Ton im Raum

Denovali Label Evening #3 | Bochumer Orgel-Tage

Die Gitarre, der Ton, das Licht: Thisquietarmy aka Eric Quach an seiner Orgel

Foto | Owen Cher­ry

Deno­va­li ist das Label neben­an, und viel­leicht ist das kein Zufall, dass gera­de Deno­va­li die Nähe einer Orgel gesucht hat: So eine Orgel kann, was Deno­va­li am liebs­ten ver­legt, sie kann einen Ton im Raum ste­hen las­sen. Sie kann ihn los­lö­sen von Arm­län­gen und Atem­not, kann ihn her­aus­lö­sen aus der End­lich­keit und Ewig­keit simu­lie­ren, wer kann das schon.Von Got­tes Hauch beseelt, Nach­klän­ge des Schöp­fungs­lie­des“, hör­te Her­der in ihr, der Orgel, „die mit der süßen Lock­stim­me der Lieb­ha­be­rin­nen die Lie­be Got­tes in das hor­chen­de Ohr der Andacht haucht und Schre­cken in das Ohr des Tyran­nen brüllt“. Was Her­der beschreibt, klingt zwar pom­pös wie eine Orgel, ist aber das, was pas­siert, wenn Töne ste­hen anstatt zu ver­hal­len, es ist die Erfah­rung von Schön­heit und Schre­cken. Aller­dings gibt es hier kei­ne Tyran­nen in Hör­wei­te mehr, uns bleibt die Schön­heit von bei­dem, der Orgel und dem, was Deno­va­li ver­legt.

Die 32. Bochu­mer Orgel­ta­ge dau­ern noch bis Mit­te Mai, sie fin­den in vie­len Kir­chen statt und an vie­len Orgeln die­ser Stadt. Höhe­punkt ist das Orgel-Orches­ter­kon­zert am 13. Mai im Audi­Max der Ruhr-Uni.

Der Deno­va­li Label Eve­ning wie­der­um bie­tet an einem Abend drei Acts, die das Label ver­legt, dar­un­ter This­quiet­ar­my aka Eric Quach aus Kana­da. Einen, der mit sei­ner Gitar­re und einem Hau­fen elek­tri­fi­zier­ter Käst­chen das pro­du­ziert, was son­st nur Orga­nis­ten frei­set­zen: eine Welt, die aus eben den Tönen besteht, die man sel­ber macht, die aber, kaum gemacht, nicht ein­fach nur vor­über gehen, jeden­falls nicht sofort.

 

» 32. Bochu­mer Orgel­ta­ge
» Mehr über den Deno­va­li-Abend mit Samu­el Jack­son Five, Aun und This­quiet­ar­my gibt es hier bei The­PostRo­ck
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