Schrift, die man jetzt nicht mehr lesen kann, auf der Kirche?

    J… ist doof ?

  46. Kommentar #39
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 19:03 | Permalink

    @ Colum­bin | An die Chris­tus­kir­che pin­keln per­ma­nent Deut­sche, und drin­nen in der Kir­che ist es so, dass sich (und mich) immer wie­der Mos­lems umar­men. Es gibt kein Schwarzweiß.

  47. Kommentar #38
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 18:42 | Permalink

    @ Kim Lau­renz | Ich bin kein Ökosys­tem. Und: Peter Kro­gull hat keine Morde, keine Prü­gel­or­gien und keine Ver­ge­wal­ti­gun­gen kom­men­tiert, son­dern einen Satz an einer Kir­chen­wand. Man kann wie Sie davon über­zeugt sein, dass dies ein Mord­auf­ruf sei, von dem eine direkte Spur zur Tat führe, das sehen andere aber anders. So wie sich von „Eat the rich!“ auch keine gerade Linie zur Tat zie­hen lässt.

  48. Kommentar #37
    Columbin | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 18:11 | Permalink

    „Ist der Satz Tötet die Deut­schen, vor kur­zem auf die Außen­mauer der Chris­tus­kir­che geschmiert, deut­schen­feind­lich? Ist das Rassismus?“

    Ras­sis­mus ist die Lehre von der Ungleich­wer­tig­keit der mensch­li­chen Ras­sen (Weiße, Schwarze, Asia­ten usw.). Da die Deut­schen jedoch keine Rasse, son­dern viel­mehr ein Volk dar­stel­len, han­delt es sich bei der For­de­rung nach Tötung der­sel­ben „nur“ um Deut­schen­feind­lich­keit — nicht um Ras­sis­mus. Wenn es sich bei den Schmie­rern um eine Gruppe Schwar­zer han­deln würde, wel­che „Deut­sche“ geschrie­ben und „Weiße“ gemeint haben würde, könnte die Tat gleich­wohl ras­sis­tisch moti­viert sein. Doch diese Option dürfte eher theo­re­ti­scher Natur sein.

    Der Dik­tion zu Folge han­delt es sich bei den Tätern wohl auch nicht um soge­nannte „Anti­deut­sche“ aus der links­ex­tre­men Szene. Dass diese aus den Rei­hen der Reli­gion des Frie­dens™ stam­men könn­ten, erscheint hin­ge­gen ungleich wahr­schein­li­cher. Und ja — ins­be­son­dere dann würde sich zur Deut­schen­feind­lich­keit noch ein chris­ten­feind­li­ches Motiv gesel­len. Wobei das Beschmie­ren einer Kir­che an sich — aus wel­chen Grün­den auch immer — bereits chris­ten­feind­lich sein dürfte.

    Wer die Doku­men­ta­tion „Kampf im Klas­sen­zim­mer“ gese­hen hat — die Auto­rin Güner Balci ist übri­gens Ale­vi­tin -, weiß, dass Deut­schen­feind­lich­keit in bestimm­ten Bezir­ken und Milieus ein gra­vie­ren­des Pro­blem dar­stellt. Feind­lich­keit gegen­über dem Chris­ten­tum ist — so ehr­lich sollte man sein — aller­dings keine Domäne von Ein­wan­de­rern: Vor eini­ger Zeit durfte ich am spä­ten Abend Zeuge wer­den, wie eine Gruppe „Süd­län­der“ — ver­mut­lich Mos­lems — an die Wand der „St.-Lamberti“-Kirche mei­ner Hei­mat­stadt Müns­ter uri­nierte. Genau so habe ich jedoch schon erlebt, wie sich tags­über ein „auto­chtho­nes“ Pär­chen — an eine andere Kir­che gelehnt — innig umarmte, befum­melte und küsste. Bei­des zeugt von Respekt­lo­sig­keit gegen­über dem Christentum.

    Alar­mie­rend ist gleich­wohl, wenn aus­län­disch­stäm­mige Per­so­nen in der Bun­des­re­pu­blik ein bes­se­res Leben als in ihren Her­kunfts­län­der genie­ßen kön­nen, dem auf­neh­men­den Volk jedoch ableh­nend bis feind­se­lig gegen­über­ste­hen. So etwas gab es in der lan­gen His­to­rie der Migra­tion bis­her nicht.

    „Es gibt kein Schwarz­weiß und keine Wei­ßen oder Schwar­zen — ent­schei­dend ist, wie sich das Grau schattiert.“

    Die­ser einem bil­dungs­bür­ger­li­chen Impe­tus ent­sprin­gende Rela­ti­vis­mus und das abwer­tende Gerede von einem „Schwarz-Weiß-Denken“ sind weit ver­brei­tet, jedoch genauso falsch. Es gibt Hand­lun­gen, die sub­jek­tiv rich­tig sind und es gibt Hand­lun­gen, die sub­jek­tiv falsch sind. Und genau so ist ein Mensch sub­jek­tiv ent­we­der über­wie­gend gut oder über­wie­gend schlecht. Wer dies als „Schub­la­den­den­ken“ brand­mar­ken will — bit­te­schön. Unbe­wusst denkt der Brand­mar­ker aber ver­mut­lich gleich.

  49. Kommentar #36
    Kim Laurenz | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 18:05 | Permalink

    Ich bin ent­setzt, wie welt­fremd sie den Fall einer ras­sis­ti­schen Straf­tat betrach­ten. Allein die Tat­sa­che, dass es schwie­rig ist die flie­ßen­den Gren­zen eines Vol­kes zu bestim­men, besagt nicht, dass es die­ses Volk nicht gibt. Jedes Ökosys­tem, wie z.B. ein Wald, hat flie­ßende Gren­zen. Zu behaup­ten es gäbe da kei­nen Wald son­dern nur Bäume spricht, nun ja, für sich. Es bedarf kei­nes ideo­lo­gi­schen Kon­zep­tes, um ein über Jahr­tau­sende gewach­se­nes, durch Spra­che, Men­ta­li­tät und his­to­ri­scher Erfah­rung ver­bun­de­nes Kol­lek­tiv wahr­zu­neh­men, das in unse­rer Spra­che den Namen Volk trägt.

    Zu behaup­ten Ras­sis­mus kann nur sein, wenn die Star­ken die Schwa­chen unter­drü­cken, ist böser, ja unchrist­li­cher Zynis­mus. Wie oft ist eine starke Gruppe als sol­che iden­ti­fi­ziert und ver­folgt wor­den. Wie ist das mit der Pro­pa­ganda gegen „Jüdi­sches Kapi­tal“- kein Ras­sis­mus, weil die Betrof­fe­nen zu einer star­ken Gruppe gehörten?

    Zu behaup­ten es gäbe keine Ras­sen ist blinde Rea­li­täts­ver­wei­ge­rung. Und zwar schon auf ganz pri­mi­ti­ver, bio­lo­gis­ti­scher Ebene. Wer es nicht glaubt, kann ja ein­mal mit einem Japa­ner eine Milch­bar besu­chen. Es sind in Aus­tra­lien auch vor allem die Wei­ßen, die sich beson­ders vor der Sonne schüt­zen müssen.

