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	<title>Christuskirche Bochum</title>
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	<description>Kirche der Kulturen</description>
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		<title>„No Respect for Eternity“</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 20:23:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort]]></category>

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		<description><![CDATA[In Polen stehen die Uhren still, das Land nebenan hat eine große Stimme verloren. Wislawa Szymborska, 1996 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt, hatte ihr Leben in Krakau verbracht und aus der Perspektive dieser Stadt ihr Jahrhundert beschrieben. Mit einer poetischen Sachlichkeit, die, nach Nazi-Terror und Stalinismus, der Ewigkeit misstraute. Nicht plötzlich, keine Stunde Null, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5289" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/02/Jacek-Turczyk-17.06.2010-Krakow1.jpg"><img class="size-medium wp-image-5289 colorbox-5278" title="Wislawa Szymborska, aufgenommen am 17. Juni 2010 in Krakau" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/02/Jacek-Turczyk-17.06.2010-Krakow1-600x428.jpg" alt="Wislawa Szymborska, aufgenommen am 17. Juni 2010 in Krakau" width="600" height="428" /></a><p class="wp-caption-text">Jacek Turczyk | wikimedia commons</p></div>
<p>In Polen stehen die Uhren still, das Land nebenan hat eine große Stimme verloren. Wislawa Szymborska, 1996 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt, hatte ihr Leben in Krakau verbracht und <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2011/01/kroke-zum-tag-der-befreiung/" target="_blank">aus der Perspektive dieser Stadt</a> ihr Jahrhundert beschrieben. Mit einer poetischen Sachlichkeit, die, nach Nazi-Terror und Stalinismus, der Ewigkeit misstraute. Nicht plötzlich, keine Stunde Null, sondern nach und nach. Czeslaw Milosz, 1980 mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt und 2004 in Krakau gestorben, habe einmal zu ihr gesagt, „er beginne beim Schreiben mit dem ersten Satz. Und ich fange oft mit dem letzten an. Und dann ist es sehr schwer, sich zum Anfang des Gedichts hochzuarbeiten.“ Das hat sie nun getan, ein Leben als Gedicht. Am Donnerstag nehmen die <a href="http://kosmopolen.pl/pages/de/home.php" target="_blank">Kosmopolen</a>, die befreundete Künstler-Initiative im Ruhrgebiet, Abschied von der großen Dame der polnischen Sprache.</p>
<p><span id="more-5278"></span><em>Der Augenblick / Chwila</em>, so der Titel des Gedichtbands, der 2005 auf Deutsch erschienen ist, darin geht es  -  „Es ist neun Uhr dreißig Ortszeit“  -  um das, was beiläufig erscheint:</p>
<blockquote><p>So weit das Auge reicht, herrscht hier der Augenblick.</p></blockquote>
<p><em>No respect for eternity</em>. Das scheint mir  -  ich bin nicht vom Fach, es steht auf <a href="http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/1996/szymborska.html" target="_blank">nobelprize.org</a>  -  es scheint mir zu treffen, wie sie schrieb. Sie schrieb über Pfützen, Vögel und kleine Mädchen, die an Tischdecken zupfen. Der Bach ist ein Bach als Bach, der Wald scheint Wald von Ewigkeit, der Pfad „von immer nach immer“:</p>
<blockquote><p>„Es ist genügend Zeit, / dass die Haare wehen / und aus den Taschen Schlüssel, / kleine Münzen fallen. / Sie sind immer noch im Bereich der Luft …“</p></blockquote>
<p>Diese Zeilen plötzlich stammen aus einem anderen Gedicht im selben Band, aus <em>Fotografie vom 11. September</em>. „Sie“ sind die Menschen, die sich verzweifelt aus dem brennenden World Trade Center gestürzt haben. Szymborska wusste, dass es den Augenblick gibt in jedem Moment, aber keine Ewigkeit, die ein Foto bannt. Dass alle Kunst ein Ende hat und das nicht Gesagte Würde:</p>
<blockquote><p>Nur zwei Dinge kann ich für sie tun — / diesen Flug beschreiben / und den letzten Satz nicht hinzufügen.</p></blockquote>
<p>» Gedichte von Wislawa Szymborska  in deutscher und polnischer Sprache<br />
» Es lesen Joanna Stanecka, Margaux Kier und Tina Wilhelm in polnischer und deutscher Sprache<br />
» Donnerstag 9. Februar | 20 Uhr | 5 Euro</p>
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		<title>„… this boy turned gold from blue …“</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 12:56:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[urban urtyp]]></category>

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		<description><![CDATA[„Pop ist eine Haltung“, sagte Michael Wollny, urban urtyp #15, neulich in einem Interview. Pop stehe für „Kompromisslosigkeit“ und diesen „unbedingten Willen, eine eigene Musik zu kreieren“. Im Jazz gehe diese Haltung schon mal verloren, dann werde Improvisation zum Vorwand, „Noten nicht so zu meinen, wie man sie spielt.“ Bei Popbands dagegen, den guten, „ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5219" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/01/einarstray_pic01.jpg"><img class="size-medium wp-image-5219   colorbox-5217" title="&quot;Nichts ist nicht so gemeint, kein Ton gibt vor, was anderes zu sein als eben dieser Ton. Pop ist eine Haltung&quot;: Einar Stray" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/01/einarstray_pic01-600x400.jpg" alt="&quot;Nichts ist nicht so gemeint, kein Ton gibt vor, was anderes zu sein als eben dieser Ton. Pop ist eine Haltung&quot;: Einar Stray" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Hilde Mesics | sinnbus</p></div>
