Es geht um die Griechen. Allerdings weniger um Krisen als um Kronos, den jüngsten Sohn von Himmel (griech. Uranos) und Erde (griech. Gaia). Wobei die Kindheit von Kronos durchaus krisenhaft gewesen sein dürfte, sie endete damit, dass er seinen Vater entmannte, seine Schwester heiratete und seine Kinder fraß. Aber eigentlich geht es nicht um Kronos, sondern um Chronos, den Gott der Zeit, der dem Chaos selber entstammt und heute Pate steht für alle Chronometer, die Chaos in Präzision übersetzen. Aber recht eigentlich geht es auch nicht um Chronos und seine Meter, sondern …
… um einen Zwischenfall, den Walter Benjamin berichtet hat, dass nämlich im Juli 1830 - Revolution in Paris, die Freiheit mit der Trikolore stürmt voran - „an mehreren Stellen von Paris unabhängig voneinander und gleichzeitig nach den Turmuhren geschossen wurde“. Die Zeit stehe still, ihre Diktatur stürze ein,
und so blieb die Sonne stehen mitten am Tag und beeilte sich, nicht unterzugehen,
wie es auch Josua schon mal erlebt hat, siehe ebd. im 10. Kapitel. Eigentlich also geht es um das, was nicht chronologisch ist, um das still gestellte Maß. Es geht um den Ton, der stehen bleibt, auch wenn er schon lange verklungen scheint, es geht darum, dass Anfang Dezember das David Orlowsky Trio wieder kommt. Zurück zu dem Ton, der hier geblieben ist und die ganze Zeit gewartet hat.
„Chronos“ heißt die neue CD, für die sie sich, nun ja, viel Zeit genommen haben: David Orlowsky (Klarinette), Florian Dohrmann (Bass) und Jens-Uwe Popp (Gitarre) haben sie zusammen mit Avi Avital (Mandoline) und Per Arne Glorvigen (Bandoneon) eingespielt, am 23. September wird „Chronos“ öffentlich und bemisst ab dann die Zeit bis zum Konzert, jenem Moment also, der sich beeilt, nicht unterzugehen.
» 8. Dezember 2011 | 20 Uhr | VVK ab September
Und hier das, was die Drei über sich und ihre Chamber.World.Music sagen:
