Lade Veranstaltungen

ChorWerk Ruhr | Stabat Mater

19. Februar, 17:00

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
ChorWerk Ruhr in der Christuskirche | (c) Sabine Michalak

Chor­Werk Ruhr in der Chris­tus­kir­che | © Sabi­ne Mich­a­lak

Johann Sebas­ti­an Bach in sei­ner her­vor­ra­gends­ten Eigen­schaft: als Ton­set­zer eines pro­tes­tan­ti­schen Kir­chen­lie­des. „Jesu, mei­ne Freu­de“ (BWV 227) ist eines sei­ner berühm­tes­ten Wer­ke, mit sou­ve­rä­ner Kom­po­si­ti­ons­kunst führt er die Motette in jeder ein­zel­nen Lieds­tro­phe zu indi­vi­du­el­ler Aus­sa­ge­kraft. Bach ist Exeget, die Römer­brief-Theo­lo­gie des Apos­tels Pau­lus  —  durch Mar­tin Luthers kraft­vol­le Spra­che far­ben­reich inter­pre­tiert  —  erfährt in Bachs Musik eine nuan­cier­te Kon­tur hin zu einer Wirk­mäch­tig­keit, die bis heu­te ihres­glei­chen sucht.

Und dann  —  die Klang­welt der Stei­ne. Geron­ne­nes Leben, das Ond­rej Adamek erhört. Der tsche­chi­sche Kom­po­nist und Diri­gent, 1979 gebo­ren, zählt unter den jun­gen Kom­po­nis­ten zu den gefrag­tes­ten: Urauf­füh­run­gen beim Luzern-Fes­ti­val 2008 durch Pier­re Bou­lez sowie 2014 für die Donau­eschin­ger Musik­ta­ge zei­gen dies. „Stein­ar“   —  „Stei­ne“  —  heißt eines sei­ner Wer­ke: Ursprüng­li­ch mit sechs Voka­lis­ten besetzt und als Auf­trags­werk der Wit­te­ner Tage für neue Kam­mer­mu­sik 2015 kom­po­niert, erklingt es nun in cho­ri­scher Fas­sung, und das heißt:

Die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger agie­ren zugleich als Per­cus­sio­nis­ten an eher unge­wöhn­li­chen Mate­ria­li­en: Kie­sel­stei­nen, Kazoos, Wah-Wah-Tubes. Die Gren­zen zwi­schen Gesang und Geräusch, Voka­lem und Instru­men­ta­lem zer­flie­ßen. Auch das Voka­le selbst wech­selt zwi­schen gesun­ge­nen Melo­dien, arti­ku­lier­ten Pho­ne­men und Spre­chen, aber auch jaz­zi­ger und opern­haf­ter Stimm­ge­bung. Adá­mek inter­es­siert sich für das gesam­te Klang­far­ben­spek­trum des Voka­len, das er mit der Ori­gi­nal-Lyrik des islän­di­schen Dich­ters Sjón in seman­ti­sche Bezie­hung setzt  —  einer rät­sel­haf­ten Sze­ne zwi­schen spie­le­ri­schem Stein­wurf und bru­ta­ler Stei­ni­gung.

Bru­tal der Tod am Kreuz, ein Staats­mor­den, das Tage dau­ern kann. Unter dem Kreuz Jesu sei­ne Mut­ter Maria: „Sta­bat mater dolo­ro­sa“ ist ein mit­tel­al­ter­li­ches Gedicht, wohl im 13. Jahr­hun­dert geschrie­ben, es hat zahl­rei­che Kom­po­nis­ten zu ergrei­fen­den Ver­to­nun­gen ange­regt. Die Ver­si­on von Dome­ni­co Scar­lat­ti, dem Zeit­ge­nos­sen Bachs, gehört zu den weni­ger bekann­ten, ist aber eine der ein­drucks­volls­ten. Unge­wöhn­li­ch ist die zehn­stim­mi­ge Anla­ge des ledig­li­ch con­ti­nuo-beglei­te­ten Vokal­sat­zes: Sie ermög­licht Scar­lat­ti eine unge­heu­er dich­te poly­pho­ne Kom­po­si­ti­ons­wei­se, reich an har­mo­ni­schen Span­nun­gen und Ver­dich­tun­gen, die den Text tra­gen, ihn fühl­bar machen.


CWR 94

JOHANN SEBASTIAN BACH | 1685–1750
_ Jesu, mei­ne Freu­de | Motette für fünf­stim­mi­gen Chor BWV 227 | 20‘

ONDREJ ADAMEK | *1979
_ Stein­ar für 24 Sän­ge­rin­nen und Sän­ger mit Instru­men­ten | 25‘

DOMENICO SCARLATTI | 1685–1757
_ Sta­bat Mater für zehn­stim­mi­gen Chor | 30‘

Mit

Björn Colell | Lau­te
Gün­ter Holz­hau­sen | Vio­lo­ne
Chris­to­ph Anselm Noll | Orgel
Chor­Werk Ruhr
Flo­ri­an Hel­ga­th | Lei­tung

Tickets

22 Euro | 1/2 Preis für alle bis 25 Jah­re | jeweils zzgl. Gebüh­ren
Tickets gibt es hier (kli­cken) sowie in allen bes­se­ren VVK-Stel­len.