<p>„Pop ist eine Haltung“, sagte <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2012/01/gold-weihrauch-und-wollny/" target="_blank">Michael Wollny</a>, <a href="http://www.urbanurtyp.de/2012/01/15-michael-wollny-2/" target="_blank">urban urtyp #15</a>, neulich in einem <a href="http://www.jazzthing.de/new-media/podcast/jazz-thing-podcast-folge-111/" target="_blank">Interview</a>. Pop stehe für „Kompromisslosigkeit“ und diesen „unbedingten Willen, eine eigene Musik zu kreieren“. Im Jazz gehe diese Haltung schon mal verloren, dann werde Improvisation zum Vorwand, „Noten nicht so zu meinen, wie man sie spielt.“ Bei Popbands dagegen, den guten, „ist jede Note so gemeint“, so und nicht anders. Als ginge es immer ums Ganze, das ganze Glück im Unglück. Wenn man Einar Stray hört, den 21jährigen Norweger aus Oslo, hört man sofort, was Wollny meint. Die große Geste, der weite epische Bogen und darin eingeborgen Songs, so opulent wie ein Menü in 7 Gängen. Aber, und das lässt jeden Gang genießen, nichts darin ist uneigentlich, nichts ist nicht so gemeint, kein Ton gibt vor, was anderes zu sein als eben dieser Ton. Pop ist eine Haltung.</p>
<p><span id="more-5217"></span></p>
<p>Es gibt ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Y51osqg9_U0" target="_blank">Video</a>, da sitzen Stray &amp; Friends in irgendeiner norwegischen Ferienwohnung  -  oder irgendwer von ihnen wohnt wirklich so  -  und sitzen da, im Hintergrund die Küchenzeile, eine  Topfpflanze, ein blau gestrichener Stuhl, sitzen da und spielen sich in diese Wirklichkeit hinein:</p>
<blockquote><p>We’re coming home<br />
we’re growing strong<br />
we’re coming home again<br />
all though this little wonder.</p></blockquote>
<p>Tieftraurig, Ikeas Kinder. Lars Fremmerlid klöppelt einen nachdenklichen Rhythmus aufs Sofakissen, Hanna Furuseth lässt ihre Geige Perlen weinen, das Cello von Ofelia Østrem Ossum und Simen Aasens Bass wiegen ins Memento ein, und Einar Stray sitzt versunken vor seiner Handvoll Tasten:</p>
<blockquote><p>And all of you<br />
destroyed with nothing but a stone or two<br />
lay down your sword this boy turned gold from blue<br />
before the men take off your crown, be true<br />
the arrows float over us.</p></blockquote>
<p>Das hat Größe, es hat Würde. Es hat das, was Peter Gabriels <em>Here Comes The Flood</em> hat mit der Zeile</p>
<blockquote><p>Don’t be afraid to cry at what you see<br />
The actors gone, there’s only you and me.</p></blockquote>
<p>Tertium non datur. So üppig und episch sie auch spielen, nirgends stört eines dieser drögen Pop-Accessoires, kein kecker Blick, keine elegische Bewegung, kein geziertes Solo. Sie sitzen da in ihren kummervollen Norwegerpullovern und singen sich selber zu:</p>
<blockquote><p>So hear the children play<br />
the same old song<br />
the same old plan<br />
and hear the old folks pray<br />
because then you’ll understand that.</p></blockquote>
<p>Schwer, darüber zu schreiben, ohne pathetisch zu werden. Nun denn, nach Aristoteles hat Pathos zum Zweck, Regungen zu wecken, „durch die Menschen sich so verändern, dass ihre Entscheidungen andere werden“. Im Großen und Ganzen, sagt Einar Stray über seine Musik, handele sie</p>
<blockquote><p>über das Gefühl, das in der Jugend entsteht. Nämlich, dass diese Welt einfach derartig groß und komplex ist, dass sie für den Einzelnen nur in ihrer Unbegreiflichkeit existiert.</p></blockquote>
<p>So ist das, Norwegermuster schlägt Lana Del Ray. Pop ist nicht Silikon, Pop ist eine ernste Sache. Weil Schönheit etwas Ernstes ist, und der Pop von Stray &amp; Friends ist schön. Sie meinen, was sie spielen. Wer jetzt nicht 21 wird, wird es nie wieder werden.</p>
<p>» Doppelkonzert mit <a href="http://www.meandmydrummer.blogspot.com/" target="_blank"><strong>Me And My Drummer</strong></a><br />
» 19. Februar | wie immer sonntags | wie immer 19 Uhr | wie immer nur 10 Euro<br />
» <a href="http://www.reservix.de/off/login_check.php?id=6eeeb4fda63834225ca7ad6671a821cd&amp;vID=8120&amp;eventGrpID=63259&amp;eventID=253093">Tickets hier<br />
</a> » <a href="http://www.urbanurtyp.de/2012/01/15-michael-wollny-2/" target="_blank">urban-urtyp.de<br />
</a>» <a href="http://www.facebook.com/urbanurtyp" target="_blank">facebook.com/urbanurtyp</a></p>
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		<title>Spiritus Dei</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 20:26:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die katholische Kirche, sagte Norbert Lammert letzte Woche beim ökumenischen Neujahrsempfang in Bochum, sei eine „Männer-Bündelei“. Frei übersetzt: Keine Frauen auf die Bühne. Kaum wohl das, was man demokratisch nennen könne, so der Präsident des Deutschen Bundestages. In der Summe sei die evangelische Kirche, was Selbstbestimmung angeht, „um 500 Jahre voraus“. Lammert ist Kurator dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5181" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/01/2012-02-priester-Clothes_rack-Foto-garment-rack2.jpg"><img class="size-medium wp-image-5181  colorbox-5158" title="&quot;Keine Frauen auf die Bühne&quot;: Die Priester stellen keine Priester dar, sondern tun, was sie im wirklichen Leben tun, sie singen." src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/01/2012-02-priester-Clothes_rack-Foto-garment-rack2-600x378.jpg" alt="&quot;Keine Frauen auf die Bühne&quot;: Die Priester stellen keine Priester dar, sondern tun, was sie im wirklichen Leben tun, sie singen." width="600" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Garment Rack | wiki commons</p></div>
