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Tingvall Trio

29. März 2019, 20:00

Omar Rod­ri­guez Cal­vo, Mar­tin Ting­vall, Jür­gen Spie­gel | © Ste­ven Haber­land

Die Pop­stars des Jazz. Und das sind sie nicht wegen der vie­len Awards und Ehrun­gen, die sie krie­gen, son­dern weil sie sich ihr Publi­kum eigen­hän­dig erspielt haben. Das Ting­vall Trio ist eine Live­band par excel­lence, die drei Solis­ten  —  Mar­tin Ting­vall: Pia­nist, Hym­nen­schrei­ber, Namens­ge­ber; Omar Rod­ri­guez Cal­vo am Kon­tra­bass, Jür­gen Spie­gel an den Drums  —  die drei spie­len, wenn sie zusam­men spie­len, anti-solis­tisch. Ihre Musik ent­steht nicht, wenn sie kom­po­niert, son­dern wenn sie gespielt wird und live gehört. Wenn der eine dies der ande­re das hin­zu­tut, auf­greift, fort­führt … Nie­mand spielt einen „Part“.

So hat sich TT etwas bewahrt, das ent­schei­dend ist dafür, über­haupt Musik zu machen, näm­lich die Lust an dem Moment, in dem man sich sel­ber über die Wirk­lich­keit hin­aus spielt. Am Ende wacht man an frem­den Gesta­den auf und schaut sich um und hat kei­ne Ahnung, wie man dahin gekom­men ist. So geht es dem Trio seit Jah­ren, so geht es denen, die es hören: TT ent­bin­den eine Ener­gie, die einen  —  nein, nicht „mit­reißt“, das sind Kir­mes­bands, die sich mit so einem Wort schmü­cken  —  ent­bin­den eine Ener­gie, die einen ent­hebt. Der Pop-Effekt, groß­ar­tig.

Dabei sind Pia­no-Tri­os ein klas­si­sches Jazz-For­mat. Und ist die Musik des TIng­vall Tri­os durch und durch Jazz. Den­noch stieg „Cirklar“, ihr jüngs­tes Album, in die Pop­charts ein, so etwas ist vor­sich­tig for­mu­liert, sen­sa­tio­nell. Jedes ihrer Stü­cke: ein Spiel, ein Kampf, ein Dra­ma, das sich in Krei­sen (Cirklar) dreht, bis es durch die Decke geht. Dabei geht es eigent­lich nur um Geschich­ten, die das Leben so schreibt, Mar­tin Ting­vall:

„Seit ich Kin­der habe, und das geht ja allen Eltern so, habe ich das Gefühl, eigent­lich kei­ne Minu­te mehr für mich selbst zu haben. Manch­mal scheint es, als rin­ne die Zeit mir zwi­schen den Fin­gern davon. Mir kom­men die Gegen­sät­ze im Emp­fin­den von Zeit manch­mal selt­sam vor: Die Gene­ra­ti­on mei­ner Eltern wird jetzt gera­de alt, ihre Uhren ticken nach einem ganz ande­ren Rhyth­mus. Dies erscheint mir im Gegen­satz zu mei­nem hek­ti­schen All­tag fast unwirk­lich.“

Ein Emp­fin­den, das sich in der Bal­la­de „Evi­ghe­ts­mas­ki­nen“ (Ewig­keits­ma­schi­ne) aus­drückt. Bei­na­he medi­ta­tiv, der Song, eher unty­pisch für TT, und auch ande­re Songs des jüngs­ten Pro­gramms legen neue Klang­far­ben frei, spre­chen neue Spra­chen. TT wird poly­glott. Und bleibt, was es war: lyrisch, ele­gisch, melo­disch. Mit einer Dyna­mik, die jeder Rock­band gut zu Gesicht stün­de und mit einem Publi­kum, das jung ist und den Dri­ve auf­nimmt anstatt in Ehr­furcht zu ver­har­ren.

Könn­te es Ting­vall Trio jemals mit einem Ersatz­mann geben? Unvor­stell­bar.


TINGVALL TRIO

Frei­tag 29. März 2019 | 20 Uhr
Ein­lass 19 Uhr
VVK
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