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Chorwerk Ruhr | Verlust und Glaube | Konzert zum Totensonntag

24. November, 17:00

Chor­werk Ruhr by Pedro Mali­now­ski

Kein Auto­ma­tis­mus. Der Titel des Kon­zerts folgt kei­ner Wenn-Dann-Logik, als sei der Tod eines gelieb­ten Men­schen der Ampel­start des Glau­bens. Als kön­ne Glau­ben gegen Trau­er hel­fen wie Aspi­rin gegen Schmerz. Wenn ein Mensch, der geliebt wird, stirbt, und wenn die Lie­be, die ihm gilt, durchs Leben irrt und kei­nen Ort fin­det, an dem sie sich nie­der­las­sen könn­te, weil über­all bereits wer anders sitzt, der Tod, die Lee­re, der Ver­lust, wenn es so ist, dann ist Glau­be ein Auf­schrei­en, kein Ein­stim­men. Der Tod, sagt der Glau­be, ist ein Skan­dal.

Dabei kommt nichts so natür­lich daher und so all­täg­lich wie der Tod, der gro­ße Gleich­ma­cher. Ihn als Skan­dal zu denun­zie­ren, wie es die Bibel tut, die gro­ße Gleich­ma­che­rei nicht als selbst­ver­ständ­lich hin­zu­neh­men, die­se Sicht auf den Tod gibt der Glau­be frei, er wider­spricht. Wer glaubt, will nicht zum Mit­läu­fer wer­den im Kreis­lauf der Natur, son­dern hofft dar­auf, ein­mal aus­zu­bre­chen aus ihm.

Und hält sich dabei an den Ein­zel­nen, den Unglei­chen. Den Men­schen, der im lie­ben­den Blick unver­wech­sel­bar erschien und ein­zig­ar­tig. Und der im trau­ern­den Blick, dem Blick zurück, ein­zig­ar­tig erscheint und unver­wech­sel­bar. Trau­er dis­kre­di­tiert die Idee, dass sich die Indi­vi­dua­li­tät eines Men­schen in einem Meer unsterb­li­cher See­len auf­lö­sen kön­ne wie Salz in einer Lake. Sie hofft nicht auf das, was wer­den könn­te, son­dern hält sich an das, was war: Woll­te Gott, ich wäre für dich gestor­ben! O Absa­lom, mein Sohn, mein Sohn!


KONZERT ZUM TOTENSONNTAG

Chor­werk Ruhr mit einem a-cap­pel­la-Pro­gramm, dar­in drei Haupt­wer­ke:

ERIC WHITACRE, neo-impres­sio­nis­ti­scher US-Ame­ri­ka­ner, reagiert mit sei­nem „When David heard“ auf eine erschüt­tern­de Trau­er­er­fah­rung, den Unfall­tod des 19jährigen Soh­nes sei­nes Chor­lei­ters. Whit­a­c­res Werk, ein gro­ßer Kla­ge­ge­sang, sucht die Balan­ce zwi­schen Auf­schrei und Stil­le.

Auf den Text, der von Davids Trau­er erzählt, gehen auch die geist­li­chen Madri­ga­le der bei­den früh­ba­ro­cken eng­li­schen Kom­po­nis­ten THOMAS WEELKES und THOMAS TOMKINS zurück. In der Kom­po­si­ti­on die­ses Pro­gramms machen ihre Wer­ke hör­bar, wie sich ein Gefühl, das sich gegen den Tod auf­lehnt, durch die Jahr­hun­der­te hin­durch ent­wi­ckelt hat: Trau­er ist kei­ne natür­li­che Reak­ti­on, son­dern ein mensch­heit­li­ches Emp­fin­den, es ist das Urge­fühl von Soli­da­ri­tät, das uns durch die Jahr­hun­der­te hin­durch ver­bin­det.

FRANCIOS POULENC wie­der­um hat, indem er sei­ne kom­ple­xe „Mes­se in G-Dur“ kom­po­nier­te, gegen den Tod rebel­liert und zugleich Trost gefun­den im Glau­ben. Auch er, Neo­klas­si­zist, hat eine Ant­wort gesucht auf ein bru­ta­les Fak­tum  —  ein Freund war den Unfall­tod gestor­ben. Anders Pou­lencs vier­tei­li­ge A-cap­pel­la-Kan­ta­te „Un soir de nei­ge“ aus dem Jahr 1944: Die auf den ers­ten Blick „welt­li­che Kan­ta­te“ erschließt die Ein­sam­keit des Todes in poe­ti­schen Bil­dern, in Bil­dern des Win­ters, die der sur­rea­lis­ti­sche Dich­ter Paul Èluard erschaf­fen hat.


PROGRAMM

FRANCIS POULENC | 1899–1963
Un Soir de nei­ge (1944)
1. De gran­de cuil­lers de nei­ge …
2. La bon­ne nei­ge …
3. Bois meur­tri …
4. La nuit le fro­id la soli­tu­de …

HERBERT HOWELLS | 1892–1983
Requi­em
Sal­va­tor mun­di
Psalm 23
Requi­em aeter­nam (I)
Psalm 121
Requi­em aeter­nam (II)

Pau­se

THOMAS WEELKES | 1576–1623
When David heard

THOMAS TOMLINS | 1572–1656
When David heard

ERIC WHITACRE | *1970
When David heard

FRANCIS POULENC | 1899–1963
Mes­se en sol majeur
_ Kyrie
_ Glo­ria
_ Sanc­tus
_ Bene­dic­tus
_ Agnus Dei

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CHORWERK RUHR
SEBASTIAN BREUING | Diri­gent

» Sonn­tag | 24.11.2019 | 17 Uhr
» Ein­lass 16:15 Uhr
» VVK 22 € zzgl. Gebüh­ren
» 1/2 Preis für alle bis 25 Jah­re | 1/2 Preis bei Vor­la­ge des Bochum-Pas­ses
» Tickets in allen VVk-Stel­len bun­des­weit oder direkt hier bei uns ordern (hier kli­cken)

Eine CHORWERK RUHR Pro­duk­ti­on in Koope­ra­ti­on mit der Chris­tus­kir­che Bochum und dem Kul­tur­bü­ro der Stadt Bochum