„Drama, Baby!“

Me And My Drummer | urban urtyp #16 | 19. Februar 19 Uhr

"Ein Mann, eine Frau. Ein Piano, ein Schlagzeug. So simpel kann es manchmal sein." Charlotte Brandi und Matze Prollöchs sind Me And My Drummer

Foto | Tho­mas Kierok

Sie habe höchs­tens „ein net­tes Auf­wär­men“ erwar­tet, schrieb Andrea kürz­lich auf mit­telstern, dem Blog von Dres­den Indie Welt: „Geplän­kel. Bei­läu­fi­ges Mit­wip­pen.“ Bei­nahe wäre sie gar nicht hin­ge­gan­gen zum Kon­zert und wären wir ohne die­sen Kon­zert­be­richt: Bei­läu­fi­ges Mit­wip­pen? „Char­lotte fängt an zu sin­gen. Diese Stimme! Hal­le­luja! Was pas­siert hier? Völ­lige Ver­blüf­fung bei gleich­zei­ti­ger Begeis­te­rung. Ein Mann, eine Frau. Ein Schlag­zeug, ein Piano. Ein Raum, der plötz­lich viel zu klein wird für diese Stimme, diese Kraft, diese Momente …“

Und wei­ter im mit­telstern–Text:

„Der ganze Kör­per der Sän­ge­rin ist in Bewe­gung, das Gesicht ein ein­zi­ges Spiel  -  und man selbst ist gezwun­gen, auf sei­nem Stühl­chen zu hocken und mit dem Ober­kör­per zu tan­zen. Geht nicht! Auf­sprin­gen will man! Jubeln! Aber ach … Sitz­kon­zert. Wir tun uns leid.“

Das wird sich bei uns nie­mand tun müs­sen. Das Kon­zert im urban urtyp Kubus wird alles mög­li­che wer­den, aber nichts zum Sit­zen. Und: Es wird voll wer­den. Hier wie­der Andrea:

„So ein­gän­gig die Stimme von Me And My Drum­mer ist, so thea­tra­lisch und kräf­tig ist sie auch, schil­lernd und keck noch dazu, klingt abwech­selnd wie Feist und Karin Drei­jer Anders­son mit einer Prise Bri­tish Soul und dem Hall der 80er. Ein Fest!“

Die Stimme ist die von Char­lotte Brandi, eine Stimme mit Dort­mun­der Ein­schlag, die auch schon andere an die von Les­lie Feist erin­nert hat. Ihre Fami­lie in Dort­mund habe sie ein­mal ange­ru­fen, erzählte die 26jährige kürz­lich im Inter­view: „Du wirst im Radio gespielt! -  Ich so: Ne, das bin ich nicht.“ Es gäbe denn doch einen Unter­schied, einen entscheidenden:

„Feist hat eine sehr gefühl­volle, aber letzt­end­lich hau­chende, unbau­chige Stimme. Und da würde mir was feh­len, wenn ich mich in so einer Art limi­tie­ren müsste. Ich brauch das auch, zu brül­len und zu röhren.“

Und zu kom­men braucht nur, wer sie hören will, es wird ein Piano da sein, ein Schlag­zeug, eine Frau und ein Mann. Und dann -  das ist jetzt wie­der Andrea auf mittelstern.de  -  und dann

„Drama, Baby! Her­zen noch und nöcher. Me & My Drum­mer. Ein Piano. Ein Schlag­zeug. So sim­pel kann es manch­mal sein.“

Es ist Sinn­bus, gewe­sen, das groß­ar­tige Indie-Label, das auch die Hund­reds beher­bergt, das Me And My Drum­mer auf­ge­ga­belt hat. Sinn­bus beschreibt ihre Musik heute mit elter­li­chem Stolz:

„Da ist eine unglaub­li­che Stimme, die um ihr Leben singt, auf­for­dert, her­aus­for­dert und träumt … Mit einem auf das Innerste ein­ge­dampf­ten Instru­men­ta­rium geht diese Stimme eine intime, zärt­li­che Ver­bin­dung ein, unmit­tel­bar und von fast bru­ta­ler Nähe, und erzeugt einen berau­schen­den Sog  -  ursprüng­lich, raf­fi­niert, hyp­no­tisch, leicht­fü­ßig, für sich ste­hend  —  der mit all dem am Ende nur spielt  -  vor allem mit sich selbst.“

2012 werde ein auf­re­gen­des Jahr, hatte Sinn­bus vor­aus gesagt, und so ist das nun: Ers­tes Album, volle Kon­zerte, begeis­terte Zuhö­rer. Und mehr Musik als man begrei­fen kann. Ob es denn noch ein Leben außer­halb der Musik gebe, wurde Matze Prol­löchs gefragt, der Drum­mer, 21 Jahre alt, seine Antwort:

„Das ist das rich­tige Leben.“

 

» Dop­pel­kon­zert mit Einar Stray & Fri­ends
» 19. Februar | wie immer sonn­tags | wie immer 19 Uhr | wie immer nur 10 Euro
» Tickets hier
» facebook.com/urbanurtyp
» Ein­lass ab 18:30 Uhr
» unter­stützt von eden und team | schlegel-urtyp | ebb­land tv | Stif­tung der Spar­kasse Bochum

Artikel am 07. Februar 2012 um 15:08 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Konzerte, urban urtyp | Trackbacks sind nicht möglich, aber Sie könneneinen Kommentar verfassen..


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