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Julia Hülsmann | urban urtyp #61

11. Februar, 19:00

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Julia Hüls­mann by Vol­ker Beus­hau­sen

Grand Fema­le Pia­no. Radi­kal, weil unauf­ge­regt, impo­nie­rend, weil ohne Geha­be, lyrisch, weil ohne Allü­re. Jeder Ton hat sei­nen Sinn, was unnö­tig ist, bleibt unge­spielt, sie beweist, dass sie kei­nem nichts bewei­sen muss. Andäch­tig unan­ge­strengt, ein­neh­mend melo­di­ös, bei­läu­fig vir­tu­os.  Eine der bes­ten, das ist sicher: 3 Zent­ner Flü­gel feder­leicht.

„Lyri­ke­rin des Jazz“, hat eine gro­ße Wochen­zei­tung sie genannt, Jazz­po­di­um hat es ähn­lich gehört und so beschrie­ben:

„Der Pia­nis­tin Julia Hüls­mann gelingt das Kunst­stück, das Schö­ne und Schlich­te mit dem Sinn für Klang­far­ben und Nuan­cen intel­li­gent zu ver­ei­nen. Nicht um ver­blüf­fen­de Tech­nik und Schnel­lig­keit ist ihr zu tun, sie über­zeugt durch klang­schö­nen Aus­druck und sub­ti­le Dif­fe­ren­zen. Selbst in stär­ker groo­ve­be­ton­ten Titeln fühlt man sich eher an ent­spann­tes Schwe­ben als an boden­stän­di­ge Bewe­gung erin­nert.“

Peter Rüe­di hat ihr Spiel so gehört:

„Julia Hüls­mann ist als Pia­nis­tin und Kom­po­nis­tin eine Lyri­ke­rin. Sie sucht die knap­pe Form mit lan­gem Nach­hall, nicht die gro­ße erzäh­le­ri­sche Ges­te. Dabei scheut sie jede Art von Tie­fen­schwin­del. Vor Pop­songs schreckt sie kei­nes­wegs zurück […] Er klingt wie von ihr erfun­den – und ihre Ori­gi­na­le klin­gen wie Stan­dards. […] Atem, Raum, Spar­sam­keit sind über­haupt Stich­wor­te für ihre Musik. […] Hüls­mann lässt sich von Gefüh­len nicht um den Ver­stand brin­gen, aber sie lässt sie zu, sozu­sa­gen als Kor­rek­tiv ihres Hangs zum trans­pa­ren­ten Kon­struk­ti­vis­mus. Gefüh­le, zuwei­len auch melan­cho­lisch ein­ge­dun­kel­te. Nicht: Sen­ti­men­ta­li­tä­ten.“

Auch des­halb ist sie: eine genia­le Part­ne­rin, ihr Trio  —  sie mit Marc Muell­bau­er und Hein­rich Köb­ber­ling  —  ist phä­no­me­nal, und das liegt dar­an, dass sie eine Kunst beherrscht, die gera­de am Pia­no äußerst sel­ten gepflegt wird  —   die Kunst, ande­re nach vorn zu spie­len. Sie war mit Celi­ne Rudolph bei uns, das Pia­no war, eben weil es sich nie auf­ge­drängt hat, prä­sent wie nie zuvor. Und nie danach, Juli­as Art zu spie­len blieb hier, als sie sel­ber schon wie­der zuhau­se war in Ber­lin.

Wo sie stu­diert hat, dann ging sie für eini­ge Zeit nach New York und stieß dort eher zufäl­lig auf die Stim­me von Rebek­ka Bak­ken: „Nach zwei Minu­ten bin ich fast umge­kippt.“ Sie schreibt Songs für die­se Stim­me, hat eine Vor­stel­lung davon, in wel­che Welt hin­ein sich die­se Stim­me ent­fal­ten möge, hat aber kei­ne Tex­te und sucht. Und sucht. Und stößt auf die Gedich­te von E.E. Cum­mings, Rebek­ka Bak­ken ist begeis­tert, „Scat­te­ring Poems“ ent­steht, ein inzwi­schen legen­dä­res Album und für Rebek­ka Bak­ken ein Mei­len­sprung in ihrer eige­nen Ent­wick­lung.

2003 war das und ist nur eine Geschich­te von vie­len, die erzäh­len, in wel­cher Liga Julia Hüls­mann spielt. Es ist ihre eige­ne, es gibt kei­nen Liga­be­trieb, Julia Hüls­mann spielt solo.


JULIA HÜLSMANN | urban urtyp #61

» 11. Febru­ar | Kein-Kar­ne­vals­sonn­tag
» urban urtyp heißt: immer 19 Uhr, immer nur 10 €
» Tickets hier online ordern oder bes­ser noch direkt bei uns reser­vie­ren: ticket@urbanurtyp.de


Julia wird sup­por­ted by | THE CELLO EXPERIENCE

Dani­el Brandl an Cel­lo und Com­pu­ter, Giu­sep­pe Mato­ne an den Drums. 2 Impro­vi­sa­teu­re, 1 Musik. Ein­flüs­se aus Blues, Jazz, Klas­sik, Welt­mu­sik, sie tau­chen auf und wie­der ab, ent­schei­dend ist, wie die 2 mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren.  Dani­el Brandl und sein Cel­lo sind mit der Chris­tus­kir­che bes­tens bekannt, er hat hier  —  auch vor gro­ßem Publi­kum, Außen­mi­nis­ter ein­ge­schlos­sen  —  solo gespielt und am Anfang, als es mit urban urtyp los­ging, mit Par­füm Bru­ta­le.

Hier ein Video, mit einem Text von Langston Hug­hes unter­legt: