1 Maahn, 1 Gitarre

Wolf Maahn solo & acoustic | Freitag 28. März 20 Uhr

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© Wolf Maahn

Ray Charles habe sei­ne Mut­ter gehört, hat er mal erzählt, und die Beat­les. Und „als die Beat­les 1966, da war ich elf, ihre ers­te und ein­zi­ge Tour durch Deutsch­land star­te­ten, hat sich mei­ne Mut­ter mor­gens um 6 Uhr ange­stellt und Kar­ten für mich und mei­ne Brü­der ergat­tert.“ So kam Wolf Maahn zur Musik, ging dann mit Fleet­wood Mac auf Tour, spiel­te den Sup­por­ter für Bob Mar­ley, für Roxy Music, für Bob Dylan. Unfass­bar, so ein Wer­de­gang. 

Die Band, mit der er wur­de, was er ist, nann­te er „Die Deser­teu­re“. Maahn türmt, und das weit vor­ne­weg: Deser­teu­re waren bis in die 90er hin­ein nicht eben wohl­ge­lit­ten in die­sem Land, erst 2002 wur­den alle Urtei­le für nich­tig erklärt, die NS-Mili­tär­ge­rich­te gegen die die­je­ni­gen voll­streckt hat­ten, die ver­sucht hat­ten, bei den Ver­bre­chen der Wehr­macht nicht mit­zu­ma­chen, 2002! Da hat­te Maahn Die Deser­teu­re schon 20 Jah­re lang ins Büh­nen­licht gebracht.

Und zugleich ange­fan­gen damit, auf Deutsch zu sin­gen, auch das war damals nicht unbe­dingt cool:

„Als Ers­tes habe ich eine sehr abge­fah­re­ne Ver­si­on von ‚Sag mir wo die Blu­men sind‘ ein­ge­spielt“.

Als Ers­tes eine Ver­si­on des Ur-Songs aller Polit-Songs: Maahn ist poli­tisch wach, aber kein 68er, dafür ist er viel zu jung und gleich­zei­tig zu alt, um von den 68ern beschult wor­den zu sein. Mit sei­nem Enga­ge­ment bleibt er  —  zwi­schen Brok­dorf und Wolf­gang Cle­ment, wenn man so will  —  in the midd­le of the road. Die Fra­ge ist, ob, was er macht, des­we­gen Main­stream ist?

Ja, nein, ein Bei­spiel: Maahn ist der ers­te deut­sche  —  deutsch­spra­chi­ge, deutschro­cken­de oder wie immer man dies neue Deutsch ver­ste­hen will  —  der ers­te deut­sche Act, der es in den legen­dä­ren Rock­pa­last gebracht hat, damals hör­te halb Euro­pa zu, wenn man sich im WDR zum Musi­zie­ren traf. Ein­deu­tig Main­stream, völ­lig klar, trotz­dem wur­de Maahn nie in jene Umlauf­bahn geschos­sen, in der die Stars & Stern­chen krei­sen.

Und wenn man so dar­über nach­denkt, war­um das so ist: Er ist Stra­ßen­mu­si­ker geblie­ben.

„Rosen im Asphalt“, „Irgend­wo in Deutsch­land“, „Ich wart auf Dich“, „Kind der Ster­ne“  —  das ist rich­tig guter Main­stream, Hits, die „unsink­bar“ blei­ben, wie der ROLLING STONE ein­mal schrieb. Unsink­bar aber nicht des­halb, weil sie viel­leicht mal in die Rota­ti­on gera­ten sind, son­dern weil sie Songs sind, gute Songs. Der Mann war Song­ma­cher und ist es geblie­ben, jetzt kommt er solo in die Chris­tus­kir­che, ein per­sön­li­cher Abend mit einem, der eine gan­ze Gene­ra­ti­on durch ihre Jahr­zehn­te hin­durch beglei­tet hat.

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2014-03-31 RN Wolf_Maahn_Review
2014-03-31 WAZ Wolf_Maahn_Review