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Robert Menasse | liest aus „Die Hauptstadt“

8. Mai, 18:00

Robert Men­as­se by © Raf­fae­la Pro­ell, Suhr­kamp Ver­lag

Eine Hom­mage an Euro­pa, aus­ge­zeich­net mit dem Deut­schen Buch­preis 2017. Robert Men­as­se, der gro­ße Roman­cier, liest zum Euro­pa­tag am Platz des euro­päi­schen Ver­spre­chens aus sei­nem gro­ßen euro­päi­schen Roman.


DIE HAUPTSTADT

ist da, wo die Fäden zusam­men lau­fen  –  und ein Schwein durch die Stra­ßen. Fenia Xeno­pou­lou, Beam­tin in der Gene­ral­di­rek­ti­on Kul­tur der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, sieht sich einer schwie­ri­gen Auf­ga­be gegen­über: Sie soll das Image der Kom­mis­si­on auf­po­lie­ren, dem Regie­rungs­er­satz der EU,  nur wie polie­ren, was weder wie eine Regie­rung arbei­ten noch auch nur so hei­ßen soll? Sie beauf­tragt ihren Refe­ren­ten Mar­tin Sus­man damit, eine Idee zu ent­wi­ckeln, die Idee nimmt Gestalt an: Wenn die Kom­mis­si­on ihren Geburtstag fei­ern und man ihren Geburtsort fin­den wür­de …  Die Idee sorgt für Unru­he in den Insti­tu­tio­nen, die Natio­nen machen gegen eine Erin­ne­rung mobil. 

Wäh­rend­des­sen däm­mert David de Vri­end in einem Alten­heim gegen­über dem Brüs­se­ler Fried­hof sei­nem Tod ent­ge­gen. Als Kind ist er von einem Depor­ta­ti­ons­zug gesprun­gen, der sei­ne Eltern in den Tod geführt hat, nun ist er der letz­te, der bezeu­gen soll, was er im Begriff ist zu ver­ges­sen. Auch Kom­mis­sar Brun­faut hat ein Pro­blem, auch er soll  ver­ges­sen, näm­lich einen Mord­fall. Aller­höchst poli­ti­sche Grün­de füh­ren dazu, dass er, der Fall, „zu den Akten gelegt“ wer­den soll, die aller­dings sämt­lich unauf­find­bar sind. Und dann ist da Alois Erhart, Pro­fes­sor eme­ri­tus der Volks­wirt­schaft, er soll in einem Think-Tank der EU vor den Denk­be­auf­trag­ten aller Län­der spre­chen, die Wor­te könn­ten sei­ne letz­ten sein. Und was macht Brüs­sel? Es sucht einen Namen für das Schwein, das durch die Stra­ßen läuft und in einem UBahn-Schacht ver­schwin­det. Und dann sieht es so aus, als bekä­me David de Vri­end ein Begräb­nis, das zum Begräb­nis einer Epo­che wird …

Robert Men­as­se spannt einen wei­ten Bogen zwi­schen den Zei­ten und den Natio­nen, dem Schick­sal und der Iro­nie, zwi­schen klein­li­cher Büro­kra­tie und gro­ßen Gefüh­len:

»Eine gran­dio­se … Lie­bes­er­klä­rung an Euro­pa und gleich­zei­tig eine blen­dend recher­chier­te Innen­an­sicht über die Arbeit der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on«

schrieb Denis Scheck im TAGESSPIEGEL,

»… ein gro­ßer Wurf«

urteil­te Phil­ipp Hai­bach in DIE WELT,

»ele­gant geschrie­ben, fabel­haft gebaut, poin­ten- und gedan­ken­reich«

so Andre­as Isen­schmid in DIE ZEIT. Wei­te­re Pres­se-Stim­men unten.


ROBERT MENASSE

wur­de 1954 in Wien gebo­ren und ist auch dort auf­ge­wach­sen. Er stu­dier­te Ger­ma­nis­tik, Phi­lo­so­phie sowie Poli­tik­wis­sen­schaft in Wien, Salz­burg und Mes­si­na und pro­mo­vier­te im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den »Typus des Außen­sei­ters im Lite­ra­tur­be­trieb«. Men­as­se lehr­te anschlie­ßend sechs Jah­re — zunächst als Lek­tor für öster­rei­chi­sche Lite­ra­tur, dann als Gast­do­zent am Insti­tut für Lite­ra­tur­theo­rie — an der Uni­ver­si­tät São Pau­lo. Dort hielt er vor allem Lehr­ver­an­stal­tun­gen über phi­lo­so­phi­sche und ästhe­ti­sche Theo­ri­en ab, u.a. über: Hegel, Lukács, Ben­ja­min und Ador­no. Seit sei­ner Rück­kehr aus Bra­si­li­en 1988 lebt Robert Men­as­se als Lite­rat und kul­tur­kri­ti­scher Essay­ist haupt­säch­lich in Wien. Vier Jah­re hat er, um sei­nen Roman zu recher­chie­ren, in Brüs­sel gelebt.

