
ThW | Christuskirche Bochum
Was für Gott gilt, gilt für Kultur schon lange, auch sie wohnt nicht in Tempeln. „Kulturtempel“ oder was man dafür hält, gibt es keine.
Das erklärte ein Passant vor knapp 2000 Jahren in jener Tempelstadt, die später zur ersten Kulturhauptstadt Europas wurde: „Weil wir alle von Gott gemacht sind“, sagte Paulus in Athen, „kann niemand behaupten, das Göttliche gleiche den Bildern, von menschlicher Kunst gemacht.“
Deshalb, weil sie menschlich sind und nicht von Gott, sind Kunst und Gedanken frei. Und weil Kirchen keine Tempel sind für Gott, sind sie Spielräume der Freiheit. Da sagen die einen, Gott höre am liebsten Mozart, andere tippen auf die Stones, wieder andere meinen, Gott sei ein DJ, Urgrund des Seins oder tot. KIRCHE DER KULTUREN ist dazu da, dies alles zu hören alswie mit Gottes Ohren.
So entsteht ein öffentlicher Raum. Seit 2003 haben wir ihn als KIRCHE DER KULTUREN entwickelt und aus ihr heraus den PLATZ DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS.
Und - als einen weiteren Beitrag zur europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 - eine Kirche die A40 entlang: Fünf Stadtkirchen zwischen Duisburg und Dortmund bilden die Passage quer durch einen Raum, der wenig öffentliche Räume hat. „Stadtwerdung“ hieß einmal - bevor es um das fatale „Metropolen-Marketing“ ging - die Idee für die Kulturhauptstadt, und das war eine gute Idee:
Öffentlicher Raum ist die Luft, die alle atmen. Weil es keine Mehrheiten mehr gibt, keine stabilen, und alle ständig Minderheiten bilden, die sich auflösen und neu zusammen setzen, stehen wir alle wie Paulus in Athen.
