Review | urban urtyp #18

Sisterkingkong // Leland P. // Sauhund live im März 2012

"Über Gott und die Welt reden, so unbe­küm­mert wie mög­lich": Till erzählt seine Geschichten

Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

Es gibt Kul­tur und es gibt Staats­kul­tur. In Deutsch­land nimmt man bei­des gern als eins, dann ist Kul­tur ein ande­res Wort für Voll­be­schäf­ti­gung: „Kul­tur für alle“ hieß das bis ges­tern, heute heißt Kul­tur, alle sind empört. Sie sind es, weil ein Buch erschie­nen ist, das muss man sich mal vor­stel­len. Das Buch heißt „Der Kul­tur­in­farkt“ und fragt, was wäre, wür­den Kunst und Kul­tur nur noch zur Hälfte von Staa­tes wegen ange­stellt. Es fiele dann, ver­mu­ten die Auto­ren, der „erzie­he­ri­sche Anspruch“ weg, den Staats­kul­tur so gern erhebe, um unser­eins die höhe­ren Werte“ bei­zu­bie­gen. Erst ohne die­ses Erzie­hungs­pro­gramm, so die Auto­ren, könne sich ein Raum erschlie­ßen, „in dem jede und jeder über Gott und die Welt reden kann, so unbe­küm­mert wie mög­lich“. Ein Raum, „in dem jede und jeder die eige­nen Emo­tio­nen gespie­gelt wie­der­fin­det“.  -  Nun, aus eben die­sem Grund gibt es urban urtyp. Es gibt das nicht von Staats wegen, son­dern im Kir­chen­raum. „Ein wun­der­bar viel­fäl­ti­ges Kon­zert“, schrieb Max Küh­lem über den 18. Abend, „ein klei­nes Festival“.

Allein wenn man Sis­ter­king­kong in der Kir­che hören würde, klänge es so,

als wür­den sich Vel­vet Under­ground mit der Krautrock-Legende Can einen Pro­be­raum teilen.

Die Lounge-Musik von Leland P.  -  der smoo­then Trom­pete von Mar­kus Lefen sei Dank  -   groove „unauf­ge­regt dahin“ und könne sich doch mit den har­ten Vocals von Kai Hoff­mann und Tess Wiley ver­söh­nen. Schließ­lich der „Elektro-Frickler“ mit dem Künst­ler­na­men Sau­hund  -  der Sau­hund ist eine ¾ bier­fla­schen­große Hand­puppe, der Künst­ler oben im Bild  -  er klänge tat­säch­lich wie die Bochu­mer Straße, in der er wohnt:

Karg und dre­ckig, pathe­tisch und ruhrpottromantisch.

Fotos aus Aylas KULTURAGENTÜER:

 

 

Artikel am 04. April 2012 um 18:04 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Reviews | Trackbacks sind nicht möglich, aber Sie könneneinen Kommentar verfassen..


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