Lade Veranstaltungen

Julia Kadel Trio | urban urtyp #69

13. Januar 2019, 19:00

Julia Kadel by Tho­mas Schlor­ke ©

Alles wegen Julia, Julia Hüls­mann: Ihr spiel­te Julia Kadel vor, das ist ein paar Jah­re her und Julia (Kadel) war etwas unglück­lich, weil ihr beim Psy­cho­lo­gie-Stu­die­ren das Kla­vier aus den Augen glitt und der Sinn aus den Hän­den. Spiel­te sie also Julia Hüls­mann vor, die sag­te: „Was willst du denn? Mach Musik!“ Seit­dem macht sie. Neu­es Stu­di­um begon­nen, Trio gegrün­det, ers­te Auf­nah­men, die hört Till Brön­ner, der emp­fiehlt sie sei­ner Plat­ten­fir­ma, die reicht sie an ihre Edel-Abtei­lung wei­ter, und so kommt es, dass das ers­te Album die­ses völ­lig unbe­kann­ten Tri­os wo erscheint? Bei Blue Note.

Durch­at­men. Blue Note hat The­lo­nious Monk ver­öf­fent­licht. Blue Note hat Her­bie Han­cock ver­öf­fent­licht. Und Chick Corea und Brad Mehl­dau, Blue Note hat Miles Davis ver­öf­fent­licht und Son­ny Rol­lins und Quin­cy Jones, Way­ne Shorter und John Col­tra­ne, Ornet­te Cole­mann und Jamie Cul­lum und Bob­by McFer­rin und Mar­cus Mil­ler und Cas­san­dra Wil­son und … Julia Kadel.

Zwei­tes Album: „Eine Offen­ba­rung!“ Schreibt die Kri­tik, das ist kei­ne zwei Jah­re her. Das Trio  —  Julia Kadel am Pia­no, Karl-Erik Enkel­mann am Bass, Stef­fen Roth an den Drums  —  bestä­tigt qua­si aus dem Stand das Niveau, das mit e.s.t., dem Esbjörn Svens­son Trio gesetzt wor­den ist und für das heu­te Micha­el Woll­nys „(em)“ steht und natür­lich das Ting­vall Trio. Heißt: Null Retro-Jazz, kei­ne Kunst­fer­tig­kei­ten, kei­ne Jazz-Etü­den, son­dern … ach müsst ihr sel­ber hören, unbe­dingt. Julia Kadels Trio ist anders als der Power­jazz von e.s.t., nicht so ver­rockt wie Ting­vall, weni­ger aka­de­misch als Woll­nys (em), aber mit einem eben­so wei­ten Aus­drucks­spek­trum, genau­so zupa­ckend, melo­di­ös, spiel­freu­dig, ide­en­reich. Das Kadel Trio mag alle sol­che Ver­glei­che nicht. Das muss man sich leis­ten kön­nen.

Sagen wir es also anders: Die­ses Trio kann musi­ka­li­sche Stim­mun­gen erzeu­gen, die wie eine crea­tio ex nihi­lo den Raum erfül­len, aber dann rei­tet es die­se Stim­mun­gen nicht wie ein Sur­fer sei­ne Wel­le, son­dern taucht in sie ein. Ob man das, was dann mit einem pas­siert, Jazz nennt oder nicht, das sei gar nicht wich­tig, schrieb ein Kri­ti­ker, „die­se Klang­welt ist ziem­lich offen. So als wäre all die­sen Stü­cken eine unaus­ge­spro­che­ne Emp­feh­lung bei­ge­fügt: Taucht mit ein.“

Machen wir. Und dann ist da noch etwas, das Julia Kadel mit urban urtyp ver­bin­det, sie kommt aus Kreuz­berg. urban urtyp ist die Indie-Rei­he an der Ruhr. 1 x im Monat immer sonn­tags 19 Uhr, immer 10 Euro, immer anders. uu ist „ziem­lich offen“ um das Kadel-Lob zu zitie­ren, uu ist Jazz und Post, Elek­tro und Spra­che, Klas­sik und Ambi­ent und Pop und mehr. Stil, der sich kei­nem Stil ver­schreibt.

Das alles im Zen­trum der Stadt in einem Raum, der Musik ver­dich­tet: ein Kubus, 10 x 10 Meter groß, er wird für jedes urban urtyp-Kon­zert in den wei­ten Kir­chen­raum gestellt, es ist ein Hör­raum.

Hören, was man nicht kennt. Oder wie Julia Kadel sagt: „Es ergibt kei­nen Sinn, etwas zu tun, das für mich kei­ne Bedeu­tung hat.“


JULIA KADEL TRIO | urban urtyp #69

Julia Kadel | pia­no
Greg Cohen | bass
Stef­fen Roth | drums

» Sonn­tag 13. Janu­ar | 19 Uhr
» Ein­lass 18:30 Uhr
» wie immer bei urban urtyp: nur 10 € !
» VVK direkt hier bei uns
» oder bes­ser noch: direkt bei uns reser­vie­ren, wir machen das dann