„Heute habe ich das Gefühl, dass mein Kleid endlich zu der Location passt.“ Nicht nur das Kleid, auch DIE HAPPY und MARTA JANDOVÁ: „Da ist man im Gotteshaus und fühlt sich ganz anders“, meinte sie, „ich glaube, ich kann heute gar nicht vulgär sein.“ War sie denn auch nicht, zumindest nicht im Sinne des lateinischen vulgaris, es bedeutet gewöhnlich, alltäglich. Und das war dieses Konzert, fast das 1.000, das sie gaben, wirklich nicht: „Ich hab vorher mit dem Herrn von diesem Haus gesprochen“ — Lachen — „ich meinte den Pfarrer, er sagte, dass an der Stelle, wo ich heute sitze oder stehe, ein normaler Mensch dafür lange studieren muss. Ich hab’s ohne Studium geschafft durch 18 Jahre Touren — oh mein Gott, ist das lang — und deswegen ist das schön, ich komme mir heute Abend wie eine kleine Priesterin vor. Ich hoffe, ich habe nur Gutes für Euch zu sagen!“ Hatte sie. // Die zitierte Passage ab 4:45.
Reviews
Europa beginnt in Teheran
Die Reden von Shirin Ebadi und Khadijeh Moghaddam
„Nach dem Bericht der ‚Journalisten ohne Grenzen‘ hat der Iran die höchste Zahl an Journalisten, die inhaftiert sind. Aus dieser Sicht steht Iran einmal an erster Stelle.“ Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin, hat am Sonntag in der Christuskirche vor 500 Zuhörern über die „massive Zensur im Iran“ gesprochen, über Staatsmedien, ein „merkwürdiges“ Pressegesetz und die Manipulation der öffentlichen Meinung. Eine pragmatische Rede, Menschenrechte sind auch sonntags nichts für Sonntagsreden: „Wir möchten Sie, die freien Menschen in Europa, ansprechen. Sie glauben ja an Menschenrechte. Sie dürfen nicht erlauben, dass Unternehmen Geschäfte mit Iran treiben, die zu mehr Unterdrückung der Menschen führen.“ Hier die Rede von Shirin Ebadi. Und hier die Rede von Khadijeh Moghaddam, die den Bochumer Menschenrechtspreis entgegen nahm: „Dieser Preis gehört den Müttern“.
Review | Patty Moon
urban urtyp # 13 live im November 2011
Judith Heusch, hochschwanger, und Tobias Schwab. Ein Sonntag im Herbst. Gibt noch eine Reihe weiterer Videos auf Youtube, auch das phänomenale Closer hat der nette Kollege da eingestellt, danke!
Review | urban urtyp #11
utopia:banished live im September 2011
Wo landet, wer aus dem Nicht-Land ausgewiesen wird? Ist ja schon etwas her, dass Utopien was Dolles waren, die aus Prinzip und mit Courage den Couchtisch nebenan erobert haben. Sie von dort zu verbannen, ist leicht getan, aber was, wenn Utopien nicht nur verhauchte Kindheitsheimatklänge sind, sondern ein körperlicher Verlust? Zum Paradies gehört, vertrieben zu werden, so wie es zur Utopie gehört, aus ihr verbannt zu sein. utopia:banished machen Musik, die nicht daran glaubt, sie reiche ins Paradies zurück und mache die Welt ein Stück weit besser. Das nämlich müsste, wer es denn wollte, schon selber tun, weshalb utopia:banished in die Kirche gehört und nicht auf den Couchtisch. // Fotos von dem Triple-Konzert mit Moonbike und dem Kasia Bortnik Trio hier.
Diner en blanc
Review | Platz des europäischen Versprechens 10. Sept. 2011
Stil ist eine Frage des Stils. Zum Diner en blanc gehört, dass das Private öffentlich wird. Nicht groß organisiert, nicht groß angemeldet, eher assoziativ. Wenn, dann genügen zwei drei Regeln - alle kommen in Weiß, alle tafeln in Weiß, und hinterher ist alles wie zuvor - und schon ist alles anders als zuvor. Sieht zumindest erheblich anders aus als …
„Liebe Freunde Europas“
Franz von Hammerstein * 6.6.1921 † 15.8.2011
Im Alter von 90 Jahren ist Dr. Franz von Hammerstein, Mitbegründer der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, jetzt in Berlin verstorben. Der Theologe gehörte zu den Wenigen seiner Generation, die sich der gesellschaftlichen Verantwortung für die deutschen Verbrechen gestellt haben - nicht erst Jahrzehnte später und nicht nur im Feuilleton, sondern mit seinem Lebenswerk.
Review | Die Tonschützenkönige
Fiddler's Green live im März 2011
Bei Irish Folk ist es so: Die einen sind besser gelaunt als gut, die anderen besser als gut gelaunt. Zu diesen anderen zählen die Sechs von Fiddler’s Green, sie sind eindeutig besser als ihre (schon ziemlich gute) Laune, und sie sind eindeutig schneller als ihr Schall. „Fiddler’s Green“ ist die irische Bezeichnung fürs Paradies, in das die Seeleute ziehen. Keine Ahnung, warum es die Erlanger so eilig haben, aber nach Tönen pro Minute gemessen, sind sie die Topscorer. Und weil Citizen X von unart.tv da mithalten kann und großartige Fotos in Serie geschossen hat, hier eine kleine Galerie:
Review | Luxuslärm
Live im März 2011
Die 1Live-Krone wurde wem anders aufgestülpt. „Sieht cool aus“, um Luxuslärm zu zitieren, „doch ich brauch es nicht“. Hier ein schöner Mitschnitt von eben diesem Song in der Christuskirche, wo sie nicht nur keine Krone, sondern kaum Strom brauchten, um, wie die Presse schrieb, allein damit zu überzeugen, „dass sie echt was auf dem Kasten haben“.
„Die Öko-Nummer natürlich“
Heute vor 30 Jahren: das 'Heidelberger Manifest'
Wenn es die Ausländer nicht gäbe - das war ja lange Jahre das dümmste Argument dafür, dass es sie geben soll - würde niemand mehr den Müll abholen. Also kann, solange es sie gibt, Müll produziert werden und wird es auch: Von Sarrazins Buch beispielsweise leben alle gut, die Sarrazins, ihre Kritiker und die Müllmanner. „Deutschland schafft sich ab“ schafft gute Jobs und recycelte Debatten: Heute auf den Tag genau vor 30 Jahren - am 17. Juni 1981 - wurde das „Heidelberger Manifest“ verfasst, 15 hochkarätige Wissenschaftler unterschrieben Sätze wie diesen: „Völker sind (biologisch und kybernetisch) lebende Systeme höherer Ordnung mit voneinander verschiedenen Systemeigenschaften, die genetisch und durch Traditionen weitergegeben werden.“






