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	<title>Christuskirche Bochum</title>
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	<description>Kirche der Kulturen</description>
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		<title>Friedhofsgemüse</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 13:24:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Wort]]></category>

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		<description><![CDATA[„Alles das ist verschwunden.“ So beginnt Grünbeins Zeichenbuch, in dem er Rom, die Zeichen der Stadt, zu lesen versucht: „Nichts mehr da von der Pracht, / Die der Grundriß uns glauben macht.“ Die Situation: Grünbein, einer der Großen unter den Dichtern, die nicht verschwunden sind, steht in den Resten des Friedenstempels und sieht, was nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6257" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/05/Kopie-2-von-A-ROM-switcher-for-the-Amiga-500-computer-Commutador-Rom-Amiga-Foto-rafax.jpg"><img class="size-medium wp-image-6257 colorbox-6253" title="&quot;Nichts mehr da von der Pracht, die der Grundriß uns glauben macht.&quot; ROM-Wechsler für den Amiga 500" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/05/Kopie-2-von-A-ROM-switcher-for-the-Amiga-500-computer-Commutador-Rom-Amiga-Foto-rafax-600x425.jpg" alt="&quot;Nichts mehr da von der Pracht, die der Grundriß uns glauben macht.&quot; ROM-Wechsler für den Amiga 500" width="600" height="425" /></a><p class="wp-caption-text">rafax | Commons Wikimedia</p></div>
<p>„Alles das ist verschwunden.“ So beginnt Grünbeins <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/durs-gruenbein/aroma.html" target="_blank">Zeichenbuch</a>, in dem er Rom, die Zeichen der Stadt, zu lesen versucht: „Nichts mehr da von der Pracht, / Die der Grundriß uns glauben macht.“ Die Situation: Grünbein, einer der Großen unter den Dichtern, die nicht verschwunden sind, steht in den Resten des Friedenstempels und sieht, was nicht zu sehen ist: „An der Wand hing bis zur Decke, / In Marmorplatten eingraviert, / <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Forma_Urbis_Romae" target="_blank">Der älteste Stadtplan der Welt</a>.“ Aber seitdem die Stadt mit ihrem Plan verschwunden ist, gibt es „nur uns“ hier: „Wir sind das Imaginäre, / Die Agenten des Ungefähren.“   -   Man hat Durs Grünbein, den <a href="http://www.suhrkamp.de/autoren/durs_gruenbein_1635.html" target="_blank">Hochdekorierten</a>, schon mal als Staatsdichter abgetan und seine Lyrik zurückdatiert in eine Zeit, in der ein Bildungsbürger noch nicht das Ergebnis von <a href="http://wiki.zum.de/Obligatorik" target="_blank">Obligatorik</a> war. Der Mann ist eigensinnig, und wenn, was er schreibt, nach Staatsdichtung klingt, ist das nicht der schlechteste Staat, in dem er schreibt: Von Grünbein stammt  -  noch vor der aktuellen <a href="http://www.kulturrat.de/puk/puk02-12.pdf" target="_blank">Diskussion übers Urheberrecht</a> -  ein Kommentar zu der Frage, wo im öffentlichen Raum das Gemeingut aufhört und das Plagiat beginnt: Die Grenze, so Grünbein, sei die zwischen Jung und Alt, die ganze Debatte ein <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/2.1719/das-plagiat-plagiat-warum-haben-sie-geklaut-herr-gruenbein-1939680.html" target="_blank">„hässlicher Biodiskurs“</a>, es handele sich um „Rassismus“.</p>
<p><span id="more-6253"></span></p>
<p>Das schrieb Grünbein vor zwei Jahren, als <a href="http://www.uibk.ac.at/literaturkritik/zeitschrift/769111.html" target="_blank">die Debatte über Helene Hegemanns <em>Axolotl Roadkill</em></a> hochdrehte. Damals veröffentlichte die FAZ einen <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/2.1719/buechner-preistraeger-gruenbein-ueber-den-fall-hegemann-plagiat-1940283.html" target="_blank">Beitrag von Grünbein </a>[„Mitglied des Ordens pour le merite“] mit dem Titel „„Plagiat““ und Sätzen wie, es sei alles „keine Frage der Gesinnung oder des Rechts, die durch Vergleichen, Silbenzählen, Interpunktionsmusterung, Namen– und Handlungsortkontrolle sich beantworten ließe, sondern es ist eine Frage ganz ausschließlich des literarischen Urteils“. Diesem literarischen Urteil gegenüber, so Grünbein, lägen Begriffe wie <em>Plagiat</em> oder <em>Herkunft</em> in Sphären, „die ohne Raum und ohne Atem sind“.</p>
<p>Wobei eben auch Grünbeins Text ein Plagiat gewesen ist  -  ein „Plagiatplagiat“, wie er tags darauf <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/2.1719/das-plagiat-plagiat-warum-haben-sie-geklaut-herr-gruenbein-1939680.html" target="_blank">aufklärte</a>. Urheber des Textes, von ihm nur leicht retuschiert, ist Gottfried Benn gewesen und der Text 84 Jahre alt. Grünbein:</p>
<blockquote><p>Fällt eigentlich niemandem auf, was für ein hässlicher Biodiskurs das Ganze ist? Der wahre Rassismus tobt sich augenscheinlich heute zwischen Jung und Alt aus, zwischen vitalen Welpen und kulturkonservativem Friedhofsgemüse.</p></blockquote>
<p>Den Satz nehme ich gerne als Staatsdichtung entgegen. Auch wenn es anderen, um Grünbein zu ergänzen, schon vorher aufgefallen war, was hinter dem Streit ums Urheberrecht steckt, Matthias Heine etwa in <a href="http://www.welt.de/kultur/article6360182/Warum-alte-Maenner-Helene-Hegemann-hassen.html" target="_blank">DIE WELT</a>:</p>
<blockquote><p>Helene Hegemann bringt sie gegen sich auf, weil sie ein Buch veröffentlicht, ohne 30 Jahre lang mit dem Federkiel Frakturschriften zu kalligraphieren. […] Es ist ein neues Kapitel im alten Menschheitskonflikt zwischen Priestern und Laien. Darin stehen auf der einen Seite diejenigen, die glauben, sie hätten aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Weihen einen exklusiven Zugang zu den Mysterien der Religion oder (heute im säkularisierten Zeitalter) zur Kunst. Ihre Gegner pochen immer wieder darauf, dass jeder Mensch einen direkten Weg zur Wahrheit gehen könne — unabhängig von Alter und Schliff.</p>
<p>Einst verlief die Frontlinie zwischen Amtskirche und Laienbewegungen. Heute trennt die Linie die Verfechter des „Qualitätsjournalismus“ und die Blogosphäre. Es geht bei all diesen Konflikten vor allem um geistige Hoheitsrechte.</p></blockquote>
<p>Oder  -  um einen Grünbein-Satz aus dem Zusammenhang zu reißen, indem man ihm einen neuen Zusammenhang gibt:</p>
<blockquote><p>Etwas ist anders, seit auf dem Forum keine Kühe mehr weiden. </p></blockquote>
<p>Nämlich seit es Rom auf CD-ROM gibt. Die Frage ist nur, ob auch der <em>Zusammenhang</em> von dem, was es gibt und gab, ein anderer geworden ist. Sein <em>Römisches Zeichenbuch</em> jedenfalls hat Durs Grünbein als <em>Opus incertum et cementitium</em> gebaut, als Mauerwerk aus Bruchsteinen mit Mörtelguß.</p>
