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Kroke | Konzert zum Tag des Friedens

1. September, 19:00

"Neue polnische Musik": KROKE

Kro­ke by Jacek Dylag ©

Vor 80 Jah­ren, am 1. Sep­tem­ber 1939, begann der Zwei­te Welt­krieg.

Er dau­er­te 2077 Tage, mehr als 60 Mil­lio­nen Men­schen star­ben. Die Zahl bezif­fert, was nicht vor­stell­bar ist. Und sie ver­wischt, wer Täter war, wer Opfer. Was uns heu­te gemein­sam ist: dass sol­ches Leid nie wie­der sei, NIE WIEDER KRIEG. Der Wunsch ist drin­gend, er gewinnt sei­nen Sinn, wenn wir alles tun, dass auch AUSCHWITZ NIE WIEDER sei. Bei­de Sät­ze sind wahr, sie sind ein euro­päi­sches Ver­spre­chen.

Eines, das KROKE in sei­ner Musik ver­dich­tet: Das Trio holt wie­der her­vor, was die Nazis ver­nich­tet haben, die jid­di­sche Tra­di­ti­on, die ein­mal pol­nisch war und ukrai­nisch, weiß­rus­sisch und bal­tisch, die in Russ­land zuhau­se war und auf dem Bal­kan. Kro­ke hat die­se Musik wei­ter­ge­schrie­ben in die Gegen­wart hin­ein, sie haben den jid­di­schen Klez­mer mit pol­ni­schem Jazz ver­knüpft, mit euro­päi­scher Klas­sik und ori­en­ta­li­schen Groo­ves, mit west­li­chem Pop und öst­li­chen Sounds. Sie rei­sen durch die Gär­ten der Phan­ta­sie, hören zu, neh­men auf, laden ein, sie impro­vi­sie­ren mit dra­ma­tur­gi­schem Gespür, mit Lei­den­schaft, aber ohne Bom­bast: Es ist eine sehr eige­ne Art der Mini­mal-Art, die das Trio ent­wi­ckelt. Als habe Vel­vet Under­ground den Klez­mer ent­deckt.

1992 hat­ten Jer­zy Bawos, Tomasz Kukur­ba und Tomasz Lato das Trio gegrün­det, im sel­ben Jahr dreh­te Ste­ven Spiel­berg in Kra­kau „Schind­lers Lis­te“, der Film erzählt die Geschich­te der Stadt, in der Kro­ke spielt. Und dann spiel­te Kro­ke, von Ste­ven Spiel­berg gela­den, an dem Abend, an dem die Über­le­ben­den und ihre Fami­li­en in Jeru­sa­lem zusam­men­ka­men, um die bewe­gen­de Schluss-Sze­ne an Schind­lers Grab zu dre­hen: Yerus­ha­lay­im shel zahav …

Kro­ke ist das jid­di­sche Wort für Kra­kau, die Stadt war, bevor die Deut­schen kamen, ein euro­päi­sches Zen­trum. Und blieb wie durch ein Wun­der unzer­stört  —  anders als War­schau, und Rot­ter­dam, anders als Lenin­grad und Coven­try und Kiew, anders auch als das Ruhr­ge­biet, anders vor allem als Lidi­ce in Tsche­chi­en, Ora­dour in Frank­reich, das grie­chi­sche Kala­vri­ta, das spa­ni­sche Guer­ni­ca, das ita­lie­ni­sche Marza­bot­to … die Städ­te Euro­pas.

Im Blick zurück erken­nen wir etwas Gemein­sa­mes, ein Ver­spre­chen, das wir uns geben. Des­halb die­ses Kon­zert.


KROKE | KONZERT ZUM TAG DES FRIEDENS
Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens
1. Sep­tem­ber 2019

Jer­zy Bawos | Akkor­de­on
Tomasz Kukur­ba | Vio­li­ne
Tomaz Lato | Kon­tra­bass

» Sonn­tag 1. Sep­tem­ber
» Beginn: 19:00 Uhr
» Ein­lass 18:00 Uhr 
» Tickets 20,00 € | 10,00 € für alle bis 25 Jah­re | jeweils inkl. Gebüh­ren
» VVK in allen VVK-Stel­len bun­des­weit oder direkt hier bei uns online ordern (hier kli­cken)