Brandt Brauer Frick

"Echo" live am 15. November

Daniel Brandt, Jan Brauer, Paul Frick by Max Parovsky (c)

Techno, klassisch instrumentiert. Klassik, von Techno inspiriert: „Als wir anfingen, hatten wir nur ein Mikro und ein kaputtes Klavier.“ So begann die Affäre zwischen Techno und Klassik, sie dauert an: Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick stellen ihr neues Album bei uns vor, es wird ein urban urtyp spezial! Tickets gibt es überall und hier bei uns und am besten per Mail an tickets@urbanurtyp.de Hier alle Infos zum Konzert. Den Support macht übrigens  –  das ist klar  –  Daniel Brandl.

Gehörte Geschichte, gefühlte

Faun | 17. November

Faun 2017 in der Christuskirche by Olaf Rauch

“Wozu studieren wir die Geschichte?” Rhetorische Frage von Horst Bredekamp, Antwort: “Um Alternativen zu uns zu erfahren.” Hätte uns ja nicht geben müssen, keinen von uns. Gibt uns aber, “das Leben ist schön”, singen die Alte Bekannte am Abend vor Faun. Und es hat einen langen Atem, das kurze Leben, davon erzählen Faun, indem sie akustische Instrumente beatmen. Es sind Jahrhunderte alte Erfahrungen, die mitschwingen im Sound einer Drehleier, dem Vibrato einer Holzflöte, dem Klang von Schlüsselfiedel und Dudelsack und einer Laute, deren Saiten aus tierischem Gedärm gemacht waren. Diesen Klang haben Generationen vor uns gehört, und die Empfindungen, die wir heute entwickeln, mögen ähnliche gewesen sein … Wozu hören wir Musik? Um uns selber zu erfahren. //  Hier alle Infos zum Konzert von Faun.

Klassik mit Krawums

Dark Tenor | 22. November

Dark Tenor 2017 in der Christuskirche gesehen von Sabine Hahnefeld

Wer Klassik mag, ist hier  –  sehr ausnahmsweise  –  sehr falsch, das hier ist Klassik mit Krawums. Aber auch dieser Tenor kann selige Lächeln zaubern, und darum geht’s ja nun, die Seligkeit jetzt. Hier alle Infos zum Konzert

… was Ernst Horn macht …

Deine Lakaien | ausverkauft

Mosaik im Turm der Christuskirche mit den Namen von 1358 Bochumern, die im I. Weltkrieg gefallen sind, darunter der Name Ernst Horn. | thw

1358 Namen, darunter der von Ernst Horn, er war Bochumer. Viel wissen wir nicht von ihm, vermutlich war er Bergmann, vor 103 Jahren ist er zerschossen worden an irgendeiner Front des Krieges in Europa. Im Turm der Christuskirche wird sein Name, in Mosaik gelegt, erinnert, Sinn hatte sein Tod nicht. Sinn hat, was Ernst Horn heute macht. Weiterlesen

“Intimer geht nicht”

urban urtyp mit Philipp Rumsch | 10. November

Philipp Rumsch by Antje Kröger

Was er macht, ist kein Pop und ist kein Jazz, ist nicht Elektronik und nicht Klassik, es ist perfekt für urban urtyp. Philipp Rumsch, das wundert jetzt nicht, hat bei Michael Wollny gelernt, und seit Wollnys grandiosem Konzert im urban urtyp-Kubus  –  “intimer geht nicht”, schrieb Max Kühlem in den RN über Wollnys “Bochum Concert”  –  seit diesem Solo wissen wir, was eine ästhetische Erfahrung macht, wenn sie sich im urban urtyp-Kubus verdichtet hat: Sie verlässt einen nicht. Hier alle Infos zum Konzert.

Theodor Wonja Michael (†)

Theodor Wonja Michael am Tag der Befreiung in der Christuskirche, 27. Januar 2014 | Foto Ayla Wessel

Fünf Jahre her, dass er, begleitet von seiner wunderbaren Frau Edeltraut Schell-Michael, zum TAG DER BEFREIUNG in der Christuskirche gelesen hat. Jetzt ist Theodor Wonja Michael, Schauspieler, Autor und Beamter, ein Künstler des Lebens und Überlebens, im Alter von 94 Jahren verstorben. Die Geschichte seines Lebens ist eine ungemein deutsche, nur ist sie deutsch in anderer Perspektive: Sein Vater stammte aus Kamerun, der ehemals deutschen Kolonie, seine Mutter aus dem preußischen Posen, als Kind hat der kleine Theodor in den surrealen “Völkerschauen” gearbeitet, Weiterlesen

Love is … Jungstötter

urban urtyp | 27. Oktober

Fabian Altstötter, Stimme von Jungstötter | Foto (c) powerline agency

Das Album heißt so: “Love is”, nur was? Reinhören, innehalten … woher diese Stimme! Der deutsche Nick Cave, sagen viele. Intensiv wie Neil Young, sagen andere. Zärtlich wie Marc Hollis, düster wie Scott Walker … Jungstötter sammelt Vergleiche, als hätten sich die Größen des Pop auf seinen Stimmbändern versammelt. Ein urban urtyp, bevor er Hallen füllt. // Alle Infos hier 

Wir uns.