<p> </p>
<p>» Durs Grünbein liest aus „Aroma. Ein römisches Zeichenbuch„<br />
» Dienstag 29. Mai 19:30 Uhr<br />
» <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/tickets/" target="_blank">Tickets hier<br />
</a>» Eine Veranstaltung der <a href="http://stadtakademie.de" target="_blank">Evang. Stadtakademie Bochum</a> im Zusammenhang mit <a href="http://www.cicuit.de/" target="_blank">Cicuit</a>, der deutsch-italienischen Gesellschaft</p>
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		<title>Kray // Monocular // unter anderem Max</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 15:11:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[urban urtyp]]></category>

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		<description><![CDATA[Kein Konzert, ein kleines Festival mit Indie-Pop, Elektro-TripHop und Songwritertum, alles von hier und alles uu, unbeugsam urban. Von KRAY! etwa kommt keiner aus Kray, aber alle in ein Alter, in dem Indie-Pop tatsächlich independent wird: Die Sechs müssen keinem nichts beweisen, keiner etwas vorbalzen oder diesen blöden Ehrliche-Haut-Habitus pflegen, ihre Sonnenuntergänge sind wirklich rot. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6227" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_4757_2.jpg"><img class="size-medium wp-image-6227 colorbox-6226" title="&quot;Kein Adelstitel, keine Elbe und keiner, der einem gleich die halbe Welt erklärt&quot;: unter anderem Max im posturbanen Park" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_4757_2-600x400.jpg" alt="&quot;Kein Adelstitel, keine Elbe und keiner, der einem gleich die halbe Welt erklärt&quot;: unter anderem Max im posturbanen Park" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Foto |</p></div>
<p>Kein Konzert, ein kleines Festival mit Indie-Pop, Elektro-TripHop und Songwritertum, alles von hier und alles uu, unbeugsam urban. Von <a href="http://www.kray.tv/" target="_blank">KRAY!</a> etwa kommt keiner aus Kray, aber alle in ein Alter, in dem Indie-Pop tatsächlich independent wird: Die Sechs müssen keinem nichts beweisen, keiner etwas vorbalzen oder diesen blöden Ehrliche-Haut-Habitus pflegen, ihre Sonnenuntergänge sind wirklich rot. Und ihre Songs entstanden, wenn sie auf dem Weg zur Probe auf Höhe von Kray im Stau standen, jetzt stehen sie als die ältesten Newcomer der jüngsten Musikgeschichte auf der Bühne. Und wir wissen seitdem, dass Alter vor gar nichts schützt, auch davor nicht, besser zu werden. Sie machen Schluss mit wichtig, sie machen Songs und besingen die Sehnsucht, die sich von Essen-Kray nach Bochum-Dückerweg streckt. Ruhig und entspannt ist das, ab und an ein wenig traurig, dann klingt die A40 wie a-Moll, bevor sie lässig den Kitsch umkurven und eine andere Ausfahrt nehmen, die ist dann besser was in Dur. Große Kunst, gelassene Geste, wer braucht da noch den Sommer.  -  Dann <a href="http://www.monocular-music.de" target="_blank">MONOCULAR</a>: Elektro TripHop aus Dortmund,  der überhaupt nicht so klingt wie …</p>
<p><span id="more-6226"></span>… Morcheeba, sondern eher so, als hätten Morcheeba versucht, Monocular zu covern. Aber auch dieser Vergleich trifft die  -  blödes Wort, gibt kein anderes  -  Reife nicht, die Monocular in vier Jahren gewonnen haben, so wenig wie die Vergleiche, die sonst herangezogen werden, mit Massive Attack oder Portishead oder Goldfrapp oder Kosheen. Wobei Monocular mit einer Gitarre kommen, die, wenn sie will, so dreckig klingt, wie es das Ruhrgebiet mal war, und mit einer Stimme, die größer ist als  -  aber lassen wir es den großen <a href="http://www.tomliwa.de" target="_blank">Tom Liwa</a> sagen:</p>
<blockquote><p>“There aren’t many female singers in Germany whose voices kill me like Nic Koray’s does. And there are even fewer who I grant to have the rare talent to formulate songs that are as universal and at the same time personal in the most intimate way”.</p></blockquote>
<p>Soweit Tom! Liwa! Den <a href="http://www.myspace.com/unteranderemmax" target="_blank">UNTER ANDEREM MAX</a> verehrt: Die 3-Wörter-Band besteht aus Max, seiner Gitarre und den Geschichten, die sie erzählen. Die Geschichten spielen in einer Stadt, in der sich  -  hier gleich nebenan  —  <a href="http://www.ruhrgebiet-industriekultur.de/westpark.html" target="_blank">Grünflächen über Industrieanlagen</a> legen und darüber Songs, die einem nicht gleich die halbe Welt erklären. Das hat nichts von Hamburger Schule, bei unter anderem Max darf man auch selber mal schlau sein:  <a href="http://goldkante.org" target="_blank">Goldkante</a> schlägt Waterkant. Und Max ein neues Kapitel auf, er kommt mit Drummer! Und mit Bassist! Und E-Gitarre! Mehr Max war nie. Und mehr gibt es auch nicht zu sagen auf die Frage, warum wir urban urtyp machen und welchen Sinn es hat, Indie-Musik indie-Kirche zu holen, das machen wir wegen unter anderem …</p>

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<p> </p>
<p>Weswegen es auch eine dritte Spielzeit geben wird ! <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/tickets/" target="_blank">Portico Quartet</a> ist bereits bestätigt, der VVK läuft !</p>
<p>» urban urtyp #20 am 20. Mai<br />
» wie immer sonntags, wie immer 19 Uhr, wie immer nur 10 Euro<br />
» Tickets an allen bekannten VVK-Stellen oder <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/tickets/" target="_blank">hier</a> | Reservierungen <a href="mailto ticket@urbanurtyp.de" target="_blank">hier</a></p>
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		<title>Zimpel Kusiolek Tokar Kugel</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 15:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht klingt, was die vier Herren tun, wie es klingt, wenn man ihre Namen liest. Oder auch anders, vielleicht klingt es  -  Robert Kusiolek spielt Bandoneon  -  wie das Ruhrgebiet früher klang, als das Bandoneon hier den Ton angab. Oder aber es klingt nach dem, was man hier so gar nicht kennt, was aber Klaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6222" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/05/Waclaw-Zimpel_by_Kan-Gory.jpg"><img class="size-medium wp-image-6222 colorbox-6209" title="Das Gesicht des neuen polnischen Jazz: Waclaw Zimpel und seine Klarinette " src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/05/Waclaw-Zimpel_by_Kan-Gory-600x413.jpg" alt="Das Gesicht des neuen polnischen Jazz: Waclaw Zimpel und seine Klarinette " width="600" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Foto | Kan Gory</p></div>
