Das schöne Muster, und dann …

Parastou Forouhar und das Recht zu trauern

Plötz­lich geht Schön­heit, ohne dass sie sich wan­delt, in Grau­sam­keit auf. Paras­tou Foro­u­har arbei­tet mit der per­si­schen Tra­di­tion, mit Orna­men­ten, Schrift­zei­chen und Sym­bo­len, formt sie aber so, dass sie noch eine andere Wirk­lich­keit ver­ra­ten: „Ich for­dere den zwei­ten Blick her­aus“, sagt sie, „auf den ers­ten Blick sieht man das schöne Mus­ter und denkt, ich hab’s […]

„Shake Hands mit einem, der Frauen steinigt?“

Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin, laudatiert Menschenrechtspreis | 8. Dezember

„Are you wil­ling to shake hands with a govern­ment that sto­nes women? Are you going to trust a govern­ment that exe­cu­tes its poli­ti­cal oppo­si­tion?“ Shirin Ebadi, Frie­dens­no­bel­preis­trä­ge­rin, hat sich an die Euro­päi­sche Union gewandt: Ob Europa bereit sei, die Hand zu schüt­teln, die Frauen stei­nigt und Schwule hängt, die Demo­kra­ten hin­rich­tet und mehr Jour­na­lis­ten eingesperrt […]

Mohammad Reza Mortazavi

Solo für Menschenrechte | 8. Dezember 2013

Zwei Trom­meln, zwei Hände und ein 6/8-Rhythmus. Mit wenig mehr als nichts schafft Morta­zavi, was wie ein Orches­ter klingt. „Green Hands“ nannte er sein ers­tes Album, es hat der „Grü­nen Revo­lu­tion“ im Iran ihren Rhyth­mus geschenkt. 

Mozart und Mörser

Stadtkantorei, Symphoniker | 28. November

Karl Kraus betrach­tet ein Pla­kat, das eine Auf­füh­rung von Mozarts Requiem anzeigt: „Täuscht mich mein Auge nicht – so ist’s ein Mör­ser!“ Es ist das Jahr 1915, der Erste Welt­krieg tobt, und das Wie­ner Bür­ger­tum lässt sich zu Trä­nen rüh­ren  -  nicht etwa vom „Requiem Euro­pas“, son­dern von Mozarts Erha­ben­heit. Kraus dage­gen hört Mozarts Musik, […]

Camel, Snow Goose, Krieg

Tribute to Peter Bardens | 30. Oktober 2013

„The Snow Goose“ erzählt vom Krieg, die Chris­tus­kir­che eben­falls. Es hat Sinn, dass CAMEL ihr Opus Magnum  -  erst­mals nach 38 Jah­ren  -  in die­ser Kir­che insze­nie­ren. Ohne dass ein Wort fällt, wird eine Geschichte von Paul Gal­lico ver­tont. Sie erzählt davon, dass der Kampf gegen die Nazis von Men­schen geführt wurde, die lie­ben konnten. 

Tocotronic: Stoppt das Sterben

Lampedusa und das europäische Versprechen

„Die unpein­lichste Band des Lan­des“, wurde Toco­tro­nic genannt. Das stimmt auch des­halb, weil sie kein Mar­ke­ting machen mit Moral. PRO ASYL, von Toco­tro­nic unter­stützt, for­dert jetzt die Bun­des­re­gie­rung auf, alles zu tun, das Ster­ben an Euro­pas Außen­gren­zen zu been­den: „Am 24. und 25. Okto­ber tagen die Staats– und Regie­rungs­chefs der EU in Brüs­sel. Dort hat […]

Al Andaluz Project

Akustik-Konzert | 26. Oktober 2013

Im Süden Spa­ni­ens hat sich eine Musik bewahrt, die zurück­reicht in eine Zeit, in der mus­li­mi­sche, christ­li­che und jüdi­sche Kul­tur auf­ein­an­der tra­fen  -  und über­leb­ten. Eine euro­päi­sche Musik, ori­en­ta­lisch, sephar­disch und antik geprägt. Gebor­gen von Musi­kern aus Spa­nien, Marokko und Deutsch­land, die alle klas­sisch aus­ge­bil­det sind. Jetzt, in der Krise Euro­pas, wird klar, wel­chen Sinn […]

