
Ingo Otto | WAZ
Gott ist in den Charts. Dafür haben sie gesorgt: Cliff Richard, U2, die Neville Brothers, Xavier Naidoo, Van Morrison und viele andere, sie haben Gott auf die großen Bühnen gebracht.
Von GERT HOFMANN | WAZ VOM 25.MAI 2007
Bruce Springsteen mit „My Father´s House“ - eine Replik auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Genesis mit „Tell me why“ - fragen nach einem Sinn des Leidens. Die Toten Hosen mit „Opium fürs Volk“, Arrested Development mit „Fishin´ 4 Religion“, PUR mit „Nie genug“, Sting mit „O my God“, Prince mit „The Cross“, R.E.M mit „Losing my Religion“, Peter Gabriel mit „Blood of Eden“ und so weiter, Gott ist schon lange in den Charts.
Weil Popmusik religiöse Wurzeln hat. Die Weltsprache Nummer eins steht in der religiösen Tradition der Spirituals und Gospels. Ohne Gospel keine Popmusik. Ohne Gospel keinen Reggae (Bob Marleys „Exodus“!), keinen Rap, keinen Hiphop, kein Techno, keinen Punk. „Prostitution mit der Unkultur“, schimpfte Joseph Ratzinger, als er noch Kardinal gewesen ist. Aber auch ein Papst lernt dazu.
Wie auch die Gospel Family. Die Formation der Christuskirche findet sich jedes halbe Jahr neu zusammen - und erfindet sich jedes Mal neu. Bis zu 80 Stimmen kommen zusammen, proben gemeinsam, erarbeiten sich ihr Programm und geben ihr erstes Konzert. Manche haben noch nie zuvor selber gesungen, andere bestenfalls unter der Dusche. Aber nach einem Dutzend Proben mit Christiane Hartmann stehen sie zusammen auf der Bühne und sind selber die Stimme des Pop, der sie sonst zugehört haben.
Mit ihrer Mischung aus Lebenslust und hartem Training wird die Family regelmäßig auf den Evangelischen Kirchentag eingeladen. Sie sind zusammen mit den Wise Guys aufgetreten, und in Bochum haben sie bereits ein Konzert zusammen mit Naturally 7 aus New York gegeben. Vor ganz großer Kulisse.
