Lade Veranstaltungen

The Watch | The Peter Gabriel Era

24. Mai, 20:00

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

The Watch plays The Peter Gabri­el Era | © Mari­na Mon­tob­bio

Eigent­lich gibt es bei uns  —  wir hat­ten es zwei drei Mal pro­biert  —  kei­ne Tri­bu­tes, eigent­lich. Unei­gent­lich schon, das gesam­te Klas­sik-Gen­re ist im Grun­de nichts ande­res als das, was Tri­bu­te-Bands machen, auch klas­si­sche Ensem­bles covern, was ande­re erdacht und Tau­sen­de ande­re vor ihnen gemacht haben, alle spie­len sie nach. Inso­fern lau­tet die Fra­ge: Sind die frü­hen GENESIS nicht sel­ber bereits Klas­sik?

Ist PETER GABRIEL für sei­ne Zeit  —  Mit­te des 20. Jahr­hun­derts: Auf­brü­che über­all, Opti­mis­mus aller­or­ten, und vor allem ein uner­schüt­ter­li­ches Ver­trau­en in die Kunst des Pop wie ein Jahr­hun­dert zuvor in die Kusnt der Klas­sik  —  ist also Gabri­el nicht das, was die Hero­en der klas­si­schen Epo­che für ihre Zeit gewe­sen sind? Näm­lich Aus­druck ihrer Zeit? Und gilt dann nicht auch für Gabri­el, was Ador­no für alle Kunst fest­ge­stellt hat, dass sie „nichts in sich Fer­ti­ges“ sei:

„Objek­tiv lösen aus ihnen immer neue Schich­ten sich ab, tre­ten her­vor; ande­re wer­den gleich­gül­tig und ster­ben. Das wah­re Ver­hält­nis zu einem Kunst­werk ist nicht sowohl, daß man es, wie man so sagt, einer neu­en Situa­ti­on anpaßt, als daß man, wor­auf man geschicht­lich anders reagiert, im Werk selbst ent­zif­fert.“

Kön­nen wir das? In den frü­hen GENE­SIS-Songs das ent­zif­fern, wor­auf sie geschicht­lich reagie­ren? Und die­se Reak­ti­on ver­glei­chen mit der, die wir heu­te an den Tag legen? Kön­nen wir uns sel­ber in der Musik der frü­hen Gene­sis ent­zif­fern? 

Klingt abge­ho­ben, die Fra­ge, ja, ist aber das Maß, das man an Tri­bu­te-Bands anle­gen muss. Nicht, ob sie alles exakt so spie­len, wie man es von der Schei­be zuhau­se gewohnt ist, son­dern ob sie das, was auf der Schei­be zuhau­se ein­ge­haust ist, mit Leben fül­len kön­nen, mit ver­gan­ge­nem und dem heu­ti­gen. Paul Whitehead  —  er ist der Cover-Künst­ler der frü­hen GENE­SIS-Alben, sei­ne Bil­der ste­hen über­all in der Welt in den Rega­len  —  er sagt:

THE WATCH ist die Band, die mich am meis­ten an die Magie von Gene­sis erin­nert.“

Und jetzt Ste­ve Hackett sel­ber, er macht es kurz:

„Ich emp­feh­le The Watch, I recom­mend them.“

Ent­rich­ten wir also den Tri­but an eine Zeit, die zu erin­nern lohnt, ein Bei­spiel: Damals hiel­ten alle Gabri­els Gene­sis für „ver­kopft“, aller­dings war „ver­kopft“ damals kein Schimpf­wort …


THE WATCH | plays GENESIS THE GABRIEL ERA

supp. by Aaron Brooks

» Frei­tag 24. Mai 2019 | 20 Uhr
» Ein­lass 19 Uhr
» VVK 24,00 € zzgl. Geb.
» Tickets an jeder bes­se­ren VVK-Stel­le bun­des­weit oder  direkt hier bei uns ordern

AARON BROOKS

War Front­man von Sime­on Soul Char­ger, der ame­ri­ka­nisch-baye­ri­schen  —  wie soll man sie nen­nen?  —  Psy­che­de­lic-Folk-Pop-Pro­gres­siv-Band, die sich als Live-Band eine rie­si­ge Fan-base in Euro­pa erspielt hat. Bis Aaron Brooks unter schwe­ren Depres­sio­nen aus dem Tour­be­trieb aus­schei­den muss­te.  Jetzt ist er solo zurück, sei­ne Band per­du, er ist jetzt allei­ne der, des­sen Stim­me die klas­si­sche Rock­ge­schich­te zitiert, ohne sie jemals zu imi­tie­ren: „mal hys­te­risch wie Bryan Fer­ry zuzei­ten von Roxy Music, mal mys­tisch-ver­hei­ßungs­voll wie Ian Ander­son von Jethro Tull“, schrieb der Baye­ri­sche Rund­funk über Brooks Solo-Debüt:

„Mal erin­nern die Arran­ge­ments an King Crim­son, mal an den Coun­try Rock von Buf­fa­lo Spring­field, mal an Pink Floyd; über­haupt: Aaron Brooks, so scheint es, zieht die Quer­sum­me aus „The good old Times of Rock“ ohne je platt epi­go­nal zu wir­ken. Sei­ne Tex­te erzäh­len vom Leben und Ster­ben, üben Zivi­li­sa­ti­ons- und Kon­sum­kri­tik, sind aber nie vor­der­grün­dig poli­tisch. ‚Ich habe einen sehr roman­ti­schen Blick auf die Welt, in der Art der Beat­poe­ten‘, sagt Brooks.“