Gesetz zum Schutz von Nichtkünstlern

Grüne und das europäische Versprechen

Ist das vor­stell­bar? Dass eine Par­tei, die sich dem Schutz ver­schrie­ben hat, vor Kunst zu schüt­zen meint zu müs­sen? Nicht etwa, weil ein Künstler-Ego eine Mehr­heit mal­trä­tierte. Auch nicht, weil eine Min­der­heit vorm Main­stream zu schüt­zen sei. Son­dern des­halb, weil diese Par­tei im Auf­trag von Nicht­hei­ten han­delte. Nichtrau­cher, Nichtfleisch­es­ser, Nichtauto­fah­rer, die mis­sion from not­hing ist […]

World Refugee Day

Platz des europäischen Versprechens

„Welt­flücht­lings­tag“ ist ein ver­wal­tungs­deut­sches Drei­wort­wort und eigen­ar­tig falsch [was sol­len „Welt­flücht­linge“ sein wenn nicht Ere­mi­ten, Almöhis, reli­giöse Aske­ten?] Gibt man das Wort Flücht­linge in die Bil­der­su­che ein, wird man in eine ähnlich gezierte Bil­der­welt gesto­ßen, melo­dra­ma­tisch bunt, hoch auf­ge­lös­tes Elend. Aber muss es denn nicht genau darum gehen? Um Mit­leid? Muss es nicht. Nächs­ten­liebe, schrieb […]

„Fremde Sprachen im eigenen Land“

Gospel-Worship mit David Thomas et al

„… und alle wur­den erfüllt von hei­li­gem Geist und began­nen“  -  so steht es in Apg 2  -  „in frem­den Spra­chen zu spre­chen, wie der Geist es ihnen ein­gab.“ Spä­ter haben Fehl­far­ben das­selbe kür­zer for­mu­liert: Sprich fremde Spra­chen im eige­nen Land. Ohne Fehl­far­ben christ­lich ein­zu­kas­sie­ren: Es ist der­selbe Impe­ra­tiv, kate­go­risch wie kei­ner, weil es nie […]

„Wie wir in Demokratien leben“

Jochen Gerz | Interview

Herr Gerz, Sie sind in Ber­lin gebo­ren, leben in Irland, haben lange in Frank­reich gelebt und vor allem dort und in Deutsch­land Werke im öffent­li­chen Raum geschaf­fen. Gibt es Unter­schiede? Wenn Arbei­ten wie DAS LEBENDE MONUMENT VON BIRON in der Dor­do­gne oder jetzt der PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS in Bochum im Ate­lier ent­stan­den wären, gäbe […]

„Barometer für Europa“

Platz des europäischen Versprechens

Bene­dikt Rei­chel [RN] hat Wolf­gang Cor­des, Frak­ti­ons­chef der Grü­nen, und mich zum Streit­ge­spräch gebe­ten über den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS. Über des­sen Idee, die Kos­ten und eine Stadt, die ihr Ver­hält­nis zu Europa öffent­lich erwägt:

„Wir wollen diesen Platz fertig stellen“

Platz des europäischen Versprechens | März 2013

Diane Jägers, Rechts­de­zer­nen­tin der Stadt, hat heute mit­ge­teilt, dass die Stadt­ver­wal­tung den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS bauen will. „Unser Tenor ist: Wir wol­len die­sen Platz fer­tig stel­len.“  Dass die Stadt ihn bauen muss, weil „recht­lich in der Pflicht“, ist unstrit­tig. Nun wird sich der Rat der Stadt dazu ver­hal­ten, die Frage lau­tet: Soll der Platz […]

„Erkenne deine Gestaltungskraft“

Gauck, Grüne, Europa

Der Bun­des­prä­si­dent hat über „Per­spek­ti­ven der euro­päi­schen Idee“ gespro­chen. War es eine große Rede oder eine kleine Ent­täu­schung? Ich finde, die große Wahr­heit die­ser Rede ist ein klei­ner Satz, er lau­tet: „Erkenne Deine Gestal­tungs­kraft. Ein bes­se­res Europa ent­steht nicht, wenn wir die Ver­ant­wor­tung dafür immer nur bei ande­ren sehen.“ Es ist der Satz des europäischen […]