Teil der Stadtgesellschaft: Synagoge Bochum eingebettet | Sabine Hahnefeld (c)

Das ist: die Stadtgesellschaft. Menschen, die bereit sind, mitzufühlen. Lässt sich selten erleben, diese Gesellschaft, in der wir leben. Es gibt sie aber, sie steht hier und vergewissert sich ihrer selbst. Wir uns. Das ist  –  nach dem x-ten antisemitischen Terrorakt  –  ein symbolisches Handeln, völlig klar. Das Symbol richtet sich an uns selbst und deshalb an alle, die politisch verantwortlich sind: dass sie nicht länger symbolisch handeln, sondern allen Antisemiten der Welt ihr mieses Geschäft vermiesen.  //  Fotos hier.

Solidarität mit Jüdischer Gemeinde

Menschenkette Freitag 11. Oktober 18 Uhr

Synagoge Bochum | (c) Schmitz Architekten

Nach dem gestrigen Terror-Anschlag in Halle rufen die Kirchen in Bochum dazu auf, sich mit den Jüdischen Gemeinden zu solidarisieren. „Wir stellen uns an die Seite derer, die im Fadenkreuz des Hasses stehen“, sagt der Superintendent der Evang. Kirche in Bochum, Dr. Gerald Hagmann: „Antisemitismus ist keine Meinung, sondern Triebkraft des Terrors.“ Weiterlesen

Gegen Nazis denken

Hans-Ehrenberg-Preis für Norbert Lammert

Zelle im KZ Sachsenhausen | (cc) by cmyk

Vordenker gegen Nazis, Vorkämpfer der Demokratie: An Hans Ehrenberg zu erinnern, ist bestürzend aktuell. Als er  –  nach jahrelangem und zunehmend einsamen Kampf gegen den Nazi-Terror  –  1938 ins KZ Sachsenhausen verschleppt wurde, hat er dort “die Solidarität erlebt, die ‘draußen’ abwesend war: die Solidarität zwischen Juden, Judenchristen, Christen, Kommunisten und Atheisten”. Eine demokratische Ur-Erfahrung: Wurde die Demokratie, die bundesdeutsche, in den Lagern geboren? Weiterlesen

“Kulturelle Nutzen”

60 Jahre Stadtkantorei Bochum | 26. Okt.

Stadtkantorei Bochum 2019 by Sabine Hahnefeld

Im April 1957 wurde der Neubau der Christuskirche als “evangelische Hauptkirche für die Stadt” beantragt. Im Formular wurde eine Angabe zum “Nutzen des Bauvorhabens” gemacht, da heißt es kurz und präzise: “kulturelle”. Dass diese Kirche zur Kirche der Kulturen wurde, ist also weder Um- noch Neu-, sondern Nutzung ab ovo: Zeitgleich mit der Christuskirche  –  am 28. September 1959 eingeweiht  –  gründete sich die Stadtkantorei. Das Konzert zum Fest am Samstag mit Werken von Haydn, Bernstein und Beethoven, alle Infos hier (klicken).

Herman van Veen

Erstes Weihnachtskonzert seit 10 Jahren, VVK beginnt!

Herman van Veen | (c) Karsten Jahnke Konzertdirektion

Erstes Weihnachtskonzert seit 10 Jahren! Herman van Veen, der Troubadour, eröffnet die festlichen Tage zusammen mit der kongenialen Edith Leerkes. Wunderbar! „Herman“, so der große Georges Moustaki über seinen Freund, „ich erkenne in dir die Weisheit des Hofnarren und die Brutalität des Moralisten, während du vorgibst, uns nur unterhalten zu wollen.“ Wenn das nicht die Botschaft von Weihnachten ist … Weiterlesen

„Leidenschaft, Esprit und Stil“

Hans-Ehrenberg-Preis für Norbert Lammert

Prof. Dr. Norbert Lammert | (c) Gerd Seidel

Der langjährige Präsident des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert, wird mit dem protestantischen Hans-Ehrenberg-Preis 2019 geehrt. Die Laudatio auf den Bochumer Politiker und jetzigen Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung hält der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider. Der Festakt am 13. Oktober ist öffentlich, alle Infos hier (klicken).