<p>Vielleicht klingt, was die vier Herren tun, wie es klingt, wenn man ihre Namen liest. Oder auch anders, vielleicht klingt es  -  <a href="http://www.robertkusiolek.com/" target="_blank">Robert Kusiolek</a> spielt Bandoneon  -  <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2010/09/tango-de-concierto/" target="_blank">wie das Ruhrgebiet früher</a> klang, als das Bandoneon hier den Ton angab. Oder aber es klingt nach dem, was man hier so gar nicht kennt, was aber <a href="http://www.klauskugel.com/" target="_blank">Klaus Kugel</a> seit vielen Jahren spielt, den Jazz des Ostens. Oder aber es klingt wie das, was <a href="http://www.petrareski.com/" target="_blank">Petra Reski</a>  -  sie wird am Tag zuvor hier gelesen haben  -  in einer wundervollen <a href="http://www.petrareski.com/reportagen/wie-ich-die-heimat-fand/" target="_blank">Reportage für GEO</a> [hier auch als <a href="http://www.geo.de/GEO/info/suche/index.html?geode=1&amp;q=%22Wie+ich+die+Heimat+fand%22+" target="_blank">Audio-Datei</a>] beschrieben hat, dann klänge es wie Heimat, nein: wie die Sehnsucht nach ihr, „nach einem bestimmten Licht, nach einem Geruch, nach einer bestimmten Stille? War es nicht eine Sehnsucht nach Erinnerung und nach Kindheit? War der Verlust der Heimat nicht vergleichbar mit dem Verlust einer geliebten Person?“ Und ist der Jazz nicht das, was alles in Bewegung bringt und solange verfremdet, bis es zurückkehren könnte, jenes bestimmte Licht, eine bestimmte Stille?  // <a href="http://waclawzimpel.pl/" target="_blank">Waclaw Zimpel</a> [cl, bcl, tarogato], <a href="http://www.robertkusiolek.com/" target="_blank">Robert Kusiolek</a> [accordeon, bandoneon, electronics], <a href="http://www.marktokar.info/" target="_blank">Mark Tokar</a> [b], <a href="http://www.klauskugel.com/" target="_blank">Klaus Kugel</a> [dr, perc].</p>
<p><span id="more-6209"></span></p>
<p>Klaus Kugel hat der <a href="http://www.nmz.de/" target="_blank">NMZ</a> vor drei Jahren ein <a href="http://nmzupd.werk21system.de/online/auf-abenteuerlichen-osteuropa-expeditionen-klaus-kugel-und-sein-trio" target="_blank">schönes Interview</a> gegeben, er erzählt, wie sein „Abenteuer Osteuropa“ begann:</p>
<blockquote><p>Noch vor der Wende, da gab es die Sowjetunion noch,</p></blockquote>
<p>und es habe -  noch? wieder? erstmals?  -  ein neugieriges Publikum gegeben und eine Jazz-Szene, die den Begriff <em>free</em> unmittelbar verstanden: <em>Free Jazz</em> ist hier, im Osten Europas, keine akademisch zugeknöpfte Eskapade, sondern so klingt <em>Glasnost</em>. Wie das, was in Bewegung gerät. <a href="http://www.nigelkennedy.de/" target="_blank">Nigel Kennedy</a> etwa, „der Typ, der die <em>Vier Jahreszeiten</em> noch mal aufgenommen hat“ [er über sich], ist nach Krakau gezogen, weil dort diese Freiheit <em>hörbar</em> ist, dieser besondere <em>Polish Spirit</em>.</p>
<p>Ob das vielleicht damit zusammen hänge, dass Polens Unterhaltungsindustrie dem Westen ein, zwei Jahrhunderte hinterher hinke, <a href="http://www.welt.de/kultur/article1303040/Die-polnische-Kultur-ist-uns-20-Jahre-voraus.html" target="_blank">fragte ihn</a> DIE WELT. Darauf Kennedy:</p>
<blockquote><p><em>Damit könnten Sie Recht haben, ich würde sogar sagen, dass sie eher 30 Jahre zurück liegen — was wiederum gleichbedeutend ist mit: Sie sind uns zwei Jahrzehnte voraus. </em></p>
<p><em>Denn dieses Pendel, das zwischen Technologie und Kunstbetrieb, zwischen Komplexität und Vereinfachung schwingt, erreicht erfahrungsgemäß alle 50 Jahre wieder den Ausgangspunkt. In etwa diesem Intervall befreit sich die Kunst immer wieder von ihrer Überindustrialisierung und Überreglementierung, die wir derzeit im Westen beobachten können. Allein der Umstand, wie viele junge Menschen in Polen Bands gründen oder ein klassisches Instrument erlernen, spricht für diese Unbeschwertheit, einfach zu machen, anstatt sich, wie im Westen, vor Beginn jeder Unternehmung zu fragen, ob es dafür überhaupt einen Markt gibt. </em></p></blockquote>
<p>Tolles Zitat. Den Quellennachweis werden<em> Zimpel Kusiolek Tokar Kugel</em> liefern.</p>
<p> </p>
<p>» Freitag 11. Mai 20 Uhr<br />
» Tickets für lächerliche 10 Euro <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/ticket" target="_blank">hier</a><br />
» oder an der Abendkasse</p>
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		<title>„Deutschland war wie Sodbrennen“</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 19:12:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort]]></category>

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		<description><![CDATA[Könnte sein, dass stimmt, was in der WAZ gestanden hat: dass jeder Dritte, der heute im Ruhrgebiet lebt, polnischer Herkunft sei. Dem Ruhrgebiet selber merkt man das kaum an, es lässt sich im Telefonbuch nachlesen, aber nicht in Speisekarten  -  nirgends ein polnischer Döner, kein schlesisches Gyros, warum wundert das niemanden  -  und es lässt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6186" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/05/Ministerstwo_Literatury_Polen2011_9521_Fotocredits_Emanuela_Danielewicz_mail.jpg"><img class="size-medium wp-image-6186 colorbox-6185" title="&quot;Das traumatische Gefühl, das viele Emigranten haben&quot;: Ministerstwo Literatury Polen 2011" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/05/Ministerstwo_Literatury_Polen2011_9521_Fotocredits_Emanuela_Danielewicz_mail-600x399.jpg" alt="&quot;Das traumatische Gefühl, das viele Emigranten haben&quot;: Ministerstwo Literatury Polen 2011" width="600" height="399" /></a><p class="wp-caption-text">Polen 2011 | Emanuela Danielewicz</p></div>
<p>Könnte sein, dass stimmt, was in der WAZ gestanden hat: dass jeder Dritte, der heute im Ruhrgebiet lebt, polnischer Herkunft sei. Dem Ruhrgebiet selber merkt man das kaum an, es lässt sich im Telefonbuch nachlesen, aber nicht in Speisekarten  -  nirgends ein polnischer Döner, kein schlesisches Gyros, warum wundert das niemanden  -  und es lässt sich nirgends ablesen an den Namen von Straßen und Plätzen: Das Ruhrgebiet hat ein peinliches Faible für Helden, für polnische nicht. <a>Hunderte polnischer Namen</a> stehen allerdings in der „Helden-Gedenkhalle“ im Turm der Christuskirche, es sind die Namen von Bochumern, die im Ersten Weltkrieg „für Deutschland“ gefallen sind. Neben ihren Namen stehen die <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/christuskirche/geschichte/5/" target="_blank">„Feindstaaten Deutschlands“</a>, darunter „Polen“.  <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/christuskirche/geschichte/6/" target="_blank">Eine seltsame Zerrissenheit</a>, die auch später seltsam sprachlos blieb: „Deutschland war wie Sodbrennen“, heißt es in <a href="http://www.hoffmann-und-campe.de/go/f372f7ce-508b-af43-91796ee04130706e" target="_blank">einem der Romane</a> von <a href="http://www.arturbecker.de/" target="_blank">Artur Becker</a>.</p>
