Hauschka

urban urtyp #12 | 16. Oktober 19 uhr

"Was Dinge alles erzählten, wären sie beseelt": Hauschka alias Volker Bertelmann

Foto | Estelle Klawitter

Elek­tro­ni­sche Musik ohne Elek­tro­nik. Hauschka, welt­weit gefrag­ter Pia­nist, legt die Sounds auf die Sai­ten und ein paar Dinge dazu, Radier­gum­mis, Kron­kor­ken und But­ter­brot­pa­pier, etwas Gaffa-Tape, etwas Folie, ein Satz Tisch­ten­nis­bälle. Was es so im Haus­halt gibt, was aber keine Gags ergibt, wenn er die Dinge zum Spie­len bringt. „He builds his repea­ting struc­tures with a Roman­tic ear“, schrie­ben die NEW YORK TIMES, und so stei­gen an den Klang­ge­rüs­ten selt­sam betö­rende Melo­dien empor, die einen ahnen las­sen, was Dinge alles erzähl­ten, wären sie beseelt. Eine „Ahnung unver­fälsch­ter Schön­heit“, schrieb die taz. Und wun­dert sich im Namen aller, denen pom­pöse Pop-Posen ver­trau­ter sind als irgend­was mit Sinn: „Wie blöd kommt man sich vor, im Zusam­men­hang mit Pop­mu­sik von Unschuld zu sprechen.“

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Artikel am 04. Oktober 2011 um 22:59 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Konzerte, urban urtyp | Kommentare (0)

Review | urban urtyp #11

utopia:banished live im September 2011

urban urtyp #11: utopia:banished zwischen Ausbruch und Apathie

Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

Wo lan­det, wer aus dem Nicht-Land aus­ge­wie­sen wird? Ist ja schon etwas her, dass Uto­pien was Dol­les waren, die aus Prin­zip und mit Cou­rage den Couch­tisch nebenan erobert haben. Sie von dort zu ver­ban­nen, ist leicht getan, aber was, wenn Uto­pien nicht nur ver­hauchte Kind­heits­hei­mat­klänge sind, son­dern ein kör­per­li­cher Ver­lust? Zum Para­dies gehört, ver­trie­ben zu wer­den, so wie es zur Uto­pie gehört, aus ihr ver­bannt zu sein. utopia:banished machen Musik, die nicht daran glaubt, sie rei­che ins Para­dies zurück und mache die Welt ein Stück weit bes­ser. Das näm­lich müsste, wer es denn wollte, schon sel­ber tun, wes­halb utopia:banished in die Kir­che gehört und nicht auf den Couch­tisch.  //  Fotos von dem Triple-Konzert mit Moon­bike und dem Kasia Bort­nik Trio hier.

Artikel am 29. September 2011 um 00:05 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Reviews | Kommentare (0)

Experiment am lebenden Publikum

urban urtyp #11 | 25. September 19 Uhr

"Totales Nostalgie-Verbot": Die Vier von utopia:banished zwischen Ausbruch und Apathie

Foto | Anna Jagielska

Frü­her, also vor ein paar Jah­ren, war das so: Wenn man wis­sen wollte, wie die Gegen­wart tickt, ging man ins Kon­zert. Heute funk­tio­niert der Kon­zert­markt eher wie ein Video­shop in der Vor­stadt: Man hört nur, was man kennt. Bei urban urtyp geht es darum, Musik zu hören, weil man sie nicht kennt. Live­mu­sik ist kein ande­res Wort für Lan­ge­weile, son­dern dafür, am Leben zu sein. Also gibt es hier rund ein Dut­zend Leute, die Monat für Monat Musik ins Leben wer­fen: immer sonn­tags 19 Uhr, immer 10 EURO, immer anders. Sieht aus wie eine Reihe, ist aber ein Expe­ri­ment am leben­di­gen Publi­kum. Jetzt beginnt die zweite Spiel­zeit, den Auf­takt besor­gen drei Live-Acts von hier:

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Artikel am 16. September 2011 um 08:10 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Konzerte, urban urtyp | Kommentare (0)

Diner en blanc

Review | Platz des europäischen Versprechens 10. Sept. 2011

"Stil ist eine Frage des Stils" : Diner en blanc auf dem Platz des europäischen Versprechens

Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

Stil ist eine Frage des Stils. Zum Diner en blanc gehört, dass das Pri­vate öffent­lich wird. Nicht groß orga­ni­siert, nicht groß ange­mel­det, eher asso­zia­tiv. Wenn, dann genü­gen zwei drei Regeln  -  alle kom­men in Weiß, alle tafeln in Weiß, und hin­ter­her ist alles wie zuvor  -  und schon ist alles anders als zuvor. Sieht zumin­dest erheb­lich anders aus als …

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Artikel am 12. September 2011 um 00:58 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Europäisches Versprechen, Reviews | Kommentare (2)

14:46 / 15:03

Gedenken an die Opfer des Terrors | 11. September 2011

"Feindstaat USA"? Seit 1931 listet das Mosaik im Turm der Christuskirche die "Feindstaaten Deutschlands" auf

Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

Die Glo­cken der Chris­tus­kir­che läu­ten nur ein­mal im Jahr. Sie läu­ten am 11. Sep­tem­ber, um an die Opfer des Ter­rors zu erin­nern und daran, dass kein Gott ist, der Opfer ver­langt.  // Update_1 Hören und Sehen

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Artikel am 07. September 2011 um 11:45 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Debatte, Europäisches Versprechen | Kommentare (0)

„Räuber und Rating-Agenten“

Tag des offenen Denkmals | 11. September 2011

"Mit einem Eingehen auf die strukturellen probleme der Zeit hat das nichts zu tun": Zerstörtes Bildprogramm der alten Christuskirche

Stadt­ar­chiv | Christuskirche

Eigent­lich dachte ich, machen wir die­ses Jahr nicht mit beim Tag des offe­nen Denk­mals. Das Thema lau­tet „Roman­tik Rea­lis­mus Revo­lu­tion“, und roman­tisch ist das hier ja nicht so. Wenn Roman­tik aller­dings — nach der berühm­ten Defi­ni­tion von Nova­lis — darin besteht, „dem Gemei­nen einen hohen Sinn“ zu geben, dann ist die 1943 zer­störte Chris­tus­kir­che aus­ge­spro­chen roman­tisch gewe­sen: Tech­nisch auf der Höhe der Zeit, berief sie sich auf einen Jahr­hun­derte zurück­lie­gen­den Stil, den „früh­go­ti­schen“. Einen Stil also, der die Moderne leug­net, aber modernste Hei­zungs­tech­nik nutzt.

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Artikel am 03. September 2011 um 19:33 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Wort | Kommentare (0)

Hoch 10

The 10Sopranos | 27. Dezember 2011

The 10Sopranos

Andreas Sei­del | 10Sopranos

Es gibt 10 Fin­ger an der Hand und 10 Gebote in der Bibel.  Es gibt den 10ten, um Gutes zu tun, und es gibt die Faust­re­gel, kein höhe­res Trink­geld zu geben als 10 % der Rech­nung.  Es gab ein­mal 10 Pla­gen, 10 kleine Jäger­meis­ter und neu­lich dann 10 Bochu­mer, die ein Remis gegen Hansa geret­tet haben. Es gibt die 10, die Pelé getra­gen hat als auch die andere 10, die Mat­thäus trug, und es gibt The 10 Sopra­nos. 10 Frauen, 10 Stimmen …

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Artikel am 24. August 2011 um 20:43 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Konzerte | Kommentare (0)

„Liebe Freunde Europas“

Franz von Hammerstein * 6.6.1921 † 15.8.2011

Dr. Franz von Hammerstein * 6.6.1921 - † 15.8.2011

lichtblick-fotos.de

Im Alter von 90 Jah­ren ist Dr. Franz von Ham­mer­stein, Mit­be­grün­der der Aktion Süh­ne­zei­chen Frie­dens­dienste, jetzt in Ber­lin ver­stor­ben. Der Theo­loge gehörte zu den Weni­gen sei­ner Gene­ra­tion, die sich der gesell­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung für die deut­schen Ver­bre­chen gestellt haben  -  nicht erst Jahr­zehnte spä­ter und nicht nur im Feuille­ton, son­dern mit sei­nem Lebenswerk.

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Artikel am 24. August 2011 um 14:11 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Europäisches Versprechen, Reviews, Wort | Kommentare (0)

David Orlowsky Trio

Vorschau | 8. Dezember 2011 | 20 Uhr

 

Es geht um die Grie­chen. Aller­dings weni­ger um Kri­sen als um Kro­nos, den jüngs­ten Sohn von Him­mel (griech. Ura­nos) und Erde (griech. Gaia). Wobei die Kind­heit von Kro­nos durch­aus kri­sen­haft gewe­sen sein dürfte, sie endete damit, dass er sei­nen Vater ent­mannte, seine Schwes­ter hei­ra­tete und seine Kin­der fraß. Aber eigent­lich geht es nicht um Kro­nos, son­dern um Chro­nos, den Gott der Zeit, der dem Chaos sel­ber ent­stammt und heute Pate steht für alle Chro­no­me­ter, die Chaos in Prä­zi­sion über­set­zen. Aber recht eigent­lich geht es auch nicht um Chro­nos und seine Meter, sondern …

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Artikel am 23. August 2011 um 15:58 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Konzerte | Kommentare (0)

„Eine fragende Architektur“

Platz des europäischen Versprechens | August 2011

2011-08-03 Foto ©AYLA WESSEL_KULTURAGENTÜER 452

Ayla Wes­sel | Kulturagentüer

In Bil­bao steht ein Museum, das keine Bil­der mehr braucht, der Bau ist sich sel­ber genug. In Bochum liegt ein Platz, der  -  soeben vom Bau­zaun befreit  -  sich sel­ber kei­nes­wegs genügt, son­dern befragt. Ein Platz wie ein Sockel, der danach fragt, was er tra­gen soll. Sinn die­ser fra­gen­den Archi­tek­tur  -  sie stammt vom Bochu­mer Archi­tek­tur­büro SOAN -  ist es, Sinn zu tra­gen, näm­lich die Namen von 15 000 Euro­pä­ern, die sich ein Ver­spre­chen gege­ben haben. Was man jetzt sieht, ist nicht der Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens, aber seine Vor­aus­set­zung. „Für mich ist das der Auf­takt“, sagt Chris­tof Wie­sche­mann, Vor­sit­zen­der des Kura­to­ri­ums Chris­tus­kir­che.

Artikel am 07. August 2011 um 21:19 Uhr von Thomas Wessel veröffentlicht | Kategorie: Europäisches Versprechen | Kommentare (0)

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