In der Präambel der Kuratoriumssatzung heißt es:
Neben dem Erhalt des Kulturguts Christuskirche Bochum, einem der bedeutendsten Sakralneubauten Europas, weiß sich das Kuratorium einer der Bedeutung des Ensembles gemäßen Nutzung verpflichtet.
Das derzeitige Konzept für eine KIRCHE DER KULTUREN gehe dabei von drei Prämissen aus:
Kultur ist, was der Würde des Menschen Ausdruck verleiht.
Die Kirche der Kulturen ist eine evangelische und zugleich offene Kirche, ein öffentlicher Raum für eine Kultur der Differenz.
Kultur ist auch ein Faktor wirtschaftlicher Entwicklung und Parameter einer lebendigen Stadt.
Daraus wiederum folgen die Aufgaben des Kuratoriums:
- Die Erhaltung des Kulturguts Christuskirche Bochum und seine Nutzung als bundesweit erste KIRCHE DER KULTUREN liegt im gesamtkirchlichen wie gesamtgesellschaftlichen Interesse. Die Tätigkeiten des Kuratoriums siedeln auf der Schnittstelle von Kirche, Kultur und städtischer Gesellschaft.
- Das Kuratorium fördert das wechselseitige Verständnis von Kulturen in Bochum und dem Ruhrgebiet. Es fördert die Selbstverständigung einer städtischen Gesellschaft, die Kultur nicht als ethnische, sondern als soziale Kategorie begreift.
- Angesichts spezifischer Probleme der Städte im Ruhrgebiet (shrinking cities, brain drain u.a.) fördert das Kuratorium Formen und Formate, die es erlauben, dem je eigenen kulturellen Selbstverständnis im öffentlichen Raum der Kirche Ausdruck zu verleihen. Es fördert eine Kultur, die zum Bleiben verführe.
- Das Kuratorium fördert Erinnerungskultur.
- Es entwickelt Initiativen zur nachhaltigen finanziellen Sicherung der kulturellen Arbeit in der Christuskirche.
- Es sucht die Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen der (Innen-) Stadt, den städtischen sowohl wie kirchlichen und privaten (sog. Off-Kultur). Es fördert die programmatische Abstimmung, inhaltliche Kooperation und gemeinsame Kommunikation innerstädtischer Kultur.
- Das Kuratorium sucht das kulturpolitische Gespräch.
- Das Kuratorium richtet seine Arbeit an den Perspektiven aus, die sich dem Ruhrgebiet durch das Jahr als Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 eröffnet haben. Daher fördert das Kuratorium die Bildung und Stabilisierung von Netzwerken und Netzwerkprojekten im Sinne der von den Evang. Landeskirchen geforderten „strukturellen Stärkung der Kulturarbeit der Kirchen in der gesamten Region“. Dazu zählen Initiativen, die das Projekt PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS kommunizieren.
- Mit Ablauf des Jahres 2015 hat das Kuratorium erneut über sein weiteres Bestehen und die künftige Ausrichtung seiner Arbeit zu beschließen.
Erstmals gegründet worden war das Kuratorium Christuskirche bereits 1998. Damals hatten sich die Kuratoren der Aufgabe gestellt,
den vom Einsturz bedrohten Turm der Christuskirche als DENKMAL GEGEN GEWALT und WAHRZEICHEN DER STADT zu erhalten.
Mit Abschluss des Sanierungsprojekts [1, 85 Millionen EUR, davon 542.000 EUR privater Spendenmittel] hatte sich das Gremium Anfang 2006 aufgelöst und für die fünf kommenden Jahre neu konstituiert, um die inhaltliche Arbeit zu begleiten.
