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Bohren & der Club of Gore | urban urtyp spezial

27. Februar, 19:00

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Boh­ren bei Licht: urban urtyp-Kon­zert 2013 | Foto Olaf Rauch

Was das alles nicht ist: Kein Jazz. Kein Krach. Kein Medi­ta­ti­ons­zeugs. Kein Metal, über­haupt nicht. Kein Dro­ne. Kein Kein­jazz. Kein Ambi­ent, nur manch­mal. Kein Sho­ega­ze. Kein Metall oder hat­te ich das schon, nur ab und an ein Hauch von Black Sab­ba­th doom. Kein Rock, kein Swing, kein deut­sch, kein schnell, kein lang­sam, viel lang­sa­mer. „Die lang­sams­te Band der Welt“, schrieb SPEX, aber woher wol­len die das wis­sen, Spex ist ein Monats­ma­ga­zin. Noir music? Dun­kel kön­nen sie. Rid­den jazz? Eher nicht, Bewe­gung passt nicht so. Detec­tive jazz? Trifft es am ehes­ten, nur hilft es wei­ter?

Es wird alles noch viel weni­ger, es wird: Kein uu, kein urban urtyp, ein uu-spe­zi­al. Auch kein Rosen­mon­tags­zeugs, kein Gei­er­mum­men­stunk­schanz, kein alter­na­ti­ver Kar­ne­val, Boh­ren ist die Alter­na­ti­ve zum Kar­ne­val, die ein­zi­ge dies­seits von.

Boh­ren, muss man dazu wis­sen, war schon mal uu, sie haben in der urban urtyp-Rei­he gespielt bei uns, der Abend war dun­kel, er war immens, jeder Ton trat einem per­sön­li­ch gegen­über. Vor Jahr­hun­der­ten haben sie als Metal­band begon­nen, Hea­vy­me­tal wohl­ge­merkt, haben sich durch den gan­zen Krach gebohrt und sind am Ende, als kein Licht am Ende erschien, aufs Eigent­li­che gekom­men, den ein­zel­nen Ton. Das Gesicht in der Mas­se, das Auge im Krach.

Sound­scapes, sagen vie­le, Film­mu­sik. Das passt einer­seits, ande­rer­seits nicht. Einer­seits muss man sich  —  bei Boh­ren-Kon­zer­ten ist es dun­kel wie unter Tage  —  sel­ber Vor­stel­lun­gen geben, weil es son­st kei­ner für einen macht, ande­rer­seits kann man es auch ein­fach las­sen, die Töne stel­len sich von sich aus vor, jeder sehr höf­li­ch und ein­zeln mit Namen und Her­kunft und Bil­dungs­bio­gra­phie. [Man erfährt bei­spiels­wei­se, dass der eine und ande­re Ton, den man vor­ur­teils­frei hört, soeben „das wohl behä­bigs­te, bedrü­ckends­te Saxo­phon in der Musik­ge­schich­te“ durch­lau­fen hat, das sind Bil­dungs­kar­rie­ren.]

Muss man eine War­nung aus­spre­chen an alle, die sui­zid-gefähr­det sind? Unsinn, Boh­ren hal­ten seit Jahr­zehn­ten durch, wer die­se Musik hört, wird alt, sie dau­ert ein­fach. Und zwi­schen­durch fällt einem auf, dass  —  nein, jetzt nicht Wal­ter Ben­ja­min, nicht wie­der Blixa Bar­geld, der das kokett zitiert, nicht wie­der die Sen­tenz, dass der Selbst­mord die Mühe nicht loh­ne  —  zwi­schen­durch fällt einem auf, dass es Sinn ergibt, auf den nächs­ten Ton zu war­ten. Könn­te ja der sein, den man bestellt hat, so gen­au kann sich doch kei­ner erin­nern. Beim uu-Kon­zert jeden­falls, das Boh­ren uns gab, war es so: das Publi­kum bes­tens gelaunt und dann, als der ers­te Ton begann, still wie im Schacht.


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Boh­ren & der Club of Gore by Kim von Coels


BOHREN & DER CLUB OF GORE

» Rosen­mon­tag | 27. Febru­ar | 19 Uhr
» alle Töne zusam­men: 20 € inkl. Gebüh­ren | AK 22 €
» VVK hier direkt bei uns und in jeder bes­se­ren VVK-Stel­le im Land

neu  KEIN-KARNEVAL-TICKET

urban urtyp #53 GREGOR SCHWELLENBACH  +  urban urtyp spe­zi­al mit BOHREN & DER CLUB OF GORE sind 10 € + 20 € = 25 €

» VVK läuft! Tickets hier oder direkt bei uns reser­vie­ren: tickets@urbanurtyp.de

» Und hier noch die gan­ze gore-sto­ry [pdf]