<p>Die katholische Kirche, sagte Norbert Lammert letzte Woche beim ökumenischen Neujahrsempfang in Bochum, sei eine „Männer-Bündelei“. Frei übersetzt: Keine Frauen auf die Bühne. Kaum wohl das, was man demokratisch nennen könne, so der Präsident des Deutschen Bundestages. In der Summe sei die evangelische Kirche, was Selbstbestimmung angeht, „um 500 Jahre voraus“. Lammert ist <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/christuskirche/kuratorium/" target="_blank">Kurator dieser Kirche</a>, er weiß, welche Mühe es macht und welchen Spaß, selber zu bestimmen: Würden die Repräsentanten der katholischen Kirche ähnlich benannt wie protestantische, so Lammert, „wären Bischofskonferenzen anders besetzt“. Ob aber auch „Die Priester“? Die drei, die jetzt auf unsere Bühne kommen, hier die <a href="http://www.adticket.de/va/christuskirche_bochum/?iframe">Restkarten</a>, die drei <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2011/12/nicht-monchische-monche/" target="_blank">stellen keine Priester dar</a>, es sind …</p>
<p><span id="more-5158"></span>… Abt Rhabanus Petri aus Vilshofen, Pater Vianney Meister aus St. Ottilien und Andreas Schätzle, Diözesanpriester aus Wien. Und sie tun, was sie im wirklichen Priesterleben tun, sie singen. Ganz klar eine Männer-Bündelei, neudeutsch Boy-Group.</p>
<p>Und wagen es wirklich, sie greifen in die Sterne, sie singen Cohens „Halleluja“.</p>
<p>» Montag, 6. Februar, 20 Uhr<br />
» <a href="http://www.adticket.de/va/christuskirche_bochum/?iframe">Tickets hier</a></p>
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		<title>Tag der Befreiung von Auschwitz</title>
		<link>http://www.christuskirche-bochum.de/2012/01/tag-der-befreiung-von-auschwitz-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 23:05:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[PeV 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Wort]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Januar 2010 wurde bei Bauarbeiten in Berlin ein Kunstwerk aus der Erde geborgen, ein Bronzeguss des Bildhauers Edwin Scharff. Das Bildnis zeigt die Schauspielerin Anni Mewes, die Nazis hatten es 1937 als „entartet“ beschlagnahmt. Zehn weitere Kunstwerke waren Jahrzehnte lang im Herzen der Stadt verborgen, dann gab die Erde sie preis, als sei es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5124" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/01/22_Edwin-Scharff_Anni-Mewes_Bergung-beschn.jpg"><img class="size-medium wp-image-5124 colorbox-5123" title="Edwin Scharff: Bildnis der Anni Mewes von 1917/21 nach seiner Bergung 2010: &quot;Kunst macht sichtbar.&quot;" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/01/22_Edwin-Scharff_Anni-Mewes_Bergung-beschn-600x435.jpg" alt="Edwin Scharff: Bildnis der Anni Mewes von 1917/21 nach seiner Bergung 2010: &quot;Kunst macht sichtbar.&quot;" width="600" height="435" /></a><p class="wp-caption-text">Landesdenkmalamt Berlin | Foto: Manuel Escobedo</p></div>
<p>Im Januar 2010 wurde bei Bauarbeiten in Berlin ein Kunstwerk <a href="http://hv.spk-berlin.de/deutsch/presse/archiv/2010/101108_2_PM_Ausstellung.pdf" target="_blank">aus der Erde geborgen</a>, ein Bronzeguss des Bildhauers Edwin Scharff. Das Bildnis zeigt die Schauspielerin Anni Mewes, die Nazis hatten es 1937 als „entartet“ beschlagnahmt. Zehn weitere Kunstwerke waren Jahrzehnte lang im Herzen der Stadt verborgen, dann gab die Erde sie preis, als sei es an der Zeit, das zu beglaubigen, was <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Klee" target="_blank">Paul Klee</a> behauptet hat: dass Kunst nicht wiedergibt, was sichtbar ist, sondern dass Kunst sichtbar macht. Sichtbar wird, dass sich die Erde eines Tages öffnet und Massengräber offenbart. Allein <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/ausderjuedischenwelt/1178800/" target="_blank">in der Ukraine</a> sind es Tausende, die sich auftun in dieser Zeit, oft <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article922974/Juedisches_Massengrab_zufaellig_entdeckt.html" target="_blank">zufällig bei Bauarbeiten entdeckt</a>. Im Akkord hatten die Nazis gemordet und Hunderttausende ihrer Opfer in der Erde verscharrt, nur von den Wenigsten kennen wir die Namen. Am 26. Januar, dem Vorabend des Tages, an dem Auschwitz befreit worden ist, verliest die <a href="http://www.jg-bochum.de/veranstalt.html" target="_blank">Jüdische Gemeinde Bochum</a> die Namen derer, die aus Bochum und Wattenscheid deportiert worden sind, um ermordet zu werden.</p>
<p><span id="more-5123"></span>Es sind die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde, die Namen lesen von denen, die vor ihnen Mitglieder der Gemeinde waren. Sie lesen die vielen Hundert Namen in der Synagoge, die es heute gibt, nachdem es 69 Jahre keine gab. Mitglieder der Gemeinde, die aus der Ukraine, Russland und Weißrussland stammen, lesen die Namen ihrer Lieben, die ermordet worden sind. Sechs Kerzen brennen, sie stehen fürs nicht Vorstellbare, die Zahl von sechs Millionen, die ermordet worden sind. „Nur wir haben überlebt“.</p>
