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Stadtkantorei | Händel: Der Messias

22. Dezember 2016, 20:00

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Stadt­kan­to­rei Bochum, Mit­glie­der Bochu­mer Sym­pho­ni­ker, Dezem­ber 2015 | © Sabi­ne Mich­a­lak

„Der größ­te Kom­po­nist, der je gelebt hat.“ Beet­ho­ven über Hän­del: „Ich wür­de mein Haupt ent­blö­ßen und an sei­nem Gra­be nie­der­kni­en.“ Kein ande­rer, der mit sol­cher Leich­tig­keit die Tie­fen aus­misst, Gefüh­le aus­leuch­tet, den wei­ten Raum durch­quert, der zwi­schen Fröm­mig­keit und Lebens­lust liegt. Hän­dels Mes­si­as ist Grand Musi­cal Enter­tain­ment, wie bereits sein Libret­tist Charles Jen­nens geur­teilt hat. Lon­dons Bischof erließ ein Ver­bot.

Ein Bischof, der den „Mes­si­as“ ver­bie­tet  —  Hän­dels Musik brigt ein Risi­ko fürs Amt, gera­de weil die­se Musik so unan­ge­strengt ist, unmit­tel­bar. Eine Demo­kra­ti­sie­rung des Emp­fin­dens, eine Wür­di­gung des­sen, was alle emp­fin­den, das Hohe und das Nied­ri­ge. Ste­fan Zweig hat sich dies in „Stern­stun­den der Mensch­heit“ vor­ge­stellt, die­ses Pathos des Füh­lens, das Uner­mess­li­ches ansto­ßen kann in jedem von uns:

Alles war geschrie­ben, geschaf­fen, gestal­tet, in Melo­die und Auf­schwung ent­fal­tet  –  nur ein Wort fehl­te noch, das letz­te des Wer­kes: »Amen«. Aber die­ses »Amen«, die­se zwei knap­pen, raschen Sil­ben, sie faß­te Hän­del nun, um aus ihnen ein klin­gen­des Stu­fen­werk bis in den Him­mel zu bau­en. Den einen Stim­men warf er sie zu und den andern im wech­seln­den Cho­re, er dehn­te sie, die bei­den Sil­ben, und riß sie immer wie­der aus­ein­an­der, um sie immer wie­der neu und noch glü­hen­der zu ver­schmel­zen, und wie Got­tes Atem fuhr sei­ne Inbrun­st in die­ses Aus­klangswort sei­nes gro­ßen Gebe­tes, daß es weit ward wie die Welt und voll ihrer Fül­le. Die­ses eine, die­ses letz­te Wort, es ließ ihn nicht, und er ließ es nicht, in groß­ar­ti­ger Fuge bau­te er dies »Amen« auf aus dem ers­ten Vokal, dem hal­len­den A, dem Urklang des Anfan­ges, bis es ein Dom war, dröh­nend und voll, und mit der Spit­ze rei­chend bis in den Him­mel, immer noch höher stei­gend und wie­der fal­lend und wie­der stei­gend, und schließ­li­ch von dem Orgel­sturm gepackt, von der Gewalt der ver­ein­ten Stim­men noch und noch­mals empor­ge­schleu­dert, alle Sphä­ren erfül­lend, bis daß es war, als ob in die­sem Päan des Dan­kes auch die Engel mit­sän­gen, und das Gebälk split­ter­te zu sei­nen Häup­ten von die­sem ewi­gen »Amen! Amen! Amen!«

Ein Stu­fen­werk bis in den Him­mel … das muss ein Chor erst ein­mal kön­nen, ein sol­ches Stu­fen­werk. Diri­gent: Arno Hart­mann


Der Mes­si­as
Ora­to­ri­um in 3 Tei­len von Georg Fried­rich Hän­del

Stadt­kan­to­rei Bochum
Mit­glie­der der Bochu­mer Sym­pho­ni­ker

Solis­ten:

Ina Sied­lac­zek | Sopran
Son­ja Kop­pel­hu­ber | Alt
Georg Pop­lutz | Ten­or 
Klaus Mer­tens | Bass

Arno Hart­mann | Diri­gent

» VVK 24 € / 12 € bis 25 Jah­re zzgl. Gebüh­ren
» AK 28,- € / 14 € | AK öff­net um 19:00 Uhr 

» Tickets gibt es hier (hier kli­cken) und an allen bes­se­ren VVK-Stel­len