Geschichte

„Sind wir es sel­ber?“ | 1933

"Was anfangen mit einem Bild vom Feind, das nicht dazu taugt, ihn von dem Freund zu unterscheiden?"  -  Mosaik mit Namen

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Im März 1931 wird der „Helden-Gedenkraum“ ein­ge­weiht. Der Got­tes­dienst steht unter dem Motto Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein und die Gemeinde singt  -  ist es Hell­sucht oder Sehn­sucht  -  Wer weiß, wie nahe mir mein Ende.

Acht Jahre spä­ter beginnt der nächste Krieg. Zeich­nen die „Feind­staa­ten“ im Turm die Front­li­nien vor? Die Tech­nik, um an den Ers­ten Welt­krieg zu erin­nern, ist 5000 Jahre alt: Mosaik meint Ewig­keit. Nur was soll hier ver­ewigt wer­den? Bochu­mer Namen wie Wiezotzki Wischniew­ski Witt­kow­ski ste­hen neben dem Feind­staat Polen ste­hen neben Zie­lasko Zie­linsky Ziwitza

Was anfan­gen mit einem Bild vom Feind, das nicht dazu taugt, ihn von dem Freund zu unterscheiden?

Als der Gedenkraum eröff­net wird, ist Bochum eine Hoch­burg der Nazis und deren „Gau-Hauptstadt“. 1931 heißt das: Jeder kann sich ent­schei­den, wer Freund ist und wer Feind.

Zwei Jahre spä­ter, am 4. Juni 1933, ist es Hans Ehren­berg, der das Bochu­mer Bekennt­nis for­mu­liert. Er ist bei wei­tem nicht der ein­zige, der sich -  „Wir sagen Nein“  -  den Nazis ent­ge­gen­stellt, zusam­men aber sind sie bei wei­tem keine Mehr­heit.