<p>So heißt das <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/20013.html" target="_blank">Buch von Boris Zabarko</a>, der renommierte ukrainische Historiker hat Zeugenaussagen gesammelt. Wie Erschießungskommandos in Dörfer einrücken:</p>
<blockquote><p>Die Kinder verstanden. Sie weinten nicht, sondern standen schweigend da, als seien sie verzaubert worden.</p></blockquote>
<p>Erinnert sich Michail Rosenberg, Augenzeuge mit acht Jahren. Nicht vorstellbar, was er und andere sahen, unvorstellbar auch ihr ungeheurer Mut:</p>
<blockquote><p>Mutter hielt mich ganz fest, drückte mich an sich und sagte: Wenn wir sterben, dann zusammen, damit du nicht leiden musst.‘ Aber ich riss mich los, sprang durchs Fenster und entkam.</p></blockquote>
<p>Einige von denen, die entkommen sind, leben heute in Bochum, auch Alfred Salomon, der Auschwitz überlebt hat. Sie sind das Gewissen der Stadt, sie machen begreifen, wem die Befreiung zu danken ist.</p>
<p>Und sie machen begreifen, dass das Morden in keinem Jenseits geschah, sondern hier begann: Der Tag der Befreiung von Auschwitz, seit sieben Jahren auch weltweit begangen, war in Bochum der Tag, an dem die erste Deportation stattfand, am 27. Januar 1942. Bochum wurde zum „Sammelort“ für die Juden der Region, dann auch für Sinti und Roma. <strong>Es ist angebracht, dass der 27. Januar ein städtischer Gedenktag wird.</strong></p>
<p>In der Christuskirche <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/projekte/tag-der-befreiung/" target="_blank">begehen wir diesen Tag</a> seit Jahren in einer Form, die einen kulturellen und bürgerschaftlichen Charakter trägt. Dabei stimmen wir uns ab mit der Jüdischen Gemeinde, sie begeht diesen Tag seit Jahren in einer Form, die ihre sehr eigene ist und bleiben wird  -  und die gerade deshalb einen politischen und öffentlichen Charakter gewinnen sollte. Es gibt Städte in dieser Republik, die versuchen, sich am 27. Januar zu verorten in dem, was im Begriff <em>Holocaust</em> zu verschwinden droht. Sie veranstalten, sie erklären, sie verlautbaren. Es ist gut, dass sie es versuchen, es geht nicht um die Antwort, sondern die Suche nach ihr. Man kann ihr nicht ausweichen, dieser Suche, <a href="http://www.bochum.de/C125708500379A31/vwContentByKey/W273EGMW743BOLDDE" target="_blank">Nordbahnhof</a>  und <a href="http://www.bochum.de/C125708500379A31/vwContentByKey/W273EC9R697BOLDDE " target="_blank">„Judenhäuser“</a> und <a href="http://www.verbrechen-der-wirtschaft.de/texte/0039_bo_krupp_thyssen.htm " target="_blank">Saure Wiesen</a>, was verborgen liegt in der Stadt, es verschwindet nicht. Es gibt nicht wieder, was sichtbar ist, es macht sichtbar.</p>
<p>Auch in dieser Stadt kann die Erde, um Jesaja zu zitieren, nicht verbergen, die getötet sind. Für uns, die wir auf dieser Erde leben, wäre es gut, würde der 27. Januar zu einem Tag im Kalender der Stadt, zu einem offiziellen Tag im Kalender des Rates und seiner Repräsentanten. Kein Tag, um Reden zu halten oder Grußworte zu faxen, sondern um Bochumer Namen zu lesen, zu hören und zu verstehen. Wir haben eine Jüdische Gemeinde in der Stadt.</p>
<p>» 26. Januar | 17 Uhr |  Zum Tag der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus<br />
» Synagoge Bochum | Erich-Mendel-Platz 1</p>
<p>» <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2012/01/tag-der-befreiung-von-auschwitz/" target="_blank">Die in der Christuskirche für den 27. Januar geplante Veranstaltung kann leider nicht stattfinden.</a> Wir bedauern dies sehr und respektieren die Absage.</p>
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		<item>
		<title>Gold, Weihrauch und Wollny</title>
		<link>http://www.christuskirche-bochum.de/2012/01/gold-weihrauch-und-wollny/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 01:29:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[urban urtyp]]></category>

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		<description><![CDATA[Karten an der Abendkasse // Dieser Mensch ist ein Geschenk, zweifellos. Ein „Wunderkind“ sei erschienen, hieß es, die weisen Kritiker stauten sich staunend ums Klavier herum, auch die weise FAZ: „Selten einmal hat man solche Ausweitungen des konventionellen Klavierspiels folgerichtiger aus dem formalen Ablauf der Improvisationen ableiten können wie im Spiel von Wollny.“ Wie wahr. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4798" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/01/Wollny_2009_2.jpg"><img class="size-medium wp-image-4798 colorbox-4796" title="&quot;Ein Geschenk, wunderbar unerklärlich.&quot; Michael Wollny" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2012/01/Wollny_2009_2-600x404.jpg" alt="&quot;Ein Geschenk, wunderbar unerklärlich.&quot; Michael Wollny" width="600" height="404" /></a><p class="wp-caption-text">Michael Wollny | ACT</p></div>
