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Dirk Maassen | Ocean — solo piano

7. Februar 2020, 20:00

Dirk Maas­sen

In Deutsch­land gibt es wohl 8 Mil­lio­nen Kla­vie­re, jedes ein­zel­ne ver­spricht eine Welt. Gespielt wer­den sie von Men­schen, die ver­su­chen, sich ihre eige­ne Welt zu erspie­len. Eine, in der hör­bar wer­de, was sie füh­len. Wenn man sich ein­mal vor­stellt, was alles  —  nach Fei­er­abend und in die Nacht­stun­den hin­ein  —  an Emp­fin­den in unse­re gemein­sa­me Welt hin­ein gespielt wird, was da an Gefüh­len durch die Stra­ßen klingt, in denen wir woh­nen, und durch die Näch­te, in denen wir träu­men …

Dirk Maas­sen ist Com­pu­ter­spe­zia­list, er ent­wi­ckelt Soft­ware, das heißt, er arbei­tet im binä­ren Code, der Strom ist an oder aus, die Tas­te weiß oder schwarz, dazwi­schen gibt es nichts. Eigent­lich gibt es gar nichts dazwi­schen, aber könn­te es nicht doch etwas geben …

Es ist nach Fei­er­abend, Dirk Maas­sen macht sich auf die Suche nach dem, was zwi­schen den wei­ßen und schwar­zen Tas­ten woh­nen mag in unse­ren Stra­ßen, er setzt sich ans Kla­vier, eines von 8 Mil­lio­nen in Deutsch­land, und spielt. Und was er sich erspielt, wird von Mil­lio­nen Men­schen welt­weit gestreamt: Maas­sen ist einer der meist­ge­hör­ten Pia­nis­ten im Land.

War­um? Weil er, wo immer er spielt, und sei­en es gro­ße Kon­zert­häu­ser, noch immer da sitzt wie zuhau­se und ver­sucht, die­se ganz ein­fa­chen Din­ge aus­zu­drü­cken, die den Tag über unbe­rück­sich­tigt geblie­ben sind und die man still und lei­se mit nach Hau­se trägt. Sie haben gro­ße Namen, die­se Din­ge, sie hei­ßen Hoff­nung und Sehn­sucht, Dank­bar­keit und Trau­rig­keit und Wunsch, aber die­se Namen klin­gen alle nicht so, wie sie sich anfüh­len. Das ist, was Dirk Maas­sen spielt: wie sie sich anfüh­len, die­se gro­ßen Gefüh­le, die so lei­se sind und so intim.

Dirk Maas­sen? Er sel­ber for­mu­liert es völ­lig anders, er ist Com­pu­ter­spe­zia­list, er sagt:

„Wenn ich spie­le, ver­su­che ich die Welt von innen her­aus und gleich­zei­tig auf einer höhe­ren abs­trak­ten Ebe­ne zu ver­ste­hen.“

Mit 10 Jah­ren hat er begon­nen, Kla­vier zu spie­len, auch Kir­chen­or­gel, hat dann den Syn­the­si­zer ent­deckt und die Com­pu­ter­sounds, hat in Bands gespielt und ist getourt, sein eigent­li­cher Beruf aber wur­de es, Soft­ware zu ent­wi­ckeln. Nach Fei­er­abend dann die binä­ren Tas­ten zuhau­se, Maas­sen spielt für sich, neu­deutsch wür­de man sei­ne Musik in der Neo­klas­sik ein­sor­tie­ren, wür­de sie mit Yann Tier­sen ver­glei­chen („Die fabel­haf­te Welt der Amé­lie“), mit Max Rich­ter und Ludo­vico Ein­au­di, und viel­leicht war es auch genau so, denn es waren Freun­de, die ihn dräng­ten, das, was er spielt, auf Sound­cloud zu strea­men. Das hat er getan, eine Nacht spä­ter hat­te sein Heim­spiel ein welt­wei­tes Publi­kum gewon­nen. 

Ein Mil­lio­nen­pu­bli­kum, in der Tat, es beglei­tet ihn bis heu­te und hört ihm regel­mä­ßig zu und fühlt mit dem, was er fühlt, emp­fin­det, wie er emp­fin­det. Auf die­se Wei­se ist Dirk Maas­sen  —  er hat sich nicht dahin gedrängt, er wur­de getra­gen  —  zum Solo­pi­anis­ten gewor­den. Maas­sen teilt etwas mit vie­len, er teilt es mit und jetzt auch live: Er kommt in die Kir­che und setzt sich  —  es wird wie­der nach Fei­er­abend sein  —  an unse­ren Flü­gel und spielt und fühlt …

„Das Kla­vier“, sagt er, „ist mein Tage­buch.“


 

DIRK MAASSEN | Oce­an — solo pia­no

Frei­tag 7. Febru­ar 2020 | 20 Uhr
Ein­lass 19 Uhr
Tickets 29,90 | 34,90 | 39,90 €
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