Ein europäisches Verstummen

György Konrád und das Manifest

„Europa liegt im Ster­ben.“ So beginnt das Mani­fest, das Bernard-Henri Lévy geschrie­ben und György Kon­rád unter­zeich­net hat, ebenso Sal­man Rush­die, Umberto Eco und wei­tere große Schrift­stel­ler Euro­pas. Aus­zug: „Lang ist es her, dass man in Frank­reichs Stra­ßen Wir sind alle deut­sche Juden! skandierte …“

Ein europäisches Gefühl

Review | György Konrád

Frei­heit, Gleich­heit, Soli­da­ri­tät? Wel­che euro­päi­schen Werte er für her­aus­ra­gend halte, wurde György Kon­rád gefragt, seine Ant­wort: „Takt­ge­fühl.“ Die Ant­wort steht dem, wie man in Bochum über Europa zu spre­chen pflegt, auf­fal­lend ent­ge­gen. Takt­ge­fühl, so Kon­rád, umfasse „Beob­ach­tung, Kennt­nis, Empa­thie und jenes Prin­zip, dass du ande­ren nicht antust, was du nicht willst, dass es dir geschieht“. […]

„Streikt! Tanzt!“

Platz des europäischen Versprechens

One Bil­lion Rising ist ein welt­wei­ter Auf­stand. In 199 Län­dern — bei den Ver­ein­ten Natio­nen sind 193 Staa­ten regis­triert  -  wer­den sich am Don­ners­tag Men­schen erhe­ben, um Gewalt gegen Frauen und Mäd­chen zu ächten. „Ein glo­ba­ler Streik, eine Ein­la­dung zum Tanz, ein Akt welt­wei­ter Soli­da­ri­tät.“ Jede dritte Frau, jedes dritte Mäd­chen die­ser Welt, so UN-Erhebungen, […]

„Wenn das Leben heilig ist …“

György Konrád | Zum Tag der Befreiung

Was ist Europa, was ist grund­le­gend? Dass Juden in Europa leben oder dass die Juden Euro­pas groß­teils ermor­det wor­den sind? Das war Kon­ráds Frage, seine Ant­wort, lako­nisch ver­trackt: „Ich halte unsere Anwe­sen­heit für ein bestän­di­ge­res Phä­no­men als unsere Ver­nich­tung.“ Eine zutiefst jüdi­sche Ant­wort, dar­auf aus, dem Leben seine eigene Hei­lig­keit zu gewin­nen: „Wenn das Leben […]

„Europa ist ein Roman“

György Konrád | Zum Tag der Befreiung

„Der Natio­nal­staat war mir meist unan­ge­nehm“, sagte György Kon­rád vor ein paar Mona­ten in einem STERN-Interview. „Ich kenne ihn in faschis­ti­scher Form, in kom­mu­nis­ti­scher Form und jetzt wie­der in einer sehr unan­ge­neh­men Form. Ich finde Natio­nal­po­li­ti­ker eher lang­wei­lig, die Natio­nal­phra­seo­lo­gie ist leer. Europa mit sei­ner Plu­ra­li­tät ist inter­es­san­ter und intel­li­gen­ter. Europa ist ein super­kom­ple­xer interessanter […]

György Konrád

Lesung zum Tag der Befreiung

Ein gro­ßer Schrift­stel­ler, ein gro­ßer Euro­päer: György Kon­rád, 1933 in Beret­tyóúj­falu im östli­chen Ungarn gebo­ren, war Prä­si­dent des Inter­na­tio­na­len P.E.N. und Prä­si­dent der Aka­de­mie der Künste, hat inter­na­tio­nal höchste Ehrun­gen erhal­ten, dar­un­ter den Frie­dens­preis des Deut­schen Buch­han­dels, den Karls­preis, den Orden der fran­zö­si­schen Ehren­le­gion. Seit 69 Jah­ren hätte Kon­rád ermor­det sein sollen.