    Nun muss man dar­aus keine Wer­tun­gen ablei­ten. Es zu igno­rie­ren, weil man es nicht schön fin­det, ist brand­ge­fähr­lich. Denn es fin­den sich immer Ras­sis­ten, die sich an sol­chen Unter­schie­den hoch­zie­hen und schlim­mes tun. Und ein faseln­der Rea­li­täts­ver­wei­ge­rer hat denen rein gar nichts zu ent­geg­nen. Ledig­lich einen solch fröm­meln­den, bigot­ten Kram wie auf die­ser Seite, der sich in den Ohren der Opfer hand­fes­ter, anti­deutsch ras­sis­ti­scher Gewalt in kaum zu über­stei­gern­dem Maße wie Hohn und Spott anhö­ren dürfte, in den Ohren der zu Krüp­peln und ins Koma geprü­gel­ten, der Ver­ge­wal­tig­ten und Ernied­rig­ten. (Vie­leicht sollte Herr Pas­tor Kro­gull sich ein­mal an das Kran­ken­bett des Koma­pa­ti­en­ten in Ber­lin bege­ben und ihm erklä­ren, wie wit­zig es doch eigent­lich ist, dass ein Satz wie „Tötet die Deut­schen“ in feh­ler­freiem Deutsch daher­kommt „Hihihi“.) Ist das der Weg Christi, der Lüge hul­di­gen, weil man zu feige ist, der unbe­que­men Rea­li­tät ins Gesicht zu sehen.

    Ich weiß, warum ich keine Kir­che mehr betrete.- Gelobt sei Jesus Christus.

    P.S. Ich gehöre übri­gens der Eth­nie der Deut­schen an. Ich freue mich dar­über zu die­sem Volk zu gehö­ren und möchte es weder abschaf­fen, noch mich dafür schä­men, noch mich durch Ras­sis­mus angrei­fen las­sen. Dazu gehört übri­gens auch,Deutsche, die es akzep­tie­ren Deut­sche zu sein, als irgend­wie rechts einzustufen.

  50. Kommentar #35
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 16:10 | Permalink

    @ Maria | Die Chris­tus­kir­che ist Teil vom Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens.

  51. Kommentar #34
    Maria | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 15:59 | Permalink

    Alle Men­schen sind gleich!!

    Ich kann gleich­zei­tig „Chi­nese“, „Euro­päer“, „Ame­ri­ka­ner“, „Afri­ka­ner“, „Mus­lim“ und „Deut­scher“ sein. Das nennt sich hybride Iden­ti­tä­ten und ist end­lich das Ende von Ras­sen­phan­ta­sien und Natio­na­lis­mus. Nur weil jemand andere Haut­farbe hat, ist er nicht anders. Wenn er ein paar Jahr­zehnte in Nord­eu­ropa ver­bringt, wird seine Haut schon hel­ler und paar Gene­ra­tio­nen wei­ter ist er ein „Arier“.

    Außer­dem ist es nicht gerecht, sich über sol­che Sprü­che auf­zu­re­gen, schließ­lich haben die Euro­päer jahr­hun­der­te­lang die ande­ren Welt­teile aus­ge­beu­tet, nicht zuletzt gibt es auch Ras­sis­mus von Deut­schen. Das ist doch viel­mehr auch ein Hil­fe­schrei. Man sollte trotz­dem viel­leicht ein Stadt­fest orga­ni­sie­ren, auf dem das the­ma­ti­siert wird und zwi­schen „Deut­schen“ und „Tür­ken“ fried­lich dis­ku­tiert wird. Zum Bei­spiel könnte man sich dar­auf eini­gen, dass Schul­klas­sen ein­mal eine Moschee besu­chen und dann eine Kir­che. Das baut Tole­ranz auf.

    Übri­gens bin ich dafür, die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land umzu­be­nen­nen in Zen­tral­eu­ro­päi­sche Repu­blik. Der Begriff deutsch steht für zuviel Schlech­tes und unsere neue Gesell­schaft will doch damit nichts mehr zu tun haben. ;-) Außer­dem grenzt es die aus, die sich nicht allei­nig über „deutsch“ defi­nie­ren, was immer das auch sein mag.

    Nicht nur die „Deut­schen“ haben ein Recht, von dem Wohl­stand in Deutsch­land zu pro­fi­tie­ren, son­dern auch die, die bis­her geknech­tet wor­den sind und keine Chance auf ein freies, schö­nes Leben hatten.

    Es lebe der Huma­nis­mus! Es lebe die Menschheit!

  52. Kommentar #33
    numero 8 | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 14:06 | Permalink

    (3) Nie­mand darf wegen sei­nes Geschlech­tes, sei­ner Abstam­mung, sei­ner Rasse, sei­ner Spra­che, sei­ner Hei­mat und Her­kunft, sei­nes Glau­bens, sei­ner reli­giö­sen oder poli­ti­schen Anschau­un­gen benach­tei­ligt oder bevor­zugt wer­den. Nie­mand darf wegen sei­ner Behin­de­rung benach­tei­ligt wer­den. (sic)

    Ich sags ja, das GG für die BRD ist ein­fach komisch. Es gibt keine Rasse.

  53. Kommentar #32
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 11:51 | Permalink

    @ Mike | Es gab einen Hin­weis auf Visu­man­träge, in denen nach einer race gefragt wird, der Hin­weis ist rich­tig. Und es gab einen Hin­weis dar­auf, wozu „Ras­sen“ in der Foren­sik die­nen; ob das so stimmt, keine Ahnung. Aber was soll an Visu­man­trä­gen und der Foren­sik ras­sis­tisch sein? — Viel schwie­ri­ger finde ich, wie man mit die­sem „die Deut­schen“ und „die Aus­län­der“ umge­hen soll: Wie und woran erkennt man, ob mit der Ver­haf­tung im Kol­lek­tiv nicht gleich der Satz „Aus­län­der raus“ mitschwingt?

    @ NAA | Natür­lich nicht.

  54. Kommentar #31
    NAA | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 11:14 | Permalink

    Hm, Ver­fol­gung und Rasse — ja, ein Straf­tä­ter der von der jeweils gel­ten­den Rechts­sprech­nung ver­folgt wird — oder viele Straf­tä­ter die auf diese Weise „ver­folgt“ wer­den, machen den Staat doch nicht etwa zur Rasse oder ras­sis­tisch. Ist der deut­sche Staat also „ras­sis­tisch“, wenn er fort­wäh­rend Aus­län­der nach der gel­ten­den Rechts­spre­chung wegen deren Angriffe auf Deut­sche ver­folgt? Bitte um Ant­wort. Vie­len Dank und mit den bes­ten Grüßen

  55. Kommentar #30
    Mike | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 10:36 | Permalink

    @ Tho­mas Wes­sel | Lie­ber Herr Wes­sel, hier stel­len Men­schen die Behaup­tung auf, es gäbe unter­schied­li­che „Ras­sen“ und sie stel­len fest, dass hier keine Ras­sis­ten unter­wegs sind. Schwach…

  56. Kommentar #29
    Raffael | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 10:14 | Permalink

    Naja, da die Deut­schen mitt­ler­weile in zuneh­men­dem Maße ver­folgt wer­den — und zwar von Aus­län­dern — sind wir dann wie­der eine Rasse? — oder wie soll ich das verstehen?

    P.S. Bitte komme mir nie­mand damit, das Gewalt gegen Deut­sche durch Aus­län­der heut­zu­tage eine Aus­nah­me­er­schei­nung ist und das diese Gewalt nicht durch den Haß auf Deut­sche gekenn­zeich­net wäre.