<p><em><strong>Karten an der Abendkasse //</strong></em> Dieser Mensch ist ein Geschenk, zweifellos. Ein „Wunderkind“ sei erschienen, hieß es, <a href="http://www.bbmb.de/cms/website.php?id=/de/index/solisten/michael_wollny/presse.html&amp;sid=9a25590b6652e1ce7fecfe93cd5ba4a4" target="_blank">die weisen Kritiker</a> stauten sich staunend ums Klavier herum, auch die weise FAZ: „Selten einmal hat man solche Ausweitungen des konventionellen Klavierspiels folgerichtiger aus dem formalen Ablauf der Improvisationen ableiten können wie im Spiel von Wollny.“ Wie wahr. Wenig später staunte die weiterhin weise FAZ, dass ein Wunderkind einen wundervollen Kopf entwickelt: „Man wird wohl als genial bezeichnen dürfen, wie wunderbar unerklärlich Wollnys Spiel überall hinpasst.“ Was wiederum wunderbar zu <a href="http://www.urban-urtyp.de" target="_blank">urban urtyp</a> passt: Dass Wollny, <a href="http://www.welt.de/welt_print/article2704033/Michael-Wollny-allein-im-Strom-seiner-musikalischen-Ideen.html" target="_blank">„das deutsche Jazzwunder“</a>, dem sie beim <a href="http://www.echojazz.de/jazz-echo/" target="_blank">ECHO Jazz 2 x Gold</a> umgehängt haben, dass er bei uns als <a href="http://www.urbanurtyp.de/" target="_blank">urban urtyp</a> spielt, ist nicht Gold und nicht Weihrauch, es ist ein Geschenk. Eines, das mit allem zu tun hat, mit Wollny und dem Wunder, mit Echo, <a href="http://www.ruhr-essentials.de/essentials/bochum/christus-kirche/" target="_blank">Jazz und „Mensch“ </a> …</p>
<p><span id="more-4796"></span></p>
<div class="mceTemp">
<p>Grönemeyers „Mensch“. Letztes Jahr im Mai, als der <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2011/05/echo-jazz-geht-lyambiko-kommt/" target="_blank">ECHO Jazz in Bochum</a> verliehen wurde, hatten <a href="http://www.celinerudolph.com/" target="_blank">Céline Rudolph</a>  -  hier zweimal zu Gast gewesen -  und Michael Wollny sich in der Christuskirche verabredet, um „Mensch“ zu studieren: Ihre Interpretation von Grönemeyers Monumentalsong sollte den Festakt beschließen: Hier die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=v5CoiPov7lg" target="_blank">Endfassung</a>, sie ist sehr schön.</p>
<p>Hier die <a href="http://www.ruhr-essentials.de/essentials/bochum/christus-kirche/" target="_blank">Studie, nur Stimme &amp; Piano, sie ist exklusiv</a>.</p>
<p>Und zeigt nebenher, was Wollny nebenher kann: sich zurück nehmen. Pianisten, männliche zumal, haben ein Problem, sie wollen zeigen, was sie können und wie virtuos. Das alte Ich-kann-auch-Klassik-Syndrom. Wollny muss nichts zeigen, er kann erschaffen. Er kann Stimmungen schaffen, von denen man nicht wusste, dass man sie empfinden könnte. Er kann durch die Tasten pflügen, dass man nicht nachkommt mit dem Hören, und er kann Pausen kreieren, die so voll sind mit Musik, dass er selber in die Pause gehen könnte, wir säßen immer noch da und hörten dem zu, was er nicht spielt.</p>
<p>Der Mann ist knapp über 30.</p>
<p>„Für mich war so mit sieben, acht Jahren Klavier spielen immer beides – Improvisation und Bach spielen, Mozart spielen.“ Das ist seine eigene Erklärung, er ist nicht sehr prätentiös. Hier ausnahmsweise ein Zitat aus dem Promo-Text:</p>
<blockquote><p>Seine musikalische Herkunft ist zweifelsfrei europäisch. Johann Sebastian Bach, Franz Schubert, die deutsche Romantik, Olivier Messiaen haben ihn mindestens ebenso beeinflusst wie Musik von der anderen Seite des Atlantik. Bei Michael Wollny sind sich die beiden Traditionsstränge nicht im Weg, sie verbinden sich miteinander. Er weist damit auf eine Tradition hin, die in unserer europäischen Kunstmusik seit anderthalb Jahrhunderten unter die Räder gekommen scheint. Obwohl diese Musik scheinbar so ganz und gar vom Gedanken des Notierens geprägt ist und von der Arbeitsteilung zwischen kreativen und ausführenden Musikern, gab es hier eine lebendige Tradition des Fantasierens. Vor allem unter Pianisten. Und Fantasieren, das ist kaum etwas Anderes als Improvisation ohne Jazz-Wurzeln.</p></blockquote>
<p>Was soviel heißt wie: Jedes Konzert beginnt bei Null. Wenn Wollny in den <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2010/10/350-kubikmeter-musik/" target="_blank">urban urtyp kubus </a>kommt  -  der Flügel steht mittig, wir sitzen drum herum — werden die Traditionen da sein und wir, die Gegenwart:</p>
<blockquote><p>„Nichts ist sicher bei einem Solokonzert von Michael Wollny.“</p></blockquote>
<p>Schrieb Stefan Hentz in DIE WELT. Es ist, was dieses Konzert so besonders macht: dass er, der hochsubventionierte Häuser füllt, bei uns als <em>urban urtyp</em> spielt. Wollny ist dieser seltene Typ von Musiker, der sein Publikum finden statt vorfinden will.</p>
<p>» 29. Januar | wie immer sonntags | wie immer 19 Uhr | wie immer 10 Euro<br />
» <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/tickets/" target="_blank">Tickets hier</a><br />
» <a href="http://www.urbanurtyp.de/2012/01/15-michael-wollny-2/" target="_blank">urban-urtyp.de<br />
</a>» <a href="http://www.facebook.com/urbanurtyp" target="_blank">facebook.com/urbanurtyp</a></p>
</div>
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		<title>Downliners Sekt</title>
		<link>http://www.christuskirche-bochum.de/2011/12/downliners-sekt/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 23:22:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[urban urtyp]]></category>

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		<description><![CDATA[Was nach Dubstep kommt, kommt aus Barcelona. Sie selber nennen, was aus ihren Laptops kommt, „electronic post post post post rock ambient trip hop, I don’t know“. Eine Dekonstruktion von dem, was war, „als müsse ich zuerst zu graben anfangen, müsse mich rauswühlen, rauskratzen aus einer Masse von Schutt, die uns zudeckt“. So lässt Peter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4736" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_3810-kl.jpg"><img class="size-medium wp-image-4736 colorbox-4735" title="&quot;Party ohne Rundenrekorde&quot;: Downliners Sekt aus Barcelona" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_3810-kl-600x389.jpg" alt="&quot;Party ohne Rundenrekorde&quot;: Downliners Sekt aus Barcelona" width="600" height="389" /></a><p class="wp-caption-text">Foto | Fric Lopez</p></div>
