„… verlockende Schlichtheit …“

Roedelius & Kasar | 20. Januar

Hans-Joa­chim Roede­li­us | © Sebas­ti­an Böcking, Deut­sche Gram­mo­phon

Hans-Joa­chim Roede­li­us ist eine Legen­de, sei­ne Kunst hat für die elek­tro­ni­sche Musik etwa die Bedeu­tung, die Klas­sik für den Kon­zert­be­trieb hat. „Klas­si­sche Musik gilt gemein­hin als ur-kom­pli­ziert“, so Rita Argau­er in der SPEX, was aber Roede­li­us jetzt  —  zusam­men mit dem 38 Jah­re jün­ge­ren Arnold Kasar  —  geschaf­fen hat, „besticht durch eine ähn­lich ver­lo­cken­de Schlicht­heit wie die­je­ni­ge, die Schu­manns Kin­der­sze­nen in eine so edle, ent­rück­te Sphä­re stellt“, auch die­se Musik sei „immer ein­fach, immer beru­higt, immer im bes­ten Sin­ne unam­bi­tio­niert“. In den Ohren der INTRO bil­den Roede­li­us & Kasar „die frucht­bars­te und wun­der­volls­te Koope­ra­ti­on des Jah­res“.

Ob er denn von sei­ner Musik inzwi­schen leben kön­ne, wur­de Roede­li­us vom öster­rei­chi­schen KURIER gefragt, sei­ne Ant­wort  —  der Mann ist 83:

Mei­ne Frau und ich kön­nen seit drei Jah­ren in Ruhe die Mie­te bezah­len und wer­den nicht immer wie­der gemahnt. Es hat über 40 Jah­re gedau­ert, bis wir end­lich mal auf­at­men konn­ten. Wir haben ja auch drei Kin­der in die Welt gesetzt und muss­ten so zusätz­lich noch viel drum­her­um finan­zie­ren. Es ist nicht so, dass der Alte zu Hau­se sit­zen und den Ruhe­stand genie­ßen kann.

Der Kurier: Ärgert es Sie, für Ihre Leis­tun­gen in der Musik höchst aner­kannt zu sein und trotz­dem die­se Pro­ble­me zu haben?

Nein, nein, das ist doch immer so, das gehört dazu. Leu­te, die etwas bewe­gen wol­len, wis­sen, dass damit eine gewis­se Mar­gi­na­li­tät ver­bun­den ist. Wir machen das ja, weil wir es lie­ben, weil wir müs­sen.


HANS-JOACHIM ROEDELIUS & ARNOLD KASAR | „Ein­fluss“

» Sams­tag 20. Janu­ar 2018 | 20 Uhr
» Ein­lass 19:oo Uhr
» VVK 20 € inkl. Geb. | 1/2 Preis für alle bis 25 Jah­re
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