  57. Kommentar #28
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 02:29 | Permalink

    @ R. 12. Juli 01:25 h | „Drei zen­trale Denk­feh­ler“? Sie zäh­len ja gar nicht bis drei, nehme ich also Ihren zen­tra­len Kol­por­ta­ge­feh­ler her­aus, Ihre Behaup­tung, Ras­sis­mus sei ein „dis­kri­mi­nie­ren­des Herr­schafts­ver­hält­nis“, und zwar „immer“.

    Als Beleg dafür ent­ei­len Sie erst ein­mal in die USA. Nun denn, die Amis also. Wenn ein Black Pan­ther in den USA, sagen Sie, einen wei­ßen Poli­zis­ten „pig“ genannt, ihn also ver­tiert hat, sei dies gerade nicht ras­sis­tisch gewe­sen. Warum das? Ein Poli­zist, sagen Sie sich, herr­sche nun mal, und wo geherrscht werde, herr­schen Ver­hält­nisse, und wo ein Herr­schafts­ver­hält­nis sei, sei Ras­sis­mus, weil das ein Herr­schafts­ver­hält­nis sei.

    Funk­tio­niert — ich ent­eile jetzt auch — seit den Grie­chen, sie nann­ten diese Logik quod erat demonstran­dum. Willste was bewei­sen, setze es vor­aus, dann ist es da. Nur was hat diese Erklä­rung mit dem Poli­zis­ten zu tun, dem „Schwein“? Nun, sagen Sie, das hat damit zu tun, „dass Schwarze in den USA nicht auf die glei­chen Schu­len gehen durf­ten wie Weiße“. Und wäh­rend ich mich frage, was den Poli­zis­ten mit dem Schwein, den Schwar­zen und der Schule ver­bin­det, hie­ven Sie einen in „jenes Herr­schafts­ver­hält­nis, das dafür sorgt, dass Zehn­tau­sen­den in Deutsch­land leben­den Flücht­lin­gen ver­bo­ten wird, einen Job anzunehmen“.

    So geht das immer wei­ter im Text, wes­halb auch eine Para­phrase nicht wei­ter hilft. Nie­mand, lie­ber R, bestrei­tet „struk­tu­relle Dis­kri­mi­nie­rung“, nie­mand hier wird jemals leug­nen, dass es „Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen“ gibt und „Pri­vi­le­gierte“ und „Macht– und Herr­schafts­ver­hält­nisse“ usw., das alles weiß jedes SPD-Mitglied und ist so empört wie Sie. Nur was hat das mit Ras­sis­mus zu tun?

    Sie ver­wei­sen aufs „Weiß­sein“. Okay, das Weiß­sein. Zitat aus Ihrem ver­link­ten Film: „Mit Weiß­sein ist erst­mal nicht die Haut­farbe bezeich­net. Das soll nicht auf einen angeb­lich exis­tie­ren­den gene­ti­schen oder kul­tu­rel­len Unter­schied zwi­schen Men­schen oder Grup­pen hin­wei­sen.“ Son­dern wor­auf? Schnitt, nächs­ter O-Ton: „Ich finde diese Begriffe wichtig.“

    Ich nicht. Ich frage mich nur, was unter­schei­det dies von dem, was Sie den „Wischi-Waschi-Rassismus-begriff“ nennen.

  58. Kommentar #27
    Thomas Wessel | Geschrieben am 13. Juli 2011 um 00:47 | Permalink

    @ Die­ter 17:14 h | Es steht kein Koran­vers an der Kir­chen­wand. Und es geht hier eben nicht darum, mit Leu­ten zu dis­ku­tie­ren, für die Dis­ku­tie­ren sinn­los ist. Hier geht es darum, sich das Dis­ku­tie­ren nicht von eben sol­chen Leu­ten ver­bie­ten zu las­sen. Nur hel­fen Sug­ges­tiv­fra­gen wie Ihre („Was machen wir mit …“) nicht wei­ter, es sei denn, Sie beant­wor­ten Sie uns.

    @ Aktiv­pos­ten 17:40 h | Hier­mit bestreite ich, dass es mensch­li­che Ras­sen gibt. Auch aus Ihnen kann noch ein prima Chi­nese wer­den. Das zu akzep­tie­ren, hat mit kei­ner Schere im Kopf, son­dern mit dem Kopf zu tun. Ist aber auch, das gebe ich zu, irgend­wie belang­los, das bio­lo­gi­sche Zeugs. Wer liebt schon Gene. || Weni­ger belang­los ist, wie Sie von „Moham­me­da­nern“ spre­chen — sie nen­nen sich Mus­lime, weil sie an Gott glau­ben, nicht an Moham­med — wäh­rend Sie glau­ben, dass „ca 3–5 Mil­lio­nen“ Mus­lime in Deutsch­land allen mög­li­chen Unsinn for­dern wür­den und sich im „ZMD“ orga­ni­siert hät­ten: Die­ser „Zen­tral­rat der Mus­lime“ ver­tritt 15 lass es 20 Tsd Mus­lime sein. So groß ist der Markt für Bur­ki­nas nicht. Und auch nicht der für die Scha­ria: Man muss kein Christ sein, um keine Lust zu haben, so zu leben, wie es Scharia-Wächter wol­len, die­ses Pro­blem hal­ten uns allen hier die Mos­lems sel­ber vom Hals.

    @ TRS 18:27 h | Der Ver­gleich ist fik­tiv, die Frage berech­tigt: Was macht den Unter­schied aus zwi­schen „Tötet die Deut­schen“, an diese Kir­che geschmiert, und „Tötet die Tür­ken“, hätte es jemand an eine tür­ki­sche Moschee geschmiert? Sie sagen, beide Aus­sa­gen seien ras­sis­tisch, okay, aber wieso? Was unter­schei­det sie von einem Satz wie „Tötet die Öster­rei­cher“ oder die Che­mie­leh­rer oder alle Bochumer-Dahlhausener?

    @ R. 20:58 | Sie dis­ku­tie­ren anonym und ver­tei­len hier Noten? Ziem­lich schwach. Darum dies: Sie dis­ku­tie­ren hier mit kei­nen „Ras­sis­tin­nen und Ras­sis­ten“, außer Sie sind es sel­ber. Alle ande­ren wer­den gefil­tert. Und dass gerade Sie es seien, der hier eine „Aus­nahme“ machte, kön­nen Sie sich sonst wohin ste­cken. Argu­men­tie­ren Sie, das ist nicht so schwer, wenn man Argu­mente hat. Ich tue es auch, s.u.

    @ Mar­tin Kläu­ser 22:33 h | Mul­ti­kulti war nie ein „Expe­ri­ment“, es war eine von Anfang an reak­tio­näre Begrün­dung dafür, nichts zu tun. Mul­ti­kulti hieß immer, dass alle „ihre Kul­tur“ haben. Und behal­ten sol­len: Deut­sche sind deutsch, Tür­ken müs­sen tür­kisch blei­ben. Wäre ich rechts, ich würde für Mul­ti­kulti auf die Straße gehen (Le Pen in Frank­reich hat es vor­ge­macht). || Nur: Von wel­cher „Mas­sen­ein­wan­de­rung“ spre­chen Sie? Der Saldo ist seit Jah­ren irgendwo bei Null, für Mul­ti­kulti reicht das nicht.

