„Wir dulden Europa wie ein Königshaus“, sagte Jochen Gerz am Europatag vor drei Jahren, als die Stadt Bochum auf den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS eingeladen hatte: „Über das Königshaus nachdenken wollen die Wenigsten. Königshäuser geben Schutz, versprechen Ruhe, Tradition und leichte Unterhaltung.“ Das ist sehr wahr - früher kämpften Könige um ihren Kopf, heute schießen sie sich in den Fuß - und weil es wahr ist, gibt es den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS: Er ist dafür da, die eigene Vorstellungskraft auf den Thron zu setzen. Das europäische Versprechen kennt nunmal keine Herkunft, es ist nicht von Adel und nicht polnisch oder deutsch, sondern mein eigenes. Und das vielleicht ist, was sich von der Romantik lernen lässt …
… die eine europäische war: Damals versetzten sich überall Leute versuchsweise auf einen Thron, den sie sich vorgestellt hatten, und mit einemmal saßen überall Leute, die versuchten, ihrer eigenen Vorstellung zu trauen. Das Trio Manaz spielt diesem recht flüchtigen Empfinden nach: Mit einem Klaviertrio auf Polnisch [Ludomir Rózycki], Französisch [Gabriel Fauré] und Deutsch [Johannes Brahms] und als ein Ensemble, das sich zwischen Istanbul [Geburtsort von Aziz Kortel], Clermont Ferrand [Antoine Billet begegnet dem Violoncello] und Warschau [Magdalene Rezler studiert an der Chopin-Musikhochschule] gebildet hat. // Hier das gesamte Programm des Kosmopolen in EUforia Festival