<p>Was nach Dubstep kommt, kommt aus Barcelona. Sie selber nennen, was aus ihren Laptops kommt, „electronic post post post post rock ambient trip hop, I don’t know“. Eine Dekonstruktion von dem, was war, „als müsse ich zuerst zu graben anfangen, müsse mich rauswühlen, rauskratzen aus einer Masse von Schutt, die uns zudeckt“. So lässt <a href="http://http//www.peterweiss.org/der-autor/biografie.html" target="_blank">Peter Weiss</a> einen Schriftsetzer in seiner <a href="http://http//www.perlentaucher.de/buch/26623.html" target="_blank">Ästhetik des Widerstandes</a> reflektieren, als es um den Beginn des <a href="http://http//www.zeit.de/wissen/geschichte/2011-07/geschichte-buergerkrieg-spanien/komplettansicht" target="_blank">Spanischen Bürgerkriegs</a> geht und das republikanische Europa, das sich gegen den Faschismus wehrt. 75 Jahre ist das her und der Kurzschluss mit Downliners Sekt erlaubt, weil sie heute — unpathetisch und entschieden — jede paramilitärische Party hintertreiben.</p>
<p><span id="more-4735"></span></p>
<p>Bei <a href="http://www.urbanurtyp.de/" target="_blank">urban urtyp</a> jedenfalls wird das nichts mit diesen Und-jetzt-alle!-Befehlen, wie man sie von Party– und Partei-Versammlungen kennt. So wie der Linke Peter Weiss die linke Parteifrömmigkeit zerlegt hat, so dekonstruieren die katalanischen DJs die Führerbefehle vom DJ-Pult. Als hätten sie die <em>Ästhetik des Widerstands</em> für die Gegenwart vertont:</p>
<blockquote><p>Dass wir immer, so sehr wir uns auch um Unabhängigkeit bemühen, auf jemanden stoßen, der uns vorschreibt, was wir zu tun haben. Dass wir unaufhörlich reglementiert werden. Dass alles, was uns vorgesetzt werden kann, noch so richtig sein kann, und dass es doch falsch ist, solange es nicht von uns, von mir selbst kommt.</p></blockquote>
<p>Sagt die besagte Figur in Weiss‘ Ästhetik, es passt zur Ästhetik von Downliners Sekt. Die eine Nachkriegsästhetik ist, natürlich, eine, die den brodelnden Frieden zerlegt. Wie anders lassen sich heute Verhältnisse zum Tanzen bringen:</p>
<blockquote><p>Zunächst hob sich das Bild, das wir in den vorgestreckten Händen hielten, fremdartig ab von dem blanken, ungeheuer leuchtenden Blaugrün der Blätter der Apfelsinenbäume. Es stellte etwas völlig Neues, Unvergleichbares, dar.</p></blockquote>
<p>So beschreibt Peter Weiss die Wirkung, die Picassos <a href="http://http://de.wikipedia.org/wiki/Guernica_(Bild)" target="_blank">Guernica</a> ausübt, das Antikriegsbild schlechthin, das sein Ich-Erzähler als Repro sieht, als der Bürgerkrieg verloren war:</p>
<blockquote><p>Roh, gewaltsam widersprachen die scharfen Lichtkegel und Schatten, die flächig ineinander geschnittenen mastodontischen Gliedmaßen und Gesichter, die harten Diagonalen und Senkrechten der reglosen, tiefen Dichte ringsum. Die Luft war erfüllt vom metallischen Gesang der Grillen. Von der Stadt waren keine Geräusche zu hören. Nach einer Weile nahm die Komposition, mit ihrer zentralen Figurenpyramide, ihren seitwärts aufragenden Gestalten, Gegenständlichkeit an. Ohne die Erscheinung noch ganz zu begreifen, sahn wir, was in Spanien geschah. Gehämmert zu einer Sprache von wenigen Zeichen, enthielt das Bild Zerschmettrung und Erneurung, Verzweiflung und Hoffnung […]</p></blockquote>
<p>75 Jahre Europa. Wem das zu pathetisch ist, um zu erklären, was das für Musik ist, die Downliners Sekt machen, dem sei hier aus <a href="http://http://dubstep.de/forum/viewtopic.php?f=7&amp;t=5219" target="_blank">dubstep.de</a> zitiert:</p>
<blockquote><p>downliners sekt waren für uns DIE entdeckung der letzen monate. damit waren wir nicht allein, u.a. teilen mary anne hobbs, francois k, the bug, telefon tel aviv und darren aronofsky unsere bewunderung für diesen erfrischend anderen sound (Joshua Eustis/Telefon Tel Aviv: „Best thing in electronic music right now“).</p></blockquote>
<p>Alle relevanten mags und blogs würden sich mit Lobpreisungen überschlagen, man ziehe Vergleiche mit</p>
<blockquote><p>burial, autechre, massive attack, portishead, chris clark, t++, rhythm &amp; sound, porter ricks. auch flying lotus ist für mich da nicht weit entfernt … trotzdem klingen downliners sekt dabei immer grandios eigenständig, absolut unverkennbar und charakteristisch. obendrein kommt das ganze in einer sehr bewusst gewählten, durchdachten und konsequenten diy-haltung daher, so gibt es z.b. sämtliche releases in top-qualität (320 kbit/s) kostenlos zum download.</p></blockquote>
<p><strong>»  <a href="http://www.downliners-sekt.com/">www.downliners-sekt.com</a></strong><br />
<strong>»  <a href="http://soundcloud.com/dsekt">soundcloud.com/dsekt</a></strong></p>
<p><strong>» </strong> Support: <strong>Pechuga de Pollodiabolo</strong></p>
<p><strong>» </strong> urban urtyp <em>spezial</em> an einem Freitag, 30. Dezember<br />
<strong>» </strong> wie immer ab 19 Uhr, wie immer 10 Euro, Karten auch an der Abendkasse</p>
