Fremde Sprachen im eigenen Land

Platz des europäischen Versprechens

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Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens © 2015

„… alle wur­den erfüllt von hei­li­gem Geist und began­nen, in frem­den Spra­chen zu spre­chen.“ Steht in der Bibel, geht um Pfings­ten, Fehl­far­ben haben es so for­mu­liert: „Sprich frem­de Spra­chen im eige­nen Land.“ Ohne Fehl­far­ben ein­zu­ge­mein­den, die Emp­feh­lung ist bibli­sch: dass es nie wie­der nur eine Spra­che geben soll. Kein einer­lei Volk und einer­lei Zun­ge, kei­ne Lin­gua Ter­tii Impe­rii // die „mit schreck­li­cher Ein­heit­lich­keit aus allen Lebens­äu­ße­run­gen“ gespro­chen hat, wie Vic­tor Klem­pe­rer schrieb. Kei­ne Ein­heits­par­tei­en, kei­ne Ein­heits­re­li­gio­nen, kei­ne Ein­heits­kir­chen. Pfings­ten fei­ert die vie­len Stim­men, wie es der PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS tut: „Euro­pa soll nicht mit einer Stim­me spre­chen, son­dern mit vie­len“, hieß es 2007 in dem Auf­ruf von Jochen Gerz, „die Tole­ranz hat vie­le Stim­men.“

Im Herbst wird der Platz, der die Chris­tus­kir­che umgibt, der Öffent­lich­keit über­ge­ben wer­den, zur Zeit wer­den die Stei­ne mit den Namen von 14.726 Euro­pä­ern pro­du­ziert. Die 14.726 Ver­spre­chen, die sie sich sel­ber gege­ben haben, wer­den unsicht­bar blei­ben und unhör­bar, wer sie lesen will, muss begin­nen, in frem­den Spra­chen zu spre­chen.

 

2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Und Ihre, Frau Bei­mer, Ihre Mei­nung gilt auch. Wür­de es Ihnen etwas aus­ma­chen, kurz zu erläu­tern, was das Nazi-Regime mit Tole­ranz zu tun hat?

  2. Alles nur Gut­men­schen­ge­schwa­fel. Das braucht kein Men­sch. Ja, ich weiß: Chris­tus­kir­che ist toll — tole­rant — tota­li­tär. Lässt kei­ne ande­re Mei­nung außer der eige­nen gel­ten. Wann hat­ten wir das schon mal? Rich­tig! In den 1000 Jah­ren zwi­schen 1933 und 1945!

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