<p><span id="more-6185"></span>Becker war, wiewohl jung, als „Spätaussiedler“ gekommen. Mit seinem Satz vom Sodbrennen beschreibt er das traumatische Gefühl,</p>
<blockquote><p>„das viele Emigranten haben: Nachts wachen sie auf und wollen plötzlich nach Hause fahren. Und speziell im Falle eines Spätaussiedlers, also eines Deutschstämmigen, der ich ja bin, wurde mir plötzlich klar, dass ich auf irgendeine Art und Weise für mein neues Land Verantwortung übernehmen musste, auch für die Taten der Großeltern – Sie verstehen. Ich bin zwar Pole, weil ich in der polnischen Sprache und in Polen aufgewachsen bin, aber durch die Ausreise nach Deutschland wurde mir bewusst, welche brennende Geschichte dieses Land hat, die einen niemals in Ruhe lassen wird. Oder können Sie sich erklären, warum Ihre Landsleute auf die Idee kamen, Kinder zu vergasen?“</p></blockquote>
<p>Zwei Tage über haben wir deutsche und polnische Autoren, genauer: deutsch schreibende Polen und polnisch denkende Deutsche zu Gast, genauer: Die Gäste kommen gleichsam nach Hause zurück in eine Stadt, die immer beides war, <em>tief im Deutschen </em>und doch <em>die polnischste Stadt diesseits von Warschau</em>.</p>
<p>Hier das hochkarätige Literatur-Programm von <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Kosmopolen_in_EUforia_Festival_Programm.pdf">K<strong>osmopolen in EUforia</strong></a>:</p>
<p><strong>Mittwoch | 9. Mai | 20 Uhr</strong></p>
<p><a href="http://www.arturbecker.de/" target="_blank"><strong>ARTUR BECKER</strong></a> | Bestseller-Autor, aber kein „deutsch-polnischer“, sondern ein<em> polnischer Autor deutscher Sprache</em>; 2009 mit dem <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/14169.asp" target="_blank">Albert von Chamisso Preis </a>ausgezeichnet. „Überaus beschlagen in deutscher Geistes– und Kulturgeschichte“, so das <a href="http://www.goethe.de/kue/lit/aug/de7488893.htm" target="_blank">Goethe-Institut über ihn</a>, „handhabt er die deutsche Literatursprache derart virtuos, dass man ihn mit einigem Recht als deutschen Schriftsteller bezeichnen darf, und zwar als einen der besten im Lande.“</p>
<p><strong><a href="http://www.dariusz-muszer.de/" target="_blank">DARIUSZ MUSZER</a></strong> | schreibt in beiden Sprachen, hat in Polen die wichtigsten literarischen Auszeichnungen erhalten; seine Literatur bewegt sich zwischen Lyrik und Science Fiction, zwischen Roman und Essays; arbeitet auch als Journalist und Übersetzer.<strong><br />
</strong></p>
<p><a href="http://www.draesner.de/de/" target="_blank"><strong>ULRIKE DRAESNER</strong> </a>| mit schlesischem Hintergrund in München geboren; lebt lieber in Berlin; schreibt Romane und Gedichte; kürzlich mit dem <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/1100.asp" target="_blank">Grenzgänger Stipendium</a> der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet.</p>
<p><a href="http://www.michael-zeller.de/" target="_blank"><strong>MICHAEL ZELLER</strong></a> | Wuppertaler aus Breslau, Schrifsteller, Herausgeber, Literaturkritiker; veröffentlicht Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays; ausgezeichnet mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas-Gryphius-Preis" target="_blank">Andreas-Gryphius-Preis</a> 2011.</p>
<p><strong>Donnerstag | 10. Mai | 20 Uhr </strong></p>
<p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Hofmann" target="_blank">GUNTER HOFMANN</a> </strong>| langjähriger Chefkorrespondent der DIE ZEIT und Sachbuchautor; dissertierte über Karl Jaspers zum Thema „Politik und Ethos“, porträtierte Persönlichkeiten wie Willy Brandt und Richard von Weizsäcker; seit den 80er Jahren ein ausgewiesener Kenner der polnischen und deutsch-polnischen Geschichte; zuletzt von ihm veröffentlicht: „Polen und Deutsche. Der Weg zur europäischen Revolution 1989/1990″ [2011]</p>
<p><strong><a href="http://www.petrareski.com/" target="_blank">PETRA RESKI</a> </strong>| im Ruhrgebiet geboren, lebt seit 1991 in Venedig; Romanistin, Journalistin, Sachbuch– und Romanautorin; 2010 mit dem EMMA-Journalistenpreis ausgezeichnet.</p>
<p><strong>ARTUR BECKER </strong>| s.o.</p>
<p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sabine_Brandi" target="_blank">SABINE BRANDI</a> </strong>| Moderation</p>
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		<title>Trio Manaz</title>
		<link>http://www.christuskirche-bochum.de/2012/04/trio-manaz/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 19:55:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[PeV 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wir dulden Europa wie ein Königshaus“, sagte Jochen Gerz  am Europatag vor drei Jahren, als die Stadt Bochum auf den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS eingeladen hatte: „Über das Königshaus nachdenken wollen die Wenigsten. Königshäuser geben Schutz, versprechen Ruhe, Tradition und leichte Unterhaltung.“ Das ist sehr wahr  -  früher kämpften Könige um ihren Kopf, heute schießen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6111" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Ohne_Titel_Polen2011_9525_14x21cm_Fotocredits_Emanuela_Danielewicz_mail.jpg"><img class="size-medium wp-image-6111  colorbox-6110" title="Der Bücherhimmel über mir, der Rettungsschlauch behütet: Polnische Romantik 2011" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Ohne_Titel_Polen2011_9525_14x21cm_Fotocredits_Emanuela_Danielewicz_mail-600x400.jpg" alt="Der Bücherhimmel über mir, der Rettungsschlauch behütet: Polnische Romantik 2011" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Polen 2011 | Emanuela Danielewicz</p></div>