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		<title>Review &#124; Die Happy</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 17:16:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>

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		<description><![CDATA[„Heute habe ich das Gefühl, dass mein Kleid endlich zu der Location passt.“ Nicht nur das Kleid, auch DIE HAPPY und MARTA JANDOVÁ: „Da ist man im Gotteshaus und fühlt sich ganz anders“, meinte sie, „ich glaube, ich kann heute gar nicht vulgär sein.“ War sie denn auch nicht, zumindest nicht im Sinne des lateinischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/l9qt5cgM8k4" frameborder="0" width="600" height="335"></iframe></p>
<p>„Heute habe ich das Gefühl, dass mein Kleid endlich zu der Location passt.“ Nicht nur das Kleid, auch DIE HAPPY und MARTA JANDOVÁ: „Da ist man im Gotteshaus und fühlt sich ganz anders“, meinte sie, „ich glaube, ich kann heute gar nicht vulgär sein.“ War sie denn auch nicht, zumindest nicht im Sinne des lateinischen <em>vulgaris</em>, es bedeutet <em>gewöhnlich, alltäglich</em>. Und das war dieses Konzert, fast das 1.000, das sie gaben, wirklich nicht: „Ich hab vorher mit dem Herrn von diesem Haus gesprochen“ — Lachen — „ich meinte den Pfarrer, er sagte, dass an der Stelle, wo ich heute sitze oder stehe, ein normaler Mensch dafür lange studieren muss. Ich hab’s ohne Studium geschafft durch 18 Jahre Touren — oh mein Gott, ist das lang — und deswegen ist das schön, ich komme mir heute Abend wie eine kleine Priesterin vor. Ich hoffe, ich habe nur Gutes für Euch zu sagen!“ Hatte sie. // Die Passage ab 4:45.</p>
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		<title>Europa beginnt in Teheran</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 13:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Wort]]></category>

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		<description><![CDATA[„Nach dem Bericht der ‚Journalisten ohne Grenzen‘ hat der Iran die höchste Zahl an Journalisten, die inhaftiert sind. Aus dieser Sicht steht Iran einmal an erster Stelle.“ Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin, hat am Sonntag in der Christuskirche vor 500 Zuhörern über die „massive Zensur im Iran“ gesprochen, über Staatsmedien, ein „merkwürdiges“ Pressegesetz und die Manipulation der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4635" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/2011-12-18-Iran-Freedom-Khadijek_Moghaddam-677_Foto-%C2%A9AYLA-WESSEL_KULTURAGENT%C3%9CER.jpg"><img class="size-medium wp-image-4635 colorbox-4634" title="Kämpft seit über 40 Jahren für Menschenrechte im Iran: Khadijeh Moghaddam (60), Frauenrechtlerin, mit dem Bochumer Menschenrechtspreis 2011" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/2011-12-18-Iran-Freedom-Khadijek_Moghaddam-677_Foto-%C2%A9AYLA-WESSEL_KULTURAGENT%C3%9CER-600x391.jpg" alt="Kämpft seit über 40 Jahren für Menschenrechte im Iran: Khadijeh Moghaddam (60), Frauenrechtlerin, mit dem Bochumer Menschenrechtspreis 2011" width="600" height="391" /></a><p class="wp-caption-text">Ayla Wessel | Kulturagentüer</p></div>
<p>„Nach dem Bericht der ‚Journalisten ohne Grenzen‘ hat der Iran die höchste Zahl an Journalisten, die inhaftiert sind. Aus dieser Sicht steht Iran einmal an erster Stelle.“ Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin, hat <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/2011/12/bitte-sprechen-sie-uber-demokratie/">am Sonntag in der Christuskirche</a> vor 500 Zuhörern über die „massive Zensur im Iran“ gesprochen, über Staatsmedien, ein „merkwürdiges“ Pressegesetz und die Manipulation der öffentlichen Meinung. Eine pragmatische Rede, Menschenrechte sind auch sonntags nichts für Sonntagsreden: „Wir möchten Sie, die freien Menschen in Europa, ansprechen. Sie glauben ja an Menschenrechte. Sie dürfen nicht erlauben, dass Unternehmen Geschäfte mit Iran treiben, die zu mehr Unterdrückung der Menschen führen.“ <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/Hier-die-Rede-von-Shirin-Ebadi..pdf"><strong>Hier die Rede von Shirin Ebadi</strong>.</a> Und <strong><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/hier-die-Rede-von-Khadijeh-Moghaddam.pdf">hier die Rede von Khadijeh Moghaddam</a></strong>, die den Bochumer Menschenrechtspreis entgegen nahm: „Dieser Preis gehört den Müttern“.</p>
<p><span id="more-4634"></span></p>
<div id="attachment_4640" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/446_Foto-%C2%A9AYLA-WESSEL_KULTURAGENT%C3%9CER.jpg"><img class="size-medium wp-image-4640 colorbox-4634" title="&quot;Dieser Preis gehört den Müttern&quot;: Khadijeh Moghaddam und Shirin Ebadi " src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/446_Foto-%C2%A9AYLA-WESSEL_KULTURAGENT%C3%9CER-600x397.jpg" alt="&quot;Dieser Preis gehört den Müttern&quot;: Khadijeh Moghaddam und Shirin Ebadi " width="600" height="397" /></a><p class="wp-caption-text">Ayla Wessel | Kulturagentüer</p></div>
