Elektro Guzzi

urban urtyp #38 | 28. Dezember

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© Elek­tro Guz­zi

Was ist ein Coup? Elek­tro Guz­zi ins Ruhr­ge­biet zu holen. Was sind zwei Coup? Ihr Kon­zert in Bochum für 10 Euro zu ver­schen­ken. Muss man viel­leicht mal hin­schrei­ben: Das gibt es nur bei urban urtyp. Ohne Kul­tur­för­der­mit­tel, die Wäh­rung, in der wir rech­nen, lau­tet: urban oder nicht. Was Elek­tro Guz­zi machen, ist [womög­li­ch der Grund, war­um sie noch nie im Ruhr­ge­biet gespielt haben] es ist aus­ge­spro­chen urban. 

Sie ver­dich­ten, was man zu ken­nen meint, auf eine Wei­se, die völ­lig über­rascht. Klas­si­sche Beset­zung, wie man sie seit einem hal­ben Jahr­hun­dert kennt, Gitar­re, Bass, Drums, das Ergeb­nis: Tech­no. Man hört Musik, die aus Hight­tech-Gerä­ten kommt, sie stammt aus müden Instru­men­ten. Man soll­te Musik nie nach dem Aus­se­hen beur­tei­len.

Tech­no ohne Pla­ti­nen. Die drei aus Wien ent­win­den ihren Instru­men­ten Sounds, von denen kei­ner nie gemut­maßt hät­te, dass sie orga­ni­sch sein könn­ten. Jeder die­ser Sounds beginnt auf einer Sai­te, einem Trom­mel­fell, alles beginnt ver­traut, aber dar­aus ent­wi­ckelt sich etwas, das Licht­jah­re weit weg ver­weist. Auf eine Par­ty am Ran­de des Son­nen­sys­tems. Auf einen Club im Innern einer Pla­ti­ne. Elek­tro Guz­zi hören heißt: alles ver­ges­sen, was man über Instru­men­tal­mu­sik zu wis­sen mein­te. Und wenn man das alles hin­ter sich gelas­sen hat, bleibt was? der Groo­ve.

Gro­ßen Vir­tuo­sen  —  um es noch­mal anders zu sagen  —  sagt man ger­ne nach, sie könn­ten, was man sieht und was man hört, in einen Wider­spruch ver­wan­deln: Man sieht, wie jemand auf sei­nem Instru­ment han­tiert, hört aber ein hal­bes Orches­ter. Bei Elek­tro Guz­zi ist das so: Man sieht die Drei mit ihren Instru­men­ten, sieht sie qua­si schon in Rock-Posen fal­len  —  und dann kommt einem ein der­art orga­ni­scher Tech­no­sound ent­ge­gen, so hart und direkt, als sei er hart und direkt aus Detroit impor­tiert.

Oder um es noch mal anders zu sagen: frü­her, bei KRAFTWERK, haben sie, wenn sie Com­pu­ter bespielt haben, so getan, als sei­en sie sel­ber wel­che. Unterm Strich stand es 2:0 für den Com­pu­ter. Elek­tro Guz­zi ste­hen da wie Jungs von neben­an, ihre Musik aller­dings ist coo­ler als alles, was ein Com­pu­ter je aus­spu­cken könn­te  —  Tech­no 2.0.

Wird eine urban urtyp Par­ty am Ran­de eines Son­nen­sys­tems am Ende eines Jah­res.

» 28. Dezem­ber
» ein urban urtyp Kon­zert, das heißt: wie immer sonn­tags,. wie immer 19 Uhr, wie immer nur 10 Euro!
» VVK hat begon­nen!