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Henry Rollins | Henry Rollins‘ Travel Slideshow

29. November, 20:00

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Hen­ry Rol­lins by Ross Hal­fin

US-Under­ground, wäre er da zu ver­or­ten? Wenn, dann ist unten über­all und über­all ist Under­ground: Hen­ry Rol­lins ist Hard­core-Punk und Schrift­stel­ler und ein Ver­le­ger, er ist Rei­se­jour­na­list und poli­ti­scher Kom­men­ta­tor, er mode­riert im Radio und hat eige­ne Sen­dun­gen im TV, spielt Rol­len in Fil­men, die sie­deln zwi­schen Hor­ror, Thril­ler und Komö­die, und spä­ter am Tag ist er Gewicht­he­ber mit Ambi­ti­on. Ein Despe­ra­do des Tuns:

In Washing­ton gebo­ren, lebt in L.A.. Und hat geschafft, das zu errei­chen, was purer Luxus ist: dass er sich, was er als nächs­tes tut, nach Lust und Lau­ne sucht, nach sei­ner per­sön­li­chen Moti­va­ti­on. Was er auch singt, erzählt und zeigt, es geschieht  —  so for­mu­liert es sei­ne Agen­tur  —  „aus rei­nem Her­zen“. Und das ist das Gegen­teil von naiv, das rei­ne Herz  —  sie­he Psalm 51, sie­he Mat­thä­us 8,5  —  sieht die Welt fil­ter­los und nutzt die Spra­che  —  Gram­my 1994! für ein Spo­ken-Word-Album!  —  nutzt die Spra­che, um Poli­tik und Poe­sie, Wut und Witz, Pole­mik und Pri­va­tes zu ver­schach­teln.

Welt­rei­sen durch Kopf und Kon­ti­nen­te, durch Kri­sen und Kata­stro­phen, durch Come­dy und Ankla­gen. Rol­lins pro­vo­ziert, weil er opti­mis­tisch ist, der Satz gilt auch vice ver­sa: Hör­te er auf zu pro­vo­zie­ren, lohn­te es tat­säch­lich kei­ne Mühe mehr.

So gese­hen und gele­sen und gehört, muss man Rol­lins als opti­mis­tisch betrach­ten von Anfang an. Bereits Black Flag, die Hard­core-Legen­de, der er von 1981 bis zu ihrer Auf­lö­sung 1986 als Shou­ter vor­stand, setz­te sich von den kon­form moti­vier­ten Bands ihrer Zeit ab. Auch sie waren wütend, selbst­re­dend, und in Momen­ten waren sie hass­erfüllt, das aber nicht als Prin­zip, noch weni­ger als Image. Son­dern gegen jene, denen sie nach­wei­sen konn­ten, wel­ches Unheil sie ange­rich­tet haben.

Mit der Rol­lins Band, die seit 1986 in wech­seln­den Beset­zun­gen bis heu­te exis­tiert, schuf er dar­über hin­aus einen neu­en Musik­stil, indem er die Bra­chia­li­tät des Hard­core mit der Schwe­re des Del­ta Blues ver­meng­te. Hard­core und Blues? ‚Hard­core-Blues’ ist das, was kei­ne ande­re Band die­ser Welt kann. Viel­leicht des­halb, weil, wer den Blues hat, noch etwas ande­res haben muss: ein rei­nes Herz.

Und jetzt? Jetzt etwas sehr Spe­zi­el­les. Im Febru­ar die­ses Jah­res hat­te Rol­lins euro­pa­weit zu einer Hand­voll Auf­trit­te gela­den, die waren Wochen vor­her aus­ver­kauft, jetzt legt er  —  wie gesagt, er folgt der Lust und sei­nem Her­zen  —  5 Aben­de nach. 5 indi­vi­du­el­le Aben­de für ein gan­zes Land zwi­schen Ham­burg und Mün­chen, einer davon in Bochum, Rol­lins‘ „Tra­vel Sli­de­show“ ist  —  was? Ein Dia­vor­trag.

Einer nach sei­ner Art, nicht not­wen­dig kal­ku­lier­bar. Er hat sich vor kur­zem durch Tau­sen­de sei­ner Rei­se­fo­tos gewühlt und sie dra­ma­tur­gisch gebün­delt, das Ergeb­nis: eine Tour de Force der Mensch­heit. Kein Spa­zier­gang, die­ser Abend: hier Krieg, dort Hoff­nung, hier Kri­se, dort Auf­bruch, und Rol­lins erzählt dazu in sei­ner eige­nen, sehr ener­ge­ti­schen Wei­se, was er erlebt hat auf sei­nen Tou­ren und wer ihm begeg­net ist, mona­te­lan­ge ist er durch Gegen­den wie Bhu­tan und Nord­ko­rea, Kuwait und Kir­gi­si­en, Syri­en und Sri Lan­ka, Bru­nei und Mali gereist. Eher unwirt­lich, der Pro­spekt, Rol­lins deu­tet, infor­miert, bezieht Posi­ti­on, er ver­quickt sei­nen eige­nen Blick auf die Welt mit über­ra­schen­den Poin­ten und spon­ta­ner Come­dy.

Und dann wird dies pas­sie­ren. Oder das. Oder bei­des, er ist ein Per­for­mer, einer, der sein Publi­kum drei Stun­den und län­ger fes­seln kann. Bis in die letz­te Rei­he. Die Washing­ton Post, kei­ne Dorf­zei­tung, hat es so aus­ge­drückt:

„Wort­krie­ger, Über­zeu­gungs­tä­ter, Pro­vo­ka­teur, Humo­rist, selbst Moti­va­tions-Trai­ner: Was für ein wun­der­bar enthu­si­as­ti­sches und mit­rei­ßen­des Geschnat­ter!“


HENRY ROLLINS  |  Hen­ry Rol­lins‘ Tra­vel Sli­de­show

» Don­ners­tag 29. Novem­ber | 20 Uhr
» Ein­lass 19 Uhr
» Tickets 30,10 € zzgl. Geb.
» VVK direkt hier bei uns!
» Park­haus P3 wird eigens län­ger geöff­net sein!