<p>„Wir dulden Europa wie ein Königshaus“, sagte <a href="http://www.gerz.fr/html/07_map.html?art_ident=7&amp;res_ident=1" target="_blank">Jochen Gerz </a> am Europatag vor drei Jahren, als die Stadt Bochum auf den <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/projekte/pev-2010/" target="_blank">PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS</a> eingeladen hatte: „Über das Königshaus nachdenken wollen die Wenigsten. Königshäuser geben Schutz, versprechen Ruhe, Tradition und leichte Unterhaltung.“ Das ist sehr wahr  -  früher kämpften Könige um ihren Kopf, heute <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/schiessunfall-im-spanischen-koenigshaus_1.16368370.html" target="_blank">schießen sie sich</a> in den Fuß  -  und weil es wahr ist, gibt es den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS: Er ist dafür da, die eigene Vorstellungskraft auf den Thron zu setzen. Das europäische Versprechen kennt nunmal keine Herkunft, es ist nicht von Adel und nicht polnisch oder deutsch, sondern mein eigenes. Und das vielleicht ist, was sich von der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Romantik" target="_blank">Romantik</a> lernen lässt …</p>
<p><span id="more-6110"></span>… die eine europäische war: Damals versetzten sich überall Leute versuchsweise auf einen Thron, den sie sich vorgestellt hatten, und mit einemmal saßen überall Leute, die versuchten, ihrer eigenen Vorstellung zu trauen. Das <a href="http://triomanaz.eu/" target="_blank">Trio Manaz</a> spielt diesem recht flüchtigen Empfinden nach: Mit einem Klaviertrio auf Polnisch [<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludomir_R%C3%B3%C5%BCycki" target="_blank">Ludomir Rózycki</a>], Französisch [<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_Faur%C3%A9" target="_blank">Gabriel Fauré</a>] und Deutsch [<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Brahms" target="_blank">Johannes Brahms</a>] und als ein Ensemble, das sich zwischen Istanbul [Geburtsort von Aziz Kortel], Clermont Ferrand [Antoine Billet begegnet dem Violoncello] und Warschau [Magdalene Rezler studiert an der Chopin-Musikhochschule] gebildet hat.  //  Hier das gesamte Programm des <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Kosmopolen_in_EUforia_Festival_Programm.pdf">Kosmopolen in EUforia Festival</a></p>
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		<title>The Polish Folk Explosion</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 16:13:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>

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		<description><![CDATA[Folk, dachte ich immer, das ist, wenn jemand Lieder singt, die niemand geschrieben hat. Vitold Rek dachte anders, er hat Lieder geschrieben, die klingen, als gehörten sie  schon immer zur Tradition, und dann hat er diese Lieder verjazzt. Anders formuliert: Rek hat durch den Jazz hindurch die polnische Tradition erschlossen. Das war vor zehn Jahren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6104" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Nordsee_5_mail-beschn.jpg"><img class="size-medium wp-image-6104  colorbox-6096" title="&quot;Polen war schon immer ein beliebtes Reiseziel, seit den Völkerwanderungen ist einiges an Musik zusammengekommen&quot;: Polnische Nordsee im kosmopolnischen Blick  " src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Nordsee_5_mail-beschn-600x376.jpg" alt="&quot;Polen war schon immer ein beliebtes Reiseziel, seit den Völkerwanderungen ist einiges an Musik zusammengekommen&quot;: Polnische Nordsee im kosmopolnischen Blick" width="600" height="376" /></a><p class="wp-caption-text">Polen 2011 | Emanuela Danielewicz</p></div>
<p>Folk, dachte ich immer, das ist, wenn jemand Lieder singt, die niemand geschrieben hat. <a href="http://www.jazzpages.com/VitoldRek/">Vitold Rek</a> dachte anders, er hat Lieder geschrieben, die klingen, als gehörten sie  schon immer zur Tradition, und dann hat er diese Lieder verjazzt. Anders formuliert: Rek hat durch den Jazz hindurch die polnische Tradition erschlossen. Das war vor zehn Jahren, seine <em>Polish Folk Explosion</em> betrieb Rek, lange Jahre über Sideman von <a href="http://www.tomaszstanko.com/Tomasz_Stanko_The_Jazz_Trumpeter_and_Composer.html" target="_blank">Tomasz Stanko</a>, zusammen mit Größen wie <a href="http://albert-mangelsdorff.de/" target="_blank">Albert Mangelsdorff</a> und <a href="http://www.zeit.de/online/2009/25/grenzgaenger-7222" target="_blank">Charlie Mariano</a>. Jetzt, bei der Neu-Auflage seines Projekts, greift Rek unmittelbar<em> </em>auf die Fülle polnischer Tradition zurück  -  Polen war eben schon immer ein beliebtes Reiseziel, seit den Völkerwanderungen ist da einiges an Musik zusammengekommen  -  und diese Fülle zu interpretieren, hat er erneut erlesene Musiker gewonnen, unter ihnen <a href="http://www.dcn.davis.ca.us/go/jomnamo/" target="_blank">John Tchicai </a>[sax], der auch schon mit John Coltrane Platten eingespielt hat, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zakopower" target="_blank">Sebastian Karpiel-Bulecka</a> [viol], in Polen prominenter als Grönemeyer in Bochum, <a href="http://www.besterquartet.com/deutsch.php?category=60" target="_blank">Jaroslaw Bester</a>, einer der großen Akkordeonisten weltweit, und <a href="http://www.shotham.org/" target="_blank">Ramesh Shotham</a> [perc], hier zuletzt bei der <a href="http://www.2011.ruhrtriennale.de/de/programm/2011/salto/" target="_blank">Ruhrtriennale</a> zu hören.  // Hier das vollständige <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Kosmopolen_in_EUforia_Festival_Programm.pdf">Kosmopolen_in_EUforia</a>–Programm. // <strong>Update</strong>: Mit seiner Band <a href="http://www.zakopower.pl/" target="_blank">Zakopower</a> hat Karpiel-Bulecka just <a href="http://translate.google.de/translate?hl=de&amp;sl=pl&amp;u=http://serwisy.gazetaprawna.pl/po_godzinach/artykuly/613371,nosowska_fisz_i_zakopower_wsrod_laureatatow_fryderykow_2012.html&amp;ei=LQahT4nQG8SM4gTkuey2CQ&amp;sa=X&amp;oi=translate&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CC0Q7gEwAA&amp;prev=/search%3Fq%3DFryderyk%2BKArpiel-Bulecka%26hl%3Dde%26biw%3D1038%26bih%3D672%26prmd%3Dimvnshttp://" target="_blank">drei Fryderycks</a> gewonnen: Song des Jahres, Album des Jahres, Gruppe des Jahres. Der Fryderyck ist der wichtigste Musikpreis Polens.</p>
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		<title>Teppichstangen sind etwas sehr Schönes</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 16:54:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[PeV 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Wort]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Satz über das, was Teppichstangen seien, stammt von Erich Kästner, er ist in Dresden aufgewachsen, das liegt zwischen Polen und dem Ruhrgebiet: „Mein Vorgarten war der Hinterhof und die Teppichstange war mein Lindenbaum“, heißt es in Als ich ein kleiner Junge war. Er hätte zwar lieber einen Garten mit Bäumen gehabt, aber „kein Grund [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<div id="attachment_6057" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Klopsztanga_Polen_Gdansk_2011_0298_Fotocredits_Emanuela_Danielewicz_mail.jpg"><img class="size-medium wp-image-6057  colorbox-6053" title="&quot;Die Teppichstange war mein Lindenbaum&quot;: Klopsztanga in Gdansk" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Klopsztanga_Polen_Gdansk_2011_0298_Fotocredits_Emanuela_Danielewicz_mail-600x381.jpg" alt="&quot;Die Teppichstange war mein Lindenbaum&quot;: Klopsztanga in Gdansk" width="600" height="381" /></a><p class="wp-caption-text">Polen 2011 | Emanuela Danielewicz</p></div>
