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Tingvall Trio

Popstars des Jazz

Omar Rodriguez Calvo, Martin Tingvall, Jürgen Spiegel | (c) Steven Haberland

Die Popstars des Jazz. Und das sind sie nicht wegen der vielen Awards und Ehrungen, die sie kriegen, sondern weil sie sich ihr Publikum eigenhändig erspielt haben. Das Tingvall Trio ist eine Liveband par excellence, die drei Solisten  –  Martin Tingvall: Pianist, Hymnenschreiber, Namensgeber; Omar Rodriguez Calvo am Kontrabass, Jürgen Spiegel an den Drums  –  die drei spielen, wenn sie zusammen spielen, anti-solistisch. Ihre Musik entsteht nicht, wenn sie komponiert, sondern wenn sie gespielt wird und live gehört. Wenn der eine dies der andere das hinzutut, aufgreift, fortführt … Niemand spielt einen „Part“.

So hat sich TT etwas bewahrt, das entscheidend ist dafür, überhaupt Musik zu machen, nämlich die Lust an dem Moment, in dem man sich selber über die Wirklichkeit hinaus spielt. Am Ende wacht man an fremden Gestaden auf und schaut sich um und hat keine Ahnung, wie man dahin gekommen ist. So geht es dem Trio seit Jahren, so geht es denen, die es hören: TT entbinden eine Energie, die einen  –  nein, nicht „mitreißt“, das sind Kirmesbands, die sich mit so einem Wort schmücken  –  entbinden eine Energie, die einen enthebt. Der Pop-Effekt, großartig.

Dabei sind Piano-Trios ein klassisches Jazz-Format. Und ist die Musik des TIngvall Trios durch und durch Jazz. Dennoch stieg “Cirklar”, ihr jüngstes Album, in die Popcharts ein, so etwas ist, vorsichtig formuliert, sensationell. Jedes ihrer Stücke: ein Spiel, ein Kampf, ein Drama, das sich in Kreisen (Cirklar) dreht, bis es durch die Decke geht. Wie das Leben eben so ist, sie spielen Geschichten, die das Leben schreibt. Ein Beispiel, Martin Tingvall:

„Seit ich Kinder habe, und das geht ja allen Eltern so, habe ich das Gefühl, eigentlich keine Minute mehr für mich selbst zu haben. Manchmal scheint es, als rinne die Zeit mir zwischen den Fingern davon. Mir kommen die Gegensätze im Empfinden von Zeit manchmal seltsam vor: Die Generation meiner Eltern wird jetzt gerade alt, ihre Uhren ticken nach einem ganz anderen Rhythmus. Dies erscheint mir im Gegensatz zu meinem hektischen Alltag fast unwirklich.“

Ein Empfinden, das sich in der Ballade „Evighetsmaskinen“ (Ewigkeitsmaschine) ausdrückt. Beinahe meditativ, der Song, eher untypisch für TT, und auch andere Songs des jüngsten Programms legen neue Klangfarben frei, sprechen neue Sprachen. TT wird polyglott. Und bleibt, was es war: lyrisch, elegisch, melodisch. Mit einer Dynamik, die jeder Rockband gut zu Gesicht stünde und mit einem Publikum, das jung ist und den Drive aufnimmt anstatt in Ehrfurcht zu verharren.

Könnte es Tingvall Trio jemals mit einem Ersatzmann geben? Unvorstellbar.


TINGVALL TRIO

Freitag 29. März 2019 | 20 Uhr
Einlass 19 Uhr
VVK 30,35 €
Tickets an 3000 VVK-Stellen bundesweit oder direkt hier bei uns bestellen

Tingvall Trio

Popstars des Jazz

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