Men­as­ses Vater Hans war 1938 mit einem jüdi­schen Kin­der­trans­port nach Eng­land geschickt wor­den, ein Jahr nach Roberts Geburt wur­de der begna­de­te Fuß­bal­ler mit Vien­na FC öster­rei­chi­scher Meis­ter.


PREISE

Öster­rei­chi­scher Buch­preis (Short­list) 2017
Deut­scher Buch­preis 2017
Max-Frisch-Preis 2014
Hein­rich-Mann-Preis 2013
Fried­rich-Höl­der­lin-Preis der Stadt Bad Hom­burg 2002
Joseph-Breit­bach-Preis 2002
Lion-Feucht­wan­ger-Preis 2002
Marie-Lui­se-Kaschnitz-Preis der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie Tutzing 2002
Grim­mels­hau­sen-Preis 1999
Öster­rei­chi­scher Staats­preis für Kul­tur­pu­bli­zis­tik 1998
Hugo-Ball-Preis 1996
För­der­preis des öster­rei­chi­schen Wür­di­gungs­prei­ses für Lite­ra­tur 1995
Mar­bur­ger Lite­ra­tur­preis; Preis der Alex­an­der-Sacher-Masoch-Stif­tung 1994
Ber­li­ner Künst­ler­pro­gramm des DAAD 1993
För­der­preis Lite­ra­tur des Hans-Erich-Nossack-Prei­ses 1992
Hei­mi­to-von-Dode­rer-Preis 1991
Lite­ra­tur­för­der­preis der Stadt Wien 1989


WEITERE PRESSE-STIMMEN

»Ein Coup – denn bis­lang hat noch kein Schrift­stel­ler von Rang ver­sucht, her­aus­zu­fin­den, ob die euro­päi­sche Büro­kra­tie lite­ra­tur­fä­hig ist. … Men­as­se bie­tet uns mit sei­nem Roman Die Haupt­stadt ein Lese­ver­gnü­gen …«  |  Cars­ten Otte, taz. die tages­zei­tung

»Die Schil­de­rung des Brüs­se­ler Beam­ten­mi­lieus berei­tet kei­ne Schwie­rig­kei­ten, im Gegen­teil: Sie gelingt unge­mein.«  |  Jochen Hie­ber, Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung

»Robert Men­as­ses gro­ßer EU-Roman ist ein lei­den­schaft­li­ches Plä­doy­er …«  |  Harald Jäh­ner, Frank­fur­ter Rund­schau

»Robert Men­as­se balan­ciert in Die Haupt­stadt auf einem Hoch­seil, das zwi­schen Kri­mi und Gesell­schafts­ro­man gespannt ist …«  |  Süd­deut­sche Zei­tung

»Schrift­stel­ler wie Robert Men­as­se müss­ten deut­li­cher Gehör fin­den und Poli­ti­ker end­lich wie­der eine Brü­cke zu den Intel­lek­tu­el­len schla­gen.«  |  Björn Hay­er, SPIEGEL ONLINE

»Ein gros­ses Jubi­lee Pro­ject soll das fünf­zig­jäh­ri­ge Bestehen der EU-Kom­mis­si­on fei­ern. Rund um die Vor­be­rei­tun­gen ent­wi­ckelt Men­as­se sei­ne raf­fi­niert gebau­te Geschich­te, in der nichts dem Zufall über­las­sen ist.«  |  Paul Jandl, Neue Zür­cher Zei­tung

»Jedes Ele­ment für sich ist rele­vant, unzwei­fel­haft auch lite­ra­risch gelun­gen.«
Ursu­la März, Deutsch­land­funk Kul­tur

»Die Haupt­stadt, das ist nicht nur ein meis­ter­haft erzähl­ter Ide­en- und Epo­chen­ro­man, es ist auch ein erhel­len­des und anre­gen­des Lese­ver­gnü­gen, bei dem uns Euro­pa in einem neu­en Licht erscheint.«  |  Kris­ti­na Pfo­ser, ORF


ROBERT MENASSE liest aus „Die Haupt­stadt“

» Diens­tag 8. Mai 18 Uhr
» Ein­tritt 10 € | Für jedes Ticket geht ein Frei-Ticket an Kul­tur­Pott, an Schu­len und an Initia­ti­ven, die für Euro­pa ein­ste­hen.
» Tickets kön­nen Sie hier direkt online ordern oder in einer von 2000 VVK-Stel­len bun­des­weit erste­hen.