<p>Der Satz über das, was Teppichstangen seien, stammt von Erich Kästner, er ist in Dresden aufgewachsen, das liegt zwischen Polen und dem Ruhrgebiet: „Mein Vorgarten war der Hinterhof und die Teppichstange war mein Lindenbaum“, heißt es in <em>Als ich ein kleiner Junge war</em>. Er hätte zwar lieber einen Garten mit Bäumen gehabt, aber „kein Grund zum Weinen. Höfe und Teppichstangen sind etwas sehr Schönes.“ Das sind sie zumindest gewesen, unschuldig schön, eine Erfahrung, die sich quer durch Europa zog: „Hier wurden Affenschaukeln geübt und erste Küsse getauscht, heimlich Zigaretten geraucht, Persönliches und Politisches besprochen“, heißt es bei <a href="http://klopsztanga.de" target="_blank">KLOPZSZTANGA — POLEN grenzenlos NRW</a>:  „Hier zankte und versöhnte man sich. Hier war und blieb man sich nah.“ Das war wohl so und blieb es nicht, Kästner schrieb seine Erinnerung ins Jahr 1914 hinein: “Der Weltkrieg hatte begonnen und meine Kindheit war zu Ende.”</p>
</div>
<p><span id="more-6053"></span></p>
<p>Jetzt, ein knappes Jahrhundert später, steht Klopsztanga, die Teppichklopfstange, für <a href="http://klopsztanga.de" target="_blank">Klopsztanga</a>, das Kulturaustausch-Projekt:</p>
<blockquote><p>Klopsztanga ist ein gewachsenes Sinnbild für das Miteinander und die Chance zu einem vertieften Verstehen des Anderen. Jetzt wird es gleichermaßen zum Leitmotiv und Logo: zum Ausdruck für den Wunsch nach kulturellem Dialog mit Kulturinstitutionen, Initiativen und Künstlern in NRW – getragen von der Idee der Versöhnung mit der Geschichte und mit Deutschland, mit Europa.</p></blockquote>
<p>Das ist etwas administrativ formuliert, es umkurvt den eigentlichen Skandal: dass von den großartigen Dingen, die in Polen entstehen, hier so wenig  ankommt. Die Künstler des Landes, letztlich die in ganz Osteuropa, sind offenbar nichts für den hiesigen Markt und nichts für jene, die ihn verwalten. Hier kämpft man lieber darum, die Urheberrechte von 70 Jahre alten Schlagern zu verwerten, aber Anna Maria Jopek? Edyta Górniak? Robert Kusiolek?</p>
<blockquote><p>Das ganze Land befindet sich im kreativen Aufbruch</p></blockquote>
<p>heißt es bei <em>Klopsztanga</em>, überall „Phantasie, Experimentierfreude und Tatendrang“  -  und nirgends, auch das sei erwähnt, der Mehltau aus Kulturstaat plus Verwertungsindustrie, an den man sich hier so gewöhnt hat wie an den Schulzahnarzt. Auch deshalb hat der Austausch von Kultur einen Sinn, <em>Polen grenzenlos NRW</em> ist bereits ein Gegenbesuch:</p>
<blockquote><p>Entwickelt wurde das Projekt vom <a href="http://www.iam.pl/en" target="_blank">Adam Mickiewicz Institut</a> in Warschau, vom <a href="http://www.nrw-kultur.de" target="_blank">NRW KULTURsekretariat</a> und vom <a href="http://www.polnisches-institut.de/" target="_blank">Polnischen Institut Düsseldorf</a>, gemeinsam mit ihren lokalen und regionalen Partnern. Unterstützt wird es vom <a href="http://www.mfkjks.nrw.de/" target="_blank">Kulturministerium NRW</a>, vom Ministerium für Kultur und Nationales Erbe in Polen und vom Generalkonsulat der Republik Polen in Köln.</p></blockquote>
<p>In der Summe: 62 Projekte in 18 <a href="http://klopsztanga.de/k/stadte/bochum/" target="_blank">Städten</a>, davon 5 bei uns: Die KOSMOPOLEN laden ein, Europa EUforisch zu erleben. Das Programm <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/veranstaltungen/" target="_blank">hier</a>, wir stellen es in den kommenden Tagen im Einzelnen vor.</p>
<p>» <a href="http://kosmopolen.pl/pages/de/home.php" target="_blank">Kosmopolen in EUforia</a><br />
» <a href="http://www.klopsztanga.de/" target="_blank">Klopsztanga</a><br />
» <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/tickets/" target="_blank">Tickets / Festivalkarte</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>„You can’t blame gravity“</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 19:36:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[urban urtyp]]></category>

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		<description><![CDATA[Erst einmal hören: Die Wasserfuhrs mit Stings Englishman In New York [5,2 MB].  -  Und hier ein wenig Aufklärung über die Abgeklärtheit dieser Musik: „Wir beschäftigen uns mit Reduktion“, sagen sie, „keine vertrackten Muster, sondern einfache Songs mit Intensität“. Beide sind sie Mitte 20, Roman am Klavier hat drei Jahre mehr als Julian an der Trompete, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6012" class="wp-caption alignleft" style="width: 577px"><img class="size-full wp-image-6012   colorbox-6006" title="&quot;Teahouse&quot; von Ai Weiwei im Berliner Museum für asiatische Kunst " src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/teehaus-ai-weiwei-smb.jpg" alt="&quot;Teahouse&quot; von Ai Weiwei im Berliner Museum für asiatische Kunst " width="567" height="396" /><p class="wp-caption-text">Jürgen Liepe | Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Asiatische Kunst</p></div>
<p>Erst einmal hören: Die Wasserfuhrs mit Stings <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/02-Englishman-In-New-York.mp3">Englishman In New York</a> [5,2 MB].  -  Und hier ein wenig Aufklärung über die<em> Abgeklärtheit dieser Musik</em>: „Wir beschäftigen uns mit Reduktion“, sagen sie, „keine vertrackten Muster, sondern einfache Songs mit Intensität“. Beide sind sie Mitte 20, Roman am Klavier hat drei Jahre mehr als Julian an der Trompete, beide bestaunt für ihr <em>wundervolles Understatement</em> und dass sie auf Schnörkel verzichten und auf Jazz-Akrobatik. Und das, sagt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Brandt" target="_blank">Matthias Brandt</a>, der Schauspieler, „muss man sich trauen“, Reduktion sei in jeder Kunst „das Schwerste überhaupt“, nur deshalb komme diese Musik so leicht daher. Nur weshalb heißt diese CD dann <a href="http://www.wasserfuhr-jazz.com/d_diskografie.php" target="_blank">Gravity</a>? Schwerkraft ist ja nun doch bedeutungsschwer, sie macht, dass, <em>wohin der Baum fällt, da bleibt er liegen</em>. Klingt das loungig? Auf dem Cover von <em>Gravity</em> das <a href="http://www.smb.museum/smb/kalender/details.php?objID=31229" target="_blank">Teahouse von Ai Weiwei</a>. 3600 Kilo Pu’er-Tee, zu Quadern und Prismen gepresst und einem Haus zusammen gesetzt. Keine Fenster, keine Türen, Reduktion. Wobei …</p>
