Im Mittelalter, hat man mir in der Schule erzählt, sei es üblich gewesen in Europa, Feinde von oben herab mit heißem Teer zu begießen. Nur was tun mit heißem Teer, wenn Feinde zu Freunden geworden sind? Heute wurde die oberste Teer– oder genauer: Asphaltschicht auf dem Platz des europäischen Versprechens aufgebracht, links Ferudun Ciftci, rechts Bülent Polat. Und so sieht das dann aus:
„… du bist dort …“
Faun | Freitag 8. April 20 Uhr
Wo Faun auftritt, tauchen mehr Feen und Elfen auf als jemals im Mittelalter gesichtet worden sind. Das festzustellen trifft es allerdings nicht, natürlich war das Mittelalter nicht ganz so zauberhaft, wie man es gerne hat, wenn man ein Appartement hat mit Innenkloo. Es war aber auch nicht so ungeschlacht, wie es gerne hat, wer an den Fortschritt glaubt und daran, dass alles in den Griff zu kriegen sei, Atomenergie inklusive. Es gibt noch andere Energien und eine Wirklichkeit, die man nicht greifen kann, von ihr erzählen nicht nur Faun und Feen: „Ich glaube an eine höhere Kraft, aber nicht an einen Gott, wie ihn die Kirche beschreibt.“
Atomausstieg jetzt!
Kundgebung | Sonntag 20. März 13 Uhr
Im Namen vieler Institutionen und Verbände, so auch in unserem, hat der Deutsche Gewerkschaftsbund zur bürgerschaftlichen Kundgebung aufgerufen. Hier der gemeinsame Aufruf sowie unsere Einladung, ihn von „Kanzeln und Pulten“ zu verlesen. / Update_1 17–03 Ralf Ilgner, DJ Gärtner der Lüste im Funkhaus Europa und Resident-DJ im Bahnhof Langendreer, wird auflegen. / Update_2 18–03 Das Transparent [pdf 1,5 mb] / Update_3 20–03 Die REDE DES SUPERINTENDENTEN Peter Scheffler sowie der Text nach Wolfgang Borchert, den die Schauspielerin Xenia Sagnowski, Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum, gelesen hat. / Update_4 21–03 Nachberichte und Foto auf unserer Presse-Seite
„The Queen of Electronic Soul“
Billie Ray Martin | urban urtyp #9 | Freitag 15. April 19 Uhr
Das sei ein Coup, schrieb uns jemand auf Facebook/urbanurtyp, das ist es in der Tat: Billie Ray Martin hat dem Dancefloor mit „Your Loving Arms“ einen Allzeit-Hit geschenkt, dem man bis heute nicht anhört, wann das gewesen sein mag, dass sie ihn auf Platz 1 der internationalen Charts bugsiert hat. Die Berlinerin, die eine Ewigkeit über in London gelebt hat, wird in England für ihre eisklare Stimme verehrt und noch viel mehr dafür, dass sie der Zeit und ihrer Musik einen Schritt voraus gewesen ist. Und dass sie diese Art Vorsprung - ihre Kunst des Voraushörens - bis heute hält: Englands Musikpresse ging regelmäßig auf die Knie, wenn „The Voice“ mit etwas Neuem zu ihr kam. Jetzt kommt sie zu uns, „one of the most intelligent, unique and principled artists to have graced the charts“. // The living legend live mit Roy Robertson [pi] für wie immer nur 10 EUR. Ein urban urtyp coup. Reservierungen hier
Fiddler’s Green
Irish Speedfolk | Donnerstag 17. März 20 Uhr
Sie spielen in einer sehr eigenen Liga, die Jungs aus Erlangen, wo es ansonsten üblich ist, die höheren Ligen nicht zu bespielen, das aber intensiv. „Ein ganz besonderes Geschenk“ haben sie angekündigt und spannen nach 20 Jahren einen Bogen dorthin zurück, „wo alles begann: am heimischen Küchentisch“ (s. Foto). Mit ihrer kleinen feinen Tour kommen sie also weniger zu uns als auf sich selber zurück und auf „den rohen Charme der irischen Musik“. Keinerlei Boohei, sie beackern ihr musikalisches Feld wie irische Mönche den Acker Gottes. Statt Hacke und Spaten Gitarre und Kontrabass und dazu - es ist tatsächlich ein akustisches Konzert - ein reduziertes Schlagzeug. Und ein paar Barhocker. Folk’s not dead. // Update_1 21–03 Kritik von Ludger Heitmann und Interview mit Albi Albers …
„Jewish Drinking Songs“
Geoff Berner & Band | urban urtyp #8 | Sonntag 27. März 19 Uhr
Wie soll man das nennen, was der Kanadier macht? nuklezmer? urban klezmer? Irgendwas zwischen Tom Waits, Woody Allen und Punk? Er selber sagt, „I want to make original klezmer music that’s drunk and dirty, political and passionate.“ Und so ist das, was er macht, er und sein anarchistisches Akkordeon, dazu die kaltschnäuzige Geige und eine prunklose Percussion, es ist „klezmer punk folk dance music“. Oder was auch immer, Berner bringt den Klezmer dahin, dass man nicht mehr weiß, wohin das gehört, was man hört. Aber indem er die Klezmer-Musik erneuert, geht er einen äußerst traditionellen Weg, er bringt sie dahin zurück, wo sie hergekommen ist, auf die Straßen dieser Welt und an ihre Tresen. „Kicking klezmer back into the bars“, das ist bissig, wie er das macht, es ist witzig und politisch und dermaßen jüdisch, dass dieses Konzert Teil der Jüdischen Kulturtage ist.
