Konzerte

L’Enfance du Christ

Weihnachtsoratorium von Berlioz | 5. Dezember 17 Uhr

Stimme der Maria: Magali Léger, Paris

Foto | Chris­tian Jungwirth

Hero­des ist so resi­gniert, wie Real­po­li­ti­ker es sind. „Regie­ren müs­sen und nicht leben kön­nen“, singt der regie­rende König und lässt sich von Stern­deu­tern bera­ten. Dann ein Schnitt, wir ste­hen im Stall und bli­cken wie Maria (Magali Léger) auf ihr brab­beln­des Kind, ein inni­ges Fami­li­en­glück. Dann — wie­der Schnitt — die Flucht durch eine gna­den­lose Wüste, eine ret­tende Oase, ein Wie­gen­lied hebt an, „eines der fried­lichs­ten, beseel­tes­ten und den­noch völ­lig unkit­schi­gen Musik­stü­cke, die ich kenne“. Wie­der ein Schnitt, die Ankunft der Fami­lie in der Stadt, ver­zwei­felte Bit­ten um Asyl, bar­sche Zurück­wei­sung und barm­her­zige Ret­ter. Ber­lioz hat ein Ora­to­rium geschrie­ben, das sich so bild­haft hören lässt wie eine Oper.

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Drawing On My Piano

Bugge Wesseltoft | Dienstag 30. November 20 Uhr

Eine Projektion: Bugge W. neulich beim urban urtyp Konzert in der Christuskirche

Ayla Wes­sel | KULTURAGENTÜER

Es gibt ein Leben vor Bugge und eines danach. Zwi­schen­durch gibt er sein Kon­zert. Kar­ten gibt es an der Abendkasse.

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Bugge Wesseltoft

It's Snowing On My Piano | Dienstag 30. November 20 Uhr

Bugge Wesseltoft auf dem Kongsberg Jazz Festival 2010 - Foto: Maren Edvardsen

Maren Edvard­sen | Kongs­berg Jazz Festival

Wie etwas beschrei­ben, das so für sich ist und so intim wie das, was Bugge Wes­seltoft mit alten Weih­nachts­lie­dern macht? Es gibt nur ihn und sein Kla­vier, es klingt sakral und wie­der nicht, es ist Cho­ral und ist ver­spielt, es ist bedacht und es ist Jazz. So nackt ist das und bloß, wie je ein Kind in einer Krippe war. Und so ähnlich war es auch: Als er die Weih­nachts­lie­der ein­ge­spielt hat, saß Wes­seltoft am Flü­gel mit sei­ner klei­nen Toch­ter auf dem Schoss. Da gibt es schöne Bil­der von, wie Maren hört und staunt, wie wir jetzt stau­nend hören. Ganz ruhig und selig, ohne rühr­se­lig zu sein. Licht und leicht ist das und atmo­sphä­risch dicht wie Schnee, der aus dem Nacht­him­mel in Nor­we­gen fällt.

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Gospel Family & Friends

Samstag 27. November 20 Uhr

Toney Rhodes mit Blick auf den Advent

Just Gos­pel

Advent beginnt im Advent. Und dass er beginnt, hört man daran, dass ihn die Gos­pel Family fei­ert. Unser Pro­jekt­chor, 80 Stim­men, die mei­nen, was sie sin­gen: Der Soul des Gos­pels ist das Got­tes­lob. Im Herbst hat­ten Chris­tiane und Hauke Hart­mann ein­ge­la­den, wer immer Lust hat, es ein­mal zu pro­bie­ren. Und jetzt ist es so, der Chor hat Soul in sei­nen Stim­men. Und Toney Rho­des an den Tas­ten. Und vor sich die Pre­miere, der Advent beginnt.  //  Update_1: ein Nach­be­richt 2010-11-29 Gos­pel­Fa­mily

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Luxuslärm „Gegen jedes Gesetz“

Akustiktour | 10. und 11. März 20 Uhr

Luxuslärm: Jini Meyer, Jan Zimmer, David Rempel und Henrik Oberbossel

Polti | Luxuslärm

Wir grei­fen hier mal vor, weil uns so viele fra­gen, ob es stimmt, es stimmt alles: Luxus­lärm hatte 2008 einen tol­len Auf­tritt hier um die Ecke bei „Bochum Total“ und wird  -  wenn’s was wird!  -  hier um die Ecke in der Jahr­hun­dert­halle als „Beste Band“ mit der 1LIVE Krone aus­ge­zeich­net. Wird also Zeit, dass sie nicht immer um die Ecken spie­len, son­dern tat­säch­lich hier. Ob mit oder ohne Krone. Aber mit ohne Strom: „Gegen jedes Gesetz“ heißt die Akus­tik­tour, auf der es ein Gesetz gibt, gegen das sie nicht ver­sto­ßen wer­den, das Gesetz des unver­stärkten Spie­lens, es lau­tet: Der Song kann zei­gen, was er kann. //  Kon­zert am 11. März ist aus­ver­kauft, für das Zusatz­kon­zert am 10. März gibt es Rest-Tickets hier -  und hier ihr aktu­el­les „Ver­ges­sen zu vergessen“.

