„Wenn wir anfingen, auf BDS zu schielen“

Offener Brief an Kulturministerin + Kulturausschuss NRW

  Sehr geehr­te Frau Minis­te­rin, sehr geehr­ter Herr Vor­sit­zen­der, die Kam­pa­gne „Boy­cott, Dive­st­ment and Sanc­tions“  —  Sie haben sich deut­lich gegen sie gestellt, dafür möch­te ich Ihnen dan­ken  —  ver­übt  kul­tu­rel­len Ter­ror. Damit ist die allein ent­schei­den­de Gren­ze benannt: die zwi­schen Ter­ror und Demo­kra­tie. Es ist kei­ne Gren­ze zwi­schen „Nar­ra­ti­ven“ oder „Per­spek­ti­ven“: BDS boy­kot­tiert nicht […]

Böhmermann für Dumme

Kollegah und Echo-Preis, Tröten und Pop

Leu­te vom Schla­ge eines Kol­le­gah und Farid Bang, auch Nai­doo, sind Anti­se­mi­ten, darf man sie so nen­nen? „Völ­lig egal“, sagt Dani­el Neu­mann in der WDR-Doku „Die dunk­le Sei­te des Rap“: Es sei „völ­lig irrele­vant“, ob einer Anti­se­mit sei oder nicht und „völ­lig egal, was er denkt, weil es dar­auf ankommt, was er tut, was er […]

Weihnachten 16

Nils Landgren, Chris Hopkins, Codera et all

Nicht lan­ge her, da war Weih­nach­ten ein ande­res Wort für Gefüh­lig­keit, in Tagen des Ter­rors ist es zum State­ment gewor­den: dass Schön­heit wehr­los ist.

Identitäre Musik? Bloß nicht

Grand Pianoramax, Girls in Airports et all

Muss man in die­sen Tagen viel­leicht doch noch­mal beto­nen: dass es in KIRCHE DER KULTUREN kein Rein­heits­ge­bot gibt. Was Musik angeht, wird hier gemixt, gerührt und geschüt­telt. Grand Pia­n­ora­max bei­spiels­wei­se, die urban urty­pen #49: „Mit all den ver­schie­de­nen Kul­tu­ren, denen wir aus­ge­setzt sind, taucht die gro­ße Ver­mi­schung zwangs­läu­fig in der Musik auf.“ Die gro­ße Ver­mi­schung […]

„Wir achten uns, wir ächten den Terror“

Bochumer Erklärung

Zwei Tage nach den Ter­ror-Atta­­cken in Paris haben Reprä­sen­tan­ten des öffent­li­chen Lebens die­ser Stadt, vor­weg Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Eis­kirch, die BOCHUMER ERKLÄRUNG auf den Weg gebracht. Sie reagiert auf den „Abgrund an Hass, der sich unter uns in Euro­pa auf­tut“. Dass eine Stadt den Ter­ror äch­tet  —  d.h. ihn kate­go­risch aus ihrer Mit­te aus­schließt, ihn ver­ach­tet  […]

Navid Kermani liest

"Ungläubiges Staunen" | 9. Dezember

Ein poli­ti­scher Intel­lek­tu­el­ler, sei­ne Reden zei­gen Wir­kung. Was er über Euro­pa sagt, übers Asyl­recht, über Reli­gi­on und Frie­den und Krieg, wird in den gro­ßen Feuil­le­tons dis­ku­tiert. Ker­ma­ni belehrt nicht, er setzt Den­ken in Bewe­gung. Weil er etwas vor­aus setzt, das der ver­wal­te­ten Welt abhan­den kam: Schön­heit. Eine Kate­go­rie, die zwi­schen Dschun­gel­camp und Schön­heits­farm zer­rie­ben wird, […]

Position beziehen: Hans-Ehrenberg- Preis 2015

Sigmar Gabriel laudatiert Heinrich Bedford-Strohm

Der Vor­sit­zen­de des Rates der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land, Prof. Dr. Hein­rich Bed­­ford-Strohm, wird mit dem Hans-Ehren­­berg-Preis 2015 geehrt. Die Lau­da­tio auf den Rats­vor­sit­zen­den hält Bun­des­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el, Stell­ver­tre­ter der Bun­des­kanz­le­rin. Gewür­digt wird Hein­rich Bed­­ford-Strohm „für sei­ne öffent­li­che Theo­lo­gie“ und die „Impul­se, die er dem Zusam­men­le­ben in einer plu­ra­len Gesell­schaft gibt“. Der Fest­akt am 30. […]

It’s the religion, stupid?

