Jazz, Funk, Elektronik, aber alles andere als ein DJ-Act. Dizco Duo haben sich vom Retortensound verabschiedet. Sie reproduzieren nicht, sie improvisieren, sie spielen live. Sie spielen mit dem Raum, dem Publikum, der Atmosphäre. Kein Frontalunterricht, sondern das, was im Moment entsteht, die Live-Experience, der Jazz. Elektro-Jazz heißt, der Elektronik das Leben beibringen. // urbanurtyp_Karte_A6
„Schpil zhe mir an tango …“
Tango de Concierto: Eine juedische Geschichte

ThW | Christuskirche Bochum
„Immer habe ich diese Dankbarkeit aufgesogen — ein offenes Land, frei und liberal, das alle Arten von Migranten akzeptiert hat.“ Für Juden ist Uruguay ein durchaus glückliches Land, es hat vielen das Leben gerettet, als sie aus Deutschland fliehen mussten. So wie der Vater von Germán Prentki, der im Oktober 1940 nach Montevideo entkommen konnte. Ein 18jähriger Klarinettist, der auf der Flucht vor den Nazis den Tango gelernt hat.
Hingabe ans Universum?
Orgelkonzert mit Ludwig Kaiser | 1. Oktober 19 Uhr
Er arbeite an einem „neuen großen Werk“, teilte Max Reger im August 1915 dem deutschen Kaiser und obersten Kriegsherrn mit. Er wolle sein Werk „dem Andenken der im Kriege 1914/15 gefallenen deutschen Helden widmen“, werde aber auch schon mal - der Künstler als Seher - eine „Siegesfeier“ komponieren. Jetzt, fast 100 Jahre später, stellt Ludwig Kaiser Regers „Siegesfeier“ auf der Orgel vor und ihr die „Hymne à l’Univers“ gegenüber, die André Jolivet 1962 komponiert hat. Eine Hymne ans Universum? Nun denn, das ist auch nicht eben klein gedacht …
Klassik & Bergmannsklavier
Tango de Concierto | 3. Oktober 19 Uhr
Es hat da irgendein Problem gegeben mit dem Vorverkauf bei nrw-ticket.de. Die Tickets konnten nicht, was sie nun wirklich können sollten, nämlich ausgedruckt werden. Das Problem ist inzwischen behoben, sagte man mir heute, der VVK für das Konzert am Sonntag in der ungewöhnlichen Besetzung läuft: Bandoneon & Cello …
Tango de Concierto
Raúl Jaurena & Germán Prentki | 3. Oktober 19 Uhr
Ein Bandoneon, ein Cello und eine Geschichte. Sie handelt vom Tango und vom Krieg, von Uruguay und dem Revier. Und davon, dass Uruguay, die Wiege des Tangos, in Bochum als Feindstaat erinnert wird. Ein Konzert mit Germán Prentki, dem deutsch-jüdischen Cellisten aus Montevideo, und Raúl Jaurena, einem der besten Bandoneon-Spieler überhaupt, ausgezeichnet mit dem Latin-Grammy-Award. // TANGO DE CONCIERTO pdf
urban urtyp vorspiel
Eine Einladung | Sonntag 26. September 19 Uhr
Im April hatten wir zum ersten Mal gefragt, wie sich das eigentlich anhört, was Dorf von Stadt und Dorfkultur von einer Kulturstadt unterscheidet. Der Auftakt mit Portico Quartet war „kein Paukenschlag“, schrieb Tom Thelen danach in der WAZ, „sondern eine Sensation“. Und dann dieser schöne Satz: „Am Ende: glückliche Zuhörer.“ Ist klar, dass wir auf der Suche sind nach mehr, wobei die Suche der Sinn der Sache ist, das Suchen und Versucht werden. Jetzt erstmal ein Vorspiel für das, was kommen wird.
Juan Garcés: Gerechtigkeit heilt
Internationale Menschenrechtsarbeit | 17. September 19 Uhr
Der spanische Jurist Juan Garcés hat Angehörige von 35 in Chile „verschwundenen“ - d.h. entführten, gefolterten und zumeist ermordeten - Menschen vertreten. 1996 konnte er Klage einreichen gegen den langjährigen Diktatur Chiles, Augusto Pinochet. 1999 wurde Garcés mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Die Medizinische Flüchtlingshilfe hat ihn nach Bochum eingeladen.
Das Reisen und der Krieg
Zum Tag des offenen Denkmals | 12. September 11 - 18 Uhr
Frankreich, Griechenland, Italien? Es liest sich wie die Auslage im Reisebüro. Nur dass all die schönen Reiseländer Feindstaaten sind. Ob es ein Zufall war, dass der Krieg im August begann auf dem Höhepunkt der Reisesaison?
14:46 / 15:03
Glocken läuten zum Gedenken an den 11. September
„Gibt es eine Kunst, die schöner ist?“ In der Reisetasche von Mohammed Atta fand sich eine Geistliche Anleitung, in der hieß es: „Du wirst bemerken, dass das Flugzeug anhalten und dann erneut fliegen wird. Dies ist die Stunde, in der du Gott treffen wirst.“ Es wurde die Stunde, in der Menschen aus Dutzenden Nationen ermordet wurden, Christen, Juden und Muslime. Zwei Tage später trafen sich Christen, Juden und Muslime in der übervollen Christuskirche und bekannten: „Ein Gott, der Opfer verlangt, ist keiner.“
Ontologien — Das Fremde
Orgelkonzert mit Gary Verkade | 10. September 19:30 Uhr
Hören, was fremd klingt. Was etwa Christoph Schlingensief sagte über die Kirche, die Angst und das Fremde in mir: „Ich komme immer wieder auf Joseph Beuys zurück, der sagte: Erst als Jesus verlassen war, fing die Ich-Erkenntnis an. Und so etwas empfinde ich jetzt auch. Bevor ich gehe, möchte ich erfahren, was mit Gott los ist.“ Gott als die Spur des Fremden? In diesen paar Zeilen hier führte die Spur von Schlingensief zu Beuys zu Jesus zu Ich zu Gott und dahin, nicht zu wissen, was los ist mit Ihm. Das Fremde in der Musik, sagt Ludwig Kaiser, wurde „gerade in der Kirche oft als diabolisch empfunden“.