Massaker Gedenken

Iran-Freedom | 13. September 2013

Im August 1988, vor 25 Jah­ren, wur­den in den Gefäng­nis­sen des Irans poli­ti­sche Häft­linge sys­te­ma­tisch hin­ge­rich­tet. Die Hin­rich­tun­gen dau­er­ten bis Anfang 1989 an. Tau­sende, die dem Staats­ter­ror zum Opfer fielen. 

Wir sind Detroit

11. September 14:46 - 15:03

2977 Men­schen sind am 11. Sep­tem­ber ermor­det wor­den. Sie waren links oder rechts, reli­giös oder nicht, kul­tu­rell so oder anders geprägt, sie waren viel­fäl­tig, man­nig­fal­tig, wider­sprüch­lich. Wie die Stadt, in der sie leb­ten, wie jeder Ein­zelne in ihr. „Wir sind alle Ame­ri­ka­ner“, hat Le Monde am Tag danach geti­telt, Nous som­mes tous ame­ri­cains. Viel­fäl­tig, mannigfaltig, […]

Gesetz zum Schutz von Nichtkünstlern

Grüne und das europäische Versprechen

Ist das vor­stell­bar? Dass eine Par­tei, die sich dem Schutz ver­schrie­ben hat, vor Kunst zu schüt­zen meint zu müs­sen? Nicht etwa, weil ein Künstler-Ego eine Mehr­heit mal­trä­tierte. Auch nicht, weil eine Min­der­heit vorm Main­stream zu schüt­zen sei. Son­dern des­halb, weil diese Par­tei im Auf­trag von Nicht­hei­ten han­delte. Nichtrau­cher, Nichtfleisch­es­ser, Nichtauto­fah­rer, die mis­sion from not­hing ist […]

World Refugee Day

Platz des europäischen Versprechens

„Welt­flücht­lings­tag“ ist ein ver­wal­tungs­deut­sches Drei­wort­wort und eigen­ar­tig falsch [was sol­len „Welt­flücht­linge“ sein wenn nicht Ere­mi­ten, Almöhis, reli­giöse Aske­ten?] Gibt man das Wort Flücht­linge in die Bil­der­su­che ein, wird man in eine ähnlich gezierte Bil­der­welt gesto­ßen, melo­dra­ma­tisch bunt, hoch auf­ge­lös­tes Elend. Aber muss es denn nicht genau darum gehen? Um Mit­leid? Muss es nicht. Nächs­ten­liebe, schrieb […]

„Fremde Sprachen im eigenen Land“

Gospel-Worship mit David Thomas et al

„… und alle wur­den erfüllt von hei­li­gem Geist und began­nen“  -  so steht es in Apg 2  -  „in frem­den Spra­chen zu spre­chen, wie der Geist es ihnen ein­gab.“ Spä­ter haben Fehl­far­ben das­selbe kür­zer for­mu­liert: Sprich fremde Spra­chen im eige­nen Land. Ohne Fehl­far­ben christ­lich ein­zu­kas­sie­ren: Es ist der­selbe Impe­ra­tiv, kate­go­risch wie kei­ner, weil es nie […]

„Wie wir in Demokratien leben“

Jochen Gerz | Interview

Herr Gerz, Sie sind in Ber­lin gebo­ren, leben in Irland, haben lange in Frank­reich gelebt und vor allem dort und in Deutsch­land Werke im öffent­li­chen Raum geschaf­fen. Gibt es Unter­schiede? Wenn Arbei­ten wie DAS LEBENDE MONUMENT VON BIRON in der Dor­do­gne oder jetzt der PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS in Bochum im Ate­lier ent­stan­den wären, gäbe […]