Zum RUB-Symposion "Moving Religion"

„Dschi­ha­dist aus Dins­la­ken“, vor kur­zem noch hät­te man so eine Zei­le für einen Fun­­­ny-van-Dan­­nen-Song gehal­ten, jetzt liest man, es sei­en ein paar Tau­send Euro­pä­er, die ein paar Tau­send Kilo­me­ter rei­sen, um an gott­ver­las­se­nen Orten einen „Mär­ty­rer­tod“ zu suchen. Und die Reli­gi­ons­kri­tik?

Sport und Utopie

Thomas Bach, Präsident des IOC

„Mit den Spie­len wol­len wir ein Bei­spiel set­zen, wie wir uns ein funk­tio­nie­ren­des Gesell­schafts­mo­dell vor­stel­len“, sagt Tho­mas Bach, Prä­si­dent des Inter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Komi­tees: „Im olym­pi­schen Dorf leben Ath­le­ten aus 204 Natio­nen fried­lich zusam­men. Sie tre­ten im Wett­kampf nach den­sel­ben, für alle gel­ten­den Regeln gegen­ein­an­der an, ler­nen sich ken­nen, fei­ern zusam­men. Das ist die Annä­he­rung an […]

Marlon Brando und die Pick-Up-Kohorten

Die Bilderwelt der ISIS | Gastbeitrag Ruhrbarone

Die Pro­pa­gan­da der ISIS besteht in dem Ver­spre­chen, Gewalt zu ent­gren­zen, soll man deren Bil­der zei­gen oder nicht? Genau­er: Soll man sie zei­gen, damit wir sie lesen ler­nen, oder nicht zei­gen, weil wir sie lesen kön­nen. Ein Ver­such: „Ein jun­ger Mann posiert vor einem Zaun mit spit­zen Ele­men­ten, wie er hier­zu­lan­de in gut­bür­ger­li­chen Gegen­den als […]

Der Ab- & Aufwiegler

Wolfgang Benz über antisemitischen Hass

Wolf­gang Benz, bis 2012 Lei­ter des Zen­trums für Anti­se­mi­tis­mus­for­schung an der TU Ber­lin, wur­de von der WAZ gefragt, wie er die anti­se­mi­ti­schen Aus­schrei­tun­gen der letz­ten Wochen  —  de Mai­ziè­re sieht eine „rote Linie über­schrit­ten“, Kom­men­ta­to­ren fast aller Coleur eine Gefahr  —  wie Benz das sehe? „Darf man nicht über­be­wer­ten“, sagt er, das sei nur „Radau“ […]

Carl Peters Wünsche

"Deutsch sein und schwarz dazu" | Teil 3

Hagen­beck war sicher­lich, was wir heu­te einen Ras­sis­ten nen­nen, auch Fabri war einer  —  Zitat: „Alle Kolo­ni­al­po­li­tik hat zur Vor­aus­set­zung, dass eine höher ent­wi­ckel­te Ras­se über nied­ri­ger ste­hen­de Völ­ker­schaf­ten die Herr­schaft sich aneig­net“  —  aber selbst die­se Art Salon-Ras­­sis­­mus blieb, um Han­nah Arendt zu zitie­ren, „im Rah­men der zahl­lo­sen frei­en und unver­ant­wort­li­chen Mei­nun­gen, die sich […]

Fabris Hoffnungsbild

"Deutsch sein und schwarz dazu" | Teil 2

Sechs Jah­re nach Hagen­becks ers­ter „Völ­ker­schau“ erschien eine „poli­­tisch-öko­­­no­­mi­­sche Betrach­tung“, ver­fasst hat­te sie ein Pfar­rer: Fried­rich Fabri, Lei­ter der Rhei­ni­schen Mis­si­on in Wup­per­tal, reagier­te wie Hagen­beck auf den Bör­sen­crash 1873 und die zer­platz­ten Träu­me, auch er mal­te ein „neu­es Hoff­nungs­bild“ vor Augen: „Bedarf Deutsch­land der Colo­ni­en?“ 

