„Der feierliche Durchbruch eines Verbots“

New York Gospel Stars | 2. Weihnachtstag

New York Gos­pel Stars 2016 in der Chris­tus­kir­che | © Sabi­ne Hahne­feld

Weih­nach­ten ist ein Fest. Ein Fest ist  —  nach Sig­mund Freud  —  „ein gebo­te­ner Exzess“. Ein Exzess ist  —  immer noch Freud  —  der „fei­er­li­che Durch­bruch eines Ver­bots“. Die New York Gos­pel Stars laden zum Weih­nachts­fest, wel­ches Ver­bot wird durch­bro­chen? Dass man in der Kir­che nicht klat­schen dür­fe? Dass gute Lau­ne hier nichts zu suchen habe? Weil das Leben hier & jetzt weni­ger wert sei als das ewi­ge? Die New Yor­ker sind bes­tens gelaunt, sie fei­ern das Leben jetzt, und das biss­chen Ver­bot, das Sinn hat bei uns, lau­tet: Feie­re dein Leben, aber klat­sche, wenn du es fei­erst, nicht immer auf die 1 und auf die 3, es gibt auch die 2 und auch die 4, es gibt sie in jedem Takt, und dann gibt es da noch den Off­beat. Der Off­beat ist beim Mit­klat­schen das, was Freud „die Frei­ge­bung des sonst Ver­bo­te­nen“ genannt hat. Zwei­ter Weih­nachts­tag, 20 Uhr.