    @ Ger­linde 22:46 | R. ist kein „Nest­be­schmut­zer“ und ist es schon des­halb nicht, weil es hier nir­gends ein „Nest“ gibt, wo leben Sie denn. Die­ses Land ist, Gott­lob, von offe­nen Gren­zen umge­ben. Nicht so offen, wie R. es sich vor­stellt und ich mir auch, aber immer­hin. || Das mit den Nazis, die nur „ein paar Han­sels“ seien, finde ich sym­pa­thisch, das trifft die Sache. Deren alber­nes Gun-Men –Gehabe usw., die­ses lächer­li­che Gego­ckel. Andere sehen das aller­dings anders, sie erken­nen in der Pose den Ernst. Es mögen, wie Sie sagen, nur wenige Han­sels von Nazis sein im Osten, ihre Opfer sind es nicht, sie sind weder wenige noch leben­dig. Aber sie tau­chen in Ihrem Kom­men­tar nicht auf.

  59. Kommentar #26
    Gerlinde | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 22:46 | Permalink

    @TRS
    Haha, da wären die Lin­ken Nest­be­schmut­zer wie die­ser Herr @R. gleich zur Stelle und wür­den den Deut­schen wie­der Schimpf und Schande hin­ter­her werfen.

    Schreck­lich, dabei sind diese Leute selbst Ras­sis­ten, wie sie, wie hier, den Osten wegen ein paar Han­sels von Nazis/VS??? diskriminieren

  60. Kommentar #25
    hans | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 22:36 | Permalink

    In Israel steht an den Wänden:Am Sams­tag töten wir die Juden-am Sonn­tag die Christen.

  61. Kommentar #24
    Martin Kläuser | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 22:33 | Permalink

    Das „Multikulti-Experiment“ in die­ser BRD ist längst geschei­tert und sol­che Aus­fälle sind erst der Anfang. Kein Wun­der, wenn sich immer mehr Deut­sche gegen die irr­sin­nige Poli­tik der Mas­sen­ein­wan­de­rung zur Wehr setzen!

  62. Kommentar #23
    R. | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 20:58 | Permalink

    Eigent­lich dis­ku­tiere ich ja nicht mit Ras­sis­tin­nen und Ras­sis­ten und ande­ren extrem rech­ten Brand­stif­tern, son­dern höchs­tens mit ande­ren Leu­ten dar­über, wie man ihren poli­ti­schen Ein­fluss zurück­drängt. Aber ich mach mal eine kleine Aus­nahme und ant­worte auf das, was „Aktiv­pos­ten“ hier geschrie­ben hat.

    „Was denn nun, „Mil­lio­nen“, denen die Arbeit ver­wei­gert wird, oder doch nur „Zehn­tau­sende“? Macht einen sub stan ziel­len Unter­schied von ein paar Zeh­ner poten zen in der Aussage.“

    Naja, etwas genauer soll­ten auch Leute lesen kön­nen, die an krude Ras­sen­theo­rien glau­ben. Mil­lio­nen Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner haben in Deutsch­land kein Wahl­recht, zehn­tau­sen­den Flücht­lin­gen wird das Recht ver­wei­gert, arbei­ten zu dür­fen. So schwie­rig ist das doch nicht, oder?

    „Ansons­ten schließt ihre Aus­sage aus, daß Ras­sis­mus jemals von einer nicht herr­schen­den Min­der­heit aus ge­hen kann.“

    Anders­rum: Wenn man Ras­sis­mus als ein dis­kri­mi­nie­ren­des Herr­schaft­ver­hält­nis ver­steht, dann kann es sich jeden­falls nicht gegen eine pri­vi­le­gierte Mehr­heits­ge­sell­schaft rich­ten. Das besagt übri­gens auch der zitierte Wikipedia-Satz, denn er defi­niert Ras­sis­mus eben­falls als eine spe­zi­fi­sche Form von Dis­kri­mi­nie­rung. Zu behaup­ten, dass eine pri­vi­le­gierte Mehr­heits­ge­sell­schaft („die Deut­schen“) dis­kri­mi­niert werde, das ist ein noch deut­lich unsin­ni­gere Vor­stel­lung als die sprich­wört­li­che Qua­dra­tur eines Krei­ses. (Natür­lich: Wer neo­na­zis­ti­scher Para­noia vom angeb­lich bedroh­ten Deut­schen Volk oder vom ver­meint­li­chen Aus­ster­ben der Deut­schen anheim gefal­len ist, wird das anders sehen. Aber Ver­fol­gungs­wahn ist nie­mals eine valide poli­ti­sche Einstellung.)

    @Thomas Wes­sel: Sie schrieben

    „Das ist ja das Pro­blem, dass es kaum mög­lich ist, das Pro blem zu dis­ku­tie­ren, ohne dass die Dis­kus­sion nach rechts rückt.“

    Nein, das ist falsch. Es gäbe diverse Mög­lich­kei­ten, das Pro­blem der Beschrif­tung Ihrer Kir­che zu dis­ku­tie­ren, ohne dass die Dis­kus­sion nach rechts rückt. Da gibt es zig Mög­lich­kei­ten, die mir spon­tan ein­fal­len. Sie hät­ten zum Bei­spiel eine Dis­kus­sion dar­über ansto­ßen kön­nen, mit wel­cher Form von Rei­ni­gungs­mit­tel man uner­wünschte schwarze Farbe von Fas­sa­den am bes­ten wie­der abbe­kommt. Oder: Wenn Sie schon ohne nähere Anhalts­punkte Spe­ku­la­tio­nen über Urheber/innen und Bedeu­tung anstel­len, dann hät­ten sie ebenso z.B. spe­ku­lie­ren kön­nen, dass der Spruch an Ihrer Wand Bezug nimmt auf die Geschichte Ihrer Kir­che als „Hel­den­ge­denk­halle“ mit den Namen von toten deut­schen Sol­da­ten, die ihre Nach­bar­län­der im Ers­ten Welt­krieg im Namen Deutsch­lands ange­grif­fen haben. Oder auf die Liste mit den 28 „Feind­staa­ten“, die man dort immer noch bewun­dern kann. Egal ob Sei­fen­lauge, ers­ter Welt­krieg oder was auch immer: Es gäbe zig Kon­texte, in die man die Schmie­re­rei stel­len könnte. Aber Sie haben sich dafür ent­schie­den, wie selbst­ver­ständ­lich bestimmte Set­zun­gen zu machen und auf­grund die­ser Set­zun­gen (also impli­zi­ten Ver­mu­tun­gen über die Urheber/innen) rechte Ideo­lo­geme wie „Deut­schen­feind­lich­keit“ in den Raum gewor­fen. Kein Wun­der, dass eine sol­che Ein­la­dung nun rechte Ras­sen­theo­re­ti­ker auf den Plan ruft. Das liegt aber mit­nich­ten daran, „dass es nicht anders mög­lich ist“. Das war schon Ihre Entscheidung.

  63. Kommentar #22
    trs | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 18:27 | Permalink

    viel text um Nichts. Was wäre der Tenor wenn an einem tür­ki­schen Gebäube (Moschee, Döner­bude, Gemü­se­la­den, etc…) ste­hen würde „Tötet die Türken!“

    Wäre das auch „kein Ras­sis­mus“? Wie lächer­lich sich so um eine klare Aus­sage zu drücken!

