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Ströme | urban urtyp #70

3. Februar 2019, 19:00

Mario Schön­ho­fer, Tobi­as Weber

Eine Welt aus Stöp­seln und Ste­ckern, schrank­groß, dicht an dicht. Davor die Fräu­leins, sie stöp­seln von hier nach da und dort und wie­der zurück und muss­ten, um die­sen Job zu krie­gen, unver­hei­ra­tet sein: So fing das mit dem Tele­fo­nie­ren an  —  Foto unten!  —  bevor die Wähl­schei­be erfun­den wur­de, das iPho­ne des letz­ten Jahr­hun­derts. Das Fräu­lein vom Amt trat ab, Auf­tritt Tobi und Mario, sie ste­hen wie­der vor schrank­gro­ßen Stöp­sel­land­schaf­ten  —  zwei ana­lo­gen Syn­the­si­zern, die bereits alter­tüm­lich waren, als ich mein ers­tes Phy­sik­buch bekam  —   und stöp­seln von hier nach da und dort. Strö­me strö­men, Beats bal­lern, die Fet­zen einer Melo­die fie­pen durch den Raum. Kein Com­pu­ter nir­gends, kei­ne Sam­ples, hier ist nichts pro­gram­miert:    

„Das ist unser Equip­ment und unser Sound! Der sofor­ti­ge Zugriff auf die Para­me­ter ermög­licht es uns, unse­re Musik auf eine Art zu per­for­men, dass sie auf den Kon­zer­ten ein ech­tes Eigen­le­ben ent­wi­ckelt. Damit kön­nen wir unser Musi­ker­sein und unse­re Spon­ta­nei­tät kom­plett aus­le­ben.“

Sagt Tobi Weber, und Mario Schön­ho­fer:

„Die Gefahr an einem Instru­ment, das man schon so lan­ge gespielt und geübt hat, ist, dass man sich in bestimm­ten Licks und Pat­terns ger­ne wie­der­holt. Beim Modu­lar-Synth pas­siert dir das nicht so leicht.“

Bei­de haben Musik stu­diert, der eine Bass, der ande­re Drums, bei­de haben eini­ge Jah­re bei LaBrass­Ban­da gespielt und damals ange­fan­gen, ein ers­tes Modu­lar-Sys­tem ein­zu­bau­en in die Gigs. Und stell­ten fest, dass so ein Gerät ein eige­nes,

„ein kom­plett neu­es Instru­ment ist. Dar­auf ist man total frei, eben nichts, wo ich als Jugend­li­cher schon ewig lang drauf geübt habe.“

Jetzt ist: jeder Abend anders. Impro­vi­sa­ti­on aus Strom. Impro­vi­sie­ren heißt so viel wie unvor­her­se­hen, also Schluss mit dem Musik­schul­schü­ler­da­sein, mit den Wie­der­ho­lungs­zwän­gen, Schluss auch mit LaBrass­Ban­da, Strö­me flie­ßen. Und stel­len ihre Schrän­ke bei uns in den Kubus und sich davor, und dann wird es amt­lich und einem klar, dass Strö­me nicht Strö­me hei­ßen, weil sie Musik aus Strom mach­ten, son­dern weil ihre Musik aus Span­nung ent­steht. Je höher die Spann­nung  —  das weiß ich aus mei­nem Phy­sik­buch  —  des­to mehr Strö­me, je mehr Strö­me, des­to weni­ger Wider­stand.

urban urtyp ist die Indie-Rei­he an der Ruhr. 1 x im Monat immer sonn­tags 19 Uhr, immer 10 Euro, immer anders. uu ist Jazz und Post, Elek­tro und Spra­che, Klas­sik und Ambi­ent und Pop und mehr. Stil, der sich kei­nem Stil ver­schreibt. Das alles im Zen­trum der Stadt in einem Raum, der Musik ver­dich­tet: ein Kubus, 10 x 10 Meter groß, er wird für jedes urban urtyp-Kon­zert in den wei­ten Kir­chen­raum gestellt, es ist ein Hör­raum. Hören, was man nicht kennt.


STRÖME | urban urtyp #70

» Sonn­tag 3. Febru­ar | 19 Uhr
» Ein­lass 18:30 Uhr
» wie immer bei urban urtyp: nur 10 € !
» VVK direkt hier bei uns
» oder bes­ser noch: direkt bei uns reser­vie­ren, wir machen das dann


Vor sol­chen Klap­pen­schrän­ken saßen die Fräu­leins vom Amt | Aus­stel­lung im Muse­um für Kom­mu­ni­ka­ti­on Ber­lin