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14:46 / 15:03 : Terror ächten!

11. September, 14:4615:03

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Pas­san­tin am 11. Sep­tem­ber 2015 auf dem Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens | © Ayla Wes­sel, Kul­tur­agen­tüer

Die Glo­cken der Chris­tus­kir­che läu­ten nur ein­mal im Jahr, immer am 11. Sep­tem­ber von 14:46 h bis 15:03 h. Sie erin­nern dar­an, dass es an die­sem Tag vor 17 Jah­ren etwas gege­ben hat, das es nie zuvor gege­ben hat: ein welt­wei­tes Mit­füh­len und Mit­lei­den, ein Emp­fin­den, das alle Men­schen, die ein Herz in sich tra­gen, mit­ein­an­der ver­band, wo auch immer sie auf dem Erd­ball leben. Es war, als hät­te die Mensch­heit für einen kur­zen Moment die Augen auf­ge­schla­gen.

In allem Ent­set­zen war dies ein Moment von gro­ßer Schön­heit, er ging vor­über. Dass Men­schen welt­weit Soli­da­ri­tät mit­ein­an­der emp­fin­den  —  und dass die­ses Gefühl eben nicht gepre­digt und nicht gefor­dert, son­dern emp­fun­den wird, als hät­te man es emp­fan­gen  —  die­se Erfah­rung hat sich wie­der ver­flüch­tigt. Die Ver­ein­ten Natio­nen haben weit über 150 Inter­na­tio­na­le Gedenk­ta­ge und -wochen und –jah­re und –deka­den anbe­raumt  —  ein Tag, um der Opfer des Ter­rors welt­weit zu geden­ken, ist nicht dar­un­ter.

Und doch müss­te es einen Tag geben und mehr als das: eine soli­da­ri­sche Bewe­gung, um Ter­ror welt­weit zu äch­ten. Ihn poli­zei­lich und mili­tä­risch zu bekämp­fen, ist nötig, aber, so Mat­thi­as Künt­zel auf welt.de, alle die­se Maß­nah­men grei­fen zu kurz,  

„solan­ge dies eine nicht gelingt: die Kriegs­form des Selbst­mord­at­ten­tats als ein Ver­bre­chen gegen die Mensch­heit so zu äch­ten, wie man einst den Ein­satz der ABC-Waf­fen geäch­tet hat.“

Äch­ten bedeu­tet: etwas tun. Den Ter­ror nicht nur maxi­mal igno­rie­ren und ver­gleich­gül­ti­gen, als sei er für die offe­ne Gesell­schaft das, was der Regen für den Som­mer­ur­laub ist. Ach­ten heißt:

„Wir ver­wei­gern dem Ter­ror jede Recht­fer­ti­gung, jede Soli­da­ri­tät, jede Unter­stüt­zung.“

Ein paar Tau­send Bür­ger die­ser Stadt haben das seit Ende 2015 erklärt, die BOCHUMER ERKLÄRUNG beginnt mit einem kate­go­ri­schen Satz:

 „Ter­ror und Demo­kra­tie schlie­ßen sich gegen­sei­tig aus.“

Des­halb läu­ten die Glo­cken der Chris­tus­kir­che an jedem 11. Sep­tem­ber, dem Jah­res­tag der Ter­ror-Atta­cken auf New York. Sie erin­nern an die Opfer des Ter­rors welt­weit und dar­an, dass kein Gott ist, der Men­schen­op­fer ver­langt. Vor 17 Jah­ren sind in eben die­sen Minu­ten  —  14:46 und 15:03  —  zwei von Ter­ro­ris­ten ent­führ­te Flug­zeu­ge in die Tür­me des World Tra­de Cen­ters gelenkt wor­den. Der Ter­ror-Pilot eines vier­ten ent­führ­ten Flug­zeugs, Ziad Jar­rah, war Bochu­mer, er allein hat 40 Men­schen ermor­det, sie star­ben auf dem Feld in Shanksville/Pennsylvania. Die Glo­cken der Chris­tus­kir­che wer­den nur ein­mal im Jahr geläu­tet zeit­gleich mit den Glo­cken vie­ler Kir­chen in New York.


» Hier die BOCHUMER ERKLÄRUNG: Wir äch­ten den Ter­ror!

» Eine Auf­nah­me des Geläuts [Ton und Bild] hier. Die 5 Glo­cken, 1959 im Bochu­mer Ver­ein gegos­sen, sind mit 6,2 Ton­nen Gesamt­ge­wicht zu schwer für den seit dem Welt­krieg frei­ste­hen­den Turm. Das vol­le Geläut gilt unter Insi­dern als eines der weni­gen wohl­klin­gen­den Stahl­ge­läu­te.

» Hier geht es zur auch trans­at­lan­ti­schen Geschich­te der Chris­tus­kir­che