<p><span id="more-6006"></span></p>
<p>… das mit der Reduktion nur scheinbar ist. Tatsächlich zieht der zum <em>Teehaus</em> verdichtete Tee die Welt ringsum in sein Aroma hinein. Neulich im <a href="http://www.smb.museum/smb/sammlungen/details.php?lang=de&amp;objectId=12904&amp;n=1&amp;r=15" target="_blank">Berliner Museum für asiatische Kunst</a> jedenfalls war es weniger so, dass ein Teehaus im Museum stand als dass das ganze Museum zum <em>Teehaus</em> geworden war. So ist das mit der Anziehungskraft, weniger wird mehr. Reduktion führt zur Entfaltung. Und was hinzu kommt  -  offenbar kann <a href="http://www.fr-online.de/musik/interview-mit-siggi-loch-zum-70--geburtstag---die-musikindustrie-muss-bescheidener-werden-,1473348,4534182.html" target="_blank">Siggi Loch</a>, der Labelchef, visuell hören, er wählt die Cover <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2010/11/bugge-wesseltoft/" target="_blank">gerne selber</a> aus  -  was hinzu kommt: Pu’er-Tee wird je älter je besser. Sie haben noch was vor, das <em>Teehaus</em> und die Wasserfuhrs:</p>
<blockquote><p>Wichtig ist, dass wir uns nicht in spieltechnischer Akrobatik verlieren</p></blockquote>
<p>sagen sie, man turnt an keinem Instrument, sondern spielt darauf. Für sie heißt Reduktion:</p>
<blockquote><p>Melodik ohne spontane Abschweifung, die Vermeidung von Komplexität, keine vertrackten rhythmischen Muster, sondern einfache Songs mit Intensität.</p></blockquote>
<p>Das setzt voraus, dass sie ihren Melodien vertrauen, dem weichen Ton von Julians Trompete und Romans phantasievoll zeichnendem Klavier. <em>Ungekünstelt</em> nennen Kritiker das gern, „das Gegenteil von Angeber-Jazz“, sagt Matthias Brandt. Geben also wir stattdessen an, nämlich dies, dass <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2012/12/nils-landgren-christmas-with-my-friends-4/" target="_blank">Nils Landgren</a> ihre zweite CD  -  <a href="http://www.actmusic.com/pdf/ACT%209488-2%20PFD.pdf" target="_blank">Upgrated in Gothenburg</a>  -  produziert hat, dass <a href="http://www.actmusic.com/catalog.php?quest=Lars+Danielsson" target="_blank">Lars Danielsson</a> auch auf <em>Gravity </em>den Bass gespielt und <a href="http://www.actmusic.com/catalog.php?quest=Wolfgang+Haffner" target="_blank">Wolfgang Haffner</a> getrommelt hat, alle sind Europas erste Güte. Schwergewichte, wenn man so will.</p>
<blockquote><p>You can’t blame gravity for falling in love</p></blockquote>
<p>soll Einstein gesagt haben, er kannte sich aus mit Gravitation. <em>Gravity</em> kannte er <em></em>nicht.</p>
<p> </p>
<p>» am Bass: <a href="http://www.benjamin-garcia.de/" target="_blank">Benjamin Garcia</a>, an den Drums: <a href="http://www.oliver-rehmann.de/Oliver_Rehmann/Bio.html" target="_blank">Oliver Rehmann</a><br />
» als Support: Elektronik-Performance von <a href="http://www.urbanurtyp.de/2012/04/19-support-moogulator-eela-soley/" target="_blank">Moogulator &amp; Eela Soley</a><br />
» wie immer sonntags wie immer 19 Uhr wie immer nur 10 Euro<br />
» <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2012/04/julian-roman-wasserfuhr-urban-urtyp-19/" target="_blank">Tickets</a></p>
<p> </p>
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		<title>Ton im Raum</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 20:40:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>

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		<description><![CDATA[Denovali ist das Label nebenan, und vielleicht ist das kein Zufall, dass gerade Denovali die Nähe einer Orgel gesucht hat: So eine Orgel kann, was Denovali am liebsten verlegt, sie kann einen Ton im Raum stehen lassen. Sie kann ihn loslösen von Armlängen und Atemnot, kann ihn herauslösen aus der Endlichkeit und Ewigkeit simulieren, wer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5987" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/thisquietarmy-2008-by-Owen-Cherry.jpg"><img class="size-medium wp-image-5987 colorbox-5982" title="Die Gitarre, der Ton, das Licht: Thisquietarmy aka Eric Quach an seiner Orgel " src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/thisquietarmy-2008-by-Owen-Cherry-600x402.jpg" alt="Die Gitarre, der Ton, das Licht: Thisquietarmy aka Eric Quach an seiner Orgel" width="600" height="402" /></a><p class="wp-caption-text">Foto | Owen Cherry</p></div>
<p>Denovali ist <a href="http://www.derwesten.de/staedte/bochum/denovali-records-aus-bochum-ist-wichtiges-label-fuer-experimentalmusik-id5022066.html" target="_blank">das Label nebenan</a>, und vielleicht ist das kein Zufall, dass gerade Denovali die Nähe einer Orgel gesucht hat: So eine Orgel kann, was Denovali am liebsten verlegt, sie kann einen Ton im Raum stehen lassen. Sie kann ihn loslösen von Armlängen und Atemnot, kann ihn herauslösen aus der Endlichkeit und Ewigkeit simulieren, wer kann das schon. „<a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2012/04/der-odem-des-fans/" target="_blank">Von Gottes Hauch beseelt</a>, Nachklänge des Schöpfungsliedes“, hörte Herder in ihr, der Orgel, „die mit der süßen Lockstimme der Liebhaberinnen die Liebe Gottes in das horchende Ohr der Andacht haucht und Schrecken in das Ohr des Tyrannen brüllt“. Was Herder beschreibt, klingt zwar pompös wie eine Orgel, ist aber das, was passiert, wenn Töne stehen anstatt zu verhallen, es ist die Erfahrung von Schönheit und Schrecken. Allerdings gibt es hier keine Tyrannen in Hörweite mehr, uns bleibt die Schönheit von beidem, der <a href="http://www.bochumer.orgeltage.webpage.ms/http://" target="_blank">Orgel</a> und dem, was Denovali verlegt.</p>
<p><span id="more-5982"></span>Die <a href="http://www.bochumer.orgeltage.webpage.ms/" target="_blank">32. Bochumer Orgeltage</a> dauern noch bis Mitte Mai, sie finden in vielen Kirchen statt und an vielen Orgeln dieser Stadt. Höhepunkt ist das Orgel-Orchesterkonzert am 13. Mai im AudiMax der Ruhr-Uni.</p>
<p>Der Denovali Label Evening wiederum bietet an einem Abend drei Acts, die das Label verlegt, darunter <a href="http://www.thisquietarmy.com/" target="_blank">Thisquietarmy</a> aka Eric Quach aus Kanada. Einen, der mit seiner Gitarre und einem Haufen elektrifizierter Kästchen das produziert, was sonst nur Organisten freisetzen: eine Welt, die aus eben den Tönen besteht, die man selber macht, die aber, kaum gemacht, nicht einfach nur vorüber gehen, jedenfalls nicht sofort.</p>