  64. Kommentar #21
    aktivposten | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 17:40 | Permalink

    Tau­sche „ß“ gegen „s“ ;-)

  65. Kommentar #20
    aktivposten | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 17:40 | Permalink

    @ Tho­mas Wessel

    Sorry, wieso kann man das „Ras­sen­thema“ nicht mal res­sen­ti­ment­frei behan­deln? Das es unter­schiel­di­che mensch­li­che Ras­sen gibt, kann ja wohl kei­ner ernst­haft bestrei­ten. Die Frage ist doch eher, wie wird damit umge­gan­gen. Men­schen sind gleich­wer­tig, aber nicht gleich­ar­tig. Aus mir wird nie ein Chi­nese, da könnte ich mich noch so anstren­gen.
    Nicht gleich­ar­tig heißt „unter­schei­den“, das Fremd­wort dafür ist „Dis­kri­mi­nie­rung“. Wenn also die Unter­schei­dung, weil nicht gleich­ar­tig, zwi­schen einem Chi­ne­sen und einem Euro­päer idio­ti­scher­weise ver­bo­ten weil poli­tisch inkor­rekt ist, was sagt das über unsere Schere im Kopf aus?
    Leute, die Nazi­zeit ist seit 65 Jah­ren Geschichte, und 2000 vom Ver­fas­sungs­schutz erfaßte Nazis wer­den nicht in der Lage sein, diese wie­der her­zu­stel­len.
    Wenn aber ca. 3–5 Mil­lio­nen Moham­me­da­ner (es gibt mehr, aber das könnte der ent­schei­dende Anteil sein) hier die Ein­füh­rung der Scha­ria for­dern und z.B. in deut­schen Schwimm­bä­dern extra Bade­tage für Frauen ein­ge­führt wer­den, weil der ZMD so etwas mit Rück­sicht auf deren Kul­tur for­dert, dann ist das eine gesell­schaft­li­che Ver­än­de­rung, die kei­ner ernst­haft wol­len kann, der sei­nen Ver­stand nicht an der Gar­de­robe abge­ge­ben hat. Und hier ist der Schnitt­punkt zum Links­ex­tre­mis­mus: die Men­schen, die sich gegen diese Ent­wick­lun­gen weh­ren, wer­den von Links­ex­tre­mis­ten gewalt­sam angegangen.

    Als ent­schie­de­ner Christ sage ich: christ­li­cher Glaube und Islam sind nicht kom­pa­ti­bel, Allah hat mit dem Gott der Bibel nicht, aber auch gar nichts zu tun, und wer die Ein­füh­rung der Scha­ria will, dis­kri­mi­niert sich im bes­ten Sinne des Wor­tes selbst.
    Bei aller Gleich­wer­tig­keit der Men­schen will die Mehr­heit der in Deutsch­land leben­den keine Scha­ria. Die Scharia-Befürworter auf isla­mi­sche Län­der zu ver­wei­sen, wo sie ihren Vor­stel­lun­gen ent­spre­chend leben kön­nen, ist daher kein Ras­sis­mus, son­dern Über­le­bens­stra­te­gie. Ob „die Tür­ken“ oder „die Ara­ber“ dann noch Teil der deut­schen Gesell­schaft sind oder sein wol­len, ent­schei­den sie sel­ber. Wer den Koran wört­lich nimmt und ent­spre­chend han­delt, ist es nicht!!

  66. Kommentar #19
    Dieter | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 17:14 | Permalink

    @ Tho­mas Wes­sel — Tür­ken und Ara­ber, die Teil unse­rer Gesell­schaft sein wol­len und auch fun­da­men­tale Werte und Nor­men (es gibt für mich Werte, die auch gegen den Wider­stand der Kir­chen erreicht wur­den und diese sind für mich nicht ver­han­del­bar) die­ser Gesell­schaft akzep­tie­ren und sich an beste­hende Gesetze hal­ten sind und blei­ben für mich auch Teil die­ser Gesellschaft.

    Was machen wir aber mit dem viel zu hohen Pro­zent­satz spe­zi­ell bei der von Ihnen ins Spiel gebrach­ten Bevöl­ke­rungs­gruppe, die unsere Werte nicht akzep­tie­ren, dies auch mit Wor­ten und Taten ein­deu­tig zei­gen, den Koran wört­lich aus­le­gen und mög­li­cher­weise Koran­su­ren mit einem klei­nen Über­set­zungs­feh­ler an die Wand Ihrer Kir­che geschrie­ben haben? Wol­len Sie da wie Frau Käß­mann Plätz­chen backen und gemein­sam beten und dis­ku­tie­ren. Nein danke, bei die­ser Tee­stunde bin ich nicht dabei.

  67. Kommentar #18
    Thomas Wessel | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 17:09 | Permalink

    @ all | Lass ich mal ste­hen, die­sen „Kot­tan“. Dann gibt es einen Bei­trag die­ser schrä­gen Art und wir brau­chen kei­nen wei­te­ren mehr, die flie­gen raus.

  68. Kommentar #17
    Kottan | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 17:00 | Permalink

    @ Herr Wes­selKYRIOS IESOUS CHRISTOS. Herr ist Jesus Chris­tus! Für Mus­lime ist und bleibt er ein gewöhn­li­cher Pro­phet. Sägen Sie ruhig wei­ter am Fun­da­ment unse­rer Kir­che. Sie wer­den Ihren Lohn erhal­ten. „Wer mich ver­leug­net vor der Welt, …“

    Den­ken Sie bei Gele­gen­heit auch mal dar­über nach, warum schon bei den Römern „links“ > „sinis­ter“ auch für „Unglück ver­hei­ßend“ stand.

  69. Kommentar #16
    Thomas Wessel | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 16:15 | Permalink

    @ Die­ter @ Aktiv­pos­ten | Die Rech­ten sind an kei­ner Wahr­heit dran, an unan­ge­neh­men schon gar nicht. Was aller­dings stimmt, dass ist, dass alles Ver­ste­hen nicht das­selbe ist wie etwas ver­ste­hen. In Ber­lin wird da schon etwas anders dis­ku­tiert als hier — aber immer unter der Prä­misse, dass „die Tür­ken“, „die Ara­ber“ usw. Teil die­ser Gesell­schaft sind und bleiben.

    Mit „Ras­sen“ — oder dem, was von die­ser Art Wis­sen­schaft noch übrig ist, bevor sich alles mit allem ver­mählt — mit „Ras­sen“ hat das nichts zu tun. Mit Links­ex­tre­mis­ten auch nicht.

  70. Kommentar #15
    aktivposten | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 15:39 | Permalink

    @ R — Was denn nun, „Mil­lio­nen“, denen die Arbeit ver­wei­gert wird, oder doch nur „Zehn­tau­sende“? Macht einen sub­stan­zi­el­len Unter­schied von ein paar Zeh­ner­po­ten­zen in der Aussage.

