gegen rechts

Politische Kultur

"Ein starkes Signal": Demo gegen Rechts am 25. Oktober 2008

Ayla Wes­sel | Kul­tur­agen­tüer

Das letz­te Mal, dass die NPD ver­sucht hat, in Bochum Fuß zu fas­sen, ist etwas her. Neben­an in Dort­mund haben sie ein ande­res Pro­blem. Viel­leicht hat Bochum rich­tig reagiert: sofort und mit der vol­len gesell­schaft­li­chen Brei­te. Der Kampf gegen Rech­te ist ja kein Pri­vi­leg für Lin­ke, son­dern für alle und des­halb nicht zuletzt eine ästhe­ti­sche Fra­ge:

Lässt sich ein Auf­ruf den­ken, ohne den alt-lin­ken Schlacht­ge­sang anzu­stim­men, also ohne dass wer von „Anfän­gen“ dräut, denen zu „weh­ren“ sei? Ohne „Saat, die“ und ohne „Schoß, der“? Ohne „zynisch“ und ohne „dumpf“, ohne patho­lo­gi­sche Begrif­fe wie „wahn­haft“ und ohne Non­sens­wör­ter wie „Bau­ern­fän­ge­rei“?

Reicht es nicht, sich dar­auf zu eini­gen, dass nie­mand Nazis will „und nicht ihre Kla­mot­ten“? Ihre Paro­len nicht „und nicht ihre Musik, wir kön­nen sie nicht aus­ste­hen“?

Hier der Auf­ruf Wir sind Bochum. Nazis sind es nicht [pdf], von uns fürs Bünd­nis gegen Rechts for­mu­liert, von Eden und Team in Form gebracht, von Vie­len zehn­tau­send­fach in der Stadt ver­teilt und mehr­tau­send­fach unter­schrie­ben. Von A wie

Abdul­lah Özcan | Abdül­va­hap Kara­bu­lut | Ahmet Budur | Ahmet Güler | Ahmet Soytürk | Akif Çalış­ka n | Ala­et­tİn Gümüş | Alan Ligh­ton |  Alek­san­der Chra­ga | Ale­vi­ti­sche Gemein­den in Bochum, Dort­mund, Essen, Hamm, Lüden­scheid | Ali Dedeoğlu | Alİ Pa şa Akbaş | Alİ Pour You­se­fi | Alİ Riza Uğur­lu | Almanya‚da yaşa­y­an Ba rtın­lılar Der­neğİ Essen | Alp­te­kin Erbağı | Amin Pour You­se­fi | Amnes­ty Inter­na­tio­nal Bochum | Andrea Nie­hu­es | Andrea Ter­lis­ten …

über V bis Z wie

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Ziem­lich deutsch, das Gan­ze und frei von der Angst, dass einem die Nazis auf­lau­ern wür­den. Aylas KULTURAGENTÜER hat­te Tau­sen­de nicht­deut­scher Deut­sche ein­ge­la­den, zusam­men mit deut­schen Deut­schen gegen doit­sche Doit­sche zu pro­tes­tie­ren  —  eine plau­si­ble Form neu­er Über­sicht­lich­keit, am Ende stan­den 3000 Nazi-Geg­ner auf dem Platz. „Ein star­kes Signal“, so die Pres­se. Das war im Okto­ber 2008, seit­dem hat es die NPD nicht mehr ver­sucht, nur Pro-NRW hat sich noch eigens bla­miert.

Und das bedeu­tet eine Men­ge: Bevor Bochum Kul­tur­stadt wur­de, war es „Gau-Haupt­stadt“ der Nazis gewe­sen, anschlie­ßend hat­te die NPD ihre Bun­des-, dann Lan­des­zen­tra­le in die­ser Stadt. Das Nazi-Haus wur­de inzwi­schen zwangs­ver­stei­gert und abge­ris­sen, der Schoß ist unfrucht­bar.