<p> </p>
<p>» <a href="http://www.bochumer.orgeltage.webpage.ms/" target="_blank">32. Bochumer Orgeltage</a><br />
» Mehr über den Denovali-Abend mit Samuel Jackson Five, Aun und Thisquietarmy gibt es hier bei <a href="http://www.thepostrock.de/tag/thisquietarmy/" target="_blank">ThePostRock</a><br />
» Tickets für die Orgeltage an den Abendkassen<br />
» Tickets für den Denovali Label Evening <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2012/04/denovali-label-evening-3/" target="_blank">hier</a></p>
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		<title>Der Odem des Fans</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 20:07:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Konzerte]]></category>

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		<description><![CDATA[„Illegales Downloaden?“ Was er denn davon halte, wurde ERIC FISH gefragt, wir fragen zunächst die Bibel: Geist, sagt sie, ist kein Eigentum, der Geist weht, wo er will. Und das nicht erst, seit das Internet erfunden ist, sondern weil Gott den Odem des Lebens in Adams Nase geblasen hat: So, heißt es in Genesis 1, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5941" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Kopie-von-wiki-Nsaum75-at-en.wikipedia.jpg"><img class="size-medium wp-image-5941 colorbox-5940" title="&quot;Fish vertraut den Fans, das ist das ganze Geheimnis des Erfolgs.&quot; - Intelligenz unter Wasser " src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/04/Kopie-von-wiki-Nsaum75-at-en.wikipedia-600x390.jpg" alt="&quot;Fish vertraut den Fans, das ist das ganze Geheimnis des Erfolgs.&quot; - Intelligenz unter Wasser " width="600" height="390" /></a><p class="wp-caption-text">Nsaum75 | Commons Wikimedia</p></div>
<p>„Illegales Downloaden?“ Was er denn davon halte, wurde ERIC FISH gefragt, wir fragen zunächst die Bibel: Geist, sagt sie, ist kein Eigentum, der Geist weht, wo er will. Und das nicht erst, seit das Internet erfunden ist, sondern weil Gott den <em>Odem des Lebens</em> in Adams Nase geblasen hat: <em>So</em>, heißt es in Genesis 1, <em>so</em> <em>ward der Mensch ein lebendiges Wesen.</em> Seitdem ist dieses Wesen fruchtbar und mehrt die Ideen und füllt die Köpfe, und das ist im Grunde alles, was die Bibel zum Urheberrecht sagt: Was, das wir nicht empfangen hätten. Und was, würde auf dieser Basis diskutiert und nicht so getan, als zöge mit dem Internet <a href="http://www.ekd.de/download/120229_pm_38_Anlage_Bahr-DigitaleKultur.pdf" target="_blank">eine neue Religion</a> herauf. ERIC FISH jedenfalls klingt sehr viel entspannter als etwa <a href="http://netzpolitik.org/2012/der-aufregener-kim-schmitz-singt-statt-youtube-oder-frei-geht-immer-nur-gegen-die-kunstler/" target="_blank">SVEN REGENER</a>, der ja mal SUBWAY TO SALLY produziert hat, und sehr viel entspannter auch als diese Stimmen <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/urheberrecht-hundert-kreative-provozieren-die-netzpiraten/6482104.html" target="_blank">hier</a>. Der Grund dafür ist einfach, Fish vertraut den Fans, das ist das ganze Geheimnis. Ihrem Odem gehört seine Musik. Hier Erics Zitat, es ist sehr schön:</p>
<p><span id="more-5940"></span></p>
<p>Ob er an den Verkaufszahlen spüre, dass viele die Alben illegal downloaden würden? fragte ihn die <a href="http://www.l-iz.de/Kultur/Lebensart/2010/04/Leipzig-bedeutet-mir-sehr-viel-Eric-Fish-im-Interview.html" target="_blank">Leipziger Internetzeitung</a>. Antwort:</p>
<blockquote><p>Ja. Aber das ist für uns kein Thema. Ich sage Dir auch warum. Ich persönlich finde, dass man sich nicht darüber das Maul zerreißen sollte. Der Zugang ist uns egal, auf welchem Wege jemand unsere Musik wahrnimmt. Als Musiker denke ich viel eher so, dass diese illegalen Downloads eher dazu führen, dass sich jemand für unsere Musik interessiert und irgendwann dann doch unsere CDs kauft, wenn er Gefallen daran findet.</p>
<p>Die Beziehung zu unseren Fans ist vielmehr so geartet, dass sie in unsere Welt involviert sein wollen. Alte Alben von uns verkaufen sich deshalb immer noch sehr gut. „Die Hochzeit“ wurde mittlerweile mehr als 100.000 Mal über die Ladentische geschoben. Das zeigt, dass die meisten Leute immer noch die gute alte CD in den Händen haben wollen. Mit den Bildern, den Texten, dem Sound. Es kommen immer wieder neue Fans dazu, Nachwuchs, der sich die alten Platten kauft, um die Diskographie zu vervollständigen. Auch weil sich die Fans gegenseitig ihre Favoriten erzählen, davon schwärmen. Diese Art der Entdeckung halte ich für sehr gesund. Ohne den Support hätten wir nie diesen Status erreicht, in dem wir jetzt sind.</p>
<p>Also sage ich mit ruhigem Gewissen, ruhig runterladen. Jeder kommt irgendwann dahinter, sich die Platten auch zu kaufen.</p></blockquote>
<p>Wie gesagt, Fish vertraut seinen Fans. Und er vertraut der Musik, die allen gehört. Dem, der sie macht, und denen, die sie hören. Kein Wunder, dass seine Konzerte  -  selbst wenn sie „Zugabe“ heißen  -  gerne mal drei Stunden dauern. Der Mensch ist ein lebendiges Wesen.</p>
<p> </p>
<p>» 21. April 20 Uhr | Tickets <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2012/04/eric-fish-friends/" target="_blank">hier</a></p>
<p>» Zur Diskussion innerhalb der Evang. Kirche siehe <a href="http://www.ekd.de/download/120229_pm_38_Anlage_Bahr-DigitaleKultur.pdf" target="_blank">Petra Bahrs „Kultur des Digitalen“</a> und die Kritik von <a href="http://www.theomag.de/76/am390.htm" target="_blank">Andreas Mertin: „Kultur des Digitalen und protestantische Gestalt“ </a></p>
<p>» Zur Kritik an der Handelsblatt-Kampagne <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/urheberrecht-hundert-kreative-provozieren-die-netzpiraten/6482104.html" target="_blank">„Hundert Kreative provozieren die Netzpiraten“</a> siehe <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2012/04/handelsblatt-urheberrech/" target="_blank">Indiskretion Ehrensache.de</a> und <a href="http://www.neunetz.com/2012/04/05/die-komplette-selbstdemontage-des-handelsblatt/" target="_blank">Neunetz.com</a></p>
<p>» Wie Eric Fish argumentiert etwa auch der Filmemacher Dietrich Brüggemann [u.a. „Drei Zimmer, Küche, Bad“, Musikvideos für Kettcar und Thees Ullmann] <a href="http://d-trick.de/blog/" target="_blank">auf d.trick</a></p>
<p> </p>
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