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Bohren & der Club of Gore | urban urtyp spezial

4. März 2019, 19:00

Boh­ren und der Club of Gore im Dun­kel, aber gese­hen von Olaf Rauch ©

Was es alles nicht ist: Kein Jazz. Kein Krach. Kein medi­ta­ti­ves Zeugs. Auch kein Metal, über­haupt nicht, kein Dro­ne, kein Kein­jazz. Kein Ambi­ent, nur manch­mal viel­leicht. Kein Shoega­ze, kein Metall oder hat­ten wir das schon, nur ab und an ein Hauch von so etwas wie black-sab­bath-doom. Kein Rock, kein Swing, kein deutsch, kein schnell, kein lang­sam, viel lang­sa­mer. „Die lang­sams­te Band der Welt“, schrieb SPEX, aber woher soll man das wis­sen, wenn man monat­lich erscheint, für Boh­ren fie­le sowas unter Hek­tik. Noir music? Ja, Dun­kel kön­nen sie. Rid­den Jazz? Eher nicht, Bewe­gung passt nicht so. Detec­tive Jazz? Trifft es am ehes­ten, nur hilft es wei­ter?

Und jetzt wird es alles noch viel weni­ger, es wird: kein uu, kein urban urtyp, ein uu-spe­zi­al. Auch kein Rosen­mon­tags­zeugs, kein Gei­er­mum­men­stunk­schanz, auch kein alter­na­ti­ver Kar­ne­val, Boh­ren ist die Alter­na­ti­ve zum Kar­ne­val, die ein­zi­ge dies­seits von.

Boh­ren, muss man dazu wis­sen, war schon mal uu, sie haben bei uns in der urban urtyp-Rei­he gespielt, der Abend war dun­kel, er war immens, jeder Ton trat einem per­sön­lich gegen­über. Vor Jahr­hun­der­ten haben sie als Metal­band begon­nen, Hea­vy­me­tal wohl­ge­merkt, haben sich durch den gan­zen Krach gebohrt und sind am Ende, als kein Licht am Ende erschien, aufs Eigent­li­che gekom­men, den ein­zel­nen Ton. Das Gesicht in der Mas­se, das Auge im Krach.

Sound­s­capes, sagen vie­le, Film­mu­sik. Das passt einer­seits, ande­rer­seits nicht. Weil man sich einer­seits — bei Boh­ren-Kon­zer­ten ist es dun­kel wie unter Tage — sel­ber Vor­stel­lun­gen geben muss, sonst macht es kei­ner für einen, und weil man es ande­rer­seits auch ein­fach las­sen kann, die Töne stel­len sich von sich aus vor, jeder ein­zeln und höf­lich mit Namen und Her­kunft und Bil­dungs­bio­gra­phie. [Man erfährt bei­spiels­wei­se, dass der eine und ande­re Ton „das wohl behä­bigs­te, bedrü­ckends­te Saxo­phon in der Musik­ge­schich­te“ durch­lau­fen hat, das sind Bil­dungs­kar­rie­ren.]

Muss man eine War­nung aus­spre­chen? Unsinn, Boh­ren hal­ten seit Jahr­zehn­ten durch, wer die­se Musik hört, wird alt, sie dau­ert ein­fach. Und zwi­schen­durch fällt einem auf, dass es Sinn ergibt, wenn es etwas dau­ert, dass es sinn­voll ist, auf den nächs­ten Ton zu war­ten. Könn­te ja der sein, den man bestellt hat, so genau kann sich doch kei­ner mehr erin­nern. Beim letz­ten Kon­zert jeden­falls, das Boh­ren uns gab, war es so: das Publi­kum bes­tens gelaunt und dann, mit dem ers­ten Ton, still wie im Schacht.


BOHREN & DER CLUB OF GORE | urban urtyp spe­zi­al

» Rosen­mon­tag 4. März 2019 | 19 Uhr
» Ein­lass 18:00 Uhr
» VVK 20,00 € zzgl. Geb. | AK 25,00 €
» Tickets direkt hier bei uns ordern oder in einer von 3000 VVK-Stel­len bun­des­weit

Die gan­ze Sto­ry von Boh­ren & dem Club of Gore hier:
http://www.bohrenundderclubofgore.de/html/budcog__gore_story.html