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Lea W. Frey | urban urtyp #72

7. April, 19:00

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Lea W. Frey und Band ©

Indie Ambi­ent Pop. Um es auf ein 3-Wor­te-Wort zu brin­gen, da fehlt jetzt aller­dings das Wort Jazz. Und das Wort Klas­sik, die­se Stim­me ist offen­bar klas­sisch geschult, sie spa­ziert durch vier Okta­ven. „Hohe Sing­kul­tur“, schrieb RONDO, das Klas­sik- & Jazz­ma­ga­zin, „hohes Sucht­po­ten­ti­al“ die SÜDDEUTSCHE. Erin­nert an Kate Bush, das ist unver­meid­lich. Leas Drum­mer aller­dings ist Andi Haberl von THE NOTWIST, um ein­mal in eine ganz ande­re Rich­tung zu wei­sen, eine mega-erfolg­rei­che. Gibt es das Wort Kraut-Pop? Käme hin.

Lea W. Frey also, Ber­li­ne­rin und nicht zuge­zo­gen, Sän­ge­rin und top aus­ge­bil­det. Ihr Drum­mer aus dem Indie-Ambi­ent-Seg­ment, an den Sai­ten das jazz-affi­ne Bru­der­paar Mey­er, Peter und Bern­hard, die bei­den bil­den ansons­ten 2/3 des Melt-Tri­os, das wie­der­um zu den auf­fäl­ligs­ten Gitar­ren-Tri­os im hie­si­gen Jazz gerech­net wird. Und an den Tas­ten die stets mas­kiert auf­tre­ten­de Künst­le­rin Liz Kosack aus Brooklyn/NY.

Der Sound, den die­se Mix­tur aus Noi­se-Pop und Ambi­ent, aus Song­wri­ting und Syn­thie-Sounds, aus Jazz und Kraut­rock erschafft: kühl elek­tri­fi­ziert, sub­til har­mo­nisch und etwa so trä­nen­ver­han­gen wie der Blick, den Björk und Sigur Rós auf die­se Welt gewor­fen haben, will sagen: ganz und gar nicht. Die Welt, die in die­sem Blick erwacht, ist nicht ver­träumt, eher ver­spon­nen, nicht eso­te­risch, aber etwas ent­rückt. Nicht düs­ter, über­haupt nicht, son­dern kris­tal­lin und klar, aber auch das auf eine melan­cho­li­sche Wei­se. Irgend­wo in der Stra­to­sphä­re scheint die­ser Sound mit CAN ver­eint zu sein, mit Sun Ra, mit Por­tishead und Sonic Youth.

Und dann die­se eis­meer­kla­re Stim­me, die  —  wir reden vom Pop  —  über den Klim­wan­del singt und über Gen­tri­fi­zie­rung und, doch ja, über die Lie­be. Sie tut dies der­art unaf­fek­tiert, wie man es ewig nicht gehört hat: Die­se Stim­me bet­telt nicht um Gefüh­le, wie es die vie­len Schmer­zens­män­ner tun, die es jetzt gibt, sie singt kei­ne Töne von unten an, zer­rüt­telt sie in kei­nem Vibra­to und lässt sie am Ende einer Zei­le nicht selbst­zer­quält abschmie­ren  —  die­se gan­zen Tricks, um ech­te Gefüh­le vor­zu­täu­schen, hat sie nicht nötig, Björk hat sie auch nicht gebraucht.

Groß­stadt-Pop eben. Nicht so zugäng­lich wie eine Knei­pe in der Vor­stadt, sie haben die Berg­hain Kan­ti­ne aus­ver­kauft. Ihre Musik hält einen auf nuan­cier­te Distanz, behält immer etwas zurück. Es gibt Pop, der auf einen zukommt und unge­fragt umarmt, und es gibt Pop, vor dem man steht und staunt wie ein Rät­sel­ra­ter vor der Sphinx.

Mit ande­ren Wor­ten: Kraut-Pop für den Kraut-Kubus, den urban urtyp-Raum-im-Raum. urban urtyp? Ist die Indie-Rei­he an der Ruhr. 1 x im Monat immer sonn­tags 19 Uhr, immer 10 Euro, immer anders. Ist Jazz und Post, Elek­tro und Spra­che, Klas­sik und Ambi­ent und Pop und ande­res mehr. Ein Stil, der sich kei­nem Stil ver­schreibt. In einem Kubus, der Musik ver­dich­tet: 10 x 10 Meter groß, wird er für jedes urban urtyp-Kon­zert in den wei­ten Kir­chen­raum gestellt. Was ist urban? Hören, was man nicht kennt.


LEA W. FREY | urban urtyp #72

» Sonn­tag 07. April | 19 Uhr
» Ein­lass 18:30 Uhr
» wie immer bei urban urtyp: nur 10 € !
» VVK direkt hier bei uns
» oder bes­ser noch: direkt bei uns reser­vie­ren, wir machen das dann