Werkstatt Europa

Präses Kurschus: Europäisches Versprechen

Die WELT am SONNTAG hatte als Weih­nachts­bei­lage [Teil 1 hier, Teil 2 hier] ein Inter­view mit Annette Kur­schus gebracht, Prä­ses der Evan­ge­li­schen Kir­che von West­fa­len. Erste Frage: „Das öffent­li­che Bild vom Ruhr­ge­biet reicht vom Armen­haus Deutsch­lands bis zur Zukunfts­werk­statt des Lan­des. Wie sieht das Bild der Kir­che aus?“ Kur­schus: „Die Bevöl­ke­rung geht zurück, die Arbeits­lo­sig­keit ist […]

Bochumer Menschenrechtspreis 2012

Shirin Ebadi, Jasmin Tabatabai, Iran Freedom

Drei Jahre ist es her, dass im Iran Zehn­tau­sende auf die Stra­ßen gegan­gen sind und ihre Rechte ein­ge­for­dert haben. Die Demons­tra­tio­nen der Grü­nen Bewe­gung waren Auf­bruch­si­gnal für das, was sich ein Jahr spä­ter zum „Ara­bi­schen Früh­ling“ ent­wi­ckelt hat. Im Iran sel­ber war da bereits jeder Auf­bruch nie­der­ge­knüp­pelt. Zu Tau­sen­den waren Demo­kra­ten in den Gefäng­nis­sen der Pasdaran […]

Homs, Hama, Aleppo

Gabriele del Grande berichtet aus Syrien

„Plötz­lich ist ein Schwarm schwar­zer Vögel am Him­mel zu sehen. Die­ses Mal ist die Explo­sion hef­ti­ger als sonst.“ Anfang Okto­ber war Gabriele del Grande in Aleppo, der zweit­größ­ten Stadt Syri­ens und einer der ältes­ten Städte in der Region. „Ein Luft­an­griff, wie­der einmal.

Das Andere des Krieges

Review | Ökumenische Friedensdekade

Vor 74 Jah­ren, der Tag jährt sich in die­ser Woche, der 9. Novem­ber, wurde die Syn­agoge Bochum zer­stört, wir wis­sen alle, von wem. Vor 68 Jah­ren, der Tag jährt sich heute, wurde Bochum zer­stört. Um die Mit­tags­zeit stand die Stadt noch wie gebaut, gegen Abend sah Bochum aus wie Rot­ter­dam aus­sah und Bel­grad, wie Warschau […]

Die ersten Europäer

Friedensnobelpreis für Europäische Union

In den 20er und 30er Jah­ren waren Juden „die ein­zi­gen Euro­päer in ganz Europa“, schrieb Amos Oz in Eine Geschichte von Liebe und Fins­ter­nis: „In ganz Europa woll­ten viele die Juden damals ein für alle­mal los­wer­den, diese fieb­ri­gen Euro­phi­len, die das ganze Sor­ti­ment euro­päi­scher Spra­chen beherrsch­ten, Euro­pas Dich­ter dekla­mier­ten, an Euro­pas erha­bene Moral glaub­ten, für […]

„Über uns selber sprechen“

Friedensnobelpreis für Europäische Union

„Das furcht­bare Lei­den im Zwei­ten Welt­krieg zeigte die Not­wen­dig­keit eines neuen Europa“, schreibt das Nobel­ko­mi­tee. Seit 1931 wer­den im Turm der Chris­tus­kir­che die „Feind­staa­ten Deutsch­lands“ erin­nert: „Frank­reich Russ­land Ita­lien … “ Heute beginnt hier der PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPREHENS. Jochen Gerz am Euro­pa­tag 2009: „Wir leben solange in der Nach­bar­schaft des Kriegs  –  der Krieg […]

„Die gemeinsame Idee Europa“

Norbert Lammert | Tag der deutschen Einheit

„Wir sind deut­sche Euro­päer.“ Nor­bert Lam­mert, Bun­des­tags­prä­si­dent und Kura­tor die­ser Kir­che, hat eine Gerade gezo­gen, sie führt von Wir sind das Volk zu Wir sind Europa. Europa, sagte Lam­mert, „ist das Ver­ständ­nis einer gro­ßen Idee, einer Vor­stel­lung vom Men­schen und sei­ner Würde und sei­ner Frei­heit und sei­nes Anspruchs auf Selbst­be­stim­mung.“  -  In drei Tagen lädt […]