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Die abgründige Schönheit der Klage

David Orlowsky & Singer Pur | Mittwoch 17. November 20 Uhr

David Orlowsky und Singer Pur: "Jeremiah"

sony clas­si­cal

Von weit her eine Stimme, es ist die einer Kla­ri­nette, die sich wie eine mensch­li­che zu dem Vokal­en­sem­ble fügt: David Orlow­sky -  keine 30 Jahre alt und bereits mit dem wich­tigs­ten Musik­preis, dem ECHO Klas­sik aus­ge­zeich­net  -  kommt vom Klez­mer, der jüdi­schen Musik, in der das Instru­ment schon immer wie eine Stimme behan­delt wor­den ist: Das Wort klez­mer bedeu­tet soviel wie Instru­ment des Gesangs. Wäh­rend a capella bedeu­tet, dass mensch­li­che Stim­men Instru­mente erset­zen. In die­ser Kunst wur­den Sin­ger Pur bereits mit zwei ECHO-Klassik aus­ge­zeich­net: Die Sechs gel­ten als „der­zeit füh­ren­des deutsch­spra­chi­ges Vokal­en­sem­ble“, ihr Reich­tum an Stimm­far­ben sei „über Jahre zur Voll­en­dung gereift“.

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Programm November/Dezember

Christuskirche Bochum | Kirche der Kulturen

November / Dezember 2010: Namhaftes Programm

Sonja Israel | edenundteam.de

Kul­tur­haupt­stadt heißt, wir haben noch was vor. Und freuen uns wie Bolle. Und wis­sen nicht, wo anfan­gen. Bugge Wes­seltoft? Sein Kon­zert ist eine Sen­sa­tion, der Mas­ter­mind des Elek­tro­nik Jazz kommt zu uns und aufs Piano zurück, „unfass­bar schön und warm und gut“. Rein­hard Goebel? Der Groß­meis­ter his­to­ri­scher Auf­füh­rungs­pra­xis rich­tet Bachs Weih­nachts­ora­to­rium ein, wir haben die Pre-Premiere. L’Enfance du Christ ? Gab es hier weit und breit noch nie zu hören, Arno Hart­mann und unsere Kan­to­rei laden ein. Nils Land­gren? Er und seine Fri­ends sind mehr als eine Ehre. Und mehr als Wohl­ge­fal­len ist uns, wenn Chris Hop­kins Weih­nach­ten höchst­selbst bei uns ver­bringt. Wäh­rend wir den Zwei­ten Weih­nachts­tag fei­ern wie in New York. Vor­her aber: David Orlow­sky und Sin­ger Pur. Das ganze Pro­gramm HIER als pdf.

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Le Grand Bourdon

Noveller - Aidan Baker - unFact | Montag 15. Nov. 20 Uhr

Sarah Lipstate alias Noveller, New York: Noveller ist ihr Soloproject

sarahlipstate.com

Eine Gitarre, ein Ver­stär­ker. Es klingt, als würde die Gitarre einen Raum skiz­zie­ren und erste Linien zie­hen. Noch keine Struk­tu­ren, eher ein vage  umris­se­nes Fun­da­ment, auf dem sich nach und nach die erste Wand auf­baut, die zweite, ein Klang­raum ent­steht. Keine Ahnung, warum sie es Klang­land­schaft nen­nen, es sind ganze Städte, die eine ein­zelne Gitarre auf­schich­tet. Drone Doom heißt das Genre, es ist ein sehr eige­nes, sehr unter­grün­di­ges. Der Begriff stammt vom franz. Bour­don und bedeu­tet Grund­ton: Le Grand Bour­don heißt die Toten­glo­cke im Straß­bur­ger Münster.

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„… wie im Himmel so auf Erden …“

Uraufführung | Freitag 12. November 20 Uhr

Michelangelo: Jüngstes Gericht (Detail) 1536 - 41

Miche­lan­gelo: Jüngs­tes Gericht (Detail) | zeno.org

Es sei wie­der chic, sich christ­lich zu geben. „Christ­li­che Werte“ hät­ten Kon­junk­tur oder, das ist dann poli­tisch kor­rekt behaup­tet, die „jüdisch-christlichen Werte“. Dar­über liest man oft in letz­ter Zeit, ich weiß nicht, ob es stimmt. Mal abge­se­hen davon, dass es mit Wer­ten so eine Sache ist, solange sie der Ver­wer­tung die­nen. In der Bibel „Werte“ zu fin­den, ist jeden­falls schwer, es fin­den sich aber Ideen darin, und eine davon liegt dem Rechts­staat zugrunde, das ist die Idee des Jüngs­ten Gerichts, des letz­ten. Die Idee, die Mäch­ti­gen vom Thron zu stür­zen, damit Got­tes Recht regiere wie im Him­mel, so auf Erden. „Ich zit­tere für mein Land, wenn ich daran denke, dass Gott gerecht ist“, sagte Tho­mas Jef­fer­son, der Prä­si­dent einer Gesell­schaft, in der es recht­mä­ßig war, dass Men­schen recht­los waren. Zwei Jahr­hun­derte spä­ter hat Nor­bert Lam­mert, Bun­des­tags­prä­si­dent, das Vater­Un­ser über­setzt, Ste­fan Heu­cke, Kom­po­nist, hat es vertont.

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urban urtyp #4

Becker vs. Knop | Sonntag 7. November 19 Uhr

"Gegen das Schonmalgespielte": Christian Becker vs. Daniel Knop am Beginn ihres Konzerts in der Christuskirche

Ayla Wes­sel | Kulturagentuer

Ele­tro­ni­sche Musik hand­ge­macht, Easy Lis­ten­ing mit Niveau, Break­Beats mit Blues. Zwei Jungs, die etwas anstel­len, das mehr ist als keys und drums. Weil Chris­tian Becker und Daniel Knop mit den Sti­len spie­len und gegen die Rou­tine, gegen das Schon­mal­ge­spielte und das Schon­mal­ge­hörte. Es gibt ein tol­les Video von den bei­den, wie sie sich gegen­sei­tig nach vorne trei­ben und raus aus dem, was man kennt. So klingt Stadt.

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