Wollen lernen

Jedem Kind ein Instrument | 25. - 29. Juni 18 Uhr

"Einfach immer spielen, weil die Töne so schön klingen": Bochumer Grundschüler mit ihrem Instrument heute beim ersten Gig vor großem Haus

Ayla Wes­sel | Kul­tur­agen­tüer

Bor­beck bei­spiels­wei­se. Ein Stadt­teil von Essen, in dem nicht vie­le Kla­vie­re ste­hen. „Pro­blem­stadt­teil“, nennt die RHEINISCHE POST die­se Gegend, wie es sie über­all gibt im Revier. In Bor­beck gibt es seit eini­ger Zeit das JeKi-Pro­gramm, „Jedem Kind ein Instru­ment“. Die Idee dafür, den I-Döt­zen zu zei­gen, dass iPod und Instru­ment kaum mehr gemein­sam haben als den ers­ten Buch­sta­ben, wur­de 50 Meter von hier in der Musik­schu­le Bochum ent­wi­ckelt: „Ich“, zitiert die RP heu­te die acht­jäh­ri­ge Vanes­sa aus Bor­beck, „könn­te ein­fach immer spie­len, weil die Töne so schön klin­gen.‘“ Jemals eine bes­se­re Ant­wort gehört auf die Fra­ge, wel­chen Sinn Musik hat.

Die rot­grü­ne Koali­ti­on in Düs­sel­dorf hat das JeKi-Pro­gramm jetzt auf den Prüf­stand gestellt:

Eine Aus­wei­tung auf ganz NRW ist in der ursprüng­li­chen Aus­rich­tung des Pro­jekts und der aktu­el­len finan­zi­el­len Lage nicht leist­bar

heißt es im Koali­ti­ons­ver­trag. Was immer­hin hie­ße, dass sich fürs JeKi-Pro­gramm im Ruhr­ge­biet, dem Bor­beck von NRW, erst ein­mal nichts ändern wür­de. Was wie­der­um hie­ße, es änder­te sich viel. Für Vanes­sa bei­spiels­wei­se, die, so die RP,

als Drei­jäh­ri­ge mit ihrer Fami­lie aus Rumä­ni­en ein­ge­wan­dert ist und schon nach weni­gen Mona­ten Unter­richt im Streich­quar­tett mit­spie­len kann. Oder Vic­tor, des­sen Fami­lie aus Kenia stammt und der sich schon dar­auf freut, dass beim nächs­ten Kon­zert sei­ne Oma zuhö­ren wird. Oder Vla­dys­lav aus der Ukrai­ne, der mit stil­lem Stolz erzählt, dass sei­ne Eltern nach dem letz­ten Auf­tritt sag­ten: ‚Das hast du gut gemacht.‘

Wir haben die­se Woche mehr als 1000 Grund­schul­kin­der im Haus, die alle, was sie machen, gut machen, sie spie­len. Sie ler­nen, dass man etwas wol­len kann.