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Nathan Carter | The Journey

10. März 2019, 19:00

Nathan Car­ter ©

Mit dem Sin­gen ist es wie mit dem Reden: Die einen reden viel und sagen wenig, die ande­ren hät­ten was zu sagen, reden aber kaum. Beim Sin­gen geht die Glei­chung so: Die einen haben eine gro­ße Stim­me, kön­nen aber nicht rich­tig sin­gen, ande­re sin­gen wun­der­bar, haben aber wenig Stim­me. Bei Nathan Car­ter wie­der­um ist es so:

Er kann sin­gen, er kann es nach allen Regeln der Kunst. Und: Er hat eine Stim­me und was für eine. Nathan ist der Typ, der sich, mit einem Lächeln im Gesicht, die See­le aus dem Lei­be singt, die sei­nen Kör­per ver­lässt und den Raum erfüllt und die Her­zen aller, die sie hören, und die dann zurück kehrt zu ihm und dem Lächeln in sei­nem Gesicht. In Irland ist Nathan Car­ter ein Super­star.

Und das muss man in die­sem klei­nen Land mit den gro­ßen Stim­men erst ein­mal schaf­fen. Er hat es mit 27 geschafft. Er ist einer der erfolg­reichs­ten unter den jun­gen iri­schen Musi­kern. In Zah­len: 4 #1 Alben in Fol­ge. 2 #1 DVD. In Irland. Wo man, das ist ja nun nicht neu, viel von Musik ver­steht und von der Kunst des Sin­gens.

Nathan Car­ter also. Noch nicht gehört? Den Namen? Nun, mit 4 Jah­ren fing er an, ein Instru­ment zu ler­nen, nicht irgend­ei­nes, son­dern das Qua­si-Kla­vier, das Akkor­de­on. Auch das rich­ti­ge Kla­vier. Und die Gitar­re. Und: Er wur­de Chor­kna­be in der Kathe­dra­le in Liver­pool. So geht Aus­bil­dung. Nathan hat dann ein paar Gold­me­dail­len gewon­nen beim Fleadh Cheoil, dem in Irland höchst geschätz­ten und best­be­such­ten Wett­be­werb tra­di­tio­nell-kel­ti­scher Musik.

Und dann? Ver­liebt er sich in die Stim­men einer ande­ren, einer ver­wand­ten Tra­di­ti­on, die der Coun­try & Wes­tern­mu­sik. Der jun­ge Nathan lernt, indem er die Ges­ten und die Erzäh­lun­gen, die Tech­ni­ken und Aus­drucks­mög­lich­kei­ten der gro­ßen ame­ri­ka­ni­schen Legen­den stu­diert, John­ny Cash, Way­lon Jen­nings, Don Wil­liams, Dol­ly Par­ton …

Und so, an Stim­men auf­ge­rich­tet und geschult, die über­groß schei­nen, zieht Nathan, immer noch Tee­nie, mit sei­nem Akkor­de­on durch die iri­schen Clubs. Mit 16 ist er über­zeugt davon, dass er Musi­ker wer­den und von sei­ner Art, Musik zu machen, leben kön­nen wird. Sein Vater ist ande­rer Mei­nung und besorgt ihm einen Job. Nathan nimmt den Job an, übt ihn aus und legt ihn — nach 1 Woche — nie­der. Nichts für ihn. Sei­ne Tan­te unter­stützt ihn dabei, sei­nen Traum zu erfül­len, sie fährt ihn von Club zu Club zu Club und von Liver­pool nach Bir­ming­ham nach Lon­don nach Done­gal …

Nathans höchst­ei­ge­ne ‘Never Ending Tour‘: Wie Bob Dylan steht er — und zwar 3 Jah­re lang — jede Woche auf einer Büh­ne in Irland, er erspielt sich sein eige­nes, ein begeis­ter­tes Publi­kum. Dann die ers­te Sin­gle  —  klar, ein Bob Dylan Song, “Wagon Wheel”. Nathan Car­ter steigt in den Sin­gle Charts von Null auf #1 , ab jetzt ist er kein Geheim­tipp mehr. Schluss mit den engen Büh­nen der klei­nen Clubs, jetzt die gro­ßen Hal­len und aus­ver­kauf­te Kon­zer­te mit bis zu 5.000 Fans, er erlernt — das ist ganz gro­ße Kunst — die des Enter­tai­ners. Sei­ne fol­gen­den zwei CD´s errei­chen auf Anhieb #1 der Charts, sein Debut bei Decca/Universal erhält 4 x Pla­tin. Ein Major-Erfolg, ja, aber einer, den er sich sel­ber berei­tet hat. Vor­be­rei­tet seit dem 4. Lebens­jahr.

Und jetzt: setzt er über den Kanal, wir öff­nen die Türen. Weil Nathan Car­ter hat, was so weni­ge Men­schen gleich­zei­tig haben: eine gro­ße Stim­me und eine per­fek­te Tech­nik. Stim­me ist das, was man hört, Tech­nik ist das, was man nicht merkt. Er singt, wie kom­pli­ziert es auch sei, mit Hin­ga­be plus Leich­tig­keit, singt unver­schnör­kelt gera­de­aus, sitzt läs­sig auf dem Bar­ho­cker, holt etwas Luft und füllt die Hal­le bis hin­aus in die Gar­de­ro­ben.

Jede Stim­me zählt, das wis­sen wir. Es ist eine Stim­me wie die­se, die dir sagt, war­um das so ist.


NATHAN CARTER

Sonn­tag 10. März 2019 | 19 Uhr
Ein­lass 18 Uhr
VVK 30 € zzgl. Geb.
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