Trio Manaz

Kosmopolen in Euforia

Der Bücherhimmel über mir, der Rettungsschlauch behütet: Polnische Romantik 2011
Foto | Ema­nuela Danielewicz

„Wir dul­den Europa wie ein Königs­haus“, sagte Jochen Gerz  am Euro­pa­tag vor drei Jah­ren, als die Stadt Bochum auf den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS ein­ge­la­den hatte: „Über das Königs­haus nach­den­ken wol­len die Wenigs­ten. Königs­häu­ser geben Schutz, ver­spre­chen Ruhe, Tra­di­tion und leichte Unter­hal­tung.“ Das ist sehr wahr  -  frü­her kämpf­ten Könige um ihren Kopf, heute schie­ßen sie sich in den Fuß  -  und weil es wahr ist, gibt es den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS: Er ist dafür da, die eigene Vor­stel­lungs­kraft auf den Thron zu set­zen. Das euro­päi­sche Ver­spre­chen kennt nun­mal keine Her­kunft, es ist nicht von Adel und nicht pol­nisch oder deutsch, son­dern mein eige­nes. Und das viel­leicht ist,

was sich von der Roman­tik ler­nen lässt

die eine euro­päi­sche war: Damals ver­setz­ten sich über­all Leute ver­suchs­weise auf einen Thron, den sie sich vor­ge­stellt hat­ten, und mit einemmal saßen über­all Leute, die ver­such­ten, ihrer eige­nen Vor­stel­lung zu trauen. Das Trio Manaz spielt die­sem recht flüch­ti­gen Emp­fin­den nach:

Mit einem Kla­vier­trio auf Pol­nisch [Ludo­mir Rózy­cki], Fran­zö­sisch [Gabriel Fauré] und Deutsch [Johan­nes Brahms] und als ein Ensem­ble, das sich zwi­schen Istan­bul [Geburts­ort von Aziz Kor­tel], Cler­mont Fer­rand [Antoine Bil­let begeg­net dem Vio­lon­cello] und War­schau [Mag­da­lene Rez­ler stu­diert an der Chopin-Musikhochschule] gebil­det hat.

Hier das gesamte Pro­gramm des Kos­mo­po­len in EUf­oria Festival