Hagenbecks Traum

"Deutsch sein und schwarz dazu" | Teil 1

Wenn Träu­me plat­zen, was dann? 1873 trieb das Deut­sche Reich, soeben gegrün­det, dem Bank­rott ent­ge­gen. Im sog. Grün­der­krach platz­ten die spe­ku­la­ti­ven Bla­sen, die Leu­te hat­ten kein Geld mehr und ein Tier­händ­ler eine Idee: Ver­kau­fe bes­se­re Träu­me. Carl Hagen­beck erwei­ter­te sein Sor­ti­ment, er impor­tier­te Men­schen und stell­te sie zu den Tie­ren in den Zoo. Mit gro­ßem […]

„Shake Hands mit einem, der Frauen steinigt?“

Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin, laudatiert Menschenrechtspreis | 8. Dezember

„Are you wil­ling to shake hands with a government that stones women? Are you going to trust a government that exe­cu­tes its poli­ti­cal oppo­si­ti­on?“ Shirin Eba­di, Frie­dens­no­bel­preis­trä­ge­rin, hat sich an die Euro­päi­sche Uni­on gewandt: Ob Euro­pa bereit sei, die Hand zu schüt­teln, die Frau­en stei­nigt und Schwu­le hängt, die Demo­kra­ten hin­rich­tet und mehr Jour­na­lis­ten ein­ge­sperrt […]

Tocotronic: Stoppt das Sterben

Lampedusa und das europäische Versprechen

„Die unpein­lichs­te Band des Lan­des“, wur­de Toco­tro­nic genannt. Das stimmt auch des­halb, weil sie kein Mar­ke­ting machen mit Moral. PRO ASYL, von Toco­tro­nic unter­stützt, for­dert jetzt die Bun­des­re­gie­rung auf, alles zu tun, das Ster­ben an Euro­pas Außen­gren­zen zu been­den: „Am 24. und 25. Okto­ber tagen die Staats- und Regie­rungs­chefs der EU in Brüs­sel. Dort hat […]

Feste Burg, gute Wehr?

Hans-Ehrenberg-Preis | 10. Oktober 2013

Demo­kra­tie müs­se „wehr­haft“ sein, so das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt: Die demo­kra­ti­sche Ord­nung weh­re sich dage­gen, sich sel­ber abzu­schaf­fen. Im demo­kra­ti­schen All­tag neigt der Betrieb aller­dings dazu, sich sel­ber abzuschot­ten: Par­tei­en und Ver­wal­tun­gen bil­den eige­ne Regeln aus, eige­ne Codes und Spra­chen  — ein auto­po­ie­ti­sches Sys­tem, es erschafft und erhält sich selbst. Gute Wehr oder fes­te Burg? Immer mehr […]

„Barometer für Europa“

Platz des europäischen Versprechens

Bene­dikt Rei­chel [RN] hat Wolf­gang Cor­des, Frak­ti­ons­chef der Grü­nen, und mich zum Streit­ge­spräch gebe­ten über den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS. Über des­sen Idee, die Kos­ten und eine Stadt, die ihr Ver­hält­nis zu Euro­pa öffent­lich erwägt:

„Wir wollen diesen Platz fertig stellen“

Platz des europäischen Versprechens | März 2013

Dia­ne Jägers, Rechts­de­zer­nen­tin der Stadt, hat heu­te mit­ge­teilt, dass die Stadt­ver­wal­tung den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS bau­en will. „Unser Tenor ist: Wir wol­len die­sen Platz fer­tig stel­len.“  Dass die Stadt ihn bau­en muss, weil „recht­lich in der Pflicht“, ist unstrit­tig. Nun wird sich der Rat der Stadt dazu ver­hal­ten, die Fra­ge lau­tet: Soll der Platz […]

Was immer er anzurufen sucht

Debatte ums Kreuz?

Darf man das Altar­kreuz ver­hül­len? Wir haben es getan, dar­über hat es eine Aus­ein­an­der­set­zung gege­ben, von der WAZ „Altar­kreuz-Deba­t­­te“ genannt. Der Stil der Aus­ein­an­der­set­zung lässt Wün­sche offen, man­ches wirkt fin­giert, ande­res bestellt. Die eigent­li­che Fra­ge ist, geht es tat­säch­lich ums Kreuz? Ange­kün­digt war ein Kon­zert. Wir haben seit 53 Jah­ren Kon­zer­te in der Kir­che  —  […]