<p>Iran-Freedom, eine Bochumer Initiative  -  Bochum hat eine starke exil-iranische Szene -  hatte am Sonntag gemeinsam mit <strong><a href="http://www.ai-ruhrmitte.de/" target="_blank">Amnesty International</a></strong> zum „Iranischen Abend“ geladen. <strong><a href="http://www.taz.de/%2174534/" target="_blank">Wolfgang Grenz</a></strong>, Generalsekretär von AI Deutschland, gab eine erste <strong><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/Zwischenbilanz-zu-den-Umbr%C3%BCchen-in-der-arabischen-Welt-aus-menschenrechtlichter-Perspektive.pdf">Zwischenbilanz zu den Umbrüchen in der arabischen Welt aus menschenrechtlichter Perspektive</a></strong>. <strong><a href="www.2010lab.tv/blog/die-front-die-sich-leben-nennt" target="_blank">Omid Pouryousefi</a></strong>, ein Freund dieses Hauses, stellte sein Buch vor: <strong><a href="http://www.lektora.de/te_produkt/hoffnung-gewinnt/" target="_blank">„Hoffnung gewinnt“</a></strong>.</p>
<p>Ein Bericht von Daniel Hadrys über den Abend: <strong><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/2011-12-20-waz-bo.pdf">2011-12-20 waz bo</a></strong></p>
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		<title>African American Art</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 21:03:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>

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		<description><![CDATA[Weihnachtsfreude ist ein höfliches Wort, es klingt moderat. Was moderat klingt, ist das, was man im Griff hat. Was man im Griff hat, ist das, was man dosieren kann. Die Weihnachtsfreude als Herdplatte, die sich regeln lässt. Weniger griffig ist das, was die New Yorker tun: Für die Weihnachtsfreude sind sie, was einem zustößt. Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4613" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/127_beschn_-Foto-%C2%A9Ayla-Wessel_KULTURAGENT%C3%9CER.jpg"><img class="size-medium wp-image-4613 colorbox-4608" title="&quot;Wie es anders gehen kann, sich an Weihnachten zu freuen&quot;: Die New York Gospel Stars bei ihrem Weihnachtskonzert 2010" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/127_beschn_-Foto-%C2%A9Ayla-Wessel_KULTURAGENT%C3%9CER-600x375.jpg" alt="&quot;Wie es anders gehen kann, sich an Weihnachten zu freuen&quot;: Die New York Gospel Stars bei ihrem Weihnachtskonzert 2010" width="600" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Ayla Wessel | Kulturagentüer</p></div>
<p><em></em>Weihnachtsfreude ist ein höfliches Wort, es klingt moderat. Was moderat klingt, ist das, was man im Griff hat. Was man im Griff hat, ist das, was man dosieren kann. Die Weihnachtsfreude als Herdplatte, die sich regeln lässt. Weniger griffig ist das, was die New Yorker tun: Für die Weihnachtsfreude sind sie, was einem zustößt. Eine „große Freude, die allen widerfahren wird“, siehe Lukas 2. Am Zweiten Weihnachtstag ist bei uns die satte Freude das Gegenteil von satt.</p>
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		<title>Nicht-mönchische Mönche</title>
		<link>http://www.christuskirche-bochum.de/2011/12/nicht-monchische-monche/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 10:42:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Wessel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzerte]]></category>

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		<description><![CDATA[Gregorianik geht anders, das ist sicherlich wahr. Die Gregorian sehen schon wie Mönche aus -  das Foto hier ist von heute aus dem Konzert in der Christuskirche — aber sie singen weder einstimmig noch a capella noch in lateinischer Sprache. Und der Inhalt von dem, was sie singen, ist ab und an wohl auch ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4602" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/2011-12-12-Gregorian-715gr_Foto-%C2%A9AYLA-WESSEL_KULTURAGENT%C3%9CER.jpg"><img class="size-medium wp-image-4602 colorbox-4592" title="&quot;Sieht gregorianisch aus&quot;: Die Gregorian live in der Christuskirche " src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/2011-12-12-Gregorian-715gr_Foto-%C2%A9AYLA-WESSEL_KULTURAGENT%C3%9CER-600x361.jpg" alt="&quot;Sieht gregorianisch aus&quot;: Die Gregorian live in der Christuskirche " width="600" height="361" /></a><p class="wp-caption-text">Ayla Wessel | Kulturagentüer</p></div>
<p>Gregorianik geht anders, das ist sicherlich wahr. Die Gregorian sehen schon wie Mönche aus -  das Foto hier ist von heute aus dem Konzert in der Christuskirche — aber sie singen weder einstimmig noch a capella noch in lateinischer Sprache. Und der Inhalt von dem, was sie singen, ist ab und an wohl auch ein anderer. Nur was soll’s, dann ist es eben nicht sehr gregorianisch, was sie machen, sondern Pop. Die Mönche, siehe dieses Foto …</p>
<p><span id="more-4592"></span></p>
<div id="attachment_4593" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/o_o_03_GREGORIAN-und-Amelia-Brightman_Foto-Oliver-Fantitsch.jpg"><img class="size-medium wp-image-4593 colorbox-4592" title="Gregorian und Amelia Brightman" src="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/o_o_03_GREGORIAN-und-Amelia-Brightman_Foto-Oliver-Fantitsch-600x404.jpg" alt="Gregorian und Amelia Brightman" width="600" height="404" /></a><p class="wp-caption-text">Foto | Oliver Fantitsch</p></div>
<p>… legen ja auch nicht viel Wert auf mönchische Etikette.  //  Die Konzerte heute am Montag Abend und morgen Abend sind ausverkauft. Für das Konzert morgen um 17 Uhr gibt es noch Karten an der Abendkasse. Reservierungen <a href="mailto: info@christuskirche-bochum.de" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>» <a href="http://www.christuskirche-bochum.de/wp-content/uploads/2011/12/PROGRAMM-NOV-DEZ-2011-ChristuskircheBochum1.pdf">PROGRAMM NOV-DEZ 2011 ChristuskircheBochum</a></p>
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