    Ansons­ten schließt ihre Aus­sage aus, daß Ras­sis­mus jemals von einer nicht herr­schen­den Min­der­heit aus­ge­hen kann. Wem wol­len Sie das erzäh­len. Neh­men wir nur Wiki:

    „Ras­sis­mus zielt dabei nicht auf sub­jek­tiv wahr­ge­nom­mene Eigen­schaf­ten einer Gruppe, son­dern stellt deren Gleich­ran­gig­keit und im Extrem­fall die Exis­tenz der ande­ren in Frage. Ras­si­sche Dis­kri­mi­nie­rung ver­sucht typi­scher­weise, auf (pro­ji­zierte) phä­no­ty­pi­sche und davon abge­lei­tete per­sön­li­che Unter­schiede zu verweisen.“

    dann kann es die­sen Ras­sis­mus geben und den gibt es auch. Eine sozio­lo­gi­sche Theo­rie ist sehr schön, aber in 99% der Fälle ohne jeg­li­chen Real­täts­sinn. Wenn in DU, B oder HH Mäd­chen als „deut­sche Huren“ und „deut­sche Schlam­pen“ bezeich­net wer­den, wenn mein Schwa­ger sich als Bun­des­po­li­zist in Ber­lin anhö­ren muß „Von einem Sch…deutschen lasse ich mir gar nichts sagen“, dann ist das in Rea­li­tät und Pra­xis von einer Min­der­heit aus­ge­üb­ter Ras­si­mus, der zudem noch von Herrn Erdo­gan befeu­ert und unter­stützt wird.
    Daher ist das Graf­fiti ras­sis­tisch — völ­lig egal, wer der Schmie­rer war.

    @all — Und hier soll ernst­haft bestrit­ten wer­den, daß es ver­schie­dene Men­schen­ras­sen gibt, die sich sogar gene­tisch unter­schei­den? Daß die Foren­sik diese Erkennt­nisse bei unbe­kann­ten Opfern nutzt, um die Her­kunft fest­zu­stel­len, um dem Opfer einen Namen geben zu kön­nen? Kann ja wohl nicht wahr sein.

    P.S.: Der letzte Ver­fas­sungs­schutz­be­richt weist mehr Gewalt­ta­ten von Links­ex­tre­mis­ten als von Rechts­ex­tre­mis­ten aus. Nur mal so als Anmer­kung. Die Dis­kus­sion darf näm­lich auch nicht den Lin­ken über­las­sen werden…

  71. Kommentar #14
    Dieter | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 15:19 | Permalink

    Tja, Herr Wes­sels, dann dis­ku­tie­ren Sie mal schön das Pro­blem. Immer schön „wei­ter so“, immer wei­ter schön­be­ten, beschwich­ti­gen und ich nenne es jetzt mal ganz pro­va­ko­tiv „Geis­tig ona­nie­ren“. Immer schön den Kopf in den Sand ste­cken, bis es zwi­schen den Zäh­nen knirscht. Ich will für die Rech­ten jetzt wirk­lich keine Lanze bre­chen. Aber in so man­chen Din­gen sind die an unan­ge­neh­men Wahr­hei­ten näher dran. An die­sem Pro­blem sind die Beschwich­ti­ger und Alles­ver­ste­her zu einem gro­ßen Teil schuld.

    Aber macht nur wei­ter so, der Spruch an der Mauer wird ja mehr und mehr Rea­li­tät, wenn man sich so die Zei­tungs­ar­ti­kel über Straf­ta­ten in unse­ren Städ­ten ansieht.

  72. Kommentar #13
    J. | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 15:09 | Permalink

    Ich kann R. nur zustim­men und bin dank­bar für die­sen Bei­trag. Beson­ders den Hin­weis auf kri­ti­sches Weiß­sein halte ich für wich­tig als Grund­lage für diese Diskussion.

  73. Kommentar #12
    Thomas Wessel | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 14:31 | Permalink

    @ Böser Wolf | Ist ja auch eine blöde Frage. Tiere las­sen sich in Ras­sen unter­tei­len, Men­schen sind indi­vi­du­ell. Und je mehr Vis­ums­an­träge gestellt wer­den und Leute ein­rei­sen und sich ver­lie­ben und Kin­der zeu­gen, umso offen­sicht­li­cher wird das auch für Grenz­be­amte werden.

    @ Kars­ten John | „Kran­kes Hirn“? Nun, wenn es aus UNTER­for­de­rung ent­steht, las­sen wir’s ste­hen. Aber mit dem Hin­weis auf die Rech­ten haben Sie natür­lich recht. Das ist ja das Pro­blem, dass es kaum mög­lich ist, das Pro­blem zu dis­ku­tie­ren, ohne dass die Dis­kus­sion nach rechts rückt. Oder gerückt wird. Des­halb dis­ku­tie­ren wir es hier, die ruhrbarone.de übri­gens tun es auch, weil es blöd wäre, den Rech­ten irgend­et­was zu überlassen.

  74. Kommentar #11
    Karsten John | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 14:02 | Permalink

    Ich sage nur, so etwas ent­springt kran­ken Hir­nen unter­for­der­ter Idio­ten. Und gibt den brau­nen Hor­noch­sen wie­der Was­ser auf die Mühlen..

  75. Kommentar #10
    Böser Wolf | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 13:42 | Permalink

    »>Zur Rasse wird, wer ver­folgt, und nicht, wer ver­folgt wird.«<

    So ein Unsinn, dann wäre ja die Frage nach der Rasse, die in den Vis­ums­an­trä­gen zahl­rei­cher Län­der gestellt wird, eben­falls per se rassistisch.

  76. Kommentar #9
    Thomas Wessel | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 13:40 | Permalink

    @ Graf­mein | Peter Kro­gull hat doch gar nicht behaup­tet, dass es ein Türke gewe­sen sei, der „Eat the Rich!“ ans Kir­chen­ge­bäude geschmiert hat.

  77. Kommentar #8
    Grafmein | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 13:33 | Permalink

    @ Kro­gull | Sehr geehr­ter Herr Kro­gull, wie hätte ein Türke denn sonst die Kir­che beschmie­ren sol­len? Etwa mit „Mes­sert die ungläu­bi­gen Schwün­üfres­ser!“…??? Vllt. noch mit Unter­ma­lung diver­ser Suren wie „Tötet die Ungläu­bi­gen wo immer ihr auf sie trefft…“

    Aber klar, Islam bedeu­tet ja Frie­den… Nein, ich mach mir auch gar keine Sor­gen dass die Isla­mi­sie­rung vor­an­schrei­tet und wir dadurch wie­der eine faschis­ti­sche Ideo­lo­gie im reli­giö­sen Gewand und erneu­ten Anti­se­mi­tis­mus mit Auf­nahme der Kül­tür­be­rei­che­rer bekommen…

    Der gute Glaube sei mit ihnen!

  78. Kommentar #7
    Thomas Wessel | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 01:42 | Permalink

    @ R. | Puah, „R.“, immer­hin stimme ich am Ende zu. Geht in der Tat darum zu begrei­fen, dass Ras­sis­mus etwas ande­res ist als irgend­eine Form von Dis­kri­mi­nie­rung. Ansons­ten muss ich für heute pas­sen, Ant­wort folgt.

