Kirchenmusik

Denken und Musik

Stadtkantorei Bochum

Vol­ker Wiciok | lichtblick-fotos.de

Ist es tat­säch­lich, wie Witt­gen­stein meinte, dass man zu schwei­gen habe, wor­über man nicht reden kann? Ja, sagt die Bibel, und zwar des­halb, weil Gott, wenn er sich zeigt, in einer „Stimme ver­schwe­ben­den Schwei­gens“ erscheint.

Um sich Elia zu zei­gen, werde Gott vor­über­ge­hen, heißt es in 1 Kön 19. Und es zeigte sich ein Sturm, der Berge zer­riss und Fel­sen zer­brach, aber Gott war nicht im Sturm. Dem Sturm folgte ein gro­ßes Beben, das Kon­ti­nen­tal­plat­ten ver­schob, aber Gott war nicht im Beben. Nach dem Beben erschien ein gro­ßes Feuer, aber auch im Feuer war kein Gott. Und als das Feuer vor­über­ging, war nichts zu sehen, nur etwas zu hören, eine „Stimme ver­schwe­ben­den Schwei­gens“. Und Gott erschien in ihr.

Sehen also kann Ihn nie­mand, den unsicht­ba­ren Gott, den Unnah­ba­ren nie­mand füh­len. Es könnte aber sein, dass Er, der sel­ber hört und spricht, sich sel­ber die Musik erfun­den hat. Etwas, das Ihn, der uns hält, unter­hält und Ihn auch dann errei­chen mag, wenn sich das Den­ken aber­mals verirrt.

Beide die­nen sie dem Wort, das Den­ken und die Musik, beide sind sie zu hören, beide ber­gen sie ein Uner­hör­tes. „Ich gebe nach der Theo­lo­gie der Musik die nächste Stelle und die höchste Ehre“, hat Mar­tin Luther gesagt.

Als die Chris­tus­kir­che ein­ge­weiht war, wurde die Stadt­kan­to­rei Bochum gegründet.