Kein Konzert, ein kleines Festival mit Indie-Pop, Elektro-TripHop und Songwritertum, alles von hier und alles uu, unbeugsam urban. Von KRAY! etwa kommt keiner aus Kray, aber alle in ein Alter, in dem Indie-Pop tatsächlich independent wird: Die Sechs müssen keinem nichts beweisen, keiner etwas vorbalzen oder diesen blöden Ehrliche-Haut-Habitus pflegen, ihre Sonnenuntergänge sind wirklich rot. Entstanden sind ihre Songs, wenn sie im Stau standen auf dem Weg zur Probe auf der Höhe von Kray, jetzt stehen sie als die wohl ältesten Newcomer der jüngsten Musikgeschichte auf der Bühne. Seitdem wissen wir, dass Alter vor gar nichts schützt, auch davor nicht, besser zu werden. Sie machen Schluss mit wichtig, sie machen Songs und besingen die Sehnsucht, die sich von Essen-Kray nach Bochum-Dückerweg streckt. Ruhig und entspannt ist das, ab und an ein wenig traurig, dann klingt die A40 wie a-Moll, bevor sie lässig den Kitsch umkurven und eine andere Ausfahrt nehmen, die ist dann besser was in Dur. Große Kunst, gelassene Geste, wer braucht da noch den Sommer. - Dann MONOCULAR: Elektro TripHop aus Dortmund, der überhaupt nicht so klingt wie …
… Morcheeba, sondern eher so, als hätten Morcheeba versucht, Monocular zu covern. Aber auch dieser Vergleich trifft die - blödes Wort, gibt kein anderes - Reife nicht, die Monocular in vier Jahren gewonnen haben, so wenig wie die Vergleiche, die sonst herangezogen werden, mit Massive Attack oder Portishead oder Goldfrapp oder Kosheen. Wobei Monocular mit einer Gitarre kommen, die, wenn sie will, so dreckig klingt, wie es das Ruhrgebiet mal war, und mit einer Stimme, die größer ist als - aber lassen wir es den großen Tom Liwa sagen:
“There aren’t many female singers in Germany whose voices kill me like Nic Koray’s does. And there are even fewer who I grant to have the rare talent to formulate songs that are as universal and at the same time personal in the most intimate way”.
Soweit Tom! Liwa! Den UNTER ANDEREM MAX verehrt: Die 3-Wörter-Band besteht aus Max, seiner Gitarre und den Geschichten, die sie erzählen. Die Geschichten spielen in einer Stadt, in der sich - hier gleich nebenan — Grünflächen über Industrieanlagen legen und darüber Songs, die einem nicht gleich die halbe Welt erklären. Das hat nichts von Hamburger Schule, bei unter anderem Max darf man auch selber mal schlau sein: Goldkante schlägt Waterkant. Und Max ein neues Kapitel auf, er kommt mit Drummer! Und mit Bassist! Und E-Gitarre! Mehr Max war nie. Und mehr gibt es auch nicht zu sagen auf die Frage, warum wir urban urtyp machen und welchen Sinn es hat, Indie-Musik indie-Kirche zu holen, das machen wir wegen unter anderem …
Weswegen es auch eine dritte Spielzeit geben wird ! Portico Quartet ist bereits bestätigt, der VVK läuft !
» urban urtyp #20 am 20. Mai
» wie immer sonntags, wie immer 19 Uhr, wie immer nur 10 Euro
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