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Das V P T interpretiert …

7. April, 20:00

von links: Supak­nut, Brit­ta Lemon, Dok­ter Tho­mas, Sven Blie­ver­nicht, David J. Becher, Sabri­na Kir­sch­ner, Chris­toph Land­wehr

„Wir machen die­sen Quatsch jetzt seit 20 Jah­ren!“ Jaa! Das Voll­play­back­thea­ter fei­ert! Zwei Shows im Dezem­ber bei uns, es schloss eine Tour rund um den Kos­mos an, und jetzt ein Zusatz­ter­min, exklu­siv und zusätz­lich bei uns: Die drei ??? und das Gespens­ter­schloss, der Eine oder die Ande­re wird die­se Geschich­te noch im Ohr haben. Wenn nicht, auch egal, wer weit ab ist von text­si­cher, ver­liert & fin­det sich. Locker. Zurecht. Des­halb schwillt ja ein 40-minü­ti­ges Hör­spiel erst zu einem zwei­stün­di­gem Spek­ta­kel an. 20 Jah­re genia­li­sches Durch­dre­hen. Kon­fet­ti! « 

Soweit die Info übers VPT. VPT? Für die Jün­ge­ren unter uns:

» Sie sind im Besitz der viel­leicht trag­fä­higs­ten und bes­ten Idee der hie­si­gen Pop­kul­tur: ein paar Wup­per­ta­ler. 1997 erfin­den sie das bis heu­te ein­ma­li­ge Prin­zip des Voll­play­back­thea­ters. Wenn sie den Hör­spiel­se­ri­en ihrer Jugend und der ihres Publi­kums Leben ein­hau­chen, sind die Hal­len voll. Gro­ße Hal­len. Und eine Kir­che. Alle voll. Vor­ne sechs Freun­de: Der Lan­ge, Becher, das ver­rück­te Ehe­paar, Chris­toph und natür­lich SupaK­nut. Auf eine Idee von letz­te­rem lässt sich die gan­ze Geschich­te zurück­rech­nen, die ursprüng­lich für nicht mehr als drei Auf­füh­run­gen ange­legt war. Doch das ver­meint­lich sin­gu­lä­re Pro­jekt ent­wi­ckel­te schnell ein Eigen­le­ben, Voll­play­back­thea­ter, das geht so:

Eine beson­ders heiß gelieb­te Hör­spiel-Fol­ge wird über Laut­spre­cher abge­spielt und das Ensem­ble über­setzt auf der Büh­ne die ablau­fen­de Erzäh­lung requi­si­ten­reich in Gesche­hen und Bewe­gung  –  eine Mischung aus ver­ton­tem Stumm­film, Slap­stick, Kabu­ki, Schau­spiel und Wahn­sinn ist das Ergeb­nis.

Mitt­ler­wei­le hat das VPT dar­aus sei­ne eige­ne Kunst­form ent­wi­ckelt und ver­webt kon­ge­ni­al in den Haupt­strang sei­nes jewei­li­gen Pro­gramms noch unzäh­li­ge wei­te­re pop­kul­tu­rel­le Apro­pos‘. Das Hör­spiel­uni­ver­sum wird hier  –  wie an vie­len Stel­len  –  lust­voll gesprengt, und man fin­det sich wie­der in einer Welt aus Anspie­lun­gen auf Film, Funk, Fern­se­hen, Frag-mich-nicht.

Doch mit ihren heu­te üppi­gen Insze­nie­run­gen hat es nicht begon­nen. Los ging es viel mehr mit einer fast her­me­ti­schen Limi­tie­rung auf eine ein­zi­ge Epi­so­de, die qua­si ohne (Atem)Pause durch­lief. Auch das besaß sei­nen Reiz und soll hier in der Rück­schau Wür­di­gung fin­den. Immer­hin ist ja Jubi­lä­um! Also kurz 20 Jah­re zurück­spu­len  —  dazu sei sich bit­te das Geräusch eines Kas­set­ten­re­kor­ders vor­ge­stellt, wenn man auf »Rewind« drückt:

1997 – Die CD steht in vol­lem Saft, Vinyl und MCs wir­ken dage­gen wie erwach­sen­ge­wor­de­ne Kin­der­stars, von denen recht kei­ner mehr etwas wis­sen möch­te. Mit dem Rück­zug der Musik­kas­set­te ver­schwin­den auch Jugend­hör­spiel­rei­hen wie TKKG, Die drei ???, Han­ni & Nan­ni oder John Sin­c­lair aus der grö­ße­ren Wahr­neh­mung. Inso­fern liegt es über­haupt nicht auf der Hand, deren Figu­ren und ihre Aben­teu­er auf Büh­nen zu heben  –  im Gegen­teil, möch­te man mei­nen. Das Voll­play­back­thea­ter, das damals noch mit zehn Leu­ten star­tet, sieht das aller­dings anders. Man trägt die Hör­spiel­be­glei­ter von Jugend und Ado­les­zenz fest im Her­zen, schläft mit­un­ter noch regel­mä­ßig abends zu ihnen ein  –  war­um dann nicht doch mal eine Hom­mage wagen?

Mit Die drei ??? und das Geheim­nis der Sär­ge geht es los, der Erfolg über­wäl­tigt schon damals alle Betei­lig­ten. Wobei man erst­mal glaubt, man habe eine Geheim­ge­sell­schaft, ja, eine The­ra­pie­grup­pe ins Leben geru­fen. Zumin­dest besit­zen die Gesprä­che mit den Zuschau­ern nach den Shows immer etwas von einem Outing. Es ist aber auch zu schön für alle: End­lich mal ver­stan­den wer­den, end­lich fest­stel­len, dass man nicht der ein­zi­ge ist, dem die­se Sto­rys immer noch im Kopf spu­ken, end­lich auch mal ande­re Ver­rück­te um einen her­um, die sich bis heu­te fra­gen, was sagt denn nun Java-Jim in der Phan­tom­see-Fol­ge, als er die ver­damm­te Kis­te öff­net?!

Dass die gan­ze Sto­ry dabei stets weit über die ver­dien­ten drei ??? hin­aus führt, ver­steht sich übri­gens von selbst. Das VPT ist eine uni­ver­sel­le Pop­kul­tur-Mythen­ma­schi­ne. 

Noch­mal: eine uni­ver­sel­le Pop­kul­tur-Mythen­ma­schi­ne. Eine self­made Jugend­ban­de, in der noch 1000 wei­te­re Geschich­ten ste­cken, die dar­auf war­ten, erzählt zu wer­den.

Auf die nächs­ten 20! « 

So weit Linus Volk­mann. Und jetzt aber. Von uns & hier: Glück­wunsch! Sehr herz­li­cher! Von den letz­ten 20 haben wir nicht alle mit­be­kom­men, wir betrau­ern es nach­träg­lich und freu­en uns umso mehr auf die kom­men­den Jah­re, unse­re Fir­ma hier, das ein­mal als Bei­spiel, ist gera­de 500 gewor­den.

 


 

DAS VPT INTERPRETIERT

» Sams­tag 7. April | 20 Uhr
» Ein­lass 19 Uhr
» kein VVK bei uns, aber in allen übli­chen VVK-Stel­len