Florian Helgath | Dirigent

Künst­le­ri­scher Lei­ter von Chor­Werk Ruhr seit 2011. Ers­te musi­ka­li­sche Erfah­run­gen in sei­ner Hei­mat­stadt bei den Regens­bur­ger Dom­spat­zen und spä­ter an der Hoch­schu­le für Musik und Thea­ter in Mün­chen. Inter­na­tio­na­le Erfol­ge als Fina­list und Preis­trä­ger bei Wett­be­wer­ben wie dem Eric Eric­son Award 2006 in Schwe­den sowie bei der Com­pe­ti­ti­on For Young Cho­ral Con­duc­tors 2007 in Buda­pest. 2009 bis 2014 Lei­ter des Däni­schen Rund­funk­chors als Cho­rus Mas­ter. Diri­gent des Via Nova Chor Mün­chen mit Schwer­punkt auf zeit­ge­nös­si­scher Chor­mu­sik: Seit 2008 hat er mit die­sem Ensem­ble zahl­rei­che Urauf­füh­run­gen diri­giert und wur­de mit natio­na­len und inter­na­tio­na­len Prei­sen aus­ge­zeich­net.

Regel­mä­ßig zu Gast beim SWR Vokal­ensem­ble, beim RIAS Kam­mer­chor, beim Chor des Baye­ri­schen Rund­funks, dem MDR Rund­funk­chor, dem Cho­er de Radio Fran­ce. Hel­ga­th arbei­tet mit den Bochu­mer Sym­pho­ni­kern, dem Mün­che­ner Rund­funk­or­ches­ter, dem Danish Cham­ber Orches­tra, den Münch­ner Sym­pho­ni­kern, der Aka­de­mie für Alte Musik Ber­lin, Con­cer­to Köln sowie dem Ensem­ble Reso­nanz aus Ham­burg zusam­men. Ein­stu­die­run­gen und Assis­ten­zen über­nahm er unter ande­rem für Her­bert Blom­stedt, Kent Naga­no, Rafa­el Früh­be­ck de Bur­gos und Chris­ti­an Thiele­mann.

ChorWerk Ruhr

1999 gegrün­det, ein pro­fes­sio­nel­les und fle­xi­bel agie­ren­des Vokal­ensem­ble. Sein Reper­toire reicht von der abend­län­di­schen Ein- und Mehr­stim­mig­keit bis zu gro­ßen ora­to­ri­schen Wer­ken. Mit Flo­ri­an Hel­ga­th als Diri­gen­ten legt der Chor einen Schwer­punkt sei­ner Arbeit dar­in, neue Chor­mu­sik in Bezug auf tra­di­tio­nel­le Musik­for­men zu beleuch­ten und sie vor dem Hin­ter­grund der rei­chen Musik­ge­schich­te neu wir­ken zu las­sen.

Seit Grün­dung des Chors fan­den Kon­zer­te mit Musik aus allen Epo­chen bis zur Gegen­wart statt in Zusam­men­ar­beit mit nam­haf­ten Diri­gen­ten wie Syl­vain Cam­bre­ling, Rein­hard Goe­bel, Robin Grit­ton, Susan­na Mälk­ki, Kent Naga­no, Peter Neu­mann, Emi­lio Pomà­ri­co, Peter Run­del, Mar­cus Stenz, Bru­no Weil und Hans Zen­der. Kon­zer­te mit renom­mier­ten Orches­tern wie der Deut­schen Kam­mer­phil­har­mo­nie Bre­men, Con­cer­to Köln, Ensem­ble Reso­nanz, l’arte dell mon­do, dem Ensem­ble Musik­fa­brik, dem Schön­berg Ensem­ble Ams­ter­dam, dem Ensem­ble Modern, der Jun­gen Deut­schen Phil­har­mo­nie, den Bochu­mer Sym­pho­ni­kern, dem SWR Sin­fo­nie­or­ches­ter Baden-Baden und Frei­burg und dem Sym­pho­nie­or­ches­ter des Baye­ri­schen Rund­funks. Häu­fi­ge Auf­nah­men durch WDR und DLF und Teil­nah­me an natio­na­len wie inter­na­tio­na­len Musik­fes­ti­vals. Enge Koope­ra­ti­on mit der Ruhr­tri­en­na­le.


 

Eine Chor­Werk Ruhr Pro­duk­ti­on in Koope­ra­ti­on mit Chris­tus­kir­che Bochum und Kul­tur­bü­ro Bochum.

Die Zusam­men­ar­beit von Chris­tus­kir­che Bochum und Chor­Werk Ruhr geht auf das Jahr 2001 zurück. 2013 trat das Kul­tur­bü­ro der Stadt der Koope­ra­ti­on bei. Gemein­sa­mes Ziel: dem Eli­te-Chor eine Hör­Hei­mat im Ruhr­ge­biet schaf­fen.

Chor­Werk Ruhr sel­ber ist ein Pro­jekt der Kul­tur Ruhr GmbH, geför­dert durch das Minis­te­ri­um für Fami­lie, Kin­der, Jugend, Kul­tur und Sport des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len.