„Barometer für Europa“

Platz des europäischen Versprechens

Bene­dikt Rei­chel [RN] hat Wolf­gang Cor­des, Frak­ti­ons­chef der Grü­nen, und mich zum Streit­ge­spräch gebe­ten über den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS. Über des­sen Idee, die Kos­ten und eine Stadt, die ihr Ver­hält­nis zu Europa öffent­lich erwägt: 

„Wir wollen diesen Platz fertig stellen“

Platz des europäischen Versprechens | März 2013

Diane Jägers, Rechts­de­zer­nen­tin der Stadt, hat heute mit­ge­teilt, dass die Stadt­ver­wal­tung den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS bauen will. „Unser Tenor ist: Wir wol­len die­sen Platz fer­tig stel­len.“  Dass die Stadt ihn bauen muss, weil „recht­lich in der Pflicht“, ist unstrit­tig. Nun wird sich der Rat der Stadt dazu ver­hal­ten, die Frage lau­tet: Soll der Platz […]

„Erkenne deine Gestaltungskraft“

Gauck, Grüne, Europa

Der Bun­des­prä­si­dent hat über „Per­spek­ti­ven der euro­päi­schen Idee“ gespro­chen. War es eine große Rede oder eine kleine Ent­täu­schung? Ich finde, die große Wahr­heit die­ser Rede ist ein klei­ner Satz, er lau­tet: „Erkenne Deine Gestal­tungs­kraft. Ein bes­se­res Europa ent­steht nicht, wenn wir die Ver­ant­wor­tung dafür immer nur bei ande­ren sehen.“ Es ist der Satz des europäischen […]

Ein europäisches Verstummen

György Konrád und das Manifest

„Europa liegt im Ster­ben.“ So beginnt das Mani­fest, das Bernard-Henri Lévy geschrie­ben und György Kon­rád unter­zeich­net hat, ebenso Sal­man Rush­die, Umberto Eco und wei­tere große Schrift­stel­ler Euro­pas. Aus­zug: „Lang ist es her, dass man in Frank­reichs Stra­ßen Wir sind alle deut­sche Juden! skandierte …“ 

Ein europäisches Gefühl

Review | György Konrád

Frei­heit, Gleich­heit, Soli­da­ri­tät? Wel­che euro­päi­schen Werte er für her­aus­ra­gend halte, wurde György Kon­rád gefragt, seine Ant­wort: „Takt­ge­fühl.“ Die Ant­wort steht dem, wie man in Bochum über Europa zu spre­chen pflegt, auf­fal­lend ent­ge­gen. Takt­ge­fühl, so Kon­rád, umfasse „Beob­ach­tung, Kennt­nis, Empa­thie und jenes Prin­zip, dass du ande­ren nicht antust, was du nicht willst, dass es dir geschieht“. […]

„Streikt! Tanzt!“

Platz des europäischen Versprechens

One Bil­lion Rising ist ein welt­wei­ter Auf­stand. In 199 Län­dern — bei den Ver­ein­ten Natio­nen sind 193 Staa­ten regis­triert  -  wer­den sich am Don­ners­tag Men­schen erhe­ben, um Gewalt gegen Frauen und Mäd­chen zu ächten. „Ein glo­ba­ler Streik, eine Ein­la­dung zum Tanz, ein Akt welt­wei­ter Soli­da­ri­tät.“ Jede dritte Frau, jedes dritte Mäd­chen die­ser Welt, so UN-Erhebungen, […]

„Wenn das Leben heilig ist …“

György Konrád | Zum Tag der Befreiung

Was ist Europa, was ist grund­le­gend? Dass Juden in Europa leben oder dass die Juden Euro­pas groß­teils ermor­det wor­den sind? Das war Kon­ráds Frage, seine Ant­wort, lako­nisch ver­trackt: „Ich halte unsere Anwe­sen­heit für ein bestän­di­ge­res Phä­no­men als unsere Ver­nich­tung.“ Eine zutiefst jüdi­sche Ant­wort, dar­auf aus, dem Leben seine eigene Hei­lig­keit zu gewin­nen: „Wenn das Leben […]