Ist es tatsächlich, wie Wittgenstein meinte, dass man zu schweigen habe, worüber man nicht reden kann? Ja, sagt die Bibel, und zwar deshalb, weil Gott, wenn er sich zeigt, in einer „Stimme verschwebenden Schweigens“ erscheint.
Um sich Elia zu zeigen, werde Gott vorübergehen, heißt es in 1 Kön 19. Und es zeigte sich ein Sturm, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, aber Gott war nicht im Sturm. Dem Sturm folgte ein großes Beben, das Kontinentalplatten verschob, aber Gott war nicht im Beben. Nach dem Beben erschien ein großes Feuer, aber auch im Feuer war kein Gott. Und als das Feuer vorüberging, war nichts zu sehen, nur etwas zu hören, eine „Stimme verschwebenden Schweigens“. Und Gott erschien in ihr.
Den unsichtbaren Gott kann niemand sehen, den Unnahbaren niemand fühlen. Aber könnte es sein, dass Er, der selber hört und spricht, sich selber die Musik erfunden hat? Etwas, das Ihn, der uns hält, unterhält? Das Ihn auch dann erreichen mag, wenn sich das Denken abermals verirrt?
Beide dienen sie dem Wort, das Denken und die Musik, beide sind sie zu hören, beide bergen sie ein Unerhörtes. „Ich gebe nach der Theologie der Musik die nächste Stelle und die höchste Ehre“, hat Martin Luther gesagt.
Die Stadtkantorei Bochum wurde gegründet, als die Christuskirche eingeweiht worden ist.

