Lade Veranstaltungen

René Kollo | 80

22. Februar, 20:00

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Renè kol­lo | hgm press ©

„Sie sind der Tenor, auf den ich 40 Jah­re lang gewar­tet habe.“ Wer hat das über wen gesagt? Her­bert von Kara­jan über Renè Kol­lo. Den Namen eig­net Welt­ruhm, René Kol­lo war über Jah­re, nein: Jahr­zehn­te hin­weg der Hel­den­te­nor schlecht­hin. Kara­jan hat ihn ver­ehrt, Pierre Bou­lez, Car­los Klei­ber, Georg Sol­ti, alle, die Rang und Namen besa­ßen und einen Tenor such­ten, der es mit ihnen auf­nimmt. Kol­lo nahm. Und nahm es allen übel, wie nam­haft auch immer, die Oper zur Masche degra­dier­ten, zur Pose, zur „Optik-Mache“, wie er, sel­ber gut aus­se­hend, sich ein­mal empör­te.

Denn wie kein ande­rer hat Kol­lo gewusst und es aller Welt vor­ge­führt, wie eng und pie­fig Gen­re-Gren­zen sind, Kol­lo war nie die Stim­me einer Klein­gar­ten­ko­lo­nie: Sei­ne klas­si­schen Gesangs­stun­den hat er sich, als er jung war, sel­ber finan­ziert, er hat Schla­ger gesun­gen und einen gran­dio­sen Hit gelan­det, die­sen hier:

 

 

Und? Käme jemand dar­auf, dass die­se jun­gen­haft ver­spiel­te Stim­me die des „Par­si­fals“ sein könn­te? War sie, ist sie auch im hohen Alter noch, die Stim­me aller „Hel­den“ auf den Operbüh­nen der Welt, aber dass sie es ist, liegt dar­an, dass Renè Kol­lo jede Büh­ne besin­gen konn­te, ein ZDF-Fern­seh­stu­dio genau­so wie den Hügel in Bay­reuth. Und hat es nicht abfäl­lig getan oder bei­läu­fig, weder das eine noch das ande­re hat er mit fal­schem Pathos gepimpt, wo und was immer er gesun­gen hat, René Kol­lo sang unprä­ten­ti­ös. Das Wort trifft es am bes­ten, Kol­lo hat ein neu­es Rol­len­mo­dell vor­ge­lebt: die unprä­ten­tiö­se Diva.

Ver­mut­lich muss man in Ber­lin gebo­ren und auf­ge­wach­sen sein, um so etwas zu kön­nen, die­sen selbst­ver­ständ­li­chen Wech­sel von einem Klein­gar­ten zum ande­ren und wie­der zurück. Schö­ne Blu­men über­all, ver­füh­re­ri­sche Melo­di­en, gro­ße Gefüh­le. Und jetzt: ein gro­ßer Applaus, ein dank­ba­rer, ehr­furchts­voll, Renè Kol­lo wird 80.

Ver­beu­gung! Und was macht er? Sämt­li­che Feuil­le­to­ins die­ser Repu­blik ste­hen Schlan­ge, um zu gra­tu­lie­ren, er sel­ber geht lie­ber sin­gen. Lädt zum Lie­der­abend, singt sich mit Lie­be und Andacht durch sein Reper­toire, ein uner­mess­li­ches, erzählt Geschich­ten dazu und Erin­ne­run­gen, amü­siert sich und wird ernst, singt sein Leben in Ope­ret­te und Cho­ral, singt Wer­ke sei­nes Vaters  —  René Kol­lo stammt aus einer alt­ehr­wür­di­gen Fami­lie der Unter­hal­tung, sein Groß­va­ter Wal­ter Kol­lo etwa hat so gran­dio­se Songs geschrie­ben wie Die Män­ner sind alle Ver­bre­cher, zusam­men mit Paul Lincke und Jean Gil­bert hat Wal­ter Kol­lo das mon­dä­ne Ber­lin kom­po­niert, von dem das Arm-aber-sexy-Ber­lin sich noch heu­te ernährt   —  René Kol­lo also unter­hält uns mit Songs sei­nes Groß­va­ters, mit sei­ner gro­ßen Stim­me, ein paar klei­nen Geschich­ten aus dem Betrieb, eini­gen gro­ßen aus sei­nem Leben, singt „Jesus blei­bet mei­ne Freu­de“ und „Auf der Hei­de blühn die letz­ten Rosen“, und, ja, es passt, es gehört zusam­men, es ist die eine Stim­me,

herz­li­chen Glück­wunsch, René Kol­lo!


 

RENÉ KOLLO | LIEDERABEND

» Don­ners­tag 22. Febru­ar 2018 | 20 Uhr
» Ein­lass 19 Uhr
» VVK 45,00€ zzgl. Gebüh­ren nur bei even­tim, End­preis dort ist 55,35€