  79. Kommentar #6
    R. | Geschrieben am 12. Juli 2011 um 01:25 | Permalink

    @ Tho­mas Wes­sel | Ihre Argu­me­na­tion hat drei zen­trale Denk­feh­ler. Fan­gen wir vorne an. Erstens:

    „Dern­bach behaup­tet vor­weg, dass nur, wer Macht habe, ras­sis­tisch sei und darum, wer keine habe, kein Ras­sist sein könne — eine kuriose Logik, mit der sich auch Neo-Nazis solange frei spre­chen lie­ßen, bis sie die Macht erneut über nähmen.“

    Ein tra­gi­scher logi­scher Fehl­schluss. Trag­fä­hige sozio­lo­gi­sche Ras­sis­mus­de­fi­ni­tio­nen den­ken Ras­sis­mus immer als Macht– und Herr­schafts­ver­hält­nis. Der Begriff hätte über­haupt keine Bedeu­tung mehr, würde man ihn nicht in Bezie­hung zur Macht set­zen. Dabei braucht es frei­lich einen etwas weni­ger unter­kom­ple­xen Macht­be­griff als Sie ihn hier anfüh­ren. Nazis bezie­hen sich auf herr­schende macht­volle Aus­gren­zungs­me­cha­nis­men, allen voran Natio­nen, Natio­na­li­tä­ten und Gren­zen. Diese beste­hen­den Aus­gren­zungs­me­cha­nis­men hal­ten nach wie vor zum Bei­spiel Mil­lio­nen in Deutsch­land Lebende davon ab, wäh­len zu dür­fen, eine Arbeit auf­neh­men zu dür­fen, oder sich nur Angst­frei als Nicht-Illegalisierte hier auf­hal­ten zu dür­fen. Und diese macht­vol­len herr­schen­den Aus­gren­zungs­me­cha­nis­men wol­len die Nazis wei­ter radi­ka­li­sie­ren und aus­bauen. Es ist also ziem­lich absurd zu behaup­ten, Nazis sprä­chen nicht aus einer Posi­tion der Macht und Herr­schaft her­aus, wenn sie ras­sis­tisch hetzen.

    Es ist ein alter Trick von Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern einer ras­sis­ti­schen Mehr­heits­ge­sell­schaft, der Mino­ri­tät, die sie aus­gren­zen, einen eige­nen Ras­sis­mus zu unter­stel­len. Dies­be­züg­lich gab es z.B. wäh­rend der Black-Panther-Bewegung in den USA lange Debat­ten. Sind Publi­ka­tio­nen der Black Pan­ther ras­sis­tisch, wenn dort Weiße Poli­zis­ten als „Pigs“ bezeich­net wer­den? Nein — jeden­falls nicht, wenn man kei­nen Wischi-Waschi-Rassismusbegriff zugrunde legt, son­dern Ras­sis­mus als ein Herr­schafts­ver­hält­nis ver­steht — näm­lich jenes Herr­schafts­ver­hält­nis, das dafür sorgte, dass Schwarze in den USA nicht auf die glei­chen Schu­len gehen durf­ten wie Weiße. Und jenes Herr­schafts­ver­hält­nis, das dafür sorgt, dass zehn­tau­sen­den in Deutsch­land leben­den Flücht­lin­gen ver­bo­ten wird, einen Job anzu­neh­men. Und jenes Herr­schafts­ver­hält­nis, das ihnen die Abschie­bung häu­fig in Fol­ter und Mord, in jedem Fall aber in die Armut androht. Und jenes Herr­schafts­ver­hält­nis, das (nicht nur) die Kin­der von die­sen Flücht­lin­gen in Deutsch­land mas­siv benach­tei­ligt, wie gerade der UN-Sozialbericht ein­mal mehr deut­lich ange­pran­gert hat. In diese ras­sis­ti­schen Ver­hält­nisse ist auch Nazi-Terror ein­ge­bun­den: Auf sie bezieht er sich und for­dert deren Ver­schär­fung und Verabsolutierung.

    Und jetzt zu Punkt zwei:

    „Migran­ten, sagt sie, seien ohne Macht, darum Opfer,weil ‚struk­tu­rell‘ diskri­miniert, wäh­rend Deut­sche von Geburt wegen ‚Nutz­nie­ßer‘ seien.“

    Nie­mand ist völ­lig „ohne Macht“ — aber dass Macht in unse­rer Gesell­schaft ungleich ver­teilt ist, und dass sich diese unglei­che Ver­tei­lung ziem­lich unheil­voll wirk­mäch­tig an ras­sis­tisch kon­stru­ier­ten, aber trotz­dem höchst wirk­mäch­ti­gen Gren­zen fest­macht, das ist nun wirk­lich eine All­tags­er­fah­rung für Mil­lio­nen von in Deutsch­land leben­den Men­schen. Kaum zu glau­ben, dass ein Pfar­rer, dem ich eigent­lich ein ziem­lich weit­rei­chen­des poli­ti­sches Ver­ständ­nis attes­tiere, leug­nen will, dass es struk­tu­relle Dis­kri­mi­nie­rung und struk­tu­relle Bevor­zu­gung in unse­rer Gesell­schaft gibt. Es reicht nun wirk­lich ein Blick auf die Ungleich­ver­tei­lung von Ein­kom­men und Ver­mö­gen, von Bil­dungs­chan­cen — oder ein­fach nur ein Gespräch mit Betrof­fe­nen über ihre all­täg­li­chen Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen. Vom immer wie­der­keh­ren­den dum­men Witz über gerin­gere Löhne bei glei­cher Arbeit und dis­kri­mi­nie­rende Fra­gen bei Vor­stel­lungs­ge­sprä­chen bis hin zur weit­aus grö­ße­ren Gefahr, Opfer ras­sis­ti­scher Überg­riffe zu wer­den: Das alles kann man doch nicht als Hirn­ge­spinst abtun.

    Lie­ber Herr Wes­sel, Hand aufs Herz: Füh­len Sie sich etwa nicht pri­vi­le­giert, weil Ihnen schon seit Jahr­zehn­ten nie­mand das Recht strei­tig machen will, in die­sem Land zu leben? Füh­len SIe sich nicht pri­vi­le­giert, weil von Ihnen nie­mand einen einen Inte­gra­ti­ons­test abver­langt, son­dern alle wie selbst­ver­ständ­lich davon aus­ge­hen, dass Sie hier sein dür­fen? Sie füh­len sich nicht pri­vi­le­giert, weil Sie oder Ihre Fami­lie nie­mals von einer Abschie­bung aus Deutsch­land bedroht war? Und Sie füh­len sich auch nicht pri­vi­le­giert, weil Sie weni­ger Angst haben müs­sen zusam­men­ge­schla­gen zu wer­den, wenn Sie in bestimmte ost­deut­sche Orte rei­sen, weil Sie dort nicht auf den ers­ten Blick auf der Straße als Ver­let­zung der Regeln einer „Natio­nal befrei­ten Zone“ wahr­ge­nom­men werden?

    Wenn Sie wirk­lich nicht der Mei­nung sind, dass Sie durch all das pri­vi­le­giert sind, und zwar in einem sehr gro­ßen Maße aus bereits „von Geburt wegen“, dann lei­den Sie mei­ner Mei­nung nach unter einem ziem­li­chen Wirklichkeitsverlust.

    Aber es kommt ja noch schlim­mer. Sie schreiben:

    „Es gibt kein Schwarz­weiß und keine Wei­ßen oder Schwar­zen — ent­schei­dend ist, wie sich das Grau schattiert.“

    Gut gebrüllt, der Theo­loge. Als ob Macht– und Herr­schafts­ver­hält­nisse dann nicht mehr exis­tie­ren wür­den, wenn man sich ein­fach die Augen zuhält oder weg­sieht. Es gibt keine Wei­ßen oder Schwar­zen? Erzäh­len Sie das mal dem 46jährigen Mann aus Mosam­bik, der in Chem­nitz von Nazis zusam­men­ge­prü­gelt wurde, weil er mit sei­ner Haut­farbe nicht ins Welt­bild der Nazis passte. Und erzäh­len Sie das mal den vie­len Schwar­zen Deut­schen, die — hier gebo­ren und auf­ge­wach­sen — immer wie­der „oh, Sie spre­chen aber gut deutsch“ zu hören bekom­men, und bei denen sich die Leute nicht mit der Ant­wort „Bochum“ zufrie­den geben, wenn sie gefragt wer­den: „Wo kom­men Sie denn her?“

    Auch schei­nen Sie ein gan­zes Jahr­zehnt Kri­ti­scher Weiß­seins­for­schung völ­lig zu igno­riert zu haben — eben­falls für mich kaum zu glau­ben für jeman­den, der sich hier über Ras­sis­mus aus­lässt. Ein paar Lite­ra­tur­tipps gibt es unter ande­rem hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Weißsein

    Und hier ein gut vier­mi­nü­ti­ges Video: http://blog.derbraunemob.info/2009/06/26/weiszsein-und-rassismus-kritische-weiszseinsforschung-gut-erklaert/ (Auch ansons­ten lohnt sich das Stö­bern in dem Blog)

    Also: Der erste Schritt zu ein wenig mehr Gerech­tig­keit wäre es, exis­tie­rende Macht– und Herr­schafts­ver­hält­nisse nicht so fahr­läs­sig zu leug­nen wie Sie das tun. Und eines die­ser Herr­schafts­ver­hält­nisse ist das, wel­ches man gemein­hin als Ras­sis­mus bezeich­net. Und das fin­det in ganz vie­len For­men in unse­rer Gesell­schaft Aus­druck — aber wohl am wenigs­ten in der Schmie­re­rei an Ihrer Kir­che. Dabei han­delt es sich um Sach­be­schä­di­gung, viel­leicht auch um den Auf­ruf zu einer Straf­tat. Aber wer Ras­sis­mus nicht als in Macht– und Herr­schafts­ver­hält­nisse ein­ge­bun­dene For­men von Dis­kri­mi­nie­rung ver­steht, son­dern den Begriff auf alle mög­li­chen For­men von Kol­lek­tiv­an­grif­fen, Kol­lek­tiv­be­dro­hun­gen oder Kol­lek­tiv­be­lei­di­gun­gen aus­dehnt, macht ihn ana­ly­tisch unbrauch­bar. Die tat­säch­li­chen Ras­sis­tin­nen und Ras­sis­ten wer­den sich drü­ber freuen.

  80. Kommentar #5
    Thomas Wessel | Geschrieben am 11. Juli 2011 um 16:29 | Permalink

    @ M. | Gibt zwei Unter­schiede zu „Tötet Hel­mut Kohl“: „Tötet die Deut­schen“ steht an einer denk­mal­ge­schütz­ten Kir­che, es da wie­der weg­zu­krie­gen, kos­tet reich­lich Geld. Und: Schlin­gen­sief wurde festgenommen.

  81. Kommentar #4
    M. | Geschrieben am 11. Juli 2011 um 16:19 | Permalink

    Viel­leicht ist es ja, dass die Chris­tus­kir­che bekannt ist wegen ihrer Israel-Veranstaltungen und –Aus­sa­gen. Viel­leicht wurde da zwi­schen Kir­che und Syn­agoge eben nicht unterschieden.

    Wobei es dann auch wie­der schwer zu sagen ist, wer die­sen Spruch gemalt hat. Nur um nicht auf die übli­chen Ver­däch­ti­gen zu zei­gen: Ein paar Meter wei­ter, habe ich vor ein paar Tagen gese­hen, steht der „Bau­wa­gen Europa“, da hat jemand groß „Antifa“ drauf gesprüht. Viel­leicht waren das mit dem „Tötet die Deut­schen“ wirk­lich die Anti-Deutschen, also diese spe­zi­el­len Hardcore-Linken aus behü­te­ten deut­schen Eltern­häu­sern. Die fin­den die Ver­an­stal­tun­gen in der Chris­tus­kir­che ganz sym­pa­thisch und der Spruch war als eine Sup­port gedacht …

    Viel­leicht spielt aber auch ein schlin­gen­sief­sches Kunst­ver­ständ­nis mit hin­ein, der hat ja mal dazu auf­ge­ru­fen: „Tötet Hel­mut Kohl!“ Da waren auch viele empört, aber allen war klar, dass Absicht und Aus­sage des Sat­zes ver­schie­den sind.

  82. Kommentar #3
    Thomas Wessel | Geschrieben am 11. Juli 2011 um 16:11 | Permalink

    @ Chris­tian | „Welt­fremd“? Das finde ich eine inter­es­sante Ein­schät­zung. Das Wort vom „Stam­mes­be­wusst­sein“ stammt von Han­nah Arendt, und sie hat sol­ches Bewusst­sein sehr ähnlich bezeich­net, als „welt­los“. Eines, dem „alle eige­nen geschicht­li­chen Erin­ne­run­gen und alle der Erin­ne­rung wer­ten Taten feh­len“, also ein betont unpo­li­ti­sches Bewusst­sein. [Spricht das gegen linke Inter­na­tio­na­lis­ten?] Klar, dass es „die“ Deut­schen, „die“ Migran­ten usw. nicht gibt — aber gerade dann stellt sich die Frage, woher das Inter­esse daran kommt, die Welt in so über­sicht­li­che Kol­lek­tive zu sortieren.

  83. Kommentar #2
    Peter Krogull | Geschrieben am 11. Juli 2011 um 15:25 | Permalink

    Als Pfar­rer weiß ich ja, wie ner­vig Graf­fi­tis an der Kir­che sind, aber wit­zig ist ja schon, dass der Satz in feh­ler­freiem Deutsch daher­kommt. Man stelle sich vor, er wäre auf ara­bisch, bul­ga­risch, tür­kisch oder rus­sisch verfasst…das hätte mich doch eher betrof­fen gemacht. Jeden­falls würde ich die­sen Satz eher als geist­los und höchs­tens unfrei­wil­lig komisch bewer­ten, so wie vor kur­zem eine Schmie­re­rei am Ver­wal­tungs­ge­bäude des Duis­bur­ger Kir­chen­krei­ses, wo tat­säch­lich „Eat the rich!“ geschrie­ben stand…

  84. Kommentar #1
    Christian | Geschrieben am 11. Juli 2011 um 14:34 | Permalink

    Ich glaube „Deutsch“ dient hier als Schub­lade genau wie „Aus­län­der“. DEN Deut­schen, DEN Aus­län­der — was soll das sein? Wer auch immer den Schwach­sinn geschrie­ben hat, links-autonome Inter­na­tio­na­lis­ten oder iden­ti­täts­ver­wirrte Migranten-Kids — darin schwingt ein eigen­ar­tig wel­frem­des Ver­ständ­nis der Gegen­wart mit. Und irgend­wie auch eine eigen­ar­tige Umdre­hung des Neo­nazi Spruchs: „Deutsch­land den Deut­schen, Aus­län­der raus“- Die Denke ist die gleiche


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