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Bugge Wesseltoft | Everybody Loves Angels

2. Dezember, 20:00

Bugge Wesseltoft in der Christuskirche Bochum, Dezember 2015 | (c) Kurt Rade

Bug­ge Wes­seltoft in der Chris­tus­kir­che Bochum, Dezem­ber 2015 | © Kurt Rade

Was alles man an ihm mögen kann: sei­ne Lust am Neu­en und am Aus­pro­bie­ren, sein Fai­ble für Kol­la­bo­ra­tio­nen, die Sehn­sucht nach einer Ener­gie, die ent­steht, wenn man mit ande­ren was gemein­sam sucht, und dann sei­ne Fähig­keit, in allen Him­mels­rich­tun­gen hin­ein zu hören und Sinn aus ihnen her­aus, aus Jazz­punk und Syn­thie­wol­ken und Big­band-Sound oder aus einer ein­sa­men Vio­li­ne. Dann: Sei­ne Fines­se beim Rum­fum­meln, wenn er her­aus­fin­den will, wie wohl die­ses und jenes klingt, wenn man es mit die­sem und jenem zusam­men stöp­selt, Klas­sik mit Strom zum Bei­spiel oder Strom mit Jazz  —  neben­bei: dass Wer­ner von Sie­mens das dyna­mo-elek­tri­sche Prin­zip ent­deckt hat, ist 151 Jah­re her, es hat etwas gedau­ert, bis Bug­ge kam und er auf die Idee, man kön­ne Strom anstatt mit Schalt­plä­nen ein­mal mit Impro­vi­sa­ti­on kurz­schlie­ßen und schau­en was pas­siert, wenn man mit Strom impro­vi­siert  —  so eben ent­stand „Nujazz“ und wur­de zum Begriff, zur neu­en Epo­che, sie fing ein­mal sehr ein­fach an:

„Wal­king on sta­ge with only an elec­tro­nic beat as the basic ele­ment in a song. It lea­ves it all up to us to crea­te spon­ta­neous music and a good spi­rit. I say it’s jazz.“

Ist es, und wenn, bedeu­tet es: Es gibt kein da capo al fine (ande­res Wort für Wie­der­ho­lungs­tas­te), es geht spie­lend wei­ter:

„Für mich war es gera­de­zu eine Erlö­sung, als ich her­aus­fand, dass man auch mit Tech­no­lo­gie impro­vi­sie­ren kann. Elec­tro­nics klin­gen stets dann inter­es­sant, wenn man sie über ihre Gren­zen hin­aus­führt. Ich habe viel über die Kom­bi­na­tio­nen bei­der Klang­prin­zi­pi­en gelernt. Man muss dabei vor­sich­tig sein, denn noch lang­wei­li­ger als eine end­lo­se Solo-Impro­vi­sa­ti­on ist eine end­lo­se Impro­vi­sa­ti­on über einer Drum-Machi­ne. Wir sind immer noch ganz am Anfang der Mög­lich­kei­ten, die sich aus der Kom­bi­na­ti­on von akus­ti­scher und elek­tro­ni­scher Musik erge­ben. Allein schon des­halb, weil sich die Tech­no­lo­gie rasant wei­ter ent­wi­ckelt.“

Das sag­te er 2004, da hat­te er mit Jazz­land, sei­nem eige­nen Label für die sich neu bil­den­de Sze­ne, schon eine eige­ne Platt­form geschaf­fen, einen Kno­ten im Netz. Sein Ziel: künst­le­ri­sche Frei­heit abseits des Main­streams. Sei­ne Bilanz: Ziel erreicht, es geht wei­ter, und was einen jetzt, wo es wei­ter geht, wehr­los macht:

Wenn er zurück kehrt ans Kla­vier.

Zu jenem Instru­ment, das ihm (hat er mal irgend­wo bekannt) immer am liebs­ten war und am liebs­ten ist. Zurück zu dem unfass­bar trost­rei­chen Klang eines Grand Pia­nos. Zurück in eine Welt, die aus schwarz-wei­ßen Tas­ten gebaut ist und damit so binär wie ein Com­pu­ter, aber anders als die­ser  —  nicht end­lich. Nicht end­lich in dem, was sich aus ange­klick­ten Sai­ten alles her­aus­hö­ren lässt.

Bug­ge allein am Kla­vier. Das Album erscheint im Okto­ber bei ACT und soweit bis­her bekannt, wird es Cho­rä­le von Bach mit nor­we­gi­schen Volks­lie­dern ver­ei­nen, 60is Pop Stan­dards mit Eigen­kom­po­si­tio­nen und könn­te dabei in Stil und Stim­mung auf Bug­ges Jahr­hun­der­tal­bum zurück­kom­men, auf It’s Sno­wing On My Pia­no. Der neue Titel:

„Ever­yo­ne Loves Angels“

Wie wahr, einen ken­nen wir, er kommt aus Nor­we­gen, viel mehr lässt sich der­zeit nicht sagen: Bug­ge, der Geflü­gel­te, sitzt dort an sei­nem Flü­gel, er kom­po­niert.  


BUGGE WESSELTOFT | EVERYBODY LOVES ANGELS

» Sams­tag 02. Dezem­ber 2017 | 20 Uhr
» VVK 20,00 € zzgl. Geb. | 1/2 Preis für alle bis 25 Jah­re
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