Lade Veranstaltungen

Jochen Gerz | “Europa ein Versprechen geben”

9. Mai, 17:0018:30

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Jochen Gerz 2010 in der Chris­tus­kir­che zusam­men mit Joel Epal­le vom VfL Bochum

2009, als es noch kei­nen Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens gab, wohl aber ein paar Tau­send Men­schen, die einem Platz, den es nicht gab, ihren Namen gege­ben haben, sag­te Jochen Gerz: 

„Wer meint, das The­ma die­ses Plat­zes sei eine Garan­tie dafür, dass man ihn leicht ver­ste­hen kön­ne, der irrt. Euro­pa führt in uns eine eigen­ar­tig unwirk­li­che Exis­tenz, ein Schat­ten­da­sein. (…) Wir sind dafür, dass es kei­nen Krieg mehr gibt in Euro­pa, wir sind bereit für eine gemein­sa­me demo­kra­ti­sche Zukunft. Doch je mehr die Krie­ge und Geno­zi­de Geschich­te wer­den, um so weni­ger sind wir moti­viert, den Preis für eine rea­le, unbe­que­me euro­päi­sche Inte­gra­ti­on zu zah­len. Wir blei­ben lie­ber im Nie­mands­land…“

Wo liegt Euro­pa? Gibt es einen Ort in unse­rem Her­zen, der die­sen Namen trägt? Das war die Fra­ge, vor die uns Jochen Gerz gestellt hat. 1940 in Ber­lin gebo­ren, hat­te er 40 Jah­re über in Frank­reich gelebt, heu­te lebt er in Irland. Lehr­auf­trä­ge an mehr als 60 Uni­ver­si­tä­ten welt­weit, Mit­glied der Aka­de­mie der Künste, Ber­lin, Trä­ger des Ord­re Natio­nal du Méri­te, Paris. 

Mit sei­nen Arbei­ten im öffent­li­chen Raum hat Gerz das Rol­len­mus­ter von Künst­ler und Betrach­ter radi­kal ver­än­dert, er sagt:

„Eine Gesell­schaft von Zuschau­ern ist der Tod der Kunst.“

Und wäre, was sehr viel schlim­mer, der Tod von Demo­kra­tie:

„In der Demo­kra­tie ist es eigent­lich undenk­bar, dass wir eine Kul­tur haben, die uns zu Betrach­tern macht.“

Sein Ate­lier, so Gerz, sei der Raum, der allen gehört, der städ­ti­sche, der euro­päi­sche, der öffent­li­che Raum. 500 Mil­lio­nen Men­schen leben in der Euro­päi­schen Uni­on: Ist es vor­stell­bar, alle ihre Stim­men zu hören? In Bochum hat Gerz  —  von Stadt und Chris­tus­kir­che beauf­tragt  —  den Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens rea­li­siert: ein Platz, der den Ver­spre­chen gewid­met ist, die 14.726 Men­schen an Euro­pa gege­ben haben. Der Platz ist ein Beginn.

Das Gespräch mit Jochen Gerz wird auf eben die­sem Platz statt­fin­den, auf dem wir für drei Tage ein „Euro­pa-Café“ ein­rich­ten. Es wird kein Podi­um wer­den und kein Vor­trag, son­dern eine dia­lo­gi­sche Form gewin­nen: offen für alle, die bereit sind, euro­pä­isch zu den­ken.

An dem Gespräch mit Jochen Gerz teil­neh­men wer­den Jens Dirk­sen, Kul­tur­chef der WAZ, sowie der Direk­tor des Bochu­mer Kunst­mu­se­ums, Dr. Hans Gün­ter Golin­ski.

 


DIE STADT DES EUROPÄISCHEN VERSPRECHENS
Jochen Gerz im Café Euro­pa

» Don­ners­tag 09. Mai | 17:00 Uhr
» Ach­tung: Beginn auf 17 Uhr vor­ver­legt! (Im gedruck­ten Pro­gramm steht 19 Uhr.)
» Ein­tritt frei