 

urban urtyp: Spielzeit beginnt

urban urtyp Grafik by Stefan Cofala, Glückauf Design

“Das Trio ist 18 Jahre jung, es gibt, wie der Gärtner der Lüste über Moca sagte, ‘keine musikalischen Grenzen, es groovt wie die Hölle.’” Die urban urtyp-Spielzeit beginnt, alle Infos hier!

wruuuuuuurtyp

urban urtyp: Auftakt mit Moca | 29. September

1946 Delahaye 135M Cabriolet by el.guy08_11 (cc)

Erstes Album “Wroooooooam”, zweites “Tempomat”, jetzt beim dritten jammen sie im “Cabriolet”. Leicht unzeitgemäß, denkt man und hört und … was wunderbar. 18 Jahre jung ist das Trio beisammen, die Straße frei, am Himmel keine Wolke. Was einem entgegen flirtet, ist funky und jazzy, ist Latin und Pop, ein bissig eleganter Electro-Sound. Easy urban listening ohne Überrollbügel, Moca aus Bochum eröffnet die neue Spielzeit von urban urtyp,  alle Infos hier.

“Freiheitsrechte, die für alle gelten”

Festival für die Freiheit der Kunst | Fotos

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismus-Beauftragte des Landes NRW, beim Festival für die Freiheit der Kunst | (c) Sabine Hahnefeld

Seit 70 Jahren gelten die Freiheitsrechte des Grundgesetzes, “es sind keine deutschen Grundrechte”, sagte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger heute Abend beim Festival für die Freiheit der Kunst: “Es sind Freiheitsrechte, die für alle gelten.” Auch  –  und es ist komplett irritierend, dass man dies eigens dazu schreiben muss  –  auch für Juden. Hier die Foto-Galerie des Abends für die Freiheit aller ua mit Volker Beck, Dietmar Köster und dem Pianisten Vladimir Mogolevsky. 

Prä? Post? Emika

urban urtyp spezial | 19. Oktober

Emika im Januar 2017 im urban urtyp Kubus by Michael Schwettmann (c)

Klassik vom Kopf auf den Bass gestellt. Klar, dass Brandt Brauer Frick sie remixed haben. Dass sie gemeinsame Projekte mit Hank Shocklee von Public Enemy macht. Dass die Filmwelt ihre Musik goutiert (Mission: Impossible 4!) und die Olympiade in London. Emika, tschechisch-britische Weltbürgerin aus Berlin, kann umarmen, ja. Aber. Auf ihrer Home-Base, dem Berghain, gilt sie  –  in der Fülle toller Elektroniker dort  –  als Ausnahmeerscheinung. So auch im urbanen urtyphain. Hier alle Infos zum Konzert.

György Konrád z”l

György Konrád 2013 am Tag der Befreiung in der Christuskirche | Foto Sabine Hahnefeld

Ein großer Schriftsteller, ein großer Europäer: György Konrád, 1933 in Berettyóújfalu im östlichen Ungarn geboren, ist jetzt in Budapest gestorben. Vor sechs Jahren hatte er bei uns zum Tag der Befreiung von Auschwitz aus seinen Werken gelesen: Auschwitz, sagte er damals, sei “wichtigster Orientierungspunkt meines Denkens”. Konrád war Präsident des Internationalen P.E.N. und Präsident der Akademie der Künste, er hat international höchste Ehrungen erhalten, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, den Karlspreis, den Orden der französischen Ehrenlegion. Im März 1944, als die Deutschen Ungarn besetzten und innerhalb weniger Wochen eine halbe Million Juden deportierten  –  jedes dritte in Auschwitz ermordete Opfer stammte aus Ungarn  –  tauchte der 11jährige zusammen mit seiner Schwester in Budapest unter. Weiterlesen

“Die Anti-BDS-Kirche”

Wer Freiheit will, feiert die Kunst

Gedenktafel für die Opfer des Terroranschlags auf den Club Bataclan, Paris, am 13. November 2015 | (cc) Jean-Pierre Bazard

Stefan Frank über das “Festival für die Freiheit der Kunst” (Auszug) // Das Musikfestival findet in der Christuskirche Bochum statt, einer der größten Kulturkirchen bundesweit und bekannt als Ort für Kulturveranstaltungen, wo Israelboykott keinen Platz hat. Ihr Pfarrer Thomas Wessel sieht die Boykott-Bewegung gegen jüdische Künstler in einem Zusammenhang mit dem Massaker im Pariser Veranstaltungslokal „Bataclan“ vom 13. November 2015. „Lange Zeit“, sagt er gegenüber Mena Watch, habe er „nicht ernst genommen, dass es wieder Leute gibt, die Kultur boykottieren. Ist ja auch eine komplett irre Idee: ‚Kunstverbot!’ Dann die Terrormorde im Bataclan, Paris, wo immer wieder mal Bands gespielt haben, die auch bei uns aufgetreten sind, da dachte ich zuerst, dass es offenbar diese Art Killertypen sei, die Kunst totschießen wollen. Als mir dann klar wurde, dass Hyper Cacher [das koschere Lebensmittelgeschäft in Paris, in dem der Dschihadist Amedy Coulibaly am 9. Januar 2015 vier Juden ermordete und zahlreiche Geiseln nahm; S.F.] nicht bloß irgendein Supermarkt war, sondern ein jüdischer Supermarkt, da dämmerte mir, worum es wirklich geht.” Weiterlesen