Luxuslärm: Restkarten
Lärm ist immer das, was andere machen und Luxus das, was nur die anderen haben. Für Luxuslärm allerdings sind noch Karten zu haben, und was die Iserlohner machen, hat nichts zu tun mit dem Lärm, den andere machen: Sie spielen akustisch und gegen jedes Gesetz außer gegen das eine. // Tickets für das Konzert am Donnerstag gibt es an der Abendkasse; das Konzert am Freitag ist lange schon ausverkauft.
„… individual and exciting acts …“
urban urtyp team | dienstag 08. März 18 uhr | k.gallery
urban urtyp macht Frühling. Ende März kommt Geoff Berner mit Band und spielt das, was ein Kritiker sehr präzise als „klezmer punk folk dance music“ beschrieben hat. Und für alle, die es mit solchen Zuschreibungen nicht so haben: Berner nennt, was er macht, „new Jewish drinking songs“. An einem Freitag im April kommt Billie Ray Martin, „The Nico of the rave generation“, die große Stimme des Electronic Soul, und dass sie kommt, ist ein richtig schöner Coup. Und im Mai dann „one of the most individual and exciting acts to appear in a long time“, nämlich etwas so Schräges wie Industrial Sounds von den Färöer-Inseln: Die Jungs heißen Orka und spielen mit so ziemlich allem, was an Geräten an ihre Gestaden gespült wird. Vorher aber, jetzt am Dienstag, 8. März um 18 Uhr, trifft sich das urban urtyp team - dieses Mal in der k.gallery in der Rottstraße 15: urban urtyp ist ja keine Geheimloge, sondern ein Netzwerk, es komme, wer Lust hat auf Musik. Und auf Leute. Und auf Kunst. Und auf Ideen für das, was nach dem Frühling kommt. // Die uu # 8–10 Postkarte
Bagger kommen zurück
PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS | 17. Februar 2011
Der Winter geht, die Bagger kommen. Vor ein paar Wochen war es umgekehrt und die Aufregung groß, als die Bagger gingen, weil der Winter kam. Aber solange die Erde steht und Bochum auf ihr, wird das nicht aufhören, das mit dem Sommer und Winter, dem Tag und der Nacht. Jetzt also gehen die Bauarbeiten weiter auf dem Platz des europäischen Versprechens, der westliche Eingang des Boulevards wird in den kommenden Wochen mit einer geschwungenen Stufenanlage aus Basalt und Asphalt terrassiert.
Nadja + N
Drone Ambient | Freitag 4. März 20 Uhr
Wenn man am liebsten das tut, was Aidan Baker und Leah Buckareff tun, nämlich Klangmauern aufzuschichten, dann wundert es nicht, dass die beiden Kanadier vor einiger Zeit nach Berlin gezogen sind in die Mauerstadt. Ein doomiges Duo mit Gitarre und Bass, ab und an nehmen sie ein paar Sounds aus dem Computer hinzu, und nach und nach baut sie sich auf, die Wall of Sound. Sehr langsam, mit minimalistischer Spielweise, die einen